MEIN KAMPF Von Adolf Hitler Zweiter Band Die nationalsozialistische Bewegung FEN 1934 Verlag Franz Eher Nachfolger, G.m.b.H. Mnchen 2, NO Alle Rechte vorbehalten Copyright Band II 1927 by Franz Eher Nachf. G.m.b.H., Mnchen 2, NO Printed in Germany --------------------------------------------------- Mein Kampf, Elektronische Version 1.1 (MK-EV) --------------------------------------------------- fr den IBM Personal Computer Copyright (c)1991 by Neue Rechte/International (NRI) All rights reserved. 1. Kapitel Weltanschauung und Partei Am 24. Februar 1920 fand die erste groáe ”ffentliche Massenkundgebung unserer jungen Bewegung statt. Im Festsaale des Mnchener Hofbr„uhauses wurden die fnfundzwanzig Thesen des Programms der neuen Partei einer fast zweitausendk”pfigen Menschenmenge unterbreitet und jeder einzelne Punkt unter jubelnder Zustimmung angenommen. Damit waren die ersten Leits„tze und Richtlinien fr einen Kampf ausgegeben, der mit einem wahren Wust althergebrachter Vorstellungen und Ansichten und mit unklaren, ja sch„dlichen Zielen aufr„umen sollte. In die faule und feige brgerliche Welt sowohl wie in den Siegeszug der marxistischen Eroberungswelle sollte eine neue Machterscheinung treten, um den Wagen des Verh„ngnisses in letzter Stunde zum Stehen zu bringen. Es war selbstverst„ndlich, daá die neue Bewegung nur dann hoffen durfte, die n”tige Bedeutung und die erforderliche St„rke fr diesen Riesenkampf zu erhalten, wenn es ihr vom ersten Tage an gelang, in den Herzen ihrer Anh„nger die heilige šberzeugung zu erwecken, daá mit ihr dem politischen Leben nicht eine neue Wahlparole oktroyiert, sondern eine neue Weltanschauung von prinzipieller Bedeutung vorangestellt werden sollte. Man muá bedenken, aus welch j„mmerlichen Gesichtspunkten heraus sogenannte "Parteiprogramme" normal zusammengeschustert und von Zeit zu Zeit aufgeputzt oder umgemodelt werden. Man muá die treibenden Motive besonders dieser brgerlichen "Programmkommissionen" unter die Lupe nehmen, um das n”tige Verst„ndnis fr die Bewertung 410 Die brgerlichen "Programm-Kommissionen" dieser programmatischen Ausgeburten zu gewinnen. Es ist immer eine einzige Sorge, die entweder zur Aufstellung von Programmen oder zur Ab„nderung der vorhandenen antreibt: die Sorge um den n„chsten Wahlausgang. Sowie in den K”pfen dieser parlamentarischen Staatsknstler die Ahnung aufzud„mmern pflegt, daá das liebe Volk wieder einmal revoltiert und aus dem Geschirr des alten Parteiwagens entschlpfen will, pflegen sie die Deichseln neu anzustreichen. Dann kommen die Sterngucker und Parteiastrologen, die sogenannten "erfahrenen" und "gewiegten", meistens alten Parlamentarier, die in ihrer "reichen politischen Lehrzeit" sich analoger F„lle zu erinnern verm”gen, da auch der Masse endlich die Str„nge ihrer Geduld gerissen, und die Žhnliches wieder bedrohlich nahe fhlen. So greifen sie zu den alten Rezepten, bilden eine "Kommission", horchen im lieben Volk herum, beschnffeln die Presseerzeugnisse und riechen so langsam heraus, was das liebe breite Volk gerne haben m”chte, was es verabscheut und was es sich erhofft. Jede Berufsgruppe, ja jede Angestelltenklasse wird genauestens studiert und in ihren geheimsten Wnschen erforscht. Auch die "blen Schlagworte" der gef„hrlichen Opposition pflegen dann pl”tzlich reif fr eine šberprfung zu sein und tauchen nicht selten, zum gr”áten Erstaunen ihrer urspnglichen Erfinder und Verbreiter, ganz harmlos, wie selbstverst„ndlich im Wissensschatz der alten Parteien auf. So treten die Kommissionen zusammen und "revidieren" das alte Programm und verfassen ein neues (die Herrschaften wechseln dabei ihre šberzeugungen wie der Soldat im Felde das Hemd, n„mlich immer dann, wenn das alte verlaust ist!), in dem jedem das Seine gegeben wird. Der Bauer erh„lt den Schutz seiner Landwirtschaft, der Industrielle den Schutz seiner Ware, der Konsument den Schutz seines Einkaufs, den Lehrern werden die Geh„lter erh”ht, den Beamten die Pensionen aufgebessert, Witwen und Waisen soll in reichlichstem Umfang der Staat versorgen, der Verkehr wird gef”rdert, die Tarife 411 Aus dem Leben der "Volksvertreter" sollen erniedrigt und gar die Steuern, wenn auch nicht ganz, aber doch so ziemlich abgeschafft werden. Manchesmal passiert es, daá man doch noch einen Stand vergessen oder von einer im Volk umlaufenden Forderung nicht geh”rt hat. Dann wird in letzter Eile noch hineingeflickt, was Platz hat, so lange, bis man mit gutem Gewissen hoffen darf, das Heer der normalen Spieáer samt ihren Weibern wieder beruhigt zu haben und hochbefriedigt zu sehen. So kann man innerlich also gerstet im Vertrauen auf den lieben Gott und die unerschtterliche Dummheit der wahlberechtigten Brger den Kampf um die "neue Gestaltung" des Reiches, wie man sagt, beginnen. Wenn dann der Wahltag vorbei ist, die Parlamentarier fr fnf Jahre ihre letzte Volksversammlung abgehalten haben, um sich von der Dressur der Plebs hinweg zur Erfllung ihrer h”heren und angenehmeren Aufgaben zu begeben, l”st sich die Programmkommission wieder auf, und der Kampf um die Neugestaltung der Dinge erh„lt wieder die Formen des Ringens um das liebe t„gliche Brot: Dieses heiát aber beim Parlamentarier Di„ten. Jeden Morgen begibt sich der Herr Volksvertreter in das Hohe Haus, und wenn schon nicht ganz hinein, so doch wenigstens bis in den Vorraum, in dem die Anwesenheitslisten aufliegen. Im angreisenden Dienste fr das Volk tr„gt er dort seinen Namen ein und nimmt als wohlverdienten Lohn eine kleine Entsch„digung fr diese fortgesetzten zermrbenden Anstrengungen entgegen. Nach vier Jahren oder in sonstigen kritischen Wochen, wenn die Aufl”sung der parlamentarischen K”rperschaften wieder n„her und n„her zu rcken beginnt, beschleicht die Herren pl”tzlich ein unbez„hmbarer Drang. So wie der Engerling nichts anderes kann, als sich zum Maik„fer zu verwandeln, so verlassen diese parlamentarischen Raupen das groáe gemeinsame Puppenhaus und flattern flgelbegabt hinaus zum lieben Volk. Sie reden wieder zu ihren W„hlern, erz„hlen von der eigenen enormen Arbeit und der b”swilligen Verstocktheit der anderen, bekommen aber von der unverst„ndigen Masse statt dankbaren 412 Marxismus und demokratisches Prinzip Beifalls manches Mal rohe, ja geh„ssige Ausdrcke an den Kopf geworfen. Wenn sich diese Undankbarkeit des Volkes bis zu einem gewissen Grade steigert, kann nur ein einziges Mittel helfen: Der Glanz der Partei muá wieder aufgebgelt werden, das Programm ist verbesserungsbedrftig, die Kommission tritt erneut ins Leben, und der Schwindel beginnt von vorne. Bei der granitenen Dummheit unserer Menschheit wundere man sich nicht ber den Erfolg. Geleitet durch seine Presse und geblendet vom neuen verlockenden Programm kehrt das "brgerliche" wie das "proletarische" Stimmvieh wieder in den gemeinsamen Stall zurck und w„hlt seine alten Betrger. Damit verwandelt sich der Volksmann und Kandidat der schaffenden St„nde wieder in die parlamentarische Raupe und friát sich am Gezweig des staatlichen Lebens weiter dick und fett, um sich nach vier Jahren wieder in den schillernden Schmetterling zu verwandeln. Es gibt kaum etwas Deprimierenderes, als diesen ganzen Vorgang in der nchternen Wirklichkeit zu beobachten, diesem sich immer wiederholenden Betrug zusehen zu mssen. Aus solchem geistigen N„hrboden sch”pft man im brgerlichen Lager freilich nicht die Kraft, den Kampf mit der organisierten Macht des Marxismus auszufechten. Ernstlich denken die Herrschaften auch nie daran. Bei aller zugegebenen Beschr„nktheit und geistigen Inferiorit„t dieser parlamentarischen Medizinm„nner der weiáen Rasse, k”nnen sie selber sich nicht im Ernste einbilden, auf dem Wege einer westlichen Demokratie gegen eine Lehre anzuk„mpfen, fr welche die Demokratie samt allem, was drum und dran h„ngt, im besten Falle ein Mittel zum Zweck ist, das man anwendet, um den Gegner zu l„hmen und dem eigenen Handeln freie Bahn zu schaffen. Wenn n„mlich ein Teil des Marxismus zur Zeit auch in „uáerst kluger Weise die unzertrennliche Verbindung mit den Grunds„tzen der Demokratie vorzut„uschen versucht, dann m”ge man doch gef„lligst nicht vergessen, daá in der kritischen Stunde diese Herrschaften sich um eine Majorit„tsentscheidung nach westlich-demokratischer Auffassung einen 413 Marxismus und demokratisches Prinzip Pfifferling kmmerten! Es war dies in den Tagen, als die brgerlichen Parlamentarier die Sicherheit des Reiches in der monumentalen Borniertheit einer berragenden Zahl garantiert sahen, w„hrend der Marxismus mit einem Haufen von Straáenstrolchen, Deserteuren, Parteibonzen und jdischen Literaten kurzerhand die Macht an sich riá, der Demokratie solcher Art eine schallende Maulschelle versetzend. Daher geh”rt dann schon das gl„ubige Gemt eines solchen parlamentarischen Zauberpriesters brgerlicher Demokratie dazu, um zu w„hnen, daá jetzt oder in der Zukunft die brutale Entschlossenheit der Interessenten und Tr„ger jener Weltpest einfach durch die Beschw”rungsformeln eines westlichen Parlamentarismus gebannt werden k”nnte. Der Marxismus wird so lange mit der Demokratie marschieren, bis es ihm gelingt, auf indirektem Wege fr seine verbrecherischen Ziele sogar noch die Untersttzung der von ihm zur Ausrottung bestimmten nationalen geistigen Welt zu erhalten. K„me er aber heute zu der šberzeugung, daá sich aus dem Hexenkessel unserer parlamentarischen Demokratie pl”tzlich eine Majorit„t zusammenbrauen lieáe, die - und w„re es nur auf Grund ihrer zur Gesetzgebung berechtigten Mehrzahl - dem Marxismus ernstlich auf den Leib rckte, so w„re das parlamentarische Gaukelspiel gleich zu Ende. Die Bannertr„ger der roten Internationale wrden dann, statt einen Appell an das demokratische Gewissen zu richten, einen brandigen Aufruf an die proletarischen Massen erlassen, und ihr Kampf wrde sich mit einem Schlage aus der muffigen Luft der Sitzungs„le unserer Parlamente in die Fabriken und auf die Straáe verpflanzen. Die Demokratie w„re damit sofort erledigt; und was der geistigen Gelenkigkeit jener V”lkerapostel in den Parlamenten miálungen war, wrde dem Brecheisen und Schmiedehammer aufgehetzter Proletariermassen genau wie im Herbste 1918 blitzschnell gelingen: Sie wrden der brgerlichen Welt schlagend beibringen, wie verrckt es ist, sich einzubilden, mit dem Mittel westlicher Demokratie der jdischen Welteroberung entgegentreten zu k”nnen. 414 Weltanschauung gegen Weltanschauung Wie gesagt, es geh”rt schon ein gl„ubiges Gemt dazu, sich einem solchen Spieler gegenber an Regeln zu binden, die fr diesen immer nur zum Bluff oder zum eigenen Nutzen vorhanden sind, die ber Bord geschleudert werden, sobald sie seinen Vorteilen nicht mehr entsprechen. Da bei allen Parteien sogenannter brgerlicher Einstellung in Wirklichkeit der ganze politische Kampf tats„chlich nur im Raufen um einzelne Parlamentssthle besteht, wobei Einstellungen und Grunds„tze je nach Zweckm„áigkeit wie Sandballast ber Bord geworfen werden, so sind natrlich auch ihre Programme demgem„á abgestimmt und - umgekehrt allerdings - auch ihre Kr„fte danach bemessen. Es fehlt ihnen jene groáe magnetische Anziehung, der die breite Masse immer nur folgt unter dem zwingenden Eindruck groáer berragender Gesichtspunkte, der šberzeugungskraft bedingungslosen Glaubens an dieselben, gepaart mit dem fanatischen Kampfesmut, fr sie einzustehen. In einer Zeit aber, in welcher die eine Seite, ausgerstet mit allen Waffen einer, wenn auch tausendmal verbrecherischen Weltanschauung zum Sturm gegen eine bestehende Ordnung antritt, kann die andere ewig nur Widerstand leisten, wenn sich dieser selber in den Formen eines neuen, in unserem Falle politischen Glaubens kleidet und die Parole einer schw„chlichen und feigen Verteidigung mit dem Schlachtruf mutigen und brutalen Angriffs vertauscht. Wenn daher heute unsere Bewegung, besonders von seiten sogenannter nationaler brgerlicher Minister, etwa des bayerischen Zentrums, der geistreiche Vorwurf gemacht wird, daá sie auf eine "Umw„lzung" hinarbeite, kann man einem solchen politisierenden Dreik„sehoch nur eines zur Antwort geben: Jawohl, wir versuchen nachzuholen, was Ihr in Eurer verbrecherischen Dummheit vers„umt habt. Ihr habt durch die Grunds„tze Eures parlamentarischen Kuhhandels mitgeholfen, die Nation in den Abgrund zu zerren; wir 415 Der Begriff "v”lkisch" aber werden, und zwar in den Formen des Angriffs, durch die Aufstellung einer neuen Weltanschauung und der fanatischen unerschtterlichen Verteidigung ihrer Grunds„tze unserem Volke die Stufen bauen, auf denen es dereinst in den Tempel der Freiheit wieder emporzusteigen vermag. So muáte in der Grndungszeit unserer Bewegung unsere erste Sorge immer darauf gerichtet sein, zu verhten, daá aus der Heerschar von K„mpfern fr eine neue hehre šberzeugung bloá ein Verein zur F”rderung parlamentarischer Interessen werde. Die erste vorbeugende Maánahme war die Schaffung eines Programmes, das zielm„áig zu einer Entwicklung dr„ngte, die schon in ihrer inneren Gr”áe geeignet erschien, die kleinen und schw„chlichen Geister unserer heutigen Parteipolitiker zu verscheuchen. Wie richtig aber unsere Auffassung von der Notwendigkeit programmatischer Zielpunkte sch„rfster Pr„gung gewesen ist, ging am klarsten aus jenen verh„ngnisvollen Gebrechen hervor, die endlich zum Zusammenbruche Deutschlands gefhrt haben. Aus ihrer Erkenntnis heraus muáte sich eine neue Staatsauffassung formen, die selber wieder ein wesentlicher Bestandteil einer neuen Weltauffassung ist. * Ich habe mich schon im ersten Bande mit dem Worte "v”lkisch" insofern auseinandergesetzt, als ich feststellen muáte, daá diese Bezeichnung begrifflich zu wenig begrenzt erscheint, um die Bildung einer geschlossenen Kampfgemeinschaft zu gestatten. Alles M”gliche, das in allem Wesentlichen seiner Ansichten himmelweit auseinanderklafft, treibt sich zur Zeit unter dem Deckwort "v”lkisch" herum. Ehe ich daher nun zu den Aufgaben und Zielen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei bergehe, m”chte ich eine Klarstellung des Begriffes "v”lkisch" sowie seines Verh„ltnisses zur Parteibewegung geben. 416 Der Begriff "v”lkisch" Der Begriff "v”lkisch" erscheint so wenig klar abgesteckt, so vielseitig auslegbar und so unbeschr„nkt in der praktischen Anwendung, wie etwa das Wort "religi”s". Man kann sich schwer auch unter dieser Bezeichnung etwas ganz Pr„zises vorstellen, weder im Sinne gedanklichen Erfassens noch in dem praktischen Auswirkens. Faálich vorstellbar wird die Bezeichnung religi”s erst in dem Augenblick, in dem sie sich mit einer bestimmt umrissenen Form dieses ihres Auswirkens verbindet. Es ist eine sehr sch”ne, meist aber auch billige Erkl„rung, wenn man das Wesen eines Menschen als "tiefinnerlich religi”s" bezeichnet. Es wird vielleicht auch einige wenige geben, die durch eine solche ganz allgemeine Bezeichnung sich selbst beschrieben fhlen, ja denen sie sogar ein bestimmtes, mehr oder minder scharfes Bild jenes Seelenzustandes zu vermitteln vermag. Da aber die groáe Masse weder aus Philosophen noch aus Heiligen besteht, wird eine solche ganz allgemeine religi”se Idee dem einzelnen meist nur als Freigabe seines individuellen Denkens und Handelns bedeuten, ohne indes zu jener Wirksamkeit zu fhren, welche der religi”sen inneren Sehnsucht in dem Augenblick erw„chst, da sich aus der rein metaphysischen unbegrenzten Gedankenwelt ein klar umgrenzter Glaube formt. Sicherlich ist dieser nicht der Zweck an sich, sondern nur ein Mittel zum Zweck; doch ist er das unumg„nglich notwendige Mittel, um den Zweck berhaupt erreichen zu k”nnen. Dieser Zweck aber ist nicht nur ein ideeller, sondern im letzten Grunde genommen auch ein eminent praktischer. Wie man sich berhaupt darber klar werden muá, daá die h”chsten Ideale immer einer tiefsten Lebensnotwendigkeit entsprechen, genau so wie der Adel der erhabensten Sch”nheit im letzten Grunde auch nur im logisch Zweckm„áigsten liegt. Indem der Glaube mithilft, den Menschen ber das Niveau eines tierischen Dahinlebens zu erheben, tr„gt er in Wahrheit zur Festigung und Sicherung seiner Existenz bei. Man nehme der heutigen Menschheit die durch ihre Erziehung gesttzten religi”s- glaubensm„áigen, in ihrer praktischen Bedeutung aber sittlich- moralischen Grunds„tze durch 417 Vom religi”sen Fhlen zum apodiktischen Glauben Ausscheidung dieser religi”sen Erziehung und ohne dieselbe durch Gleichwertiges zu ersetzen, und man wird das Ergebnis in einer schweren Erschtterung der Fundamente ihres Daseins vor sich haben. Man darf also wohl feststellen, daá nicht nur der Mensch lebt, um h”heren Idealen zu dienen, sondern daá diese h”heren Ideale umgekehrt auch die Voraussetzung zu seinem Dasein als Mensch geben. So schlieát sich der Kreis. Natrlich liegen auch schon in der allgemeinen Bezeichnung "religi”s" einzelne grunds„tzliche Gedanken oder šberzeugungen, zum Beispiel die der Unzerst”rbarkeit der Seele, der Ewigkeit ihres Daseins, der Existenz eines h”heren Wesens usw. Allein alle diese Gedanken, und m”gen sie fr den einzelnen noch so berzeugend sein, unterliegen solange der kritischen Prfung dieses einzelnen und damit solange einer schwankenden Bejahung oder Verneinung, bis eben nicht die gefhlsm„áige Ahnung oder Erkenntnis die gesetzm„áige Kraft apodiktischen Glaubens annimmt. Dieser vor allem ist der Kampffaktor, der der Anerkennung religi”ser Grundanschauungen Bresche schl„gt und die Bahn frei macht. Ohne den klar begrenzten Glauben wrde die Religiosit„t in ihrer unklaren Vielgestaltigkeit fr das menschliche Leben nicht nur wertlos sein, sondern wahrscheinlich zur allgemeinen Zerrttung beitragen. Žhnlich wie mit dem Begriff "religi”s" verh„lt es sich mit der Bezeichnung "v”lkisch". Auch in ihr liegen schon einzelne grunds„tzliche Erkenntnisse. Sie sind jedoch, wenn auch von eminentester Bedeutung, ihrer Form nach so wenig klar bestimmt, daá sie sich ber den Wert einer mehr oder minder anzuerkennenden Meinung erst dann erheben, wenn sie als Grundelemente in den Rahmen einer politischen Partei gefaát werden. Denn die Verwirklichung weltanschauungsm„áiger Ideale und der aus ihnen abgeleiteten Forderungen erfolgt ebensowenig durch das reine Gefhl oder das innere Wollen der Menschen an sich, als etwa die Erringung der Freiheit 418 Vom v”lkischen Fhlen zum politischen Bekenntnis durch die allgemeine Sehnsucht nach ihr. Nein, erst wenn der ideale Drang nach Unabh„ngigkeit in den Formen milit„rischer Machtmittel die kampfesm„áige Organisation erh„lt, kann der dr„ngende Wunsch eines Volkes in herrliche Wirklichkeit umgesetzt werden. Jede Weltanschauung, sie mag tausendmal richtig und von h”chstem Nutzen fr die Menschheit sein, wird solange fr die praktische Ausgestaltung eines V”lkerlebens ohne Bedeutung bleiben, als ihre Grunds„tze nicht zum Panier einer Kampfbewegung geworden sind, die ihrerseits wieder solange Partei sein wird, als sich ihr Wirken nicht im Siege ihrer Ideen vollendet hat, und ihre Parteidogmen die neuen Staatsgrundgesetze der Gemeinschaft eines Volkes bilden. Wenn aber eine geistige Vorstellung allgemeiner Art einer kommenden Entwicklung als Fundament dienen will, dann ist die erste Voraussetzung die Schaffung unbedingter Klarheit ber Wesen, Art und Umfang dieser Vorstellung, da sich nur auf solcher Basis eine Bewegung bilden l„át, die in der inneren Homogenit„t ihrer šberzeugungen die n”tige Kraft zum Kampfe zu entwickeln vermag. Aus allgemeinen Vorstellungen muá ein politisches Programm, aus einer allgemeinen Weltanschauung ein bestimmter politischer Glaube gepr„gt werden. Dieser wird, da sein Ziel ein praktisch erreichbares sein soll, nicht nur der Idee an sich zu dienen haben, sondern auch Rcksicht nehmen mssen auf die Kampfmittel, die zur Erringung des Sieges dieser Idee vorhanden sind und Verwendung finden mssen. Zu einer abstrakt richtigen geistigen Vorstellung, die der Programmatiker zu verknden hat, muá sich die praktische Erkenntnis des Politikers gesellen. So muá sich ein ewiges Ideal als Leitstern einer Menschheit leider damit abfinden, die Schw„chen dieser Menschheit zu bercksichtigen, um nicht 419 Vom politischen Bekenntnis zur Kampfgemeinschaft an der allgemeinen menschlichen Unzul„nglichkeit von vornherein zu scheitern. Zum Erforscher der Wahrheit hat sich der Kenner der Volkspsyche zu gesellen, um aus dem Reiche des Ewig-Wahren und Idealen das menschlich M”gliche fr kleine Sterbliche herauszuholen und Gestalt werden zu lassen. Diese Umsetzung einer allgemeinen weltanschauungsm„áigen idealen Vorstellung von h”chster Wahrhaftigkeit in eine bestimmt begrenzte, straff organisierte, geistig und willensm„áig einheitliche politische Glaubens- und Kampfgemeinschaft ist die bedeutungsvollste Leistung, da von ihrer glcklichen L”sung allein die M”glichkeit eines Sieges der Idee abh„ngt. Hier muá aus dem Heer von oft Millionen Menschen, die im einzelnen mehr oder weniger klar und bestimmt diese Wahrheiten ahnen, zum Teil vielleicht begreifen, einer hervortreten, um mit apodiktischer Kraft aus der schwankenden Vorstellungswelt der breiten Masse granitene Grunds„tze zu formen und solange den Kampf fr ihre alleinige Richtigkeit aufzunehmen, bis sich aus dem Wellenspiel einer freien Gedankenwelt ein eherner Fels einheitlicher glaubens- und willensm„áiger Verbundenheit erhebt. Das allgemeine Recht zu einer solchen Handlung liegt begrndet in ihrer Notwendigkeit, das pers”nliche Recht im Erfolg.. * Wenn wir versuchen, aus dem Worte "v”lkische" den sinngem„áen innersten Kern herauszusch„len, kommen wir zu folgender Feststellung: Unsere heutige landl„ufige politische Weltauffassung beruht im allgemeinen auf der Vorstellung, daá dem Staate zwar an sich sch”pferische, kulturbildende Kraft zuzusprechen sei, daá er aber mit rassischen Voraussetzungen nichts zu tun habe, sondern eher noch ein Produkt wirtschaftlicher Notwendigkeiten, bestenfalls aber das natrliche Ergebnis politischen Machtdranges sei. Diese Grundanschauung fhrt in ihrer logisch-konsequenten Weiterbildung nicht nur zu 420 Marxismus gegen Rasse und Pers”nlichkeit einer Verkennung rassischer Urkr„fte, sondern auch zu einer Minderbewertung der Person. Denn die Ableugnung der Verschiedenheit der einzelnen Rassen in bezug auf ihre allgemeinen kulturbildenden Kr„fte muá zwangsl„ufig diesen gr”áten Irrtum auch auf die Beurteilung der Einzelperson bertragen. Die Annahme von der Gleichartigkeit der Rassen wird dann zur Grundlage einer gleichen Betrachtungsweise fr die V”lker und weiterhin fr die einzelnen Menschen. Daher ist auch der internationale Marxismus selbst nur die durch den Juden Karl Marx vorgenommene šbertragung einer tats„chlich schon l„ngst vorhandenen weltanschauungsm„áigen Einstellung und Auffassung in die Form eines bestimmten politischen Glaubensbekenntnisses. Ohne den Untergrund einer derartigen, allgemein bereits vorhandenen Vergiftung w„re der staunenswerte politische Erfolg dieser Lehre auch niemals m”glich gewesen. Karl Marx war wirklich nur der eine unter den Millionen, der in dem Sumpfe einer langsam verkommenden Welt mit dem sicheren Blick des Propheten die wesentlichsten Giftstoffe erkannte, sie herausgriff, um sie, einem Schwarzknstler gleich, in eine konzentrierte L”sung zur schnelleren Vernichtung des unabh„ngigen Daseins freier Nationen auf dieser Erde zu bringen. Dieses alles aber im Dienste seiner Rasse. So ist die marxistische Lehre der kurzgefaáte geistige Extrakt der heute allgemein gltigen Weltanschauung. Schon aus diesem Grunde ist auch jeder Kampf unserer sogenannten brgerlichen Welt gegen sie unm”glich, ja l„cherlich, da auch diese brgerliche Welt im wesentlichen von all diesen Giftstoffen durchsetzt ist und einer Weltanschauung huldigt, die sich von der marxistischen im allgemeinen nur mehr durch Grade und Personen unterscheidet. Die brgerliche Welt ist marxistisch, glaubt aber an die M”glichkeit der Herrschaft bestimmter Menschengruppen (Brgertum), w„hrend der Marxismus selbst die Welt planm„áig in die Hand des Judentums berzufhren trachtet. Demgegenber erkennt die v”lkische Weltanschauung die Bedeutung der Menschheit in deren rassischen Urelementen. 421 V”lkische Einstellung auf Rasse und Pers”nlichkeit Sie sieht im Staat prinzipiell nur ein Mittel zum Zweck und faát als seinen Zweck die Erhaltung des rassischen Daseins der Menschen auf. Sie glaubt somit keineswegs an eine Gleichheit der Rassen, sondern erkennt mit ihrer Verschiedenheit auch ihren h”heren oder minderen Wert und fhlt sich durch diese Erkenntnis verpflichte, gem„á dem ewigen Wollen, das dieses Universum beherrscht, den Sieg des Besseren, St„rkeren zu f”rdern, die Unterordnung des Schlechteren und Schw„cheren zu verlangen. Sie huldigt damit prinzipiell dem aristokratischen Grundgedanken der Natur und glaubt an die Geltung dieses Gesetzes bis herab zum letzten Einzelwesen. Sie sieht nicht nur den verschiedenen Wert der Rassen, sondern auch den verschiedenen Wert der Einzelmenschen. Aus der Masse sch„lt sich fr sie die Bedeutung der Person heraus, dadurch aber wirkt sie gegenber dem desorganisierenden Marxismus organisatorisch. Sie glaubt an die Notwendigkeit einer Idealisierung des Menschentums, da sie wiederum nur in dieser die Voraussetzung fr das Dasein der Menschheit erblickt. Allein sie kann auch einer ethischen Idee das Existenzrecht nicht zubilligen, sofern diese Idee eine Gefahr fr das rassische Leben der Tr„ger einer h”heren Ethik darstellt; denn in einer verbastardierten und vernegerten Welt w„ren auch alle Begriffe des menschlich Sch”nen und Erhabenen sowie alle Vorstellungen einer idealisierten Zukunft unseres Menschentums fr immer verloren. Menschliche Kultur und Zivilisation sind auf diesem Erbteil unzertrennlich gebunden an das Vorhandensein des Ariers. Sein Aussterben oder Untergehen wird auf diesen Erdball wieder die dunklen Schleier einer kulturlosen Zeit senken. Das Untergraben des Bestandes der menschlichen Kultur durch die Vernichtung ihres Tr„gers aber erscheint in den Augen einer v”lkischen Weltanschauung als das fluchwrdigste Verbrechen. Wer die Hand an das h”chste Ebenbild des Herrn zu legen wagt, frevelt am gtigen Sch”pfer dieses Wunders und hilft mit an der Vertreibung aus dem Paradies. 422 Forderung des freien Kr„ftespiels Damit entspricht die v”lkische Weltanschauung dem innersten Wollen der Natur, da sie jenes freie Spiel der Kr„fte wiederherstellt, das zu einer dauernden gegenseitigen H”herzchtung fhren muá, bis endlich dem besten Menschentum, durch den erworbenen Besitz dieser Erde, freie Bahn gegeben wird zur Bet„tigung auf Gebieten, die teils ber, teils auáer ihr liegen werden. Wir alle ahnen, daá in ferner Zukunft Probleme an den Menschen herantreten k”nnen, zu deren Bew„ltigung nur eine h”chste Rasse als Herrenvolk, gesttzt auf die Mittel und M”glichkeiten eines ganzen Erdballs, berufen sein wird. * Es ist selbstverst„ndlich, daá eine so allgemeine Feststellung des sinngem„áen Inhalts einer v”lkischen Weltanschauung zu tausendf„ltiger Auslegung fhren kann. Tats„chlich finden wir ja auch kaum eine unserer jngeren politischen Neugrndungen, die sich nicht irgendwie auf diese Weltauffassung beruft. Sie beweist jedoch gerade durch ihre eigene Existenz gegenber den vielen anderen die Unterschiedlichkeit ihrer Auffassungen. So tritt der von einer einheitlichen Spitzenorganisation gefhrten marxistischen Weltauffassung ein Gemengsel von Anschauungen entgegen, das schon ideenm„áig gegenber der geschlossenen feindlichen Front wenig eindrucksvoll ist. Siege werden durch so schw„chliche Waffen nicht erfochten! Erst wenn der - politisch durch den organisierten Marxismus gefhrten - internationalen Weltanschauung eine ebenso einheitlich organisierte und geleitete v”lkische gegenbertritt, wird sich bei gleicher Kampfesenergie der Erfolg auf die Seite der ewigen Wahrheit schlagen. Die organisatorische Erfassung einer Weltanschauung kann aber ewig nur auf Grund einer bestimmten Formulierung derselben stattfinden, und was fr den Glauben die Dogmen darstellen, sind fr die sich 423 Zusammenfassung zur Partei bildende politische Partei die Parteigrunds„tze. Damit muá also der v”lkischen Weltanschauung ein Instrument geschaffen werden, daá ihr die M”glichkeit einer kampfesm„áigen Vertretung gew„hrt, „hnlich wie die marxistische Parteiorganisation fr den Internationalismus freie Bahn schafft. Dieses Ziel verfolgt die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Daá eine solche parteim„áige Festlegung des v”lkischen Begriffes die Voraussetzung zum Siege der v”lkischen Weltanschauung ist, wird am sch„rfsten bewiesen durch eine Tatsache, die selbst von den Gegnern einer solchen parteim„áigen Bindung, wenigstens indirekt, zugegeben wird. Gerade diejenigen, die nicht mde werden zu betonen, daá die v”lkische Weltanschauung keineswegs "Erbpacht" eines einzelnen sei, sondern im Herzen von weiá Gott wie vielen Millionen schlummert oder "lebt", dokumentieren doch damit, daá die Tatsache des allgemeinen Vorhandenseins solcher Vorstellungen den Sieg der feindlichen Weltanschauung, die allerdings parteipolitisch klassisch vertreten wird, eben nicht im geringsten zu hindern vermochte. W„re es anders, so máte das deutsche Volk heute schon einen gigantischen Sieg errungen haben und nicht am Rande eines Abgrundes stehen. Was der internationalen Weltauffassung den Erfolg gab, war ihre Vertretung durch eine sturmabteilungsm„áig organisierte politische Partei; was die gegenteilige Weltanschauung unterliegen lieá, war der bisherige Mangel einer einheitlich geformten Vertretung derselben. Nicht in einer unbegrenzten Freigabe der Auslegung einer allgemeinen Anschauung, sondern nur in der begrenzten und damit zusammenfassenden Form einer politischen Organisation kann eine Weltanschauung k„mpfen und siegen. Deshalb sah ich meine eigene Aufgabe besonders darin, aus dem umfangreichen und ungestalteten Stoff einer allgemeinen Weltanschauung diejenigen Kernideen herauszusch„len 424 Bildung des politischen Glaubensbekenntnisses und in mehr oder minder dogmatische Formen umzugieáen, die in ihrer klaren Begrenztheit sich dazu eignen, jene Menschen, die sich darauf verpflichten, einheitlich zusammenzufassen. Mit anderen Worten: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei bernimmt aus dem Grundgedankengang einer allgemeinen v”lkischen Weltvorstellung die wesentlichen Grundzge, bildet aus denselben, unter Bercksichtigung der praktischen Wirklichkeit, der Zeit und des vorhandenen Menschenmaterials sowie seiner Schw„chen ein politisches Glaubensbekenntnis, das nun seinerseits in der so erm”glichten straffen organisatorischen Erfassung groáer Menschenmassen die Voraussetzung fr die siegreiche Durchfechtung dieser Weltanschauung selber schafft. 2. Kapitel Der Staat Schon in den Jahren 1920/21 wurde unserer jungen Bewegung aus den Kreisen der heutigen berlebten brgerlichen Welt immer wieder vorgehalten, daá unsere Stellung zum heutigen Staat eine ablehnende sei, woraus das parteipolitische Strauchrittertum aller Richtungen die Berechtigung ableitete, den Unterdrckungskampf gegen die junge, unbequeme Verknderin einer neuen Weltanschauung mit allen Mitteln aufnehmen zu drfen. Man hat dabei freilich mit Absicht vergessen, daá sich die heutige brgerliche Welt selber unter dem Begriff Staat gar nichts Einheitliches mehr vorzustellen vermag, daá es eine einheitliche Definition dafr gar nicht gibt und auch nicht geben kann. Pflegen doch die Erkl„rer auf unseren staatlichen Hochschulen oft in Gestalt von Staatsrechtslehrern zu sitzen, deren h”chste Aufgabe es sein muá, fr die jeweilige mehr oder minder glckliche Existenz ihres brotspendenden N„hrquells Erkl„rungen und Deutungen zu finden. Je unm”glicher ein Staat beschaffen ist, um so undurchsichtiger, geknstelter und unverst„ndlicher sind die Definitionen ber seinen Daseinszweck. Was sollte z. B. ehemals ein kaiserlich-k”niglicher Universit„tsprofessor ber Sinn und Zweck des Staates schreiben, in einem Lande, dessen staatliches Dasein wohl die gr”áte Miágeburt des 20. Jahrhunderts verk”rperte? Eine schwere Aufgabe, wenn man bedenkt, daá es fr den heutigen Lehrer in staatsrechtlichen Dingen weniger eine Verpflichtung zur Wahrheit, als vielmehr eine Bindung an einen bestimmten Zweck gibt. Der Zweck aber lautet: Erhaltung um jeden Preis des jeweils in Frage kommenden Monstrums von menschlichem 426 Drei herrschende Auffassungen vom Staat Mechanismus, jetzt Staat genannt. Da wundere man sich dann nicht, wenn man bei der Er”rterung dieses Problems reale Gesichtspunkte m”glichst vermeidet, um sich statt dessen in ein Gemengsel von "ethischen", "sittlichen", "moralischen" und sonstigen ideellen Werten, Aufgaben und Zielen einzugraben. Ganz allgemein kann man drei Auffassungen unterscheiden: a) die Gruppe derjenigen, die im Staat einfach eine mehr oder weniger freiwillige Zusammenfassung von Menschen unter eine Regierungsgewalt erblicken. Diese Gruppe ist die zahlreichste. In ihren Reihen befinden sich besonders die Anbeter unseres heutigen Legitimit„tsprinzips, in deren Augen der Wille der Menschen bei dieser ganzen Angelegenheit berhaupt keine Rolle spielt. In der Tatsache des Bestehens eines Staates liegt fr sie allein schon eine geweihte Unverletzlichkeit begrndet. Um diesen Wahnsinn menschlicher Gehirne zu schtzen, braucht man eine geradezu hndische Verehrung der sogenannten Staatsautorit„t. In den K”pfen solcher Leute wird im Handumdrehen aus einem Mittel der endgltige Zweck gemacht. Der Staat ist nicht mehr da, um den Menschen zu dienen, sondern die Menschen sind da, um eine Staatsautorit„t, die noch den letzten, irgendwie beamteten Geist umschlieát, anzubeten. Damit der Zustand dieser stillen, verzckten Verehrung sich nicht in einen solchen der Unruhe verwandle, ist die Staatsautorit„t ihrerseits nur dazu da, die Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Auch sie ist jetzt kein Zweck und kein Mittel mehr. Die Staatsautorit„t hat fr Ruhe und Ordnung zu sorgen, und die Ruhe und Ordnung hat der Staatsautorit„t umgekehrt wieder das Dasein zu erm”glichen. Innerhalb dieser beiden Pole hat das ganze Leben zu kreisen. In Bayern wird eine solche Auffassung in erster Linie von den Staatsknstlern des bayerischen Zentrums, genannt "Bayerische Volkspartei", vertreten; in ™sterreich 427 Drei herrschende Auffassungen vom Staat waren es die schwarz-gelben Legitimisten, im Reiche selber sind es leider h„ufig sogenannte konservative Elemente, deren Vorstellung ber den Staat sich in diesen Bahnen bewegt. b) Die zweite Gruppe von Menschen ist der Zahl nach schon etwas kleiner, da zu ihr diejenigen gerechnet werden mssen, die an das Vorhandensein eines Staates wenigstens einige Bedingungen knpfen. Sie wnschen nicht nur gleiche Verwaltung, sondern auch, wenn m”glich, gleiche Sprache - wenn auch nur aus allgemein verwaltungstechnischen Gesichtspunkten heraus. Die Staatsautorit„t ist nicht mehr der alleinige und ausschlieáliche Zweck des Staates, sondern die F”rderung des Wohles der Untertanen kommt hinzu. Gedanken von "Freiheit", und zwar meist miáverstandener Art, schieben sich in die Staatsauffassung dieser Kreise ein. Die Regierungsform erscheint nicht mehr unantastbar durch die Tatsache ihres Bestehens an sich, sondern wird auf ihr Zweckm„áigkeit hin geprft. Die Heiligkeit des Alters schtzt nicht vor der Kritik der Gegenwart. Im brigen ist es eine Auffassung, die vom Staate vor allem die gnstige Gestaltung des wirtschaftlichen Lebens des einzelnen erwartet, die mithin von praktischen Gesichtspunkten aus und nach allgemein wirtschaftlichen Rentabilit„tsanschauungen urteilt. Die haupts„chlichsten Vertreter dieser Ansichten treffen wir in den Kreisen unseres normalen deutschen Brgertums, besonders in denen unserer liberalen Demokratie. c) Die dritte Gruppe ist ziffernm„áig die schw„chste. Sie erblickt im Staat bereits ein Mittel zur Verwirklichung vom meist sehr unklar vorgestellten machtpolitischen Tendenzen eines sprachlich ausgepr„gten und geeinten Staatsvolkes. Der Wille nach einer einheitlichen Staatssprache „uáert sich dabei nicht nur in der Hoffnung, diesem Staat damit ein tragf„higes Fundament fr „uáeren Machtzuwachs zu schaffen, sondern nicht minder in der - brigens grundfalschen - Meinung, dadurch in einer bestimmten Richtung eine Nationalisierung durchfhren zu k”nnen. 428 Falsche Vorstellungen von "Germanisation" Es war in den letzten hundert Jahren ein wahrer Jammer, sehen zu mssen, wie in diesen Kreisen, manchmal im besten Glauben, mit dem Worte "Germanisieren" gespielt wurde. Ich selbst erinnere mich noch daran, wie in meiner Jugend gerade diese Bezeichnung zu ganz unglaublich falschen Vorstellungen verleitete. Selbst in alldeutschen Kreisen konnte man damals die Meinung h”ren, daá dem ”sterreichischen Deutschtum unter f”rdernder Mithilfe der Regierung sehr wohl eine Germanisierung des ”sterreichischen Slawentums gelingen k”nnte, wobei man sich nicht im geringsten darber klar wurde, daá Germanisation nur am Boden vorgenommen werden kann und niemals an Menschen. Denn was man im allgemeinen unter diesem Wort verstand, war nur die erzwungene „uáerliche Annahme der deutschen Sprache. Es ist aber ein kaum faálicher Denkfehler, zu glauben, daá, sagen wir, aus einem Neger oder einem Chinesen ein Germane wird, weil er Deutsch lernt und bereit ist, knftighin die deutsche Sprache zu sprechen und etwa einer deutschen politischen Partei seine Stimme zu geben. Daá jede solche Germanisation in Wirklichkeit eine Entgermanisation ist, wurde unserer brgerlichen nationalen Welt niemals klar. Denn wenn heute durch das Oktroyieren einer allgemeinen Sprache bisher sichtbar in die Augen springende Unterschiede zwischen verschiedenen V”lkern berbrckt und endlich verwischt werden, so bedeutet dies den Beginn einer Bastardierung und damit in unserem Fall nicht eine Germanisierung, sondern eine Vernichtung germanischen Elementes. Es kommt in der Geschichte nur zu h„ufig vor, daá es den „uáeren Machtmitteln eines Eroberervolkes zwar gelingt, den Unterdrckten ihre Sprache aufzuzwingen, daá aber nach tausend Jahren ihre Sprache von einem anderen Volk geredet wird, und die Sieger dadurch zu den eigentlich Besiegten werden. Da das Volkstum, besser die Rasse, eben nicht in der Sprache liegt, sondern im Blute, wrde man von einer Germanisation erst dann sprechen k”nnen, wenn es gel„nge, durch einen solchen Prozeá das Blut der Unterlegenen umzuwandeln. Das aber ist unm”glich. Es sei denn, es erfolge 429 Falsche Vorstellungen von "Germanisation" durch eine Blutsvermischung eine Žnderung, welche aber die Niedersenkung des Niveaus der h”heren Rasse bedeutet. Das Endergebnis eines solchen Vorganges w„re also die Vernichtung gerade der Eigenschaften, welche das Eroberervolk einst zum Siege bef„higt hatten. Besonders die kulturellen Kr„fte wrden bei einer Paarung mit minderer Rasse verschwinden, wenn auch das entstandene Mischprodukt tausendmal die Sprache der frher h”heren Rasse spr„che. Es wird eine Zeitlang noch ein gewisser Ringkampf der verschiedenen Geister stattfinden, und es kann sein, daá das immer tiefer sinkende Volk, gewissermaáen in einem letzten Aufb„umen, berraschende kulturelle Werte zutage f”rdert. Doch sind es nur die der h”heren Rasse zugeh”rigen Einzelelemente oder auch Bastarde, bei denen in erster Kreuzung das bessere Blut noch berwiegt und sich durchzuringen versucht; niemals aber Schluáprodukte der Mischung. In diesen wird sich immer eine kulturell rckl„ufige Bewegung zeigen. Es muá heute als ein Glck betrachtet werden, daá eine Germanisation im Sinne Josephs II. in ™sterreich unterblieb. Ihr Erfolg w„re wahrscheinlich die Erhaltung des ”sterreichischen Staates gewesen, allein auch eine durch sprachliche Gemeinschaft herbeigefhrte Niedersenkung des rassischen Niveaus der deutschen Nation. Im Laufe der Jahrhundert h„tte sich wohl ein gewisser Herdentrieb herauskristallisiert, allein die Herde selbst w„re minderwertig geworden. Es w„re vielleicht ein Staatsvolk geboren worden, aber ein Kulturvolk verloren gegangen. Fr die deutsche Nation war es besser, daá dieser Vermischungsprozeá unterblieb, wenn auch nicht infolge einer edlen Einsicht, sondern durch die kurzfristige Beschr„nktheit der Habsburger. W„re es anders gekommen, wrde das deutsche Volk heute kaum mehr als Kulturfaktor angesprochen werden k”nnen. Aber nicht nur in ™sterreich, sondern auch in Deutschland selbst waren und sind die sogenannten nationalen Kreise von „hnlich falschen Gedankeng„ngen bewegt. Die von so vielen geforderte Polenpolitik im Sinne einer Germanisation 430 Nur Boden ist zu germanisieren des Ostens fuáte leider fast immer auf dem gleichen Trugschluá. Auch hier glaubte man eine Germanisation des polnischen Elements durch eine rein sprachliche Eindeutschung desselben herbeifhren zu k”nnen. Auch hier w„re das Ergebnis ein unseliges geworden: Ein fremdrassiges Volk in deutscher Sprache seine fremden Gedanken ausdrcken, die H”he und Wrde unseres eigenen Volkstums durch seine eigene Minderwertigkeit kompromittierend. Wie entsetzlich ist doch heute schon der Schaden, der auf indirektem Wege unserem Deutschtum zugefgt wird, dadurch, daá das deutsch mauschelnde Judentum beim Betreten des amerikanischen Bodens infolge der Unkenntnis vieler Amerikaner auf unser deutsches Konto geschrieben wird. Es wird aber doch niemand einfallen, in der rein „uáerlichen Tatsache, daá diese verlauste V”lkerwanderung aus dem Osten meistens deutsch spricht, den Beweis fr ihre deutsche Abstammung und Volkszugeh”rigkeit zu erblicken. Was in der Geschichte nutzbringend germanisiert wurde, war der Boden, den unsere Vorfahren mit dem Schwert erwarben und mit deutschen Bauern besiedelten. Soweit sie dabei unserem Volksk”rper fremdes Blut zufhrten, wirkten sie mit an jener unseligen Zersplitterung unseres inneren Wesens, die sich in dem - leider vielfach sogar noch gepriesenen - deutschen šberindividualismus auswirkt. Auch in dieser dritten Gruppe gilt der Staat in gewissem Sinne noch immer als Selbstzweck, die Staatserhaltung mithin als die h”chste Aufgabe des menschlichen Daseins. Zusammenfassend kann festgestellt werden: Alle diese Anschauungen haben ihre tiefste Wurzel nicht in der Erkenntnis, daá die kultur- und wertebildenden Kr„fte wesentlich auf rassischen Elementen beruhen und daá der Staat also sinngem„á als seine h”chste Aufgabe die Erhaltung und Steigerung der Rasse zu betrachten hat, diese Grundbedingung aller menschlichen Kulturentwicklung. 431 Der Staat nicht Selbstzweck Die „uáere Schluáfolgerung jener falschen Auffassungen und Ansichten ber Wesen und Zweck eines Staates konnte dann durch den Juden Marx gezogen werden: Indem die brgerliche Welt den Staatsbegriff von rassischen Verpflichtungen losl”ste, ohne zu irgendeiner anderen, gleichm„áig anerkannten Formulierung gelangen zu k”nnen, ebnete sie selbst einer Lehre den Weg, die den Staat an sich negiert. Schon auf diesem Gebiete muá deshalb der Kampf der brgerlichen Welt gegenber der marxistischen Internationale glatt versagen. Sie hat die Fundamente selbst schon l„ngst geopfert, die zur Sttzung ihrer eigenen Ideenwelt unumg„nglich notwendig w„ren. Ihr gerissener Gegner hat die Schw„chen ihres eigenen Baues erkannt und strmt nun mit den von ihnen selbst, wenn auch ungewollt, gelieferten Waffen dagegen an. Es ist deshalb die erste Verpflichtung fr eine auf dem Boden einer v”lkischen Weltanschauung beruhende neue Bewegung, dafr zu sorgen, daá die Auffassung ber das Wesen und den Daseinszweck des Staates eine einheitliche klare Form erh„lt. Die grunds„tzliche Erkenntnis ist dann die, daá der Staat keinen Zweck, sondern ein Mittel darstellt. Er ist wohl die Voraussetzung zur Bildung einer h”heren menschlichen Kultur, allein nicht die Ursache derselben. Diese liegt vielmehr ausschlieálich im Vorhandensein einer zur Kultur bef„higten Rasse. Es k”nnten sich auf der Erde Hunderte von mustergltigen Staaten befinden, im Falle des Aussterbens des arischen Kulturtr„gers wrde doch keine Kultur vorhanden sein, die der geistigen H”he der h”chsten V”lker von heute entspr„che. Man kann noch weitergehen und sagen, daá die Tatsache menschlicher Staatenbildung nicht im geringsten die M”glichkeit der Vernichtung des menschlichen Geschlechts ausschlieáen wrde, sofern berlegene geistige F„higkeit und Elastizit„t, infolge des Fehlens des rassischen Tr„gers derselben, verlorengingen. 432 Kulturelle H”he durch Rasse bedingt Wrde z.B. heute die Oberfl„che der Erde durch irgendein tektonisches Ereignis in Unruhe kommen und aus den Fluten des Ozeans sich ein neuer Himalaja erheben, so w„re in einer einzigen grausamen Katastrophe der Menschheit Kultur vernichtet. Kein Staat wrde mehr bestehen, aufgel”st die Bande aller Ordnung, zertrmmert die Dokumente einer tausendj„hrigen Entwicklung, ein einziges groáes, wasser- und schlammberflutetes Leichenfeld. Allein wenn sich aus diesem Chaos des Grauens auch nur wenige Menschen einer bestimmten kulturf„higen Rasse erhalten h„tten, wrde, und wenn auch nach tausendj„hriger Dauer, die Erde nach ihrer Beruhigung wieder Zeugnisse menschlicher, sch”pferischer Kraft erhalten. Nur die Vernichtung der letzten kulturf„higen Rasse und ihrer einzelnen Tr„ger wrde die Erde endgltig ver”den. Umgekehrt sehen wir selbst an Beispielen der Gegenwart, daá Staatsbildungen in ihren stammesm„áigen Anf„ngen bei mangelnder Genialit„t ihrer rassischen Tr„ger diese nicht vor dem Untergang zu bewahren verm”gen. So wie groáe Tierarten der Vorzeit anderen weichen muáten und restlos vergingen, so muá auch der Mensch weichen, wenn ihm eine bestimmte geistige Kraft fehlt, die ihn allein die n”tigen Waffen zu seiner Selbsterhaltung finden l„át. Nicht der Staat an sich schafft eine bestimmte kulturelle H”he, sondern er kann nur die Rasse erhalten, welche diese bedingt. Im anderen Falle mag der Staat als solcher jahrhundertelang gleichm„áig weiterbestehen, w„hrend in der Folge einer vom ihm nicht verhinderten Rassenvermengung die kulturelle F„higkeit und das dadurch bedingte allgemeine Lebensbild eines Volkes schon l„ngst tiefgehende Ver„nderungen erlitten haben. Der heutige Staat beispielsweise kann als formaler Mechanismus sehr wohl noch soundso lange Zeit sein Dasein vort„uschen, die rassenm„áige Vergiftung unseres Volksk”rpers schafft jedoch einen kulturellen Niedergang, der schon jetzt erschreckend in Erscheinung tritt. So ist die Voraussetzung zum Bestehen eines h”heren Menschentums nicht der 433 Nationalsozialistische Auffassung vom Staat Staat, sondern das Volkstum, das hierzu bef„higt ist. Diese F„higkeit wird grunds„tzlich immer vorhanden sein und muá nur durch bestimmte „uáere Bedingungen zur praktischen Auswirkung aufgeweckt werden. Kulturell und sch”pferisch begabte Nationen oder besser Rassen tragen diese Ntzlichkeiten latent in sich, auch wenn im Augenblick ungnstige „uáere Umst„nde eine Verwirklichung dieser Anlagen nicht zulassen. Daher ist es auch ein unglaublicher Unfug, die Germanen der vorchristlichen Zeit als "kulturlos", als Barbaren hinzustellen. Sie sind es nie gewesen. Nur zwang sie die Herbheit ihrer nordischen Heimat unter Verh„ltnisse, die eine Entwicklung ihrer sch”pferischen Kr„fte behinderten. W„ren sie, ohne irgendeine antike Welt, in die gnstigeren Gefilde des Sdens gekommen und h„tten sie in dem Material niederer V”lker die ersten technischen Hilfsmittel erhalten, so wrde die in ihnen schlummernde kulturbildende F„higkeit genau so zur leuchtendsten Blte erwachsen sein, wie dies zum Beispiel bei den Hellenen der Fall war. Allein diese kulturschaffende Urkraft selbst entspringt wieder nicht einzig ihrem nordischen Klima. Der Lappl„nder, nach dem Sden gebracht, wrde so wenig kulturbildend wirken wie etwa der Eskimo. Nein, diese herrliche, sch”pferisch gestaltende F„higkeit ist eben gerade dem Arier verliehen, ob er sie schlummernd noch in sich tr„gt oder sie dem erwachenden Leben schenkt, je nachdem gnstige Umst„nde dies gestatten oder eine unwirtliche Natur verhindert. Daraus ergibt sich folgende Erkenntnis: Der Staat ist ein Mittel zum Zweck. Sein Zweck liegt in der Erhaltung und F”rderung einer Gemeinschaft physisch und seelisch gleichartiger Lebewesen. Diese Erhaltung selber umfaát erstlich den rassenm„áigen Bestand und gestattet dadurch die freie Entwicklung aller in dieser Rasse schlummernden Kr„fte. Von ihnen wird immer wieder ein Teil in erster Linie der 434 Nationalsozialistische Auffassung vom Staat Erhaltung des physischen Lebens dienen und nur der andere der F”rderung einer geistigen Weiterentwicklung. Tats„chlich schafft aber immer der eine die Voraussetzung fr das andere. Staaten, die nicht diesem Zwecke dienen, sind Fehlerscheinungen, ja Miágeburten. Die Tatsache ihres Bestehens „ndert so wenig daran, als etwa der Erfolg einer Flibustiergemeinschaft die R„uberei zu rechtfertigen vermag. Wir Nationalsozialisten drfen als Verfechter einer neuen Weltanschauung uns niemals auf jenen berhmten "Boden der - noch dazu falschen - Tatsachen" stellen. Wir w„ren in diesem Falle nicht mehr die Verfechter einer neuen groáen Idee, sondern die Kulis der heutigen Lge. Wir haben sch„rfstens zu unterscheiden zwischen dem Staat als einem Gef„á und der Rasse als dem Inhalt. Dieses Gef„á hat nur dann einen Sinn, wenn es den Inhalt zu erhalten und zu schtzen vermag; im anderen Falle ist es wertlos. Somit ist der h”chste Zweck des v”lkischen Staates die Sorge um die Erhaltung derjenigen rassischen Urelemente, die, als kulturspendend, die Sch”nheit und Wrde eines h”heren Menschentums schaffen. Wir, als Arier, verm”gen uns unter einem Staat also nur den lebendigen Organismus eines Volkstums vorzustellen, der die Erhaltung dieses Volkstums nicht nur sichert, sondern es auch durch Weiterbildung seiner geistigen und ideellen F„higkeiten zur h”chsten Freiheit fhrt. Was man uns heute jedoch als Staat aufzudr„ngen versucht, ist meistens nur die Ausgeburt tiefster menschlicher Verirrung mit uns„glichem Leid als Folgeerscheinung. Wir Nationalsozialisten wissen, daá wir mit dieser Auffassung als Revolution„re in der heutigen Zeit stehen, 435 Gesichtspunkte fr Bewertung eines Staates und auch als solche gebrandmarkt werden. Allein unser Denken und Handeln soll keineswegs von Beifall oder Ablehnung unserer Zeit bestimmt werden, sondern von der bindenden Verpflichtung an eine Wahrheit, die wir erkannten. Dann drfen wir berzeugt sein, daá die h”here Einsicht einer Nachwelt unser heutiges Vorgehen nicht nur verstehen, sondern auch als richtig best„tigen und adeln wird. * Daraus ergibt sich fr uns Nationalsozialisten auch der Maástab fr die Bewertung eines Staates. Dieser Wert wird ein relativer sein, vom Gesichtspunkt des einzelnen Volkstums aus; ein absoluter von dem der Menschheit an sich. Das heiát mit anderen Worten: Die Gte eines Staates kann nicht bewertet werden nach der kulturellen H”he oder der Machtbedeutung dieses Staates im Rahmen der brigen Welt, sondern ausschlieálich nur nach dem Grade der Gte dieser Einrichtung fr das jeweils in Frage kommende Volkstum. Ein Staat kann als mustergltig bezeichnet werden, wenn er den Lebensbedingungen eines durch ihn zu vertretenden Volkstums nicht nur entspricht, sondern dieses Volkstum gerade durch seine eigene Existenz praktisch am Leben erh„lt - ganz gleich, welche allgemein kulturelle Bedeutung diesem staatlichen Gebilde im Rahmen der brigen Welt zukommt. Denn die Aufgabe des Staates ist es eben nicht, F„higkeiten zu erzeugen, sondern nur die, vorhandenen Kr„ften freie Bahn zu schaffen. Also kann umgekehrt ein Staat als schlecht bezeichnet werden, wenn er, bei aller kulturellen H”he, den Tr„ger dieser Kultur in seiner rassischen Zusammensetzung dem Untergange weiht. Denn er zerst”rt damit praktisch die Voraussetzung fr das 436 Gesichtspunkte fr Bewertung eines Staates Fortbestehen dieser Kultur, die ja nicht er geschaffen, sondern welche die Frucht eines durch die lebendige staatliche Zusammenfassung gesicherten kultursch”pferischen Volkstums ist. Der Staat stellt eben nicht einen Inhalt dar, sondern eine Form. Es gibt also die jeweilige Kulturh”he eines Volkes nicht den Wertmesser fr die Gte des Staates ab, in welchem es lebt. Es ist sehr begreiflich, daá ein kulturell hochbegnadetes Volk ein h”herwertiges Bild abgibt als ein Negerstamm; trotzdem kann der staatliche Organismus des ersteren, seiner Zweckerfllung nach betrachtet, schlechter sein als der des Negers. Wenngleich der beste Staat und die beste Staatsform nicht in der Lage sind, aus einem Volke F„higkeiten herauszuholen, die einfach fehlen und nie vorhanden waren, so ist ein schlechter Staat sicherlich in der Lage, durch eine von ihm zugelassene oder gar gef”rderte Vernichtung des rassischen Kulturtr„gers, ursprnglich vorhandene F„higkeiten in der Folgezeit zum Absterben zu bringen. Mithin kann das Urteil ber die Gte eines Staates in erster Linie nur bestimmt werden von dem relativen Nutzen, den er fr ein bestimmtes Volkstum besitzt und keineswegs von der Bedeutung, die ihm an sich in der Welt zukommt. Dieses relative Urteil kann rasch und gut gef„llt werden; das Urteil ber den absoluten Wert nur sehr schwer, da dieses absolute Urteil eigentlich schon nicht mehr bloá durch den Staat, sondern vielmehr durch die Gte und H”he des jeweiligen Volkstums bestimmt wird. Wenn man daher von einer h”heren Mission des Staates spricht, darf man nie vergessen, daá die h”here Mission wesentlich im Volkstum liegt, dem der Staat, durch die organisatorische Kraft seines Daseins, nur die freie Entwicklung zu erm”glichen hat. Wenn wir daher die Frage stellen, wie der Staat beschaffen sein soll,den wir Deutsche brauchen, dann mssen wir uns erst Klarheit darber schaffen, was fr Menschen er erfassen und welchem Zweck er dienen soll. Unser deutsches Volkstum beruht leider nicht mehr auf 437 Folgen unserer rassischen Zerrissenheit einem einheitlichen rassischen Kern. Der Prozeá der Verschmelzung der verschiedenen Urbestandteile ist auch noch nicht so weit fortgeschritten, daá man von einer dadurch neugebildeten Rasse sprechen k”nnte. Im Gegenteil: die blutsm„áigen Vergiftungen, die unseren Volksk”rper, besonders seit dem Dreiáigj„hrigen Kriege, trafen, fhrten nicht nur zu einer Zersetzung unseres Blutes, sondern auch zu einer solchen unserer Seele. Die offenen Grenzen unseres Vaterlandes, das Anlehnen an ungermanische Fremdk”rper l„ngs dieser Grenzgebiete, vor allem aber der starke laufende Zufluá fremden Blutes ins Innere des Reiches selbst, l„át infolge seiner dauernden Erneuerung keine Zeit brig fr eine absolute Verschmelzung. Es wird keine neue Rasse mehr herausgekocht, sondern die Rassenbestandteile bleiben nebeneinander, mit dem Ergebnis, daá besonders in kritischen Augenblicken, in denen sich sonst eine Herde zu sammeln pflegt, das deutsche Volk nach allen Windrichtungen auseinanderl„uft. Nicht nur gebietsm„áig sind die rassischen Grundelemente verschieden gelagert, sondern auch im einzelnen, innerhalb des gleichen Gebietes. Neben nordischen Menschen ostische, neben ostischen dinarische, neben beiden westische, und dazwischen Mischungen. Dies ist auf der einen Seite von groáem Nachteil: Es fehlt dem deutschen Volk jener sichere Herdeninstinkt, der in der Einheit des Blutes begrndet liegt und besonders in gefahrdrohenden Momenten Nationen vor dem Untergang bewahrt, insofern bei solchen V”lkern dann alle kleineren inneren Unterschiede sofort zu verschwinden pflegen und dem gemeinsamen Feinde die geschlossene Front einer einheitlichen Herde gegenbertritt. In dem Nebeneinander unserer unvermischt gebliebenen rassischen Grundelemente verschiedenster Art liegt das begrndet, was man bei uns mit dem Wort šberindividualismus bezeichnet. In friedlichen Zeitl„ufen mag er manchmal gute Dienste leisten, alles in allem genommen aber hat er uns um die Weltherrschaft gebracht. Wrde das deutsche Volk in seiner geschichtlichen Entwicklung jene herdenm„áige Einheit besessen haben, wie sie anderen V”lkern zugute kam, dann wrde das Deutsche Reich heute 438 Folgen unserer rassischen Zerrissenheit wohl Herrin des Erdballs sein. Die Weltgeschichte h„tte einen anderen Lauf genommen, und kein Mensch vermag zu entscheiden, ob dann nicht auf diesem Wege eingetroffen w„re, was so viele verblendete Pazifisten heute durch Winseln und Flennen zu erbetteln hoffen: Ein Friede, gesttzt nicht durch die Palmwedel tr„nenreicher pazifistischer Klageweiber, sondern begrndet durch das siegreiche Schwert eines die Welt in den Dienst einer h”heren Kultur nehmenden Herrenvolkes. Die Tatsache des Nichtvorhandenseins eines blutsm„áig einheitlichen Volkstums hat uns uns„gliches Leid gebracht. Sie hat vielen kleinen deutschen Potentaten Residenzen geschenkt, dem deutschen Volk aber das Herrenrecht entzogen. Auch heute noch leidet unser Volk unter dieser inneren Zerrissenheit; allein, was uns in Vergangenheit und Gegenwart Unglck brachte, kann fr die Zukunft unser Segen sein. Denn so sch„dlich es auf der einen Seite auch war, daá eine restlose Vermischung unserer ursprnglichen Rassebestandteile unterblieb und dadurch die Bildung eines einheitlichen Volksk”rpers verhindert wurde, so glcklich war es auf der anderen, als hierdurch wenigstens ein Teil unseres besten Blutes rein erhalten blieb und der rassischen Senkung entging. Sicher wrde bei einer restlosen Vermengung unserer rassischen Urelemente ein geschlossener Volksk”rper entstanden sein, allein er w„re, wie jede Rassenkreuzung beweist, von einer geringeren Kulturf„higkeit erfllt, als sie der h”chststehende der Urbestandteile ursprnglich besaá. Dies ist der Segen des Unterbleibens restloser Vermischung: daá wir auch heute noch in unserem deutschen Volksk”rper groáe unvermischt gebliebene Best„nde an nordisch-germanischen Menschen besitzen, in denen wir den wertvollsten Schatz fr unsere Zukunft erblicken drfen. In der trben Zeit der Unkenntnis aller rassischen Gesetze, da in v”lliger Gleichwertung Mensch eben als Mensch erschien, mochte die Klarheit ber den verschiedenen Wert der einzelnen Urelemente 439 Mission des deutschen Volkes fehlen. Heute wissen wir, daá eine restlose Durcheinandermischung der Bestandteile unseres Volksk”rpers uns infolge der dadurch entstandenen Einheit vielleicht zwar die „uáere Macht geschenkt h„tte, daá jedoch das h”chste Ziel der Menschheit unerreichbar gewesen w„re, da der einzige Tr„ger, den das Schicksal ersichtlich zu dieser Vollendung ausersehen hat, im allgemeinen Rassenbrei des Einheitsvolkes untergegangen w„re. Was aber ohne unser Zutun durch ein gtiges Schicksal verhindert wurde, haben wir heute, vom Gesichtspunkt unserer nun gewonnenen Erkenntnis, zu berprfen und zu verwerten. Wer von einer Mission des deutschen Volkes auf der Erde redet, muá wissen, daá sie nur in der Bildung eines Staates bestehen kann, der seine h”chste Aufgabe in der Erhaltung und F”rderung der unverletzt gebliebenen edelsten Bestandteile unseres Volkstums, ja der ganzen Menschheit sieht. Damit erh„lt der Staat zum ersten Male ein inneres hohes Ziel. Gegenber der l„cherlichen Parole einer Sicherung von Ruhe und Ordnung zur friedlichen Erm”glichung gegenseitiger Begaunerei erscheint die Aufgabe der Erhaltung und F”rderung eines durch die Gte des Allm„chtigen dieser Erde geschenkten h”chsten Menschentums als eine wahrhaft hohe Mission. Aus einem toten Mechanismus, der nur um seiner selbst willen da zu sein beansprucht, soll ein lebendiger Organismus geformt werden mit dem ausschlieálichen Zwecke: einer h”heren Idee zu dienen. Das Deutsche Reich soll als Staat alle Deutschen umschlieáen mit der Aufgabe, aus diesem Volke die wertvollsten Best„nde an rassischen Urelementen nicht nur zu sammeln und zu erhalten, sondern langsam und sicher zur beherrschenden Stellung emporzufhren. * 440 Der Staat - eine Waffe im Lebenskampf Damit tritt an die Stelle eines, im Grunde genommen, erstarrten Zustandes eine Periode des Kampfes. Doch wie immer und in allem auf dieser Welt, wird auch hier das Wort seine Geltung behalten, daá "wer rastet - rostet", und weiter, daá der Sieg ewig nur im Angriff liegt. Je gr”áer dabei das Kampfziel, das uns vor Augen schwebt, und je geringer das Verst„ndnis der breiten Masse im Augenblick dafr sein mag, um so ungeheurer sind aber, den Erfahrungen der Weltgeschichte nach, die Erfolge - und die Bedeutung dieser Erfolge dann, wenn das Ziel richtig erfaát und der Kampf mit unerschtterlicher Beharrlichkeit durchgefhrt wird. Es mag freilich fr viele unserer heutigen beamteten Staatslenker beruhigender sein, fr die Erhaltung eines gegebenen Zustandes zu wirken, als fr einen kommenden k„mpfen zu mssen. Sie werden es als viel leichter empfinden, im Staate einen Mechanismus zu sehen, der einfach dazu da ist, sich selbst am Leben zu erhalten, so wie wiederum ihr Leben "dem Staate geh”rt" - wie sie sich auszudrcken pflegen. Als ob dem Volkstum Entsprossenes logisch anderem dienen k”nnte als eben dem Volkstum, oder der Mensch fr anderes wirken k”nnte als eben wieder fr den Menschen. Es ist, wie gesagt, natrlich leichter, in der Staatsautorit„t nur den formalen Mechanismus einer Organisation zu erblicken als die souver„ne Verk”rperung des Selbsterhaltungstriebes eines Volkstums auf der Erde. Denn in dem einen Fall ist fr diese schwachen Geister der Staat sowohl als die Staatsautorit„t schon der Zweck an sich, im anderen aber nur die gewaltige Waffe im Dienste des groáen ewigen Lebenskampfes um das Dasein, eine Waffe, der sich jeder zu fgen hat, weil sie nicht formal mechanistisch ist, sondern Ausdruck eines gemeinsamen Willens zur Lebenserhaltung. Daher werden wir auch im Kampfe fr unsere neue Auffassung, die ganz dem Ursinn der Dinge entspricht, nur wenige Kampfgef„hrten aus einer Gesellschaft finden, die nicht nur k”rperlich, sondern leider nur zu oft auch geistig 441 Weltgeschichte wird durch Minorit„ten gemacht veraltet ist. Nur Ausnahmen, Greise mit jungem Herzen und frisch gebliebenem Sinn, werden aus jenen Schichten zu uns kommen, niemals die, welche in der Erhaltung eines gegebenen Zustandes den letzten Sinn ihrer Lebensaufgabe erblicken. Uns gegenber steht das unendliche Heer, weniger der b”swillig Schlechten als der denkfaul Gleichgltigen und gar der an der Erhaltung des heutigen Zustandes Interessierten. Allein gerade in dieser scheinbaren Aussichtslosigkeit unseres gewaltigen Ringens liegt die Gr”áe unserer Aufgabe und auch die M”glichkeit des Erfolges begrndet. Der Schlachtruf, der die kleinen Geister entweder von vorneherein verscheucht oder bald verzagen l„át, er wird zum Signal des Zusammenfindens wirklicher Kampfnaturen. Und darber muá man sich klar sein: wenn aus einem Volke eine bestimmte Summe h”chster Energie und Tatkraft auf ein Ziel vereint erscheint und mithin der Tr„gheit der breiten Massen endgltig entzogen ist, sind diese wenigen Prozente zu Herren der gesamten Zahl emporgestiegen. Weltgeschichte wird durch Minorit„ten gemacht dann, wenn sich in dieser Minorit„t der Zahl die Majorit„t des Willens und der Entschluákraft verk”rpert. Was deshalb heute vielen als erschwerend gelten mag, ist in Wirklichkeit die Voraussetzung fr unseren Sieg. Gerade in der Gr”áe und den Schwierigkeiten unserer Aufgabe liegt die Wahrscheinlichkeit, daá sich zu ihrem Kampfe nur die besten K„mpfer finden werden. In dieser Auslese aber liegt die Brgschaft fr den Erfolg. * Im allgemeinen pflegt schon die Natur in der Frage der rassischen Reinheit irdischer Lebewesen bestimmte korrigierende Entscheidungen zu treffen. Sie liebt die Bastarde 442 Unterlegenheit des Bastards nur wenig. Besonders die ersten Produkte solcher Kreuzungen, etwa im dritten, vierten, fnften Glied, haben bitter zu leiden. Es wird ihnen nicht nur die Bedeutung des ursprnglich h”chsten Bestandteils der Kreuzung genommen, sondern es fehlt ihnen in der mangelnden Blutseinheit auch die Einheit der Willens- und Entschluákraft zum Leben berhaupt. In allen kritischen Augenblicken, in denen das rassisch einheitliche Wesen richtige, und zwar einheitliche Entschlsse trifft, wird das rassisch zerrissene unsicher werden bzw. zu halben Maánahmen gelangen. Zusammen bedeutet das nicht nur eine gewisse Unterlegenheit des rassisch Zerrissenen gegenber dem rassisch Einheitlichen, sondern in der Praxis auch die M”glichkeit eines schnelleren Unterganges. In zahllosen F„llen, in denen die Rasse standh„lt, bricht der Bastard zusammen. Darin ist die Korrektur der Natur zu sehen. Sie geht aber h„ufig noch weiter. Sie schr„nkt die M”glichkeit einer Fortpflanzung ein. Dadurch verhindert sie die Fruchtbarkeit weitergehender Kreuzungen berhaupt und bringt sie so zum Aussterben. Wrde also beispielsweise in einer bestimmten Rasse von einem einzelnen Subjekt eine Verbindung mit einem rassisch niederstehenden eingegangen, so w„re das Ergebnis zun„chst eine Niedersenkung des Niveaus an sich; weiter aber eine Schw„chung der Nachkommenschaft gegenber der rassisch unvermischt gebliebenen Umgebung. Bei der vollst„ndigen Verhinderung eines weiteren Blutzusatzes von seiten der h”chsten Rasse wrden bei dauernder gegenseitiger Kreuzung die Bastarde entweder infolge ihrer durch die Natur weise verminderten Widerstandskraft aussterben oder im Laufe von vielen Jahrtausenden eine neue Mischung bilden, bei welcher die ursprnglichen Einzelelemente durch tausendf„ltige Kreuzung restlos vermischt, mithin nicht mehr erkennbar sind. Es h„tte sich damit ein neues Volkstum gebildet von einer bestimmten herdenm„áigen Widerstandsf„higkeit, jedoch gegenber der bei der ersten Kreuzung mitwirkenden h”chsten Rasse in seiner geistig- kulturellen Bedeutung wesentlich vermindert. Aber auch in 443 Natrlicher Regenerationsprozeá der Rassen diesem letzten Falle wrde im gegenseitigen Kampf um das Dasein das Mischprodukt unterliegen, solange eine h”herstehende unvermischt gebliebene Rasseneinheit als Gegner noch vorhanden ist. Alle herdenm„áige, im Laufe der tausend Jahre gebildete innere Geschlossenheit dieses neuen Volksk”rpers wrde infolge der allgemeinen Senkung des Rassenniveaus und der dadurch bedingten Minderung der geistigen Elastizit„t und sch”pferischen F„higkeit dennoch nicht gengen, um den Kampf mit einer ebenso einheitlichen, geistig und kulturell jedoch berlegenen Rasse siegreich zu bestehen. Somit kann man folgenden gltigen Satz aufstellen: Jegliche Rassenkreuzung fhrt zwangsl„ufig frher oder sp„ter zum Untergang des Mischproduktes, solange der h”herstehende Teil dieser Kreuzung selbst noch in einer reinen irgendwie rassenm„áigen Einheit vorhanden ist. Die Gefahr fr das Mischprodukt ist erst beseitigt im Augenblick der Bastardierung des letzten h”herstehenden Rassereinen. Darin liegt ein, wenn auch langsamer natrlicher Regenerationsprozeá begrndet, der rassische Vergiftungen allm„hlich wieder ausscheidet, solange noch ein Grundstock rassisch reiner Elemente vorhanden ist und eine weitere Bastardierung nicht mehr stattfindet. Ein solcher Vorgang kann von selbst eintreten bei Lebewesen mit starkem Rasseinstinkt, die nur durch besondere Umst„nde oder irgendeinen besonderen Zwang aus der Bahn der normalen rassereinen Vermehrung geworfen wurden. Sowie diese Zwangslage beendet ist, wird der noch rein gebliebene Teil sofort wieder nach Paarung unter Gleichen streben, der weiteren Vermischung dadurch Einhalt gebietend. Die Bastardierungsergebnisse treten damit von selbst wieder in den Hintergrund, es w„re denn, daá ihre Zahl sich schon so unendlich vermehrt h„tte, daá ihre Zahl sich schon so unendlich vermehrt h„tte, daá ein ernstlicher Widerstand der reinrassig šbriggebliebenen nicht mehr in Frage k„me. Der Mensch, der einmal instinktlos geworden ist und seine 444 Gefahren der Rassenmischung ihm von der Natur auferlegte Verpflichtung verkennt, darf im allgemeinen jedoch auf solche Korrektur von seiten der Natur solange nicht hoffen, als er seinen verlorenen Instinkt nicht durch sehende Erkenntnis ersetzt hat; an ihr ist es dann, die erforderliche Wiedergutmachungsarbeit zu leisten. Doch ist die Gefahr sehr groá, daá der einmal blind gewordene Mensch die Rassenschranken immer mehr einreiát, bis endlich auch der letzte Rest seines besten Teils verloren ist. Dann bleibt wirklich nur mehr ein Einheitsbrei brig, wie er den famosen Weltverbesserern unserer Tage als Ideal vorschwebt; er wrde aber aus dieser Welt in kurzer Zeit die Ideale verjagen. Freilich: eine groáe Herde k”nnte so gebildet werden, ein Herdentier kann man zusammenbrauen, einen Menschen als Kulturtr„ger aber und besser noch als Kulturbegrnder und Kultursch”pfer ergibt eine solche Mischung niemals. Die Mission der Menschheit k”nnte damit als beendigt angesehen werden. Wer nicht will, daá die Erde diesem Zustand entgegengeht, muá sich zur Auffassung bekehren, daá es die Aufgabe vor allem der germanischen Staaten ist, in erster Linie dafr zu sorgen, daá einer weiteren Bastardierung grunds„tzlich Einhalt geboten wird. Die Generation unserer heutigen notorischen Schw„chlinge wird selbstverst„ndlich sofort dagegen aufschreien und ber Eingriffe in die heiligsten Menschenrechte jammern und klagen. Nein, es gibt nur ein heiligstes Menschenrecht, und dieses Recht ist zugleich die heiligste Verpflichtung, n„mlich: dafr zu sorgen, daá das Blut rein erhalten bleibt, um durch die Bewahrung des besten Menschentums die M”glichkeit einer edleren Entwicklung dieser Wesen zu geben. Ein v”lkischer Staat wird damit in erster Linie die Ehe aus dem Niveau einer dauernden Rassenschande herauszuheben 445 Gefahren der Rassenmischung haben, um ihr die Weihe jener Institution zu geben, die berufen ist, Ebenbilder des Herrn zu zeugen und nicht Miágeburten zwischen Mensch und Affe. Der Protest dagegen aus sogenannten humanen Grnden steht besonders der Zeit verflucht schlecht an, die auf der einen Seite jedem verkommenen Degeneraten die M”glichkeit seiner Fortvermehrung gibt, den Produkten selber als auch den Zeitgenossen uns„gliches Leid aufbrdend, w„hrend andrerseits in jeder Drogerie und sogar bei Straáenh„ndlern die Hilfsmittel zur Verhinderung der Geburten bei selbst gesndesten Eltern feilgeboten werden. In diesem heutigen Staate der Ruhe und Ordnung, in den Augen seiner Vertreter, dieser tapferen brgerlich-nationalen Welt, ist also die Verhinderung der Zeugungsf„higkeit bei Syphilitikern, Tuberkulosen, erblich Belasteten, Krppeln und Kretins ein Verbrechen, dagegen wird die praktische Unterbindung der Zeugungsf„higkeit bei Millionen der Allerbesten nicht als etwas Schlechtes angesehen und verst”át nicht gegen die guten Sitten dieser scheinheiligen Gesellschaft, ntzt vielmehr der kurzsichtigen Denkfaulheit. Denn andernfalls máte man sich immerhin den Kopf wenigstens darber zerbrechen, wie die Voraussetzungen zu schaffen seien fr die Ern„hrung und Erhaltung derjenigen Wesen, die als gesunde Tr„ger unseres Volkstums dereinst der gleichen Aufgabe bezglich des kommenden Geschlechtes dienen sollen. Wie grenzenlos unideal und unedel ist doch dieses ganze System! Man bemht sich nicht mehr, das Beste fr die Nachwelt heranzuzchten, sondern l„át die Dinge laufen, wie sie eben laufen. Daá sich dabei auch unsere Kirchen am Ebenbilde des Herrn versndigen, dessen Bedeutung von ihnen noch am allermeisten betont wird, liegt ganz in der Linie ihres heutigen Wirkens, das immer vom Geiste redet und den Tr„ger desselben, den Menschen, zum verkommenen Proleten degenerieren l„át. Dann allerdings staunt man mit bl”den Gesichtern ber die geringe Wirkung des christlichen Glaubens im eigenen Lande, ber die entsetzliche 446 V”lkischer Staat und Rassenhygiene "Gottlosigkeit" diese k”rperlich verhunzten und damit natrlich auch geistig verlumpten Jammerpacks, und sucht sich dafr mit Erfolg bei Hottentotten und Zulukaffern mit dem Segen der Kirche zu entsch„digen. W„hrend unsere europ„ischen V”lker Gott sei Lob und Dank in den Zustand eines k”rperlichen und moralischen Aussatzes verfallen, wandert der fromme Missionar nach Zentralafrika und errichtet Negermissionen, bis unsere "h”here Kultur" aus gesunden, wenn auch primitiven und tiefstehenden Menschenkindern auch dort eine faulige Bastardenbrut gemacht haben wird. Es wrde dem Sinne des Edelsten auf dieser Welt mehr entsprechen, wenn unsere beiden christlichen Kirchen statt die Neger mit Missionen zu bel„stigen, die jene weder wnschen noch verstehen, unsere europ„ische Menschheit gtig, aber allen Ernstes belehren wrden, daá es bei nicht gesunden Eltern ein Gott wohlgef„lligeres Werk ist, sich eines gesunden armen kleinen Waisenkindes zu erbarmen, um diesem Vater und Mutter zu schenken, als selber ein krankes, sich und der anderen Welt nur Unglck und Leid bringendes Kind ins Leben zu setzen. Was auf diesem Gebiete heute von allen Seiten vers„umt wird, hat der v”lkische Staat nachzuholen. Er hat die Rasse in den Mittelpunkt des allgemeinen Lebens zu setzen. Er hat fr ihre Reinerhaltung zu sorgen. Er hat das Kind zum kostbarsten Gut eines Volkes zu erkl„ren. Er muá dafr Sorge tragen, daá nur wer gesund ist, Kinder zeugt; daá es nur eine Schande gibt: bei eigener Krankheit und eigenen M„ngeln dennoch Kinder in die Welt zu setzen, doch eine h”chste Ehre: darauf zu verzichten. Umgekehrt aber muá es als verwerflich gelten: gesunde Kinder der Nation vorzuenthalten. Der Staat muá dabei als Wahrer einer tausendj„hrigen Zukunft auftreten, der gegenber der Wunsch und die Eigensucht des einzelnen 447 V”lkischer Staat und Rassenhygiene als nicht erscheinen und sich zu beugen haben. Er hat die modernsten „rztlichen Hilfsmittel in den Dienst dieser Erkenntnis zu stellen. Er hat, was irgendwie ersichtlich krank und erblich belastet und damit weiter belastend ist, zeugungsunf„hig zu erkl„ren und dies praktisch auch durchzusetzen. Er hat umgekehrt dafr zu sorgen, daá die Fruchtbarkeit des gesunden Weibes nicht beschr„nkt wird durch die finanzielle Luderwirtschaft eines Staatsregimentes, das den Kindersegen zu einem Fluch fr die Eltern gestaltet. Er hat mit jener faulen, ja verbrecherischen Gleichgltigkeit, mit der man heute die sozialen Voraussetzungen einer kinderreichen Familie behandelt, aufzur„umen und muá sich an Stelle dessen als oberster Schirmherr dieses k”stlichen Segens eines Volkes fhlen. Seine Sorge geh”rt mehr dem Kinde als dem Erwachsenen. Wer k”rperlich und geistig nicht gesund und wrdig ist, darf sein Leid nicht im K”rper seines Kindes verewigen. Der v”lkische Staat hat hier die ungeheuerste Erziehungsarbeit zu leisten. Sie wird aber dereinst auch als eine gr”áere Tat erscheinen, als die siegreichsten Kriege unseres heutigen brgerlichen Zeitalters sind. Er hat durch Erziehung den einzelnen zu belehren, daá es keine Schande, sondern nur ein bedauernswertes Unglck ist, krank und schw„chlich zu sein, daá es aber ein Verbrechen und daher zugleich eine Schande ist, dieses Unglck durch eigenen Egoismus zu entehren, indem man es unschuldigen Wesen wieder aufbrdet; daá es demgegenber von einem Adel h”chster 448 V”lkischer Staat und Rassenhygiene Gesinnung und bewundernswertester Menschlichkeit zeugt, wenn der unschuldig Kranke, unter Verzicht auf ein eigenes Kind, seine Liebe und Z„rtlichkeit einem unbekannten armen, jungen Sprossen seines Volkstums schenkt, der in seiner Gesundheit verspricht, dereinst ein kraftvolles Glied einer kraftvollen Gemeinschaft zu werden. Und der Staat hat in dieser Erziehungsarbeit die rein geistige Erg„nzung seiner praktischen T„tigkeit zu leisten. Er muá ohne Rcksicht auf Verst„ndnis oder Unverst„ndnis, Billigung oder Miábilligung in diesem Sinne handeln. Eine nur sechshundertj„hrige Verhinderung der Zeugungsf„higkeit und Zeugungsm”glichkeit seitens k”rperlich Degenerierter und geistig Erkrankter wrde die Menschheit nicht nur von einem unermeálichen Unglck befreien, sondern zu einer Gesundung beitragen, die heute kaum faábar erscheint. Wenn so die bewuáte planm„áige F”rderung der Fruchtbarkeit der gesndesten Tr„ger des Volkstums verwirklicht wird, so wird das Ergebnis eine Rasse sein, die, zun„chst wenigstens, die Keime unseres heutigen k”rperlichen und damit auch geistigen Verfalls wieder ausgeschieden haben wird. Denn hat erst ein Volk und ein Staat diesen Weg einmal beschritten, dann wird sich auch von selbst das Augenmerk darauf richten, gerade den rassisch wertvollsten Kern des Volkes und gerade seine Fruchtbarkeit zu steigern, um endlich das gesamte Volkstum des Segens eines hochgezchteten Rassengutes teilhaftig werden zu lassen. Der Weg hierzu ist vor allem der, daá ein Staat die Besiedelung gewonnener Neul„nder nicht dem Zufall berl„át, sondern besonderen Normen unterwirft. Eigens gebildete Rassekommissionen haben den einzelnen das Siedlungsattest auszustellen; dieses aber ist gebunden an eine festzulegende bestimmte rassische Reinheit. So k”nnen allm„hlich 449 Rassereine Randkolonien Randkolonien begrndet werden, deren Bewohner ausschlieálich Tr„ger h”chster Rassenreinheit und damit h”chster Rassentchtigkeit sind. Sie sind damit ein kostbarer nationaler Schatz des Volksganzen; ihr Wachsen muá jeden einzelnen Volksgenossen mit Stolz und freudiger Zuversicht erfllen, liegt doch in ihnen der Keim zu einer letzten groáen Zukunftsentwicklung des eigenen Volkes, ja der Menschheit geborgen. Der v”lkischen Weltanschauung muá es im v”lkischen Staat endlich gelingen, jenes edlere Zeitalter herbeizufhren, in dem die Menschen ihre Sorge nicht mehr in der H”herzchtung von Hunden, Pferden und Katzen erblicken, sondern im Emporheben des Menschen selbst, ein Zeitalter, in dem der eine erkennend schweigend verzichtet, der andere freudig opfert und gibt. Das dies m”glich ist, darf man in einer Welt nicht verneinen, in der sich hunderttausend und aber hunderttausend Menschen freiwillig das Z”libat auferlegen durch nichts verpflichtet und gebunden als durch ein kirchliches Gebot. Soll der gleiche Verzicht nicht m”glich sein, wenn an seine Stelle die Mahnung tritt, der dauernd fortwirkenden Erbsnde einer Rassenvergiftung endlich Einhalt zu tun und dem allm„chtigen Sch”pfer Wesen zu geben, wie er sie selbst erschuf? Freilich, das jammervolle Heer unserer heutigen Spieábrger wird dies niemals verstehen. Sie werden darber lachen oder ihre schiefen Achseln zucken und ihre ewige Ausrede herausst”hnen: "Das w„re an sich ja ganz sch”n, aber das l„át sich ja doch nicht machen!" Mit euch l„át sich das freilich nicht mehr machen, eure Welt ist dafr nicht geeignet! Ihr kennt nur eine Sorge: euer Geld! Allein, wir wenden uns auch nicht an euch, sondern wenden uns an die groáe Armee derjenigen, die zu arm sind, als daá ihr pers”nliches Leben h”chstes Glck der Welt bedeuten k”nnte, an diejenigen, die den Regenten ihres Daseins nicht im 450 Appell an die deutsche Jugend Golde sehen, sondern an andere G”tter glauben. Vor allem wenden wir uns an das gewaltige Heer unserer deutschen Jugend. Sie w„chst in eine groáe Zeitwende hinein, und was die Tr„gheit und Gleichgltigkeit ihrer V„ter verschuldete, wird dereinst entweder der Bauherr eines neuen v”lkischen Staates sein oder sie wird als letzter Zeuge den v”lligen Zusammenbruch, das Ende der brgerlichen Welt erleben. Denn wenn eine Generation unter Fehlern leidet, die sie erkennt, ja sogar zugibt, um sich dann trotzdem, wie dies heute von seiten unserer brgerlichen Welt geschieht, mit der billigen Erkl„rung zu begngen, daá dagegen doch nichts zu machen sein, dann ist eine solche Gesellschaft dem Untergang verfallen. Das Charakteristische an unserer brgerlichen Welt ist es aber gerade, daá sie die Gebrechen an sich gar nicht mehr zu leugnen vermag. Sie muá zugeben, daá vieles faul und schlecht ist, aber sie findet den Entschluá nicht mehr, sich gegen das šbel aufzub„umen, die Kraft eines Sechzig- oder Siebzigmillionenvolkes mit verbissener Energie zusammenzuraffen und so der Gefahr entgegenzustemmen. Im Gegenteil: wenn es anderswo geschieht, dann werden noch bl”de Glossen darber gerissen, und man versucht wenigstens aus der Ferne die theoretische Unm”glichkeit des Verfahrens nachzuweisen und den Erfolg als undenkbar zu erkl„ren. Kein Grund ist dabei einf„ltig genug, um nicht als Sttze fr die eigene Zwerghaftigkeit und ihre geistige Einstellung zu dienen. Wenn zum Beispiel ein ganzer Kontinent der Alkoholvergiftung endlich den Kampf ansagt, um ein Volk aus den Klammern dieses verheerenden Lasters herauszul”sen, dann hat unsere europ„ische brgerliche Welt dafr nichts brig als ein nichtssagendes Glotzen und Kopfschtteln, ein berlegenes L„cherlichfinden - das sich bei dieser l„cherlichsten Gesellschaft besonders gut ausnimmt. Wenn aber alles nichts ntzt und dem erhabenen, unantastbaren Schlendrian an irgendeiner Stelle der Welt dennoch entgegengetreten wird, und gar mit Erfolg, dann muá, wie gesagt, wenigstens dieser angezweifelt und heruntergesetzt 451 Energielosigkeit des Brgertums werden, wobei man sich nicht einmal scheut, brgerlich-moralische Gesichtspunkte gegen einen Kampf ins Treffen zu bringen, der mit der gr”áten Unmoral aufzur„umen sucht. Nein, darber sollen wir uns alle gar keiner T„uschung hingeben: Unser derzeitiges Brgertum ist fr jede erhabene Aufgabe der Menschheit bereits wertlos geworden, einfach, weil es qualit„tslos, zu schlecht ist; und es ist zu schlecht, weniger aus - meinetwegen - gewollter Schlechtigkeit heraus, als vielmehr infolge einer unglaublichen Indolenz und allem, was aus ihr entspringt. Daher sind auch jene politischen Klubs, die unter dem Sammelbegriff "brgerliche Parteien" sich herumtreiben, schon l„ngst nichts anderes mehr als Interessengemeinschaften bestimmter Berufsgruppen und Standesklassen, und ihre erhabenste Aufgabe nur mehr die bestm”gliche egoistische Interessenvertretung. Daá eine solche politisierende "Bourgeois"-Gilde zu allem eher taugt als zum Kampf, liegt auf der Hand; besonders aber, wenn die Gegenseite nicht aus vorsichtigen Pfeffers„cken, sondern aus Proletariermassen besteht, die zum „uáersten aufgehetzt und zum letzten entschlossen sind. * Wenn wir als erste Aufgabe des Staates im Dienste und zum Wohle seines Volkstums die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der besten rassischen Elemente erkennen, so ist es natrlich, daá sich diese Sorgfalt nicht nur bis zur Geburt des jeweiligen kleinen jungen Volks- und Rassegenossen zu erstrecken hat, sondern daá sie aus dem jungen Spr”áling auch ein wertvolles Glied fr eine sp„tere Weitervermehrung erziehen muá. Und so wie im allgemeinen die Voraussetzung geistiger Leistungsf„higkeit in der rassischen Qualit„t des gegebenen Menschenmaterials liegt, so muá auch im einzelnen die Erziehung zuallererst die k”rperliche Gesundheit ins Auge 452 Erziehungsgrunds„tze des v”lkischen Staates fassen und f”rdern; denn in der Masse genommen wird sich ein gesunder, kraftvoller Geist auch nur in einem gesunden und kraftvollen K”rper finden. Die Tatsache, daá Genies manches Mal k”rperlich wenig gutgebildete, ja sogar kranke Wesen sind, hat nichts dagegen zu sagen. Hier handelt es sich um Ausnahmen, die - wie berall - die Regel nur best„tigen. Wenn ein Volk aber in seiner Masse aus k”rperlichen Regeneraten besteht, so wird sich aus diesem Sumpf nur h”chst selten ein wirklich groáer Geist erheben. Seinem Wirken aber wird wohl auf keinen Fall mehr ein groáer Erfolg beschieden sein. Das heruntergekommene Pack wird ihn entweder berhaupt nicht verstehen, oder es wird willensm„áig so geschw„cht sein, daá es dem H”henflug eines solchen Adlers nicht mehr zu folgen vermag. Der v”lkische Staat hat in dieser Erkenntnis seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Einpumpen bloáen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzchten kerngesunder K”rperbildung der geistigen F„higkeiten. Hier aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders die F”rderung der Willens- und Entschluákraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit, und erst als Letztes die wissenschaftliche Schulung. Der v”lkische Staat muá dabei von der Voraussetzung ausgehen, daá ein zwar wissenschaftlich wenig gebildeter, aber k”rperlich gesunder Mensch mit gutem, festem Charakter, erfllt von Entschluáfreudigkeit und Willenskraft, fr die Volksgemeinschaft wertvoller ist als ein geistreicher Schw„chling. Ein Volk von Gelehrten wird, wenn diese dabei k”rperlich degenerierte, willensschwache und feige Pazifisten sind, den Himmel nicht zu erobern, ja nicht einmal auf dieser Erde sich das Dasein zu sichern verm”gen. Im schweren Schicksalskampf 453 Erziehungsgrunds„tze des v”lkischen Staates unterliegt selten, der am wenigsten weis, sondern immer derjenige, der aus seinem Wissen die schw„chsten Konsequenzen zieht und sie am kl„glichsten in die Tat umsetzt. Endlich muá auch hier eine bestimmte Harmonie vorhanden sein. Ein verfaulter K”rper wird durch einen strahlenden Geist nicht im geringsten „sthetischer gemacht, ja, es lieáe sich h”chste Geistesbildung gar nicht rechtfertigen, wenn ihre Tr„ger gleichzeitig k”rperlich verkommene und verkrppelte, im Charakter willensschwache, schwankende und feige Subjekte w„ren. Was das griechische Sch”nheitsideal unsterblich sein l„át, ist die wundervolle Verbindung herrlichster k”rperlicher Sch”nheit mit strahlendem Geist und edelster Seele. Wenn der Moltkesche Ausspruch: "Glck hat auf die Dauer doch nur der Tchtige" Geltung besitzt, so sicherlich fr das Verh„ltnis von K”rper und Geist: Auch der Geist wird, wenn er gesund ist, in der Regel und auf die Dauer nur in gesundem K”rper wohnen. Die k”rperliche Ertchtigung ist daher im v”lkischen Staat nicht eine Sache des einzelnen, auch nicht eine Angelegenheit, die in erster Linie die Eltern angeht, und die erst in zweiter oder dritter die Allgemeinheit interessiert, sondern eine Forderung der Selbsterhaltung des durch den Staat vertretenen und geschtzten Volkstums. So wie der Staat, was die rein wissenschaftliche Ausbildung betrifft, schon heute in das Selbstbestimmungsrecht des einzelnen eingreift und ihm gegenber das Recht der Gesamtheit wahrnimmt, indem er, ohne Befragung des Wollens oder Nichtwollens der Eltern, das Kind dem Schulzwang unterwirft, so muá in noch viel h”herem Maáe der v”lkische Staat dereinst seine Autorit„t durchsetzen gegenber der Unkenntnis oder dem Unverst„ndnis des einzelnen in den Fragen der Erhaltung des Volkstums. Er hat seine Erziehungsarbeit so einzuteilen, daá die jungen K”rper schon in ihrer frhesten Kindheit zweckentsprechend behandelt werden und die notwendige St„hlung fr das sp„tere Leben erhalten. Er muá vor allem dafr sorgen,daá nicht eine Generation von Stubenhockern herangebildet wird. 454 Erziehungsgrunds„tze des v”lkischen Staates Diese Pflege- und Erziehungsarbeit hat schon einzusetzen bei der jungen Mutter. So wie es m”glich wurde, im Laufe einer jahrzehntelangen sorgf„ltigen Arbeit infektionsfreie Reinlichkeit bei der Geburt zu erzielen und das Kindbettfieber auf wenige F„lle zu beschr„nken, so muá es und wird es m”glich sein, durch grndliche Ausbildung von Schwestern und der Mtter selber, schon in den ersten Jahren des Kindes eine Behandlung herbeizufhren, die zur vorzglichen Grundlage fr die sp„tere Entwicklung dient. Die Schule als solche muá in einem v”lkischen Staat unendlich mehr Zeit freimachen fr die k”rperliche Ertchtigung. Es geht nicht an, die jungen Gehirne mit einem Ballast zu beladen, den sie erfahrungsgem„á nur zu einem Bruchteil behalten, wobei zudem meist anstatt des Wesentlichen die unn”tigen Nebens„chlichkeiten h„ngen bleiben, da das junge Menschenkind eine vernnftige Siebung des ihm eingetrichterten Stoffes gar nicht vorzunehmen vermag. Wenn heute, selbst im Lehrplan der Mittelschulen, Turnen in einer Woche mit knappen zwei Stunden bedacht und die Teilnahme daran sogar als nicht obligat dem einzelnen freigegeben wird, so ist dies, verglichen zur rein geistigen Ausbildung, ein krasses Miáverh„ltnis. Es drfte kein Tag vergehen, an dem der junge Mensch nicht mindestens vormittags und abends je eine Stunde lang k”rperlich geschult wird, und zwar in jeder Art von Sport und Turnen. Hierbei darf besonders ein Sport nicht vergessen werden, der in den Augen von gerade sehr vielen "V”lkischen" als roh und unwrdig gilt: das Boxen. Es ist unglaublich, was fr falsche Meinungen darber in den "Gebildeten"-kreisen verbreitet sind. Daá der junge Mensch fechten lernt und sich dann herumpaukt, gilt als selbstverst„ndlich und ehrenwert, daá er aber boxt, das soll roh sein! Warum? Es gibt keinen Sport, der wie dieser den Angriffsgeist in gleichem Maáe f”rdert, blitzschnelle Entschluákraft verlangt, den K”rper zu st„hlerner Geschmeidigkeit erzieht. Es ist nicht roher, wenn zwei junge Menschen eine Meinungsverschiedenheit mit den F„usten ausfechten als mit einem geschliffenen Stck Eisen. Es ist auch nicht unedler, wenn ein 455 Wert des Sportes Angegriffener sich seines Angreifers mit der Faust erwehrt, statt davonzulaufen und nach einem Schutzmann zu schreien. Vor allem aber, der junge, gesunde Knabe soll auch Schl„ge ertragen lernen. Das mag in den Augen unserer heutigen Geistesk„mpfer natrlich als wild erscheinen. Doch hat der v”lkische Staat eben nicht die Aufgabe, eine Kolonie friedsamer Žstheten und k”rperlicher Degeneraten aufzuzchten. Nicht im ehrbaren Spieábrger oder der tugendsamen alten Jungfer sieht er sein Menschheitsideal, sondern in der trotzigen Verk”rperung m„nnlicher Kraft und in Weibern, die wieder M„nner zur Welt zu bringen verm”gen. So ist berhaupt der Sport nicht nur dazu da, den einzelnen stark, gewandt und khn zu machen, sondern er soll auch abh„rten und lehren, Unbilden zu ertragen. Wrde unsere gesamte geistige Oberschicht einst nicht so ausschlieálich in vornehmen Anstandslehren erzogen worden sein, h„tte sie an Stelle dessen durchgehends Boxen gelernt, so w„re eine deutsche Revolution von Zuh„ltern, Deserteuren und „hnlichem Gesindel niemals m”glich gewesen; denn was dieser Erfolg schenkt, war nicht die khne, mutige Tatkraft der Revolutionsmacher, sondern die feige, j„mmerliche Entschluálosigkeit derjenigen, die den Staat leiteten und fr ihn verantwortlich waren. Allein unsere gesamte geistige Fhrung war nur mehr "geistig" erzogen worden und muáte damit in dem Augenblick wehrlos sein, in dem von der gegnerischen Seite statt geistiger Waffen eben das Brecheisen in Aktion trat. Das war aber alles nur m”glich, weil besonders unsere h”here Schulbildung grunds„tzlich nicht M„nner heranzog, sondern vielmehr Beamte, Ingenieure, Techniker, Chemiker, Juristen, Literaten und, damit diese Geistigkeit nicht ausstirbt, Professoren. Unsere geistige Fhrung hat immer Blendendes geleistet, w„hrend unsere willensm„áige meist unter aller Kritik blieb. Sicherlich wird man durch Erziehung aus einem grunds„tzlich feig veranlagten Menschen keinen mutigen zu machen verm”gen, allein ebenso sicher wird auch ein an sich nicht mutloser Mensch in der Entfaltung seiner Eigenschaften gel„hmt, 456 Suggestive Kraft des Selbstvertrauens wenn er durch M„ngel seiner Erziehung in seiner k”rperlichen Kraft und Gewandtheit dem anderen von vornherein unterlegen ist. Wie sehr die šberzeugung k”rperlicher Tchtigkeit das eigene Mutgefhl f”rdert, ja den Angriffsgeist erweckt, kann man sich am besten am Heer ermessen. Auch hier sind grunds„tzlich nicht lauter Helden vorhanden gewesen, sondern breiter Durchschnitt. Allein die berlegene Ausbildung des deutschen Soldaten in der Friedenszeit impfte dem ganzen Riesenorganismus jenen suggestiven Glauben an die eigene šberlegenheit in einem Umfange ein, den selbst unsere Gegner nicht fr m”glich gehalten hatten. Denn was in den ganzen Monaten des Hochsommers und Herbstes 1914 von den vorw„rtsfegenden deutschen Armeen an unsterblichem Angriffsgeist und Angriffsmut geleistet wurde, war das Ergebnis jener unermdlichen Erziehung, die in den langen, langen Friedensjahren aus den oft schw„chlichen K”rpern die unglaublichsten Leistungen herausholte und so jenes Selbstvertrauen erzog, das auch im Schrecken der gr”áten Schlachten nicht verloren ging. Gerade unser deutsches Volk, das heute zusammengebrochen, den Fuátritten der anderen Welt preisgegeben daliegt, braucht jene suggestive Kraft, die im Selbstvertrauen liegt. Dieses Selbstvertrauen aber muá schon von Kindheit auf dem jungen Volksgenossen anerzogen werden. Seine gesamte Erziehung und Ausbildung muá darauf angelegt werden, ihm die šberzeugung zu geben, anderen unbedingt berlegen zu sein. Er muá in seiner k”rperlichen Kraft und Gewandtheit den Glauben an die Unbesiegbarkeit seines ganzen Volkstums wiedergewinnen. Denn was die deutsche Armee einst zum Siege fhrte, war die Summe des Vertrauens, das jeder einzelne zu sich und allen gemeinsam zu ihrer Fhrung besaáen. Was das 457 Eitelkeit im Dienst der Erziehung deutsche Volk wieder emporrichten wird, ist die šberzeugung von der M”glichkeit der Wiedererringung der Freiheit. Diese šberzeugung aber kann nur das Schluáprodukt der gleichen Empfindung von Millionen Einzelner darstellen. Auch hier gebe man sich keiner T„uschung hin: Ungeheuerlich war der Zusammenbruch unseres Volkes, ebenso ungeheuerlich aber wird die Anstrengung sein mssen, um eines Tages diese Not zu beenden. Wer glaubt, daá unser Volk aus unserer jetzigen brgerlichen Erziehungsarbeit zur Ruhe und Ordnung die Kraft erh„lt, eines Tages die heutige Weltordnung, die unseren Untergang bedeutet, zu zerbrechen und die Kettenglieder unserer Sklaverei den Gegnern ins Gesicht zu schlagen, der irrt bitter. Nur durch ein šbermaá an nationaler Willenskraft, an Freiheitsdurst und h”chster Leidenschaft wird wieder ausgeglichen werden, was uns einst fehlte. * Auch die Kleidung der Jugend soll diesem Zwecke angepaát werden. Es ist ein wahrer Jammer, sehen zu mssen, wie auch unsere Jugend bereits einem Modewahnsinn unterworfen ist, der so recht mithilft, den Sinn des alten Spruches: "Kleider machen Leute", in einen verderblichen umzukehren. Gerade bei der Jugend muá auch die Kleidung in den Dienst der Erziehung gestellt werden. Der Junge, der im Sommer mit langen R”hrenhosen heruml„uft, eingehllt bis an den Hals, verliert schon in seiner Bekleidung ein Antriebsmittel fr seine k”rperliche Ertchtigung. Denn auch der Ehrgeiz und, sagen wir es nur ruhig, die Eitelkeit muá herangezogen werden. Nicht die Eitelkeit auf sch”ne Kleider, die sich nicht jeder kaufen kann, sondern die Eitelkeit auf einen sch”nen, wohlgeformten K”rper, den jeder mithelfen kann, zu bilden. 458 Beaufsichtigung zwischen Schul- und Milit„rzeit Auch fr sp„ter ist dies zweckm„áig. Das M„dchen soll seinen Ritter kennen lernen. Wrde nicht die k”rperliche Sch”nheit heute vollkommen in den Hintergrund gedr„ngt durch unser laffiges Modewesen, w„re die Verfhrung von Hunderttausenden von M„dchen durch krummbeinige, wiederw„rtige Judenbankerte gar nicht m”glich. Auch dies ist im Interesse der Nation, daá sich die sch”nsten K”rper finden und so mithelfen, dem Volkstum neue Sch”nheit zu schenken. Heute w„re dies alles freilich am allern”tigsten, weil die milit„rische Erziehung fehlt und damit die einzige Einrichtung ausgeschieden ist, die im Frieden wenigstens teilweise einholte, was durch unsere sonstige Erziehung vers„umt wurde. Und auch dort war der Erfolg nicht nur in der Ausbildung des Einzelnen an sich zu suchen, sondern in dem Einfluá, den er auf das Verh„ltnis der beiden Geschlechter untereinander ausbte. Das junge M„dchen zog den Soldaten dem Nichtsoldaten vor. Der v”lkische Staat hat die k”rperliche Ertchtigung nicht nur in den offiziellen Schuljahren durchzufhren und zu berwachen, er muá auch in der Nachschulzeit dafr Sorge tragen, daá, solange ein Junge in der k”rperlichen Entwicklung begriffen ist, diese Entwicklung zu seinem Segen ausschl„gt. Es ist ein Unsinn, zu glauben, daá mit dem Ende der Schulzeit das Recht des Staates auf die Beaufsichtigung seiner jungen Brger pl”tzlich aussetzt, um mit der Milit„rzeit wieder zu kommen. Dieses Recht ist eine Pflicht, und als solche immer gleichm„áig vorhanden. Der heutige Staat, der kein Interesse an gesunden Menschen besitzt, hat nur diese Pflicht in verbrecherischer Weise auáer acht gelassen. Er l„át die heutige Jugend auf Straáen und in Bordells verkommen, statt sie an den Zgel zu nehmen und k”rperlich solange weiter zu bilden, bis eines Tages ein gesunder Mann und ein gesundes Weib daraus erwachsen sind. In welcher Form der Staat diese Erziehung weiterfhrt, kann heute gleichgltig sein, das Wesentliche ist, daá er's tut und die Wege sucht, die dem ntzen. Der v”lkische Staat wird genau so wie die geistige Erziehung auch die 459 Das Heer als letzte und h”chste Schule k”rperliche Ausbildung der Nachschulzeit als staatliche Aufgabe betrachten mssen und durch staatliche Einrichtungen durchzufhren haben. Dabei kann diese Erziehung in groáen Zgen schon die Vorbildung fr den sp„teren Heeresdienst sein. Das Heer soll dann dem jungen Manne nicht mehr wie bisher die Grundbegriffe des einfachsten Exerzierreglements beizubringen haben, es wird auch nicht Rekruten im heutigen Sinne zugefhrt erhalten, es soll vielmehr den k”rperlich bereits tadellos vorgebildeten jungen Menschen nur mehr in den Soldaten verwandeln. Im v”lkischen Staat soll also das Heer nicht mehr dem Einzelnen Gehen und Stehen beibringen, sondern es hat als die letzte und h”chste Schule vaterl„ndischer Erziehung zu gelten. Der junge Rekrut soll im Heere die n”tige Waffenausbildung erhalten, er soll aber zugleich auch weitergeformt werden fr sein sonstiges sp„teres Leben. An der Spitze der milit„rischen Erziehung aber hat das zu stehen, was schon dem alten Heer als h”chstes Verdienst angerechnet werden muáte: In dieser Schule soll der Knabe zum Mann gewandelt werden; und in dieser Schule soll er nicht nur gehorchen lernen, sondern dadurch auch die Voraussetzung zum sp„teren Befehlen erwerben. Er soll lernen zu schweigen, nicht nur, wenn er mit Recht getadelt wird, sondern soll auch lernen, wenn n”tig, Unrecht schweigend zu ertragen. Er soll weiter, gefestigt durch den Glauben an seine eigene Kraft, erfaát von der St„rke des gemeinsam empfundenen Korpsgeistes, die šberzeugung von der Unberwindlichkeit seines Volkstums gewinnen. Nach Beendigung der Heeresdienstleistung sind ihm zwei Dokumente auszustellen: sein Staatsbrgerdiplom als Rechtsurkunde, die ihm nunmehr ”ffentliche Bet„tigung gestattet, und sein Gesundheitsattest als Best„tigung k”rperlicher Gesundheit fr die Ehe. Analog der Erziehung des Knaben kann der v”lkische Staat auch die Erziehung des M„dchens von den gleichen Gesichtspunkten aus leiten. Auch dort ist das Hauptgewicht vor allem auf die k”rperliche Ausbildung zu legen, erst dann auf die F”rderung der seelischen und zuletzt der geistigen 460 Bildung des Charakters Werte. Das Ideal der weiblichen Erziehung hat unverrckbar die kommende Mutter zu sein. * Erst in zweiter Linie hat der v”lkische Staat die Bildung des Charakters in jeder Weise zu f”rdern. Sicherlich sind die wesentlichen Charaktereigenschaften im einzelnen Menschen grunds„tzlich vorgebildet: der egoistisch Veranlagte ist und bleibt dies einmal fr immer, genau so wie der Idealist im Grunde seines Wesens stets Idealist sein wird. Allein zwischen den restlos ausgepr„gten Charakteren stehen doch Millionen von verschwommen und unklar erscheinenden. Der geborene Verbrecher wird Verbrecher sein und bleiben; aber zahlreiche Menschen, bei denen bloá eine gewisse Hinneigung zum Verbrecherischen vorhanden ist, k”nnen durch richtige Erziehung noch zu wertvollen Gliedern der Volksgemeinschaft werden; w„hrend umgekehrt durch schlechte Erziehung aus schwankenden Charakteren wirklich schlechte Elemente erwachsen k”nnen. Wie oft wurde im Kriege Klage darber gefhrt, daá unser Volk so wenig schweigen k”nne! Wie schwer war es dadurch, selbst wichtige Geheimnisse der Kenntnis der Feinde zu entziehen! Allein man stelle sich doch die Frage: Was hat vor dem Kriege die deutsche Erziehung dafr getan, den Einzelnen zur Verschwiegenheit zu bilden? Wurde nicht leider schon in der Schule der kleine Angeber manchesmal seinen verschwiegeneren Mitgef„hrten gegenber vorgezogen? Wurde und wird nicht Angeberei als rhmliche "Offenheit" und Verschwiegenheit als schm„hliche Verstocktheit angesehen? Hat man sich berhaupt bemht, Verschwiegenheit als m„nnlich wertvolle Tugend hinzustellen? Nein, denn in den Augen unserer heutigen Schulerziehung sind das Lappalien. Allein diese Lappalien kosten dem Staat ungez„hlte Millionen Gerichtskosten, denn 90 Prozent aller Beleidigungs- und „hnlichen Prozesse entstanden nur aus Mangel an Verschwiegenheit. Verantwortungslos getane Žuáerungen werden ebenso leichtsinnig weitergetratscht, 461 Erziehung zur Verschwiegenheit unsere Volkswirtschaft wird st„ndig durch leichtfertige Preisgabe wichtiger Fabrikationsmethoden usw. gesch„digt, ja sogar alle stillen Vorbereitungen einer Landesverteidigung werden illusorisch gemacht, da das Volk eben nicht schweigen gelernt hat, sondern alles weiterredet. Im Kriege aber kann diese Schwatzsucht bis zum Verlust von Schlachten fhren und so wesentlich beitragen zum unglcklichen Ausgang des Kampfes. Man soll auch hier berzeugt sein, daá, was in der Jugend nicht gebt wurde, im Alter nicht gekonnt wird. Hierher geh”rt es auch, daá der Lehrer z.B. sich grunds„tzlich nicht von dummen Jungenstreichen Kenntnis zu verschaffen sucht durch das Heranzchten bler Angeberei. Die Jugend hat ihren Staat fr sich, sie steht dem Erwachsenen in einer gewissen geschlossenen Solidarit„t gegenber, und dies ist selbstverst„ndlich. Die Bindung des Zehnj„hrigen zu seinem gleich alten Gef„hrten ist eine natrlichere und gr”áere, als die zu den Erwachsenen. Ein Junge, der seinen Kameraden angibt, bt Verrat und bet„tigt damit eine Gesinnung, die, schroff ausgedrckt und ins Groáe bertragen, der des Landesverr„ters genau entspricht. So ein Knabe kann keineswegs als "braves, anst„ndiges" Kind angesehen werden, sondern als ein Knabe von wenig wertvollen Charaktereigenschaften. Fr den Lehrer mag es bequem sein, zur Erh”hung seiner Autorit„t sich derartiger Untugenden zu bedienen, allein in das jugendliche Herz wird damit der Keim einer Gesinnung gelegt, die sich sp„ter verh„ngnisvoll auswirken kann. Schon mehr als einmal ist aus einem kleinen Angeber ein groáer Schuft geworden! Dies soll nur ein Beispiel fr viele sein. Heute ist die bewuáte Entwicklung guter, edler Charaktereigenschaften in der Schule gleich Null. Dereinst muá darauf ganz anderes Gewicht gelegt werden. Treue, Opferwilligkeit, Verschwiegenheit sind Tugenden, die ein groáes Volk n”tig braucht, und deren Anerziehung und Ausbildung in der Schule wichtiger ist, als manches von dem, was zur Zeit unsere Lehrpl„ne ausfllt. Auch das Aberziehen von weinerlichen Klagen, von wehleidigem Heulen 462 Ausbildung der Willens- und Entschluákraft usw. geh”rt in dieses Gebiet. Wenn eine Erziehung vergiát, schon beim Kinde darauf hinzuwirken, daá auch Leiden und Unbill einmal schweigend ertragen werden mssen, darf sie sich nicht wundern, wenn sp„ter in kritischer Stunde, z.B. wenn einst der Mann an der Front steht, der ganze Postverkehr einzig der Bef”rderung von gegenseitigen Jammer- und Winselbriefen dient. Wenn unserer Jugend in den Volksschulen etwas weniger Wissen eingetrichert worden w„re, und dafr mehr Selbstbeherrschung, so h„tte sich dies in den Jahren 1915/18 reich gelohnt. So hat der v”lkische Staat in seiner Erziehungsarbeit neben der k”rperlichen gerade auf die charakterliche Ausbildung h”chsten Wert zu legen. Zahlreiche moralische Gebrechen, die unser heutiger Volksk”rper in sich tr„gt, k”nnen durch eine so eingestellt Erziehung wenn schon nicht ganz beseitigt, so doch sehr gemildert werden. * Von h”chster Wichtigkeit ist die Ausbildung der Willens- und Entschluákraft sowie die Pflege der Verantwortungsfreudigkeit. Wenn beim Heer einst der Grundsatz galt, daá ein Befehl immer besser ist als keiner, so muá dies bei der Jugend zun„chst heiáen: eine Antwort ist immer besser als keine. Die Furcht, aus Angst Falsches zu sagen, keine Antwort zu geben, muá besch„mender sein als eine unaufrichtig gegebene Antwort. Von dieser primitivsten Grundlage aus ist die Jugend dahingehend zu erziehen, daá sie den Mut zur Tat erh„lt. Man hat sich oft beklagt, daá in den Zeiten des Novembers und Dezembers 1918 aber auch alle Stellen versagten, daá von den Monarchen angefangen bis herunter zum letzten Division„r niemand mehr die Kraft zu einem selbst„ndigen Entschluá aufzubringen vermochte. Diese furchtbare Tatsache ist ein Menetekel unserer Erziehung, denn in dieser grausamen Katastrophe hat sich nur in einem ins Riesengroáe verzerrten Maástab ge„uáert, was im Kleinen allgemein 463 Pflege der Verantwortungsfreudigkeit vorhanden war. Dieser Mangel an Wille ist es, und nicht der Mangel an Waffen, der uns heute zu jedem ernstlichenWiderstand unf„hig macht. Er sitzt in unserem ganzen Volk drinnen, verhindert jeden Entschluá, mit dem ein Risiko verbunden ist, als ob die Gr”áe einer Tat nicht gerade im Wagnis bestnde. Ohne es zu ahnen, hat ein deutscher General es fertig gebracht, fr diese jammervolle Willenslosigkeit die klassische Formel zu finden:"Ich handle nur, wenn ich mit einundfnfzig Prozent Wahrscheinlichkeit des Erfolges zu rechnen vermag." In diesen "einundfnfzig Prozent" liegt die Tragik des deutschen Zusammenbruches begrndet; wer vom Schicksal erst die Brgschaft fr den Erfolg fordert, verzichtet damit von selbst auf die Bedeutung einer heroischen Tat. Denn diese liegt darin, daá man in der šberzeugung von der Todesgef„hrlichkeit eines Zustandes den Schritt unternimmt, der vielleicht zum Erfolg fhren kann. Ein Krebskranker, dessen Tod andernfalls gewiá ist, braucht nicht erst einundfnfzig Prozent auszurechnen, um eine Operation zu wagen. Und wenn diese auch nur mit einem halben Prozent Wahrscheinlichkeit Heilung verspricht, wird ein mutiger Mann sie wagen, im anderen Falle mag er nicht ums Leben wimmern. Die Seuche der heutigen feigen Willens- und Entschluálosigkeit ist aber, alles in allem genommen, haupts„chlich das Ergebnis unserer grunds„tzlich verfehlten Jugenderziehung, deren verheerende Wirkung sich ins sp„tere Leben hinein fortpflanzt, und in der mangelnden Zivilcourage der leitenden Staatsm„nner ihren letzten Abschied und ihre letzte Kr”nung findet. In die gleiche Linie f„llt auch die heute grassierende Feigheit vor Verantwortung. Auch hier liegt der Fehler schon in der Jugenderziehung, durchsetzt dann das ganze ”ffentliche Leben und findet in der parlamentarischen Regierungsinstitution siene unsterbliche Vollendung. Schon in der Schule legt man leider mehr Wert auf das "reumtige" Gest„ndnis und das "zerknirschte Abschw”ren" des kleinen Snders als auf ein freimtiges Bekenntnis. Letzteres erscheint manchem Volksbildner von heute sogar 464 Grunds„tze fr die wissenschaftliche Schulung als sichtbarstes Merkmal einer unverbesserlichen Verworfenheit, und so manchem Jungen wird unglaublicherweise der Galgen wegen Eigenschaften prophezeit, die von unsch„tzbarem Werte w„ren, bildeten sie das Gemeingut eines ganzen Volkes. Wie der v”lkische Staat dereinst dr Erziehung des Willens und der Entschluákraft h”chste Aufmerksamkeit zu widmen hat, so muá er schon von klein an Verantwortungsfreudigkeit und Bekenntnismut in die Herzen der Jugend senken. Nur wenn er diese Notwendigkeit in ihrer vollen Bedeutung erkennt, wird er endlich, nach jahrhundertelanger Bildungsarbeit als Ergebnis einen Volksk”rper erhalten, der nicht mehr jenen Schw„chen unterliegen wird, die heute so verh„ngnisvoll zu unserm Untergange beigetragen haben. * Die wissenschaftliche Schulbildung, die heutzutage ja eingentlich das Um und Auf der gesamten staatlichen Erziehungsarbeit ist, wird mit nur geringen Ver„nderungen vom v”lkischen Staat bernommen werden k”nnen. Diese Žnderungen liegen auf drei Gebieten. Erstens soll das jugendliche Gehirn im allgemeinen nicht mit Dingen belastet werden, die es zu fnfundneunzig Prozent nicht braucht und daher auch wieder vergiát. Besonders der Lehrplan von Volks- und Mittelschulen stellt heute ein Zwitterding dar; in vielen F„llen der einzelnen Lehrgegenst„nde ist der Stoff des zu Lernenden so angeschwollen, daá nur ein Bruchteil davon im Kopfe des einzelnen erhalten bleibt und dann auch nur ein Bruchteil dieser Flle Verwendung finden kann, w„hrend er andererseits doch wieder nicht fr den Bedarf eines in einem bestimmten Fach Arbeitenden und sein Brot Verdienenden ausreicht., Man nehme zum Beispiel den normalen Staatsbeamten mit absolviertem Gymnasium oder absolvierter 465 Keine šberlastung des Gehirns Oberrealschule in seinem fnfunddreiáigsten oder vierzigsten Lebensjahr vor und prfe dessen einst mhsam eingepauktes Schulwissen nach. Wie wenig ist von all dem damals eingetrichterten zeug noch vorhanden! Man wird freilich zur Antwort bekommen: "Ja, die Menge des damals eingelernten Stoffes hatte eben nicht nur den Zweck sp„teren Besitzes vielfacher Kenntnisse, sondern auch den einer Schulung der geistigen Aufnahmef„higkeit, des Denkverm”gens und besonders der Merkkraft des Gehirns." Dies ist zum Teil richtig. Dennoch liegt eine Gefahr darin, daá das jugendliche Gehirn mit einer Flut von Eindrcken berschwemmt wird, die es in den seltensten F„llen zu bew„ltigen und deren einzelne Elemente es nach ihrer gr”áeren oder geringeren Wichtigkeit weder zu sichten noch zu werten versteht; wobei zudem meist nicht das Unwesentliche, sondern das Wesentliche vergessen und geopfert wird. So geht der haupts„chlichste Zweck dieses Viel- Lernens schon wieder verloren; denn er kann doch nicht darin bestehen, durch ungemessene H„ufung von Lehrstoff das Gehirn an sich lernf„hig zu machen; sondern darin, dem sp„teren Leben jenen Schatz an Wissen mitzugeben, den der Einzelne n”tig hat und der durch ihn dann wieder der Allgemeinheit zugute kommt. Dies wird aber illusorisch, wenn der Mensch infolge der šberflle des in der Jugend ihm aufgedr„ngten Stoffes diesen sp„ter entweder berhaupt nicht mehr der gerade das Wesentliche davon l„ngst nicht mehr besitzt. Es ist zum Beispiel nicht einzusehen, warum Millionen von Menschen im Laufe der Jahre zwei oder drei fremde Sprachen lernen mssen, die sie dann nur zu einem Bruchteil verwerten k”nnen und deshalb auch in der Mehrzahl wieder vollkommen vergessen, denn von hunderttausend Schlern, die zum Beispiel Franz”sisch lernen, werden kaum zweitausend fr diese Kenntnisse sp„ter eine ernstliche Verwendung haben, w„hrend achtundneunzigtausend in ihrem ganzen weitreen Lebenslauf nicht mehr in die Lage kommen, das einst Gelernte praktisch zu verwenden. Sie haben in ihrer Jugend mithin Tausende von Stunden einer Sache hingegeben, die fr 466 Grunds„tze fr den Sprachunterricht sie sp„ter ohne Wert und Bedeutung ist. Auch der Einwand, daá dieser Stoff zur allgemeinen Bildung geh”rt, ist unrichtig, nachdem man das nur vertreten k”nnte, wenn die Menschen ihr ganzes Leben hindurch ber das Gelernte verfgten. So mssen wirklich wegen der zweitausend Menschen, fr welche die Kenntnis dieser Sprache von Nutzen ist, achtundneunzigtausend umsonst gequ„lt werden und wertvolle Zeit opfern. Dabei handelt es sich in diesem Fall um eine Sprache von der man nicht einmal sagen kann, daá sie eine Schulung des scharfen logischen Denkens bedeute, wie es etwa auf das Lateinische zutriff. Daher wrde es wesentlich zweckm„áiger sein, wenn man dem jungen Studierenden eine solche Sprache nur in ihren allgemeinen Umrissen, oder besser gesagt, in ihrem inneren Aufriá vermittelte, ihm also Kenntnis des hervorstechenden Wesens dieser Sprache g„be, ihn vielleicht einfhrte in das Grunds„tzliche ihrer Grammatik, und Aussprache, Satzbildung usw. an Musterbeispielen er”rterte. Dies gengte fr den allgemeinen Bedarf und w„re, weil leichter zu berblicken und zu merken, wertvoller als das heutige Einpauken der gesamten Sprache, die doch nicht wirklich beherrscht und sp„ter wieder vergessen wird. Dabei wrde auch die Gefahr vermieden, daá aus der berw„ltigenden Flle des Stoffes nur einzelne zuf„llige, unzusammenh„ngende Brocken im Ged„chtnis bleiben, da der junge Mensch eben nur das Bemerkenswerteste zu lernen erhielte, mithin die Siebung nach Wert oder Unwert bereits vorweggenommen w„re. Die hierdurch vermittelte allgemeine Grundlage drfte den meisten berhaupt gengen, auch frs weitere Leben, w„hrend sie jenem anderen, der diese Sprache sp„ter wirklich braucht, die M”glichkeit gibt, auf ihr weiterzubauen und in freier Wahl sich ihrem Erlernen grndlichst zu widmen. Dadurch wird im Lehrplan die n”tige Zeit gewonnen fr k”rperliche Ertchtigung sowie fr die gesteigerten Forderungen auf den vorher bereits erw„hnten Gebieten. Besonders muá eine Žnderung der bisherigen Unterrichtsmethode 467 Grunds„tze fr den Geschichtsunterricht im Geschichtsunterricht vorgenommen werden. Es drfte wohl kaum ein Volk mehr an Geschichte lernen, als das deutsche; es wird aber kaum ein Volk geben, das sich schlechter anwendet als das unsere. Wenn Politik werbende Geschichte ist, dann ist unsere geschichtliche Erziehung durch die Art unserer politischen Bet„tigung gerichtet. Auch hier geht es nicht an, ber die j„mmerlichen Ergebnisse unserer politischen Leistungen zu maulen, wenn man nicht entschlossen ist, fr eine bessere Erziehung zur Politik zu sorgen. Das Ergebnis unseres heutigen Geschichtsunterrichtes ist in neunundneunzig von hundert F„llen ein kl„gliches. Wenige Daten, Geburtsziffern und Namen pflegen da brig zu bleiben, w„hrend es an einer groáen, klaren Linie g„nzlich fehlt. Alles Wesentliche, auf das es eigentlich ank„me, wird berhaupt nicht gelehrt, sondern es bleibt der mehr oder minder genialen Veranlagung des Einzelnen berlassen, aus der Flut von Daten, aus der Reihenfolge von Vorg„ngen, die inneren Beweggrnde herauszufinden. Man kann sich gegen diese bittere Feststellung str„uben soviel man will; man lese nur die w„hrend einer einzigen Sitzungsperiode von unseren Herren Parlamentariern zu politischen Problemen, etwa auáenpolitischen Fragen, gehaltenen Reden aufmerksam durch; man bedenke dabei, daá es sich hier - wenigstens behauptungsweise - um die Auslese der deutschen Nation handelt, und daá jedenfalls ein groáer Teil dieser Leute die B„nke unserer Mittelschulen drckte, teilweise sogar auf Hochschulen war, und man wird daraus so recht ersehen k”nnen, wie g„nzlich ungengend die geschichtliche Bildung dieser Menschen ist. Wenn sie gar nicht Geschichte studiert h„tten, sondern nur gesunden Instinkt bes„áen, wrde es wesentlich besser und fr die Nation von gr”áerem Nutzen sein. Gerade im Geschichtsunterricht muá eine Krzung des Stoffes vorgenommen werden. Der Hauptwert liegt im Erkennen der groáen Entwicklungslinien. Je mehr der Unterricht darauf beschr„nkt wird, um so mehr ist zu hoffen, daá dem Einzelnen aus seinem Wissen sp„ter ein Vorteil erw„chst, der summiert auch der Allgemeinheit zugute 468 Allgemeine Bildung - Fachbildung kommt. Denn man lernt eben nicht Geschichte, nur um zu wissen, was gewesen ist, sondern man lernt Geschichte, um in ihr eine Lehrmeisterin fr die Zukunft und fr den Fortbestand des eigenen Volkstums zu erhalten. Das ist der Zweck, und der geschichtliche Unterricht ist nur ein Mittel zu ihm. Heute ist aber auch hier das Mittel zum Zweck geworden, der Zweck scheidet vollkommen aus. Man sage nicht, daá grndliches Geschichtsstudium die Besch„ftigung mit all diesen einzelnen Daten eben erfordere, da ja nur aus ihnen heraus eine Festlegung der groáen Linie stattfinden k”nne. Diese Festlegung ist Aufgabe der Fachwissenschaft. Der normale Durchschnittsmensch ist aber kein Geschichtsprofessor. Fr ihn ist die Geschichte in erster Linie dazu da, ihm jenes Maá geschichtlichen Einblicks zu vermitteln, das n”tig ist fr eine eigene Stellungnahme in den politischen Angelegenheiten seines Volkstums. Wer Geschichtsprofessor werden will, der mag sich diesem Studium sp„ter auf das grndlichste widmen. Er wird sich selbstverst„ndlich auch mit allen und selbst den kleinsten Details zu besch„ftigen haben. Dazu kann aber auch unser heutiger Geschichtsunterricht nicht gengen; denn der ist fr den normalen Durchschnittsmenschen zu umfangreich, fr den Fachgelehrten aber dennoch viel zu beschr„nkt. Es ist im brigen die Aufgabe eines v”lkischen Staates, dafr zu sorgen, daá endlich eine Weltgeschichte geschrieben wird, in der die Rassenfrage zur dominierenden Stellung erhoben wird. * Zusammenfassend: Der v”lkische Staat wird den allgemeinen wissenschaftlichen Unterricht auf eine gekrzte, das Wesentliche umschlieáende Form zu bringen haben. Darber hinaus soll die M”glichkeit einer grndlichsten fachwissenschaftlichen Ausbildung geboten werden. Es gengt, wenn der einzelne Mensch ein allgemeines, in groáen Zgen gehaltenes Wissen als Grundlage erh„lt, und nur 469 Wert der humanistischen Bildung auf dem Gebiet, welches dasjenige seines sp„teren Lebens wird, grndlichste Fach- und Einzelausbildung genieát. Die allgemeine Bildung máte hierbei in allen F„chern obligatorisch sein, die besondere der Wahl des einzelnen berlassen bleiben. Die hierdurch erreichte Krzung des Lehrplans und der Stundenzahl kommt der Ausbildung des K”rpers, des Charakters, der Willens- und Entschluákraft zugute. Wie belanglos unser heutiger Schulunterricht, besonders der Mittelschulen, fr den Beruf des sp„teren Lebens ist, wird am besten durch die Tatsache bewiesen, daá heute in eine gleiche Stellung Menschen aus drei ganz verschieden gearteten Schulen kommen k”nnen. Ausschlaggebend ist eben wirklich nur die allgemeine Bildung und nicht das eingetrichterte Spezialwissen. Dort aber, wo - wie schon gesagt - wirklich ein Spezialwissen notwendig ist, kann es innerhalb der Lehrpl„ne unserer heutigen Mittelschulen selbstverst„ndlich nicht erworben werden. Mit solchen Halbheiten muá deshalb der v”lkische Staat einst aufr„umen. * Die zweite Žnderung im wissenschaftlichen Lehrplan muá fr den v”lkischen Staat folgende sein: Es liegt im Zug unserer heutigen materialisierten Zeit, daá unsere wissenschaftliche Ausbildung sich immer mehr den nur realen F„chern zuwendet, also der Mathematik, Physik, Chemie usw. So n”tig dies fr eine Zeit auch ist, in welcher Technik und Chemie regieren und deren wenigstens „uáerlich sichtbarste Merkmale im t„glichen Leben sie darstellen, so gef„hrlich ist es aber auch, wenn die allgemeine Bildung einer Nation immer ausschlieálicher darauf eingestellt wird. Diese muá im Gegenteil stets eine ideale sein. Sie soll mehr den humanistischen F„chern entsprechen und nur die Grundlagen fr eine sp„tere fachwissenschaftliche Weiterbildung bieten. Im anderen Fall verzichtet man auf Kr„fte, welche fr die Erhaltung der Nation immer noch wichtiger sind als alles technische und sonstige K”nnen. Insbesondere 470 Wert der humanistischen Bildung soll man im Geschichtsunterricht sich nicht vom Studium der Antike abbringen lassen. R”mische Geschichte, in ganz groáen Linien richtig aufgefaát, ist und bleibt die beste Lehrmeisterin nicht nur fr heute, sondern wohl fr alle Zeiten. Auch das hellenische Kulturideal soll uns in seiner vorbildlichen Sch”nheit erhalten bleiben. Man darf sich nicht durch Verschiedenheiten der einzelnen V”lker die gr”áere Rassegemeinschaft zerreiáen lassen. Der Kampf, der heute tobt, geht um ganz groáe Ziele: eine Kultur k„mpft um ihr Dasein, die Jahrtausende in sich verbindet und Griechen- und Germanentum gemeinsam umschlieát. Es soll ein scharfer Unterschied zwischen allgemeiner Bildung und besonderem Fachwissen bestehen. Da letzteres gerade heute immer mehr in den Dienst des reinen Mammons zu sinken droht, muá die allgemeine Bildung, wenigstens in ihrer mehr idealen Einstellung, als Gegengewicht erhalten bleiben. Auch hier muá man unentwegt den Grundsatz einpr„gen, daá Industrie und Technik, Handel und Gewerbe immer nur zu blhen verm”gen, solange eine idealistisch veranlagte Volksgemeinschaft die notwendigen Voraussetzungen bietet. Diese aber liegen nicht in materiellem Egoismus, sondern in verzichtfreudiger Opferbereitschaft. * Die heutige Ausbildung der Jugend hat sich im groáen und ganzen als erstes Ziel gesetzt, dem jungen Menschen jenes Wissen einzupumpen, das er auf seinem sp„teren Lebenswege zu eigenem Fortkommen braucht. Man drckt dies so aus: "Der Junge muá dereinst ein ntzliches Glied der menschlichen Gesellschaft werden." Darunter aber versteht man seine F„higkeit, sich einmal auf ordentliche Weise sein t„gliches Brot zu verdienen. Die oberfl„chliche staatsbrgerliche Ausbildung, die noch nebenherl„uft, steht von vornherein auf schwachen Fáen. Da der Staat an sich nur eine 471 Landl„ufige "patriotische" Erziehung Form darstellt, ist es auch sehr schwer, Menschen auf diese hin zu erziehen oder gar zu verpflichten. Eine Form kann zu leicht zerbrechen. Einen klaren Inhalt aber besitzt - wie wir sahen - der Begriff "Staat" heute nicht. So bleibt nichts brig als die landl„ufige "patriotische" Erziehung. Im alten Deutschland lag ihr Hauptgewicht in einer oft wenig klugen, aber meist sehr faden Verhimmelung kleiner und kleinster Potentaten, deren Menge von vornherein zum Verzicht auf eine umfassende Wrdigung der wirklich Groáen unseres Volkes zwang. Das Ergebnis war daher bei unseren breiten Massen eine nur sehr ungengende Kenntnis er deutschen Geschichte. Es fehlt auch hier die groáe Linie. Daá man auf solche Weise nicht zu einer wahrhaftigen Nationalbegeisterung zu kommen vermochte, liegt auf der Hand. Es fehlte unserre Erziehung die Kunst, aus dem geschichtlichen Werden unseres Volkes einige wenige Namen herauszuheben und sie zum Allgemeingut des gesamten deutschen Volkes zu machen, um so durch gleiches Wissen und gleiche Begeisterung auch ein gleichm„áig verbindendes Band um die ganze Nation zu schlingen. Man hat es nicht verstanden, die wirklich bedeutenden M„nner unseres Volkes in den Augen der Gegenwart als berragende Heroen erscheinen zu lassen, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sie zu konzentrieren und dadurch eine geschlossene Stimmung zu erzeugen. Man vermochte nicht, aus den verschiedenen Unterrichtsstoffen das fr die Nation ruhmvolle ber das Niveau einer sachlichen Darstellung zu erheben und an solchen leuchtenden Beispielen den Nationalstolz zu entflammen. Es wrde die der damaligen Zeit als bler Chauvinismus erschienen sein, den man in dieser Form wenig geliebt h„tte. Der biedere dynastische Patriotismus schien angenehmer und leichter ertr„glich als die brausende Leidenschaft h”chsten nationalen Stolzes. Jener war immer bereit, zu dienen, diese konnte eines Tages zur Herrin werden. Der monarchistische Patriotismus endete in Veteranenvereinen, die nationale Leidenschaft w„re in ihrem Wege schwer zu bestimmen gewesen. Sie ist wie ein edles Pferd, 472 Landl„ufige "patriotische" Erziehung das nicht jeden Sattel tr„gt. Was Wunder, wenn man sich von einer solchen Gefahr lieber zurckhielt. Daá eines Tages ein Krieg kommen k”nnte, der in Trommelfeuer und Gasschwaden eine grndliche Prfung der inneren Haltbarkeit patriotischer Gesinnung vornehmen wrde, schien niemand fr m”glich zu halten. Als er dann aber da war, r„chte sich der Mangel an h”chster nationaler Leidenschaft und furchtbarster Weise. Fr ihre kaiserlichen und k”niglichen Herren zu sterben hatten die Menschen nur mehr wenig Lust, die "Nation" aber war den meisten unbekannt. Seit die Revolution in Deutschland ihren Einzug gehalten hat, und der monarchische Patriotismus damit von selbst erlosch, ist der Zweck des Geschichtsunterrichts wirklich nur mehr der bloáer Wissensaneignung. Nationalbegeisterung kann dieser Staat nicht brauchen, was er aber gerne m”chte, wird er nie erhalten. Denn so wenig es einen dynastischen Patriotismus von letzter Widerstandsf„higkeit in einem Zeitalter geben konnte, da das Nationalit„tenprinzip regiert, so noch viel weniger eine republikanische Begeisterung. Denn darber drfte wohl kein Zweifel herrschen, daá unter dem Motto "Fr die Republik" das deutsche Volk keine viereinhalb Jahre auf dem Schlachtfeld bleiben wrde; am allerwenigsten blieben die, welche dieses Wundergebilde erschaffen haben. Tats„chlich verdankt diese Republik ihren ungeschorenen Bestand nur der allseits versicherten Bereitwilligkeit zur freiwilligen šbernahme jeder Tributleistung und Unterzeichnung jedes Landesverzichts. Sie ist der anderen Welt sympathisch; wie jeder Schw„chling angenehmer empfunden wird von denen, die ihn brauchen, als ein knorriger Mann. Freilich liegt in dieser Sympathie der Feinde fr gerade diese bestimmte Staatsform auch die vernichtendste Kritik derselben. Man liebt die deutsche Republik und l„át sie leben, weil man einen besseren Verbndeten fr die Versklavungsarbeit 473 Weckung des Nationalstolzes an unserem Volke gar nicht finden k”nnte. Nur dieser Tatsache allein verdankt dieses herrliche Gebilde sein heutiges Bestehen. Daher kann es Verzicht leisten auf jede wirklich nationale Erziehung und sich mit dem "Hoch"-Geschrei von Reichsbannerhelden begngen, die brigens, wenn sie dieses Banner mit ihrem Blute schirmen máten, ausreiáen wrden wie Hasen. Der v”lkische Staat wird fr sein Dasein k„mpfen mssen. Er wird es durch Dawesunterschriften weder erhalten, noch seinen Bestand durch sie verteidigen k”nnen. Er wird aber zu seiner Existenz und zu seinem Schutz gerade das brauchen, auf was man jetzt glaubt verzichten zu k”nnen. Je unvergleichlicher und wertvoller Form und Inhalt sein werden, um so gr”áer auch der Neid und Widerstand der Gegner. Der beste Schutz wird dann nicht in seinen Waffen liegen, sondern in seinen Brgern; nicht Festungsw„lle werden ihn beschirmen, sondern die lebendige Mauer von M„nnern und Frauen, erfllt von h”chster Vaterlandsliebe und fanatischer Nationalbegeisterung. Als Drittes muá daher bei der wissenschaftlichen Erziehung bercksichtigt werden: Auch in der Wissenschaft hat der v”lkische Staat ein Hilfsmittel zu erblicken zur F”rderung des Nationalstolzes. Nicht nur die Weltgeschichte, sondern die gesamte Kulturgeschichte muá von diesem Gesichtspunkte aus gelehrt werden. Es darf ein Erfinder nicht nur groá erscheinen als Erfinder, sondern muá gr”áer noch erscheinen als Volksgenosse. Die Bewunderung jeder groáen Tat muá umgegossen werden in Stolz auf den glcklichen Vollbringer derselben als Angeh”rigen des eigenen Volkes. Aus der Unzahl all der groáen Namen der deutschen Geschichte aber sind die gr”áten herauszugreifen und der Jugend in so eindringlicher Weise vorzufhren, daá sie zu 474 Weckung des Nationalstolzes S„ulen eines unerschtterlichen Nationalgefhles werden. Planm„áig ist der Lehrstoff nach diesen Gesichtspunkten aufzubauen, planm„áig die Erziehung so zu gestalten, daá der junge Mensch beim Verlassen seiner Schule nicht ein halber Pazifist, Demokrat oder sonst was ist, sondern ein ganzer Deutscher. Damit dieses Nationalgefhl von Anfang an echt sei und nicht bloá in hohlem Schein bestehe, muá schon in der Jugend ein eiserner Grundsatz in die noch bildungsf„higen K”pfe hineingeh„mmert werden: Wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer, die er fr dieses zu bringen bereit ist. Nationalgefhl, das nur auf Gewinn ausgeht, gibt es nicht. Nationalismus, der nur Klassen umschlieát, gibt es ebensowenig. Hurraschreien bezeugt nichts und gibt kein Recht, sich national zu nennen, wenn dahinter nicht die groáe liebende Sorge fr die Erhaltung eines allgemeinen, gesunden Volkstums steht. Ein Grund zum Stolz auf sein Volk ist erst dann vorhanden, wenn man sich keines Standes mehr zu sch„men braucht. Ein Volk aber, von dem die eine H„lfte elend und abgeh„rmt oder gar verkommen ist, gibt ein so schlechtes Bild, daá niemand Stolz darber empfinden soll. Erst wenn ein Volkstum in allen seinen Gliedern, an Leib und Seele gesund ist, kann sich die Freude, ihm anzugeh”ren, bei allen mit Recht zu jenem hohen Gefhl steigern, das wir mit Nationalstolz bezeichnen. Diesen h”chsten Stolz aber wird auch nur der empfinden, der eben die Gr”áe seines Volkstums kennt. Die innige Verm„hlung von Nationalismus und sozialem Gerechtigkeitssinn 475 Angst vor Chauvinismus ist Impotenz ist schon in das junge Herz hineinzupflanzen. Dann wird dereinst ein Volk von Staatsbrgern erstehen, miteinander verbunden und zusammengeschmiedet durch eine gemeinsame Liebe und einen gemeinsamen Stolz, unerschtterlich und unbesiegbar fr immer. Die Angst unserer Zeit vor Chauvinismus ist das Zeichen ihrer Impotenz. Da ihr jede bersch„umende Kraft nicht nur fehlt, sondern sogar unangenehm erscheint, ist sie auch fr eine groáe Tat vom Schicksal nicht mehr ausersehen. Denn die gr”áten Umw„lzungen auf dieser Erde w„ren nicht denkbar gewesen, wenn ihre Triebkraft statt fanatischer, ja hysterischer Leidenschaften nur die brgerlichen Tugenden der Ruhe und Ordnung gewesen w„ren. Sicher aber geht diese Welt einer groáen Umw„lzung entgegen. Und es kann nur die eine Frage sein, ob sie zum Heil der arischen Menschheit oder zum Nutzen des ewigen Juden ausschl„gt. Der v”lkische Staat wird dafr sorgen mssen, durch eine passende Erziehung der Jugend dereinst das fr die letzten und gr”áten Entscheidungen auf diesem Erdball reife Geschlecht zu erhalten. Das Volk aber, das diesen Weg zuerst betritt, wird siegen. * Die gesamte Bildungs- und Erziehungsarbeit des v”lkischen Staates muá ihre Kr”nung darin finden, daá sie den Rassesinn und das Rassegefhl instinkt- und verstandesm„áig in Herz und Gehirn 476 Anerziehung von Rassesinn der ihr anvertrauten Jugend hineinbrennt. Es soll kein Knabe und kein M„dchen die Schule verlassen, ohne zur letzten Erkenntnis ber die Notwendigkeit und das Wesen der Blutreinheit gefhrt worden zu sein. Damit wird die Voraussetzung geschaffen fr die Erhaltung der rassenm„áigen Grundlagen unseres Volkstums und durch sie wiederum die Sicherung der Vorbedingungen fr die sp„tere kulturelle Weiterentwicklung. Denn alle k”rperliche und alle geistige Ausbildung wrde im letzten Grunde dennoch wertlos bleiben, wenn sie nicht einem Wesen zugute k„me, das grunds„tzlich bereit und entschlossen ist, sich selbst und seine Eigenart zu erhalten. Im anderen Falle wrde das eintreten, was wir Deutschen schon jetzt im groáen beklagen mssen, ohne daá vielleicht der ganze Umfang dieses tragischen Unglcks bisher begriffen worden w„re: daá wir auch in Zukunft nur Kulturdnger bleiben, nicht nur im Sinne der begrenzten Auffassung unserer heutigen brgerlichen Anschauung, die im einzelnen verlorenen Volksgenossen nur den verlorenen Staatsbrger sieht, sondern im Sinne der schmerzlichsten Erkenntnis, daá dann, trotz all' unserm Wissen und K”nnen, unser Blut doch zur Niedersenkung bestimmt ist. Indem wir uns immer wieder mit anderen Rassen paaren, erheben wir wohl diese aus ihrem bisherigen Kulturniveau auf eine h”here Stufe, sinken aber von unserer eigenen H”he fr ewig herab. šbrigens hat auch diese Erziehung unter dem Gesichtspunkte der Rasse ihre letzte Vollendung im Heeresdienste zu erhalten. Wie denn berhaupt die Milit„rdienstzeit als Abschluá der normalen Erziehung des durchschnittlichen Deutschen gelten soll. 477 Staatliche Auslese der Tchtigen So groáe Bedeutung im v”lkischen Staat die Art der k”rperlichen und geistigen Erziehung haben wird, ebenso wichtig wird auch die Menschenauslese an sich fr ihn sein. Heute tut man sich hierin leicht. Im allgemeinen sin es die Kinder h”herstehender, zur Zeit gut situierter Eltern, die wieder einer h”heren Ausbildung fr wrdig erachtet werden. Fragen des Talents spielen dabei eine untergeordnete Rolle. An sich kann das Talent immer nur relativ bewertet werden. Ein Bauernjunge kann weit mehr Talente besitzen als das Kind von Eltern aus einer seit vielen Generationen gehobenen Lebensstellung, wenn er auch an allgemeinem Wissen dem Brgerkind nachsteht. Dessen gr”áeres Wissen hat aber an sich mit gr”áerem oder geringerem Talent gar nichts zu tun, sondern wurzelt in der wesentlich gr”áeren Flle von Eindrcken, die das Kind infolge seiner vielseitigeren Erziehung und reichen Lebensumgebung ununterbrochen erh„lt. Wrde der talentierte Bauernknabe von kleinauf ebenfalls in solcher Umgebung herangewachsen sein, so w„re seine geistige Leistungsf„higkeit eine ganz andere. Es gibt heute vielleicht ein einziges Gebiet, auf dem wirklich weniger die Herkunft als vielmehr die eigene angeborene Begabung entscheidet: das Gebiet der Kunst. Hier, wo man eben nicht bloá "lernen" kann, sondern alles schon ursprnglich angeboren sein muá und nur sp„ter einer mehr oder weniger gnstigen Entwicklung unterliegt, kommt Geld und Gut der Eltern fast nicht in Betracht. Daher erweist sich hier auch am besten, daá Genialit„t nicht an h”here Lebensschichten oder gar an Reichtum gebunden ist. Die gr”áten Knstler stammen nicht selben aus dem „rmsten H„usern. Und mancher kleine Dorfjunge ward sp„ter ein vielgefeierter Meister. Es spricht nicht gerade fr groáe Gedankentiefe der Zeit, daá man solche Erkenntnis nicht fr das gesamte geistige Leben ntzt. Man meint, das, was bei der Kunst nicht geleugnet werden kann, treffe fr die sogenannten realen Wissenschaften nicht zu. Ohne Zweifel kann man bestimmte 478 Staatliche Auslese der Tchtigen mechanische Fertigkeiten dem Menschen anerziehen, so wie es einer geschickten Dressur m”glich ist, einem gelehrigen Pudel die unglaublichsten Kunststcke beizubringen. Allein, wie bei dieser Tierdressur nicht das Verst„ndnis des Tieres aus sich selbst heraus zu solchen šbungen fhrt, so auch beim Menschen. Man kann ohne Rcksicht auf ein anderes Talent auch dem Menschen bestimmte wissenschaftliche Kunststcke beibringen, aber der Vorgang ist dann genau der gleich leblose, innerlich unbeseelte, wie beim Tier. Man kann auf Grund eines bestimmten geistigen Drills einem Durchschnittsmenschen sogar šber-Durchschnittswissen einbl„uen; allein das bleibt eben totes und, im letzten Grund, unfruchtbares Wissen. Es ergibt dann jenen Menschen, der zwar ein lebendiges Lexikon sein mag, aber trotzdem in allen besonderen Lagen und entscheidenden Augenblicken des Lebens j„mmerlich versagt; er wird zu jeder, auch der bescheidensten Anforderung immer erst wieder abgerichtet werden mssen, dagegen aus sich heraus nicht imstande sein, den geringsten Beitrag zur Weiterbildung der Menschheit zu geben. Solch ein mechanisch eingedrilltes Wissen gengt h”chstens zur šbernahme von Staats„mtern in unserer heutigen Zeit. Es ist selbstverst„ndlich, daá sich in der Gesamtsumme der Volkszahl einer Nation fr alle m”glichen Gebiete des t„glichen Lebens Talente finden werden. Es ist weiter selbstverst„ndlich, daá der Wert des Wissens um so gr”áer sein wird, je mehr das tote Wissen vom entsprechenden Talent des einzelnen beseelt wird. Sch”pferische Leistungen selbst k”nnen berhaupt nur entstehen, wenn F„higkeit und Wissen eine Ehe bilden. Wie grenzenlos die heutige Menschheit in dieser Richtung sndigt, mag noch ein Beispiel zeigen. Von Zeit zu Zeit wird in illustrierten Bl„ttern dem deutschen Spieáer vor Augen gefhrt, daá da oder dort zum erstenmal ein Neger Advokat, Lehrer, gar Pastor, ja Heldentenor oder dergleichen geworden ist. W„hrend das bl”dselige Brgertum eine solche Wunderdressur staunend zur Kenntnis nimmt, voll von Respekt fr dieses fabelhafte Resultat heutiger Erziehungskunst, versteht der Jude sehr schlau, daraus einen 479 Staatliche Auslese der Tchtigen neuen Beweis fr die Richtigkeit seiner den V”lkern einzutrichternden Theorie von der Gleichheit der Menschen zu konstruieren. Es d„mmert dieser verkommenen brgerlichen Welt nicht auf, daá es sich hier wahrhaftig um eine Snde an jeder Vernunft handelt; daá es ein verbrecherischer Wahnwitz ist, einen geborenen Halbaffen so lange zu dressieren, bis man glaubt, aus ihm einen Advokaten gemacht zu haben, w„hrend Millionen Angeh”rige der h”chsten Kulturrasse in vollkommen unwrdigen Stellungen verbleiben mssen; daá es eine Versndigung am Willen des ewigen Sch”pfers ist, wenn man Hunderttausende und Hunderttausende seiner begabtesten Wesen im heutigen proletarischen Sumpf verkommen l„át, w„hrend man Hottentotten und Zulukaffern zu geistigen Berufen hinaufdressiert. Denn um eine Dressur handelt es sich dabei, genau so wie bei der des Pudels, und nicht um eine wissenschaftliche "Ausbildung". Die gleiche Mhe und Sorgfalt auf Intelligenzrassen angewendet, wrde jeden einzelnen tausendmal eher zu gleichen Leistungen bef„higen. So unertr„glich aber dieser Zustand w„re, wenn es sich dabei jemals um mehr als um Ausnahmen handeln wrde, so unertr„glich ist er schon heute da, wo nicht Talent und Veranlagung fr die h”here Ausbildung entscheiden. Jawohl, unertr„glich ist der Gedanke, daá allj„hrlich Hunderttausende vollst„ndig talentlose Menschen einer h”heren Ausbildung gewrdigt werden, w„hrend andere Hunderttausende von groáer Begabung ohne jede h”here Ausbildung bleiben. Der Verlust, den die Nation dadurch erleidet, ist nicht abzusch„tzen. Wenn in den letzten Jahrhunderten der Reichtum an bedeutenden Erfindungen besonders in Nordamerika auáerordentlich zunahm, dann nicht zuletzt deshalb, weil dort wesentlich mehr Talente aus untersten Schichten die M”glichkeit einer h”heren Ausbildung finden, als dies in Europa der Fall ist. Zum Erfinden gengt eben nicht eingetrichtertes Wissen, sondern nur das vom Talent beseelte. Darauf aber legt man bei uns heute keinen Wert; die gute Note allein soll es ausmachen. 480 Staatliche Auslese der Tchtigen Auch hier wird der v”lkische Staat einst erziehend einzugreifen haben. Er hat nicht die Aufgabe, einer bestehenden Gesellschaftsklasse den maágebenden Einfluá zu wahren, sondern die Aufgabe, aus der Summe aller Volksgenossen die f„higsten K”pfe herauszuholen und zu Amt und Wrden zu bringen. Er hat nicht nur die Verpflichtung, dem Durchschnittskind in der Volksschule eine bestimmte Erziehung zu geben, sondern auch die Pflicht, das Talent auf die Bahn zu bringen, auf die es geh”rt. Er hat es vor allem als seine h”chste Aufgabe zu betrachten, die Tore der staatlichen h”heren Unterrichtsanstalten jeder Begabung zu ”ffnen, ganz gleich, aus welchen Kreisen sie stammen m”ge. Er muá diese Aufgabe erfllen, da nur so aus der Schicht von Repr„sentanten eines toten Wissens die geniale Fhrung der Nation erwachsen kann. Auch aus einem weiteren Grunde muá der Staat in dieser Richtung Vorsorge treffen: Unsere geistigen Schichten sind besonders in Deutschland so in sich abgeschlossen und verkalkt, daá ihnen die lebendige Verbindung nach unten fehlt. Dies r„cht sich nach zwei Seiten hin: Erstens fehlt ihnen dadurch das Verst„ndnis und die Empfindung fr die breite Masse. Sie sind zu lange schon aus diesem Zusammenhang herausgerissen, als daá sie noch das n”tige psychologische Verst„ndnis fr das Volk besitzen k”nnten. Sie sind volksfremd geworden. Es fehlt diesen oberen Schichten aber zweitens auch die n”tige Willenskraft. Denn diese ist in abgekasteten Intelligenzkreisen immer schw„cher, als in der Masse des primitiven Volkes. An wissenschaftlicher Bildung aber hat es uns Deutschen wahrhaftiger Gott nie gefehlt; desto mehr jedoch an Willens- und Entschluákraft. Je "geistvoller" zum Beispiel unsere Staatsm„nner waren, um so schw„chlicher war meistens ihre wirkliche Leistung. Die politische Vorbereitung sowohl als die technische Rstung fr den Weltkrieg war nicht deswegen ungengend, weil etwa zu wenig gebildete K”pfe unser Volk regierten, sondern vielmehr, weil die Regierenden berbildete Menschen waren, vollgepfropft von Wissen und 481 Volksverbundenheit der katholischen Kirche Geist, aber bar jedes gesunden Instinkts und ledig jeder Energie und Khnheit. Es war ein Verh„ngnis, daá unser Volk seinen Daseinskampf ausfechten muáte unter der Reichskanzlerschaft eines philosophierenden Schw„chlings. H„tten wir an Stelle eines Bethmann-Hollweg einen robusteren Volksmann als Fhrer besessen, wrde das Heldenblut des gemeinen Grenadiers nicht umsonst geflossen sin. Ebenso war die bertrieben reingeistige Hochzchtung unseres Fhrermaterials der beste Bundesgenosse fr die revolutionierenden Novemberlumpen. Indem diese Geistigkeit das ihr anvertraute nationale Gut in der schm„hlichsten Weise zurckhielt, statt es voll und ganz einzusetzen, schuf sie selber die Voraussetzung zum Erfolg der anderen. Hier kann die katholische Kirche als vorbildliches Lehrbeispiel gelten. In der Ehelosigkeit ihrer Priester liegt der Zwang begrndet, den Nachwuchs fr die Geistlichkeit statt aus den eigenen Reihen immer wieder aus der Masse des breiten Volkes holen zu mssen. Gerade diese Bedeutung des Z”libats wird aber von den meisten gar nicht erkannt. Sie ist die Ursache der unglaublich rstigen Kraft, die in dieser uralten Institution wohnt. Denn dadurch, daá dieses Riesenheer geistlicher Wrdentr„ger sich ununterbrochen aus den untersten Schichten der V”lker heraus erg„nzt, erh„lt sich die Kirche nicht nur die Instinkt- Verbundenheit mit der Gefhlswelt des Volkes, sondern sichert sich auch eine Summe von Energie und Tatkraft, die in solcher Form ewig nur in der breiten Masse des Volkes vorhanden sein wird. Daher stammt die staunenswerte Jugendlichkeit dieses Riesenorganismus, die geistige Schmiegsamkeit und st„hlerne Willenskraft. Es wird die Aufgabe eines v”lkischen Staates sein, in seinem Unterrichtswesen dafr Sorge zu tragen, daá eine dauernde Erneuerung der bestehenden geistigen Schichten durch frische Blutzufuhr von unten stattfindet. Der Staat hat die Verpflichtung, mit „uáerster Sorgfalt und Genauigkeit aus der Gesamtzahl der Volksgenossen das von Natur aus ersichtlich bef„higte 482 Wertung der Arbeit Menschenmaterial herauszusieben und im Dienste der Allgemeinheit zu verwenden. Denn Staat und Staats„mter sind nicht dazu da, einzelnen Klassen ein Unterkommen zu erm”gliche, sondern den ihnen zukommenden Aufgaben zu gengen. Das aber wird nur m”glich sein, wenn zu ihren Tr„gern grunds„tzlich nur f„hige und willensstarke Pers”nlichkeiten herangebildet werden. Dies gilt nicht nur fr alle Beamtenstellen, sondern fr die geistige Fhrung der Nation berhaupt auf allen Gebieten. Auch darin liegt ein Faktor fr die Gr”áe eines Volkes, daá es gelingt, die f„higsten K”pfe fr die ihnen liegenden Gebiete auszubilden und in den Dienst der Volksgemeinschaft zu stellen. Wenn zwei V”lker miteinander konkurrieren, die an sich gleich gut veranlagt sind, so wird dasjenige den Sieg erringen, das in seiner gesamten geistigen Fhrung seine besten Talente vertreten hat, und dasjenige unterliegen, dessen Fhrung nur eine groáe gemeinsame Futterkrippe fr bestimmte St„nde oder Klassen darstellt, ohne Rcksicht auf die angeborenen F„higkeiten der einzelnen Tr„ger. Freilich erscheint dies in unserer heutigen Welt zun„chst unm”glich. Man wird sofort einwerfen, daá man dem S”hnchen, zum Beispiel eines h”heren Staatsbeamten, doch nicht zumuten drfe, sagen wir, Handwerker zu werden, weil irgendein anderer, dessen Eltern Handwerker waren, bef„higter erscheint. Das mag bei der heutigen Einsch„tzung der Handarbeit zutreffen. Daher wird auch der v”lkische Staat zu einer prinzipiell anderen Einstellung dem Begriff Arbeit gegenber gelangen mssen. Er wird, wenn notwendig selbst durch jahrhundertelange Erziehung, mit dem Unfug, k”rperliche T„tigkeit zu miáachten, brechen mssen. Er wird grunds„tzlich den einzelnen Menschen nicht nach der Art seiner Arbeit, sondern nach Form und Gte der Leistung zu bewerten haben. Dies mag einer Zeit ganz ungeheuerlich erscheinen, 483 Wertung der Arbeit welcher der geistloseste Kolonnenschreiber nur deshalb, weil er mit der Feder arbeitet, mehr gilt als der intelligenteste Feinmechaniker. Diese falsche Einsch„tzung liegt aber, wie gesagt, nicht in der Natur der Dinge, sondern ist knstlich anerzogen und war frher nicht vorhanden. Der jetzige unnatrliche Zustand beruht eben auf den allgemeinen Krankheitserscheinungen unserer vermaterialisierten Zeit. Grunds„tzlich ist der Wert jeder Arbeit ein doppelter: Ein rein materieller und ein ideeller. Der materielle Wert beruht in der Bedeutung, und zwar der materiellen Bedeutung, einer Arbeit fr das Leben der Gesamtheit. Je mehr Volksgenossen aus einer bestimmten vollbrachten Leistung Nutzen ziehen, und zwar direkten und indirekten, um so gr”áer ist der materielle Wert einzusch„tzen. Diese Einsch„tzung findet ihrerseits den plastischen Ausdruck im materiellen Lohn, welchen der einzelne fr seine Arbeit erh„lt. Diesem rein materiellen Wert steht nun gegenber der ideelle. Er beruht nicht auf der Bedeutung der geleisteten Arbeit materiell gemessen, sondern auf ihrer Notwendigkeit an sich. So sicher der materielle Nutzen einer Erfindung gr”áer sein kann als der eines allt„glichen Handlangerdienstes, so sicher ist die Gesamtheit doch auf diesen kleinsten Dienst genau so angewiesen wie auf jenen gr”áten. Sie mag materiell einen Unterschied treffen in der Bewertung des Nutzens der einzelnen Arbeit fr die Gesamtheit und kann dem durch die jeweilige Entlohnung Ausdruck verleihen; sie muá aber ideell die Gleichheit aller feststellen in dem Augenblick, in dem jeder einzelne sich bemht, auf seinem Gebiete, - welches immer es auch sein mag, - sein Bestes zu tun. Darauf aber hat die Wertsch„tzung eines Menschen zu beruhen, und nicht auf der Entlohnung. Da in einem vernnftigen Staat die Sorge dahin gehen soll, dem einzelnen die T„tigkeit zuzuweisen, die seiner F„higkeit entspricht, oder anders ausgedrckt, die f„higen K”pfe fr die ihnen liegende Arbeit auszubilden, die F„higkeit aber prinzipiell nicht anerzogen, sondern angeboren sein muá, mithin ein Geschenk der Natur und nicht 484 Wertung der Arbeit ein Verdienst des Menschen ist, so kann sich die allgemeine brgerliche Einsch„tzung auch nicht nach der dem einzelnen gewissermaáen berwiesenen Arbeit richten. Denn diese Arbeit f„llt auf das Konto seiner Geburt sowie auf die dadurch veranlaáte Ausbildung, die er durch die Allgemeinheit erhielt. Die Wertsch„tzung des Menschen muá begrndet werden auf der Art und Weise, in der er seiner ihm von der Allgemeinheit berantworteten Aufgabe gerecht wird. Denn die T„tigkeit, welche der einzelne verrichtet, ist nicht der Zweck seines Daseins, sondern nur das Mittel dazu. Vielmehr soll er sich als Mensch weiterbilden und weiterveredeln, kann dies aber nur im Rahmen seiner Kulturgemeinschaft, die immer auf dem Fundament eines Staates beruhen muá. Zur Erhaltung dieses Fundamentes hat er seinen Beitrag zu leisten. Die Form dieses Beitrags bestimmt die Natur; an ihm liegt es nur, mit Fleiá und Redlichkeit der Volksgemeinschaft zurckzuerstatten, was sie ihm selbst gegeben hat. Wer dieses tut, verdient h”chste Wertsch„tzung und h”chste Achtung. Der materielle Lohn mag dem zugebilligt werden, dessen Leistung fr die Gesamtheit entsprechenden Nutzen tr„gt; der ideelle jedoch muá in der Wertsch„tzung liegen, die jeder beanspruchen kann, der die Kr„fte, welche die Natur ihm gab und die Volksgemeinschaft zur Ausbildung brachte, dem Dienste seines Volkstums widmet. Dann aber ist es keine Schande mehr, ein ordentlicher Handwerker zu sein, aber wohl eine, als unf„higer Beamter dem lieben Gott den Tag und dem guten Volk das t„gliche Brot zu stehlen. Dann wird man es auch fr selbstverst„ndlich halten, daá ein Mensch nicht Aufgaben zugewiesen erh„lt, denen er von vornherein nicht gewachsen ist. Im brigen gibt solche T„tigkeit auch den einzigen Maástab fr das Recht bei der allgemeinen gleichen rechtlichen brgerlichen Bet„tigung. Die heutige Zeit baut sich ja selber ab: Sie fhrt ein allgemeines Wahlrecht ein, schw„tzt von gleichen Rechten, findet 485 Wertung der Arbeit aber doch keine Begrndung fr dieselben. Sie sieht im materiellen Lohn den Ausdruck des Wertes eines Menschen und zertrmmert sich dadurch die Grundlage fr die edelste Gleichheit, die es berhaupt geben kann. Denn Gleichheit beruht nicht und kann niemals beruhen auf den Leistungen der einzelnen an sich, aber sie ist m”glich in der Form, in der jeder seine besonderen Verpflichtungen erfllt. Nur dadurch wird der Zufall der Natur bei der Beurteilung des Wertes des Menschen ausgeschaltet und der einzelne selbst zum Schmied seiner Bedeutung gemacht. In der heutigen Zeit, da sich ganze Menschengruppen gegenseitig nur mehr nach Gehaltsklassen zu wrdigen wissen, hat man dafr - wie schon gesagt - kein Verst„ndnis. Allein fr uns darf dies kein Grund sein, auf die Vertretung unserer Gedanken zu verzichten. Im Gegenteil: Wer diese Zeit, die innerlich krank und faul ist, heilen will, muá zun„chst den Mut aufbringen, die Ursachen dieses Leides klarzulegen. Das aber soll die Sorge der nationalsozialistischen Bewegung sein: ber alle Spieábrgerei hinweg, aus unserem Volkstum heraus, diejenigen Kr„fte zu sammeln und zu ordnen, die als Vork„mpfer einer neuen Weltanschauung bef„higt sind. * Allerdings wird man den Einwand bringen, daá sich im allgemeinen die ideelle Einsch„tzung von der materiellen schwer trennen lasse, ja, daá die sinkende Wertsch„tzung der k”rperlichen Arbeit gerade durch ihre mindere Entlohnung hervorgerufen wrde. Diese mindere Entlohnung sei selber wieder die Ursache fr eine Beschr„nkung der Teilnahme des einzelnen Menschen an den Kulturgtern seiner Nation. Dadurch aber werde gerade die ideelle Kultur des Menschen beeintr„chtigt, die mit seiner T„tigkeit an sich nichts zu tun haben brauche. Die Scheu vor k”rperlicher Arbeit sei erst recht darin begrndet, daá, infolge der 486 Staffelung des Verdienstes schlechteren Entlohnung, das Kulturniveau des Handarbeiters zwangsl„ufig heruntergedrckt werde und dadurch die Rechtfertigung einer allgemeinen minderen Einsch„tzung gegeben sei. Darin liegt sehr viel Wahrheit. Gerade deshalb wird man aber in der Zukunft sich vor einer zu groáen Differenzierung der Lohnverh„ltnisse hten mssen. Man sage nicht, daá damit die Leistungen ausbleiben wrden. Das w„re das traurigste Zeichen des Verfalls einer Zeit, wenn der Antrieb zu einer h”heren geistigen Leistung nur mehr im h”heren Lohne l„ge. Wenn dieser Gesichtspunkt bisher auf dieser Welt der einzig maágebende gewesen w„re, wrde die Menschheit ihre gr”áten wissenschaftlichen und kulturellen Gter niemals empfangen haben. Denn die gr”áten Erfindungen, die gr”áten Entdeckungen, die umw„lzendsten wissenschaftlichen Arbeiten, die herrlichsten Denkm„ler menschlicher Kultur sind nicht aus dem Drange nach Geld der Welt gegeben worden. Im Gegenteil, ihre Geburt bedeutete nicht selben geradezu den Verzicht auf das irdische Glck des Reichtums. Es mag sein, daá heute das Geld der ausschlieáliche Regent des Lebens geworden ist, doch wird dereinst der Mensch sich wieder vor h”heren G”ttern beugen. Vieles mag heute nur dem Sehnen nach Geld und Verm”gen sein Dasein verdanken, aber es ist wohl nur wenig darunter, dessen Nichtvorhandensein die Menschheit „rmer sein lieáe. Auch dies ist eine Aufgabe unserer Bewegung, daá sie schon heute von einer Zeit knde, die dem einzelnen das geben wird, was er zum Leben braucht, aber dabei den Grundsatz hochh„lt, daá der Mensch nicht ausschlieálich um materieller Gensse willen lebt. Dies soll dereinst seinen Ausdruck in einer weise beschr„nkten Staffelung der Verdienst finden, die auch dem letzten redlich Arbeitenden auf alle F„lle ein ehrliches, ordentliches Dasein als Volksgenosse und Mensch erm”glicht. Man sage ja nicht, daá dies ein Idealzustand sei, wie ihn diese Welt praktisch nicht vertrge und tats„chlich nie erreichen werde. 487 Ideal und Wirklichkeit Auch wir sind nicht so einf„ltig, zu glauben, daá es gelingen k”nnte, jemals ein fehlerloses Zeitalter herbeizufhren. Allein dies entbindet nicht von der Verpflichtung, erkannte Fehler zu bek„mpfen, Schw„chen zu berwinden und dem Ideal zuzustreben. Die herbe Wirklichkeit wird von sich aus nur zuviele Einschr„nkungen herbeifhren. Gerade deshalb aber muá der Mensch erst recht versuchen, dem letzten Ziel zu dienen, und Fehlschl„ge drfen ihn von seiner Absicht so wenig abbringen, als er auf eine Justiz verzichten kann, nur weil ihr auch Irrtmer unterlaufen, und so wenig man die Arznei verwirft, weil es dennoch immer Krankheit geben wird. Man hte sich, die Kraft eines Ideals zu niedrig einzusch„tzen. Wer in dieser Hinsicht heute kleinmtig wird, den m”chte ich, falls er einst Soldat war, zurckerinnern an eine Zeit, deren Heldentum das berw„ltigendste Bekenntnis zur Kraft idealer Motive darstellte. Denn, was die Menschen damals sterben lieá, war nicht die Sorge um das t„gliche Brot, sondern die Liebe zum Vaterland, der Glaube an die Gr”áe desselben, das allgemeine Gefhl fr die Ehre der Nation. Und erst als das deutsche Volk sich von diesen Idealen entfernte, um den realen Versprechungen der Revolution zu folgen, und die Waffe mit dem Rucksack vertauschte, kam es, statt in einen irdischen Himmel, ins Fegfeuer der allgemeinen Verachtung und nicht minder der allgemeinen Not. Deshalb ist es aber erst recht notwendig, den Rechenmeistern der derzeitigen realen Republik den Glauben an ein ideales Reich gegenberzustellen. 3 . Kapitel Staatsangeh”riger und Staatsbrger Im allgemeinen kennt das Gebilde, das heute f„lschlicherweise als Staat bezeichnet wird, nur zwei Arten von Menschen: Staatsbrger und Ausl„nder. Staatsbrger sind alle diejenigen, die entweder durch ihre Geburt oder durch sp„tere Einbrgerung das Staatsbrgerrecht besitzen; Ausl„nder sind alle diejenigen, die dieses gleiche Recht in einem anderen Staate genieáen. Dazwischen gibt es dann noch kometen„hnliche Erscheinungen; die sogenannten Staatenlosen. Das sind Menschen, die die Ehre haben, keinem der heutigen Staaten anzugeh”ren, also nirgends ein Staatsbrgerrecht besitzen. Das Staatsbrgerrecht wird heute, wie schon oben erw„hnt, in erster Linie durch die Geburt innerhalb der Grenzen eines Staates erworben. Rasse oder Volkszugeh”rigkeit spielt dabei berhaupt keine Rolle. Ein Neger, der frher in den deutschen Schutzgebieten lebte, nun in Deutschland seinen Wohnsitz hat, setzt damit in seinem Kind einen "deutschen Staatsbrger" in die Welt. Ebenso kann jedes Juden- oder Polen-, Afrikaner- oder Asiatenkind ohne weiteres zum deutschen Staatsbrger deklariert werden. Auáer der Einbrgerung durch Geburt besteht noch die M”glichkeit der sp„teren Einbrgerung. Sie ist an verschiedene Vorbedingungen gebunden, zum Beispiel daran, daá der in Aussicht genommene Kandidat wenn m”glich kein Einbrecher oder Zuh„lter ist, daá er weiter politisch unbedenklich, d.h. also ein harmloser politischer Trottel ist, daá er endlich nicht seiner neuerlichen staatsbrgerlichen Heimat zur Last f„llt. Gemeint ist damit in diesem realen Zeitalter natrlich nur die finanzielle Belastung. Ja, es gilt sogar 489 Wie man heute Staatsbrger wird als f”rderliche Empfehlung, einen vermutlich guten knftigen Steuerzahler vorzustellen, um die Erwerbung einer heutigen Staatsbrgerschaft zu beschleunigen. Rassische Bedenken spielen dabei berhaupt keine Rolle. Der ganze Vorgang der Erwerbung des Staatsbrgertums vollzieht sich nicht viel anders als der der Aufnahme zum Beispiel in einen Automobilklub. Der Mann macht seine Eingaben, diese werden geprft und begutachtet, und eines Tages wird ihm dann auf einem Handzettel zur Kenntnis gebracht, daá er Staatsbrger geworden sei, wobei man dies noch in eine witzig-ulkige Form kleidet. Man teilt dem in Frage kommenden bisherigen Zulukaffer n„mlich mit: "Sie sind hiermit Deutscher geworden!" Dieses Zauberstck bringt ein Staatspr„sident fertig. Was kein Himmel schaffen k”nnte, das verwandelt solch ein beamteter Theophrastus Paracelsus um Handumdrehen. Ein einfacher Federwisch, und aus einem mongolischen Wenzel ist pl”tzlich ein richtiger "Deutscher" geworden. Aber nicht nur, daá man sich um die Rasse eines solchen neuen Staatsbrgers nicht kmmert, man beachtet nicht einmal seine k”rperliche Gesundheit. Es mag so ein Kerl syphilitisch zerfressen sein wie er will, fr den heutigen Staat ist er dennoch als Brger willkommen, sofern er, wie schon gesagt, finanziell keine Belastung und politisch keine Gefahr bedeutet. So nehmen allj„hrlich diese Gebilde, Staat genannt, Giftstoffe in sich auf, die sie kaum mehr zu berwinden verm”gen. Der Staatsbrger selber unterscheidet sich dann vom Ausl„nder noch dadurch, daá ihm der Weg zu allen ”ffentlichen Žmtern freigegeben ist, daá er eventuell der Heeresdienstpflicht gengen muá und sich weiter dafr aktiv und passiv an Wahlen beteiligen kann. Im groáen und ganzen ist dies alles. Denn den Schutz der pers”nlichen Rechte und der pers”nlichen Freiheit genieát der Ausl„nder ebenso, nicht selten mehr; jedenfalls trifft dies in unserer heutigen deutschen Republik zu. Ich weiá, daá man dieses alles ungern h”rt; allein 490 Brger - Staatsangeh”riger - Ausl„nder etwas Gedankenloseres, ja Hirnverbrannteres als unser heutiges Staatsbrgerrecht ist schwerlich vorhanden. Es gibt zur Zeit einen Staat, in dem wenigstens schwache Ans„tze fr eine bessere Auffassung bemerkbar sind. Natrlich ist dies nicht unsere vorbildliche deutsche Republik, sondern die amerikanische Union, in der man sich bemht, wenigstens teilweise wieder die Vernunft zu Rate zu ziehen. Indem die amerikanische Union gesundheitlich schlechten Elementen die Einwanderung grunds„tzlich verweigert, von der Einbrgerung aber bestimmte Rassen einfach ausschlieát, bekennt sie sich in leisen Anf„ngen bereits zu einer Auffassung, die dem v”lkischen Staatsbegriff zu eigen ist. Der v”lkische Staat teilt seine Bewohner in drei Klassen: In Staatsbrger, Staatsangeh”rige und Ausl„nder. Durch die Geburt wird grunds„tzlich nur die Staatsangeh”rigkeit erworben. Die Staatsangeh”rigkeit als solche berechtigt noch nicht zur Fhrung ”ffentlicher Žmter, auch nicht zur politischen Bet„tigung im Sinne einer Teilnahme an Wahlen, in aktiver sowohl als in passiver Hinsicht. Grunds„tzlich ist bei jedem Staatsangeh”rigen Rasse und Nationalit„t festzustellen. Es steht dem Staatsangeh”rigen jederzeit frei, auf seine Staatsangeh”rigkeit zu verzichten und Staatsbrger in dem Lande zu werden, dessen Nationalit„t der seinen entspricht. Der Ausl„nder unterscheidet sich vom Staatsangeh”rigen nur dadurch, daá er eine Staatsangeh”rigkeit in einem fremden Staate besitzt. Der junge Staatsangeh”rige deutscher Nationalit„t ist verpflichtet, die jedem Deutschen vorgeschriebene Schulbildung durchzumachen. Er unterwirft sich damit der Erziehung zum rasse- und nationalbewuáten Volksgenossen. Er hat sp„ter den vom Staate vorgeschriebenen weiteren k”rperlichen šbungen zu gengen und tritt endlich in das Heer ein. Die Ausbildung im Heere ist eine allgemeine; sie hat jeden einzelnen Deutschen zu erfassen und fr den seiner k”rperlichen und geistigen F„higkeit nach m”glichen milit„rischen Verwendungsbereich zu erziehen. Dem unbescholtenen 491 Der Staatsbrger Herr des Reiches gesunden jungen Mann wird daraufhin nach Vollendung seiner Heerespflicht in feierlichster Weise das Staatsbrgerrecht verliehen. Es ist die wertvollste Urkunde fr sein ganzes irdisches Leben. Er tritt damit ein in alle Rechte des Staatsbrgers und nimmt teil an allen Vorzgen desselben. Denn der Staat muá einen scharfen Unterschied zwischen denen machen, die als Volksgenossen Ursache und Tr„ger seines Daseins und seiner Gr”áe sind, und solchen, die nur als "verdienende" Elemente innerhalb eines Staates ihren Aufenthalt nehmen. Die Verleihung der Staatsbrgerurkunde ist zu verbinden mit einer weihevollen Vereidigung auf die Volksgemeinschaft und auf den Staat. In dieser Urkunde muá ein alle sonstigen Klfte berbrckendes gemeinsam umschlingendes Band liegen. Es muá eine gr”áere Ehre sein, als Straáenfeger Brger dieses Reiches zu sein, als K”nig in einem fremden Staate. Der Staatsbrger ist gegenber dem Ausl„nder bevorrechtigt. Er ist der Herr des Reiches. Diese h”here Wrde verpflichtet aber auch. Der Ehr- oder Charakterlose, der gemeine Verbrecher, der Vaterlandsverr„ter usw. kann dieser Ehre jederzeit entkleidet werden. Er wird damit wieder Staatsangeh”riger. Das deutsche M„dchen ist Staatsangeh”rige und wird mit ihrer Verheiratung erst Brgerin. Doch kann auch den im Erwerbsleben stehenden weiblichen deutschen Staatsangeh”rigen das Brgerrecht verliehen werden. 4. Kapitel Pers”nlichkeit und v”lkischer Staatsgedanke Wenn der v”lkisch-nationalsozialistische Staat seine Hauptaufgabe in der Heranbildung und Erhaltung des Tr„gers des Staates sieht, dann gengt es nicht allein, dir rassischen Elemente als solche zu f”rdern, dann zu erziehen und endlich fr das praktische Leben auszubilden, sondern es ist notwendig, daá er seine eigene Organisation mit dieser Aufgabe in Einklang bringt. Es w„re ein Wahnwitz, den Wert des Menschen nach seiner Rassenzugeh”rigkeit absch„tzen zu wollen, mithin dem marxistischen Standpunkt: Mensch ist gleich Mensch den Krieg zu erkl„ren, wenn man dann doch nicht entschlossen ist, auch die letzten Konsequenzen zu ziehen. Die letzte Konsequenz der Anerkennung der Bedeutung des Blutes, also der rassenm„áigen Grundlage im allgemeinen, ist aber die šbertragung dieser Einsch„tzung auf die einzelne Person. So wie ich im allgemeinen die V”lker auf Grund ihrer rassischen Zugeh”rigkeit verschieden bewerten muá, so auch die einzelnen Menschen innerhalb einer Volksgemeinschaft etwa in dem Sinne, daá Kopf nicht gleich Kopf sein kann, weil auch hier die blutsm„áigen Bestandteile wohl in groáen Linien die gleichen sind, allein im einzelnen doch tausendf„ltigen feinsten Differenzierungen unterliegen. Die erste Konsequenz dieser Erkenntnis ist zugleich die, ich m”chte sagen, gr”bere, n„mlich der Versuch, die innerhalb 493 Aufbau nach aristokratischem Prinzip der Volksgemeinschaft als rassisch besonders wertvoll erkannten Elemente maágeblichst zu f”rdern und fr ihre besondere Vermehrung Sorge zu tragen. Gr”ber ist die Aufgabe deshalb, weil sie fast mechanisch erkannt und gel”st zu werden vermag. Schwieriger ist es, aus der Gesamtheit aller die geistig und ideell wirklich wertvollsten K”pfe zu erkennen und ihnen jenen Einfluá einzur„umen, der nicht nur diesen berlegenen Geistern an sich zukommt, sondern der vor allem der Nation von Nutzen ist. Diese Siebung nach F„higkeit und Tchtigkeit kann nicht mechanisch vorgenommen werden, sondern ist eine Arbeit, die der Kampf des t„glichen Lebens ununterbrochen besorgt. Eine Weltanschauung, die sich bestrebt, unter Ablehnung des demokratischen Massengedankens, dem besten Volk, also den h”chsten Menschen, diese Erde zu geben, muá logischerweise auch innerhalb dieses Volkes wieder dem gleichen aristokratischen Prinzip gehorchen und den besten K”pfen die Fhrung und den h”chsten Einfluá im betreffenden Volke sichern. Damit baut sie nicht auf dem Gedanken der Majorit„t, sondern auf dem der Pers”nlichkeit auf. Wer heute glaubt, daá sich ein v”lkischer, nationalsozialistischer Staat etwa nur rein mechanisch durch eine bessere Konstruktion seines Wirtschaftslebens von anderen Staaten zu unterscheiden h„tte, also durch einen besseren Ausgleich von Reichtum und Armut oder durch mehr Mitbestimmungsrechte breiter Schichten am Wirtschaftsprozeá oder durch gerechtere Entlohnung, durch Beseitigung von zu groáen Lohndifferenzen, der ist im Aller„uáerlichsten stecken geblieben und hat keine blasse Ahnung von dem, was wir als Weltanschauung zu bezeichnen haben. All das eben Geschilderte bietet nicht die geringste Sicherheit fr dauernden Bestand und noch viel weniger den Anspruch auf Gr”áe. Ein Volk, das nur in diesen wirklich „uáeren Reformen haften bliebe, wrde damit nicht im geringsten eine Garantie fr den Sieg dieses Volkes im allgemeinen V”lkerringen erhalten. 494 Aufbau nach aristokratischem Prinzip Eine Bewegung, die nur in einer derartigen allgemein ausgleichenden und sicherlich gerechten Entwicklung den Inhalt ihrer Mission empfindet, wird in Wahrheit keine gewaltige und keine wirkliche, weil nicht tiefe Reform der bestehenden Zust„nde herbeifhren, da ihr ganzes Handeln am Ende nur in Žuáerlichkeiten stecken bleibt, ohne dem Volk jenes innere Gerstetsein zu verschaffen, das es, sich m”chte fast sagen, mit zwangsl„ufiger Sicherheit endgltig jene Schw„chen berwinden l„át, unter denen wir heute zu leiden haben. Um dies leichter zu verstehen, ist es vielleicht zweckm„áig, noch einmal einen Blick auf die wirklichen Ursprnge und Ursachen der menschlichen Kulturentwicklung zu werfen. Der erste Schritt, der den Menschen „uáerlich sichtbar vom Tier entfernte, war der zur Erfindung. Die Erfindung selbst beruht ursprnglich auf dem Finden von Listen und Finten, deren Anwendung den Kampf um das Leben mit anderen Wesen erleichtert und manchesmal berhaupt erst gnstig verlaufen l„át. Diese allerprimitivsten Erfindungen lassen die Person deshalb noch nicht gengend klar in Erscheinung treten, weil sie dem nachtr„glichen oder besser dem heutigen menschlichen Beobachter natrlich erst als Massenerscheinung zum Bewuátsein kommen. Gewisse Schliche und schlaue Maáregeln, die der Mensch zum Beispiel am Tier beobachten kann, fallen ihm erst summarisch als Tatsache ins Auge, und er ist nicht mehr in der Lage, ihren Ursprung festzustellen oder zu erforschen, sondern behilft sich einfach damit, daá er solche Vorg„nge als "instinktiv" bezeichnet. Dieses letztere Wort besagt nun in unserem Falle gar nichts. Denn wer an eine h”here Entwicklung der Lebewesen glaubt, der muá zugeben, daá jede Žuáerung ihres Lebensdranges und -kampfes einmal einen Beginn gehabt haben muá; daá ein Subjekt damit angefangen haben wird, und daá sich dann ein solcher Vorgang immer ”fter wiederholte und immer mehr ausbreitete, bis er endlich fast in das Unterbewuátsein aller Angeh”rigen einer bestimmten 495 Pers”nlichkeit und Kulturfortschritt Art berging, um dann als Instinkt in Erscheinung zu treten. Leichter wird man dies beim Menschen selbst verstehen und glauben. Seine ersten klugen Maánahmen im Kampfe mit anderen Tieren - sie sind sicher ihrem Ursprunge nach Handlungen einzelner besonders f„higer Subjekte gewesen. Die Pers”nlichkeit war einst auch hier unbedingt das Veranlassende zu Entschlssen und Ausfhrungen, die sp„ter als ganz selbstverst„ndlich von der ganzen Menschheit bernommen wurden. Genau so wie irgendeine milit„rische Selbstverst„ndlichkeit, die heute meinetwegen die Grundlage jedweder Strategie geworden ist, ursprnglich dennoch einem ganz bestimmten Kopf ihre Entstehung verdankte und nur im Laufe von vielen, vielleicht sogar Tausenden von Jahren einfach als vollkommen selbstverst„ndlich allgemein geltend wurde. Dieses erste Erfinden erg„nzt der Mensch durch ein zweites: er lernt andere Dinge und auch Lebewesen in den Dienst seines eigenen Lebenserhaltungskampfes einstellen; und damit beginnt die eigentliche Erfindert„tigkeit der Menschen, die wir heute allgemein sichtbar vor Augen haben. Diese materiellen Erfindungen, die von der Verwendung des Steines als Waffe ausgehen, die zur Z„hmung von Tieren fhren, das Feuer durch knstliche Erzeugung dem Menschen geben und so fort bis zu den vielf„ltigen und staunenswerten Erfindungen unserer Tage, lassen um so klarer die Person als Tr„ger solchen Schaffens erkennen, je n„her die einzelnen Erfindungen unserer heutigen Zeit liegen oder je bedeutender und einschneidender sie sin. Wir wissen also jedenfalls: Was wir an materiellen Erfindungen um uns sehen, ist alles das Ergebnis der sch”pferischen Kraft und F„higkeit der einzelnen Person. Und alle diese Erfindungen, sie helfen im letzten Grunde mit, den Menschen ber das Niveau der Tierwelt mehr und mehr zu erheben, ja ihn endgltig davon zu entfernen. Sie dienen somit im tiefsten Grunde der sich dauernd vollziehenden h”heren Menschwerdung. Aber selbst das, was einst als einfachste Finte den im Urwald jagenden 496 Wert der Pers”nlichkeit Menschen den Kampf um das Dasein erleichterte, hilft in Gestalt geistvollster wissenschaftlicher Erkenntnisse der Jetztzeit wieder mit, den Kampf der Menschheit um ihr heutiges Dasein zu erleichtern und die Waffen zu schmieden fr die K„mpfe der Zukunft. Alles menschliche Denken und Erfinden dient in seinen letzten Auswirkungen zun„chst dem Lebenskampf des Menschen auf diesem Planeten, auch wenn der sogenannte reale Nutzen einer Erfindung oder Entdeckung oder einer tiefen wissenschaftlichen Einsicht in das Wesen der Dinge im Augenblick nicht sichtbar ist. Indem alles zusammen mithilft, den Menschen mehr und mehr aus dem Rahmen der ihn umgebenden Lebewesen zu erheben, st„rkt es und festigt es seine Stellung so, daá er in jeglicher Hinsicht zum dominierenden Wesen auf dieser Erde sich ausw„chst. Alle Erfindungen sind also das Ergebnis des Schaffens einer Person. Alle diese Personen selbst sind, ob gewollt oder ungewollt, mehr oder minder groáe Wohlt„ter aller Menschen. Ihr Wirken gibt Millionen, ja Milliarden von menschlichen Lebewesen sp„ter Hilfsmittel zur Erleichterung der Durchfhrung ihres Lebenskampfes in die Hand. Wenn wir im Ursprung der heutigen materiellen Kultur immer einzelne Personen als Erfinder sehen, die sich dann gegenseitig erg„nzen und einer auf dem anderen wieder weiterbauen, dann aber genau so in der Ausbung und Durchfhrung der von den Erfindern erdachten und entdeckten Dinge. Denn auch s„mtliche Produktionsprozesse sind in ihrem Ursprung selbst wieder Erfindungen gleichzusetzen und damit abh„ngig von der Person. Auch die rein theoretische gedankliche Arbeit, die im einzelnen gar nicht meábar, dennoch die Voraussetzung fr alle weiteren materiellen Erfindungen ist, erscheint wieder als das ausschlieáliche Produkt der Einzelperson. Nicht die Masse erfindet und nicht die Majorit„t organisiert oder denkt, sondern in allem immer nur der einzelne Mensch, die Person. Eine menschliche Gemeinschaft erscheint nur dann als gut organisiert, wenn sie diesen sch”pferischen Kr„ften in m”glichst entgegenkommender Weise ihre Arbeiten erleichtert 497 Wert der Pers”nlichkeit und nutzbringend fr die Gesamtheit anwendet. Das Wertvollste an der Erfindung selbst, mag sie nun im Materiellen oder in der Welt der Gedanken liegen, ist zun„chst der Erfinder als Person. Ihn also fr die Gesamtheit nutzbringend anzusetzen, ist erste und h”chste Aufgabe der Organisation einer Volksgemeinschaft. Ja, die Organisation selbst hat nur eine Vollstreckung dieses Grundsatzes zu sein. Damit wird sie auch erst vom Fluche des Mechanismus erl”st und wird selbst zu etwas Lebendigem. Sie muá in sich selbst eine Verk”rperung des Strebens sein, die K”pfe ber die Masse zu stellen und diese mithin den K”pfen unterzuordnen. Die Organisation darf also demnach das Heraustreten der K”pfe aus der Masse nicht nur nicht verhindern, sondern sie muá im Gegenteil durch die Art ihres eigenen Wesens dies im h”chsten Grade erm”glichen und erleichtern. Sie hat dabei von dem Grundsatze auszugehen, daá fr die Menschheit der Segen nie in der Masse lag, sondern in ihren sch”pferischen K”pfen ruhte, die daher in Wirklichkeit als die Wohlt„ter des Menschengeschlechtes anzusprechen sind. Ihnen den maágebendsten Einfluá zu sichern und ihr Wirken zu erleichtern, liegt im Interesse der Gesamtheit. Sicher wird dieses Interesse nicht befriedigt und es wird ihm nicht gedient durch die Herrschaft der nicht denkf„higen oder nicht tchtigen, auf keinen Fall aber begnadeten Masse, sondern einzig durch die Fhrung der von Natur aus mit besonderen Gaben dazu Bef„higten. Das Aussuchen dieser K”pfe besorgt, wie schon gesagt, vor allem der harte Lebenskampf selbst. Vieles bricht und geht zugrunde, erweist sich also doch nicht als zum Letzten bestimmt, und wenige nur erscheinen zuletzt als auserw„hlt. Auf den Gebieten des Denkens, des knstlerischen Schaffens, ja selbst denen der Wirtschaft findet dieser Ausleseprozeá auch heute noch statt, obwohl er besonders auf dem letzteren schon einer schweren Belastung ausgesetzt ist. Die Verwaltung des Staates und ebenso die durch die organisierte Wehrkraft der Nation verk”rperte Macht sind gleichfalls 498 Das Majorit„tsprinzip von diesem Gedanken beherrscht. šberall dominiert hier noch die Idee der Pers”nlichkeit, der Autorit„t derselben nach unten und der Verantwortlichkeit gegenber der h”heren Person nach oben. Nur das politische Leben hat sich heute bereits restlos von diesem natrlichsten Prinzip abgewendet. W„hrend die gesamte menschliche Kultur nur das Ergebnis der sch”pferischen T„tigkeit der Person ist, tritt in der gesamten, vor allem aber in der obersten Leitung der Volksgemeinschaft das Prinzip des Wertes der Majorit„t ausschlaggebend in Erscheinung und beginnt von dort herunter allm„hlich das ganze Leben zu vergiften, d.h. in Wirklichkeit aufzul”sen. Auch die destruktive Wirkung der T„tigkeit des Judentums in anderen Volksk”rpern ist im Grunde nur seinen ewigen Versuchen zuzuschreiben, die Bedeutung der Person bei seinen Gastv”lkern zu unterh”hlen und die der Masse an ihre Stelle zu setzen. Damit aber tritt an Stelle des organisatorischen Prinzips der arischen Menschheit das destruktive des Juden. Er wird dadurch "zum Ferment der Dekomposition" von V”lkern und Rassen und im weiteren Sinne zum Aufl”ser der menschlichen Kultur. Der Marxismus aber stellt sich als den in Reinkultur gebrachten Versuch des Juden dar, auf allen Gebieten des menschlichen Lebens die berragende Bedeutung der Pers”nlichkeit auszuschalten und durch die Zahl der Masse zu ersetzen. Dem entspricht politisch die parlamentarische Regierungsform, die wir, von den kleinsten Keimzellen der Gemeinde angefangen bis zur obersten Leitung des gesamten Reiches, so unheilvoll wirken sehen, und wirtschaftlich das System einer Gewerkschaftsbewegung, die nicht den wirklichen Interessen des Arbeitnehmers dient, sondern ausschlieálich den zerst”renden Absichten des internationalen Weltjuden. In eben dem Maáe, in welchem die Wirtschaft der Wirkung des Pers”nlichkeitsprinzips entzogen und an Stelle dessen nur den Einflssen und Einwirkungen der Masse ausgeliefert wird, muá sie die im Dienste aller stehende und fr alle wertvolle Leistungsf„higkeit verlieren und allm„hlich einer sicheren Rckentwicklung verfallen. 499 Der Marxismus verneint den Pers”nlichkeitswert S„mtliche Betriebsratsorganisationen, die, statt die Interessen ihrer Angestellten wahrzunehmen, Einfluá auf die Produktion selbst zu gewinnen versuchen, dienen dem gleichen zerst”renden Zwecke. Sie sch„digen die Gesamtleistung, dadurch in Wirklichkeit aber den einzelnen. Denn die Befriedigung der Angeh”rigen eines Volksk”rpers erfolgt auf die Dauer nicht ausschlieálich durch bloáe theoretische Phrasen, sondern vielmehr durch die auf den einzelnen entfallenden Gter des t„glichen Lebens und die daraus endgltig resultierende šberzeugung, daá eine Volksgemeinschaft in ihren gesamten Leistungen die Interessen der einzelnen wahrt. Es spielt auch keine Rolle, ob der Marxismus auf Grund seiner Massentheorie etwa f„hig erscheint, die zur Zeit bestehende Wirtschaft zu bernehmen und weiterzufhren. Die Kritik ber die Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieses Prinzips wird nicht entschieden durch den Nachweis seiner Bef„higung, das Bestehende fr die Zukunft zu verwalten, sondern ausschlieálich nur durch den Beweis, selbst eine solche Kultur schaffen zu k”nnen. Der Marxismus k”nnte tausendmal die heutige Wirtschaft bernehmen und unter seiner Fhrung weiterarbeiten lassen, so wrde sogar ein Erfolg dieser T„tigkeit doch gar nichts beweisen gegenber der Tatsache, daá er nicht in der Lage w„re, unter Anwendung seines Prinzips das selbst zu schaffen, was er als fertig heute unternimmt. Und dafr hat der Marxismus den praktischen Beweis erbracht. Nicht nur, daá er nirgends eine Kultur oder auch nur eine Wirtschaft selbst sch”pferisch zu begrnden vermochte, er war ja tats„chlich nicht einmal in der Lage, die bestehenden nach seinen Prinzipien weiter fortzufhren, sondern muáte schon nach krzester Zeit auf dem Wege von Konzessionen zu den Gedankeng„ngen des Pers”nlichkeitsprinzips zurckgreifen, genau so wie er auch in seiner eigenen Organisation dieser Grunds„tze nicht entraten kann. Das hat aber die v”lkische Weltanschauung von der marxistischen grunds„tzlich zu unterscheiden, daá sie nicht nur den Wert 500 Die beste Staatsverfassung der Rasse, sondern damit auch die Bedeutung der Person erkennt und mithin zu den Grundpfeilern ihres ganzen Geb„udes bestimmt. Das sind die tragenden Faktoren ihrer Weltauffassung. Wrde besonders die nationalsozialistische Bewegung die fundamentale Bedeutung dieser grunds„tzlichen Erkenntnis nicht verstehen, sondern statt dessen am heutigen Staate „uáerlich herumflicken oder gar den Massenstandpunkt als den ihren ansehen, dann wrde sie in Wirklichkeit nur eine Konkurrenzpartei zum Marxismus darstellen; das Recht, sich eine Weltanschauung zu nennen, bes„áe sie damit nicht. Wenn das soziale Programm der Bewegung nur darin best„nde, die Pers”nlichkeit zu verdr„ngen und an ihre Stelle die Masse zu setzen, dann w„re der Nationalsozialismus selbst bereits vom Gift des Marxismus angefressen, wie unsere brgerliche Parteienwelt dies ist. Der v”lkische Staat hat fr die Wohlfahrt seiner Brger zu sorgen, indem er in allem und jedem die Bedeutung des Wertes der Person anerkennt und so auf allen Gebieten jenes H”chstmaá produktiver Leistungsf„higkeit einleitet, die dem einzelnen auch ein H”chstmaá an Anteil gew„hrt. Und der v”lkische Staat hat demgem„á die gesamte, besonders aber die oberste, also die politische Leitung restlos vom parlamentarischen Prinzip der Majorit„ts-, also Massenbestimmung zu befreien, um an Stelle dessen das Recht der Person einwandfrei sicherzustellen. Daraus ergibt sich folgende Erkenntnis: Die beste Staatsverfassung und Staatsform ist diejenige, die mit natrlichster Sicherheit die besten K”pfe der Volksgemeinschaft zu fhrender Bedeutung und zu leitendem Einfluá bringt. Wie aber im Wirtschaftsleben die f„higen Menschen nicht von oben zu bestimmen sind, sondern sich selbst durchzuringen haben, und so wie hier die unendliche Schulung vom kleinsten Gesch„ft bis zum gr”áten Unternehmen selbst gegeben ist, und nur das Leben dann die jeweiligen Prfungen 501 Die beste Staatsverfassung vornimmt, so k”nnen natrlich auch die politischen K”pfe nicht pl”tzlich "entdeckt" werden. Genies auáerordentlicher Art lassen keine Rcksicht auf die normale Menschheit zu. Der Staat muá in seiner Organisation, bei der kleinsten Zelle der Gemeinde angefangen bis zur obersten Leitung des gesamten Reiches, das Pers”nlichkeitsprinzip verankert haben. Es gibt keine Majorit„tsentscheidungen, sondern nur verantwortliche Personen, und das Wort "Rat" wird wieder zurckgefhrt auf seine ursprngliche Bedeutung. Jedem Manne stehen wohl Berater zur Seite, allein die Entscheidung trifft ein Mann. Der Grundsatz, der das preuáische Heer seinerzeit zum wundervollsten Instrument des deutschen Volkes machte, hat in bertragenem Sinne dereinst der Grundsatz des Aufbaues unserer ganzen Staatsauffassung zu sein: Autorit„t jedes Fhrers nach unten und Verantwortlichkeit nach oben. Auch dann wird man nicht jener Korporationen entbehren k”nnen, die wir heute als Parlamente bezeichnen. Allein ihre R„te werden dann wirklich beraten, aber die Verantwortung kann und darf immer nur ein Tr„ger besitzen und mithin auch nur dieser allein die Autorit„t und das Recht des Befehls. Die Parlamente an sich sind notwendig, weil ja vor allem in ihnen die K”pfe die M”glichkeit haben, sich langsam emporzuheben, denen man sp„ter besondere verantwortliche Aufgaben berweisen kann. Damit ergibt sich folgendes Bild: Der v”lkische Staat hat, angefangen bei der Gemeinde bis hinauf zur Leitung des Reiches, keinen Vertretungsk”rper, der etwas durch Majorit„t beschlieát, sondern nur Beratungsk”rper, die dem jeweilig gew„hlten Fhrer zur Seite stehen und von ihm in die Arbeit eingeteilt werden, um nach Bedarf selber auf gewissen Gebieten wieder unbedingte Verantwortung zu bernehmen, genau so wie sie im 502 Beratende Kammern - verantwortliche Fhrer gr”áeren der Fhrer oder Vorsitzende der jeweiligen Korporation selbst besitzt. Der v”lkische Staat duldet grunds„tzlich nicht, daá ber Belange besonderer, zum Beispiel wirtschaftlicher Art, Menschen um Rat oder Urteil befragt werden, die auf Grund ihrer Erziehung und T„tigkeit nichts von der Sache verstehen k”nnen. Er gliedert deshalb seine Vertretungsk”rper von vornherein in politische und berufliche st„ndische Kammern. Um ein ersprieáliches Zusammenwirken beider zu gew„hrleisten, steht ber ihnen als Auslese stets ein besonderer Senat. In keiner Kammer und in keinem Senate findet jemals eine Abstimmung statt. Sie sind Arbeitseinrichtungen und keine Abstimmungsmaschinen. Das einzelne Mitglied hat beratende Stimme, aber niemals beschlieáende. Diese kommt ausschlieálich nur dem jeweils dafr verantwortlichen Vorsitzenden zu. Dieser Grundsatz unbedingter Verbindung von absoluter Verantwortlichkeit mit absoluter Autorit„t wird allm„hlich eine Fhrerauslese heranzuzchten, wie dies heute im Zeitalter des verantwortungslosen Parlamentarismus gar nicht denkbar ist. Damit wird die staatliche Verfassung der Nation in šbereinstimmung gebracht mit jenem Gesetz, dem sie schon auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete ihre Gr”áe verdankt. * Was nun die Durchfhrbarkeit dieser Erkenntnisse betrifft, so bitte ich nicht zu vergessen, daá das parlamentarische Prinzip der demokratischen Majorit„tsbestimmung keineswegs seit jeher die Menschheit beherrscht hat, sondern im Gegenteil nur in ganz kleinen Perioden der Geschichte zu finden ist, die aber immer Zeitr„ume des Verfalls von V”lkern und Staaten sind. Allerdings soll man nicht glauben, daá man durch rein theoretische Maánahmen von oben herunter einen solchen 503 Nat.-Sozial. Bewegung und kommender Staat Wandel herbeifhren k”nne, da er logischerweise nicht einmal bei der Verfassung des Staates haltmachen darf, sondern auch die gesamte brige Gesetzgebung, ja das allgemeine brgerliche Leben durchdringen muá. Solch eine Umw„lzung kann und wird nur stattfinden durch eine Bewegung, die selbst bereits im Geiste dieser Gedanken aufgebaut ist und somit in sich selbst schon den kommenden Staat tr„gt. Daher mag sich die nationalsozialistische Bewegung schon heute restlos in diese Gedanken einleben und sie zur praktischen Auswirkung innerhalb ihrer eigenen Organisation bringen, auf daá sie dereinst dem Staate nicht nur dieselben Richtlinien weisen mag, sondern ihm auch bereits den vollendeten K”rper ihres eigenen Staates zur Verfgung stellen kann. 5. Kapitel Weltanschauung und Organisation Der v”lkische Staat, dessen allgemeines Bild ich in groáen Linien aufzuzeichnen versuchte, wird durch die bloáe Erkenntnis dessen was diesem Staat notwendig ist, an sich noch nicht verwirklicht. Es gengt nicht, zu wissen, wie ein v”lkischer Staat aussehen soll. Viel wichtiger ist das Problem seiner Entstehung. Man darf nicht erwarten, daá die heutigen Parteien, die doch in erster Linie Nutznieáer des derzeitigen Staates sind, von sich aus zu einer Umstellung gelangen und aus freien Stcken eine Žnderung ihrer derzeitigen Haltung durchfhren. Dies ist um so weniger m”glich, als ihre tats„chlich leitenden Elemente ja immer nur Juden und wieder Juden sind. Die Entwicklung, die wir zur Zeit durchmachen, wrde aber, ungehemmt weitergefhrt, eines Tages bei der alljdischen Prophezeiung landen - der Jude fr„áe tats„chlich die V”lker der Erde, wrde ihr Herr. So verfolgt er gegenber den Millionen deutscher "Bourgeois" und "Proleten", die gr”átenteils aus mit Feigheit gepaarter Indolenz und Dummheit in ihr Verderben trotten, im h”chsten Bewuátsein seines Zukunftszieles, unweigerlich seinen Weg. Eine Partei, die von ihm geleitet wird, kann also keine anderen als seine Interessen verfechten; mit den Belangen arischer V”lker aber haben diese nichts gemein. Wenn man also versuchen will, das ideale Bild eines v”lkischen Staates in die reale Wirklichkeit zu berfhren, dann muá man, unabh„ngig von den bisherigen M„chten des ”ffentlichen Lebens, nach einer neuen Kraft suchen, die gewillt und f„hig ist, den Kampf fr ein solches Ideal 505 Kampf und Kritik aufzunehmen. Denn um einen Kampf handelt es sich hierbei, insofern die erste Aufgabe nicht heiát: Schaffung einer v”lkischen Staatsauffassung, sondern vor allem: Beseitigung der vorhandenen jdischen. Wie so oft in der Geschichte liegt die Hauptschwierigkeit nicht im Formen des neuen Zustandes, sondern im Platzmachen fr denselben. Vorurteile und Interessen verbnden sich zu einer geschlossenen Phalanx und versuchen, den Sieg einer ihnen unangenehmen oder sie bedrohenden Idee mit allen Mitteln zu verhindern. Dadurch ist der K„mpfer fr ein solches neues Ideal leider Gottes gezwungen, bei aller positiven Betonung desselben, in erster Linie den negativen Teil des Kampfes durchzufechten, den, der zur Beseitigung des gegenw„rtigen Zustandes fhren soll. Eine junge Lehre von groáer und neuer prinzipieller Bedeutung wird, so unangenehm dies dem einzelnen auch sein mag, als erste Waffe die Sonde der Kritik in aller Sch„rfe ansetzen mssen. Es zeugt von wenig tiefem Einblick in die geschichtlichen Entwicklungen, wenn heute von den sogenannten V”lkischen immer wieder Wert darauf gelegt wird, zu versichern, daá sie sich keineswegs in negativer Kritik zu bet„tigen gedenken, sondern nur in aufbauender Arbeit; ein ebenso kindlich-bl”dsinniges als echt "v”lkisches" Gestammel, und ein Beweis, wie spurlos an diesen K”pfen sogar die Geschichte der eigenen Zeit vorbergegangen ist. Auch der Marxismus hatte ein Ziel, und auch er kennt eine aufbauende T„tigkeit (wenn es sich dabei auch nur um die Errichtung einer Despotie des internationalen Weltfinanzjudentums handelt!); allein er hat vorher nichtsdestoweniger siebzig Jahre lang Kritik gebt; und zwar vernichtende, zersetzende Kritik und immer wieder Kritik, solange, bis durch diese ewig fressende S„ure der alte Staat zermrbt und zum Einsturz gebracht war. Dann erst begann sein sogenannter "Aufbau". Und das war selbstverst„ndlich, richtig und logisch. Ein bestehender Zustand wird durch die bloáe Betonung und Vertretung eines knftigen noch nicht beseitigt. Denn 506 Weltanschauungen sind unduldsam es ist nicht anzunehmen, daá die Anh„nger oder gar die Interessenten des zur Zeit bereits bestehenden Zustandes allein durch die Festlegung einer Notwendigkeit restlos belehrt und fr den neuen gewonnen werden k”nnen. Es kann im Gegenteil nur zu leicht der Fall eintreten, daá dann eben zwei Zust„nde nebeneinander bestehen bleiben und damit die sogenannte Weltanschauung zur Partei wird, aus deren Rahmen sie sich nicht wieder zu erheben vermag. Denn die Weltanschauung ist unduldsam und kann sich mit der Rolle einer "Partei neben anderen" nicht begngen, sondern fordert gebieterisch ihre eigene, ausschlieáliche und restlose Anerkennung sowie die vollkommene Umstellung des gesamten ”ffentlichen Lebens nach ihren Anschauungen. Sie kann also das gleichzeitige Weiterbestehen einer Vertretung des frheren Zustandes nicht dulden. Das gilt genau so fr Religionen. Auch das Christentum konnte sich nicht damit begngen, seinen eigenen Altar aufzubauen, sondern muáte zwangsl„ufig zur Zerst”rung der heidnischen Alt„re schreiten. Nur aus dieser fanatischen Unduldsamkeit heraus konnte sich der apodiktische Glauben bilden, diese Unduldsamkeit ist sogar die unbedingte Voraussetzung fr ihn. Man kann sehr wohl den Einwand bringen, daá es sich bei derartigen Erscheinungen in der Weltgeschichte meist um solche spezifisch jdischer Denkart handelt; ja, daá diese Art von Unduldsamkeit und Fanatismus geradezu jdische Wesensart verk”rpere. Dies mag tausendmal richtig sein, und man kann diese Tatsache wohl tief bedauern und mit nur allzuberechtigtem Unbehagen ihr Erscheinen in der Geschichte der Menschheit als etwas feststellen, was dieser bis dahin fremd gewesen war, - doch „ndert dies nichts daran, daá dieser Zustand heute eben da ist. Die M„nner, die unser deutsches Volk aus seinem jetzigen Zustand erl”sen wollen, haben sich nicht den Kopf darber zu zerbrechen, wie sch”n es w„re, wenn dieses und jenes nicht w„re, sondern mssen versuchen, festzustellen, wie man das Gegebene beseitigt. Eine von infernalischer Unduldsamkeit 507 Parteien neigen zu Kompromissen erfllte Weltanschauung wird aber nur zerbrochen werden durch eine vom gleichen Geist vorw„rtsgetriebene, vom gleichen st„rksten Willen verfochtene, dabei aber in sich reine und durchaus wahrhaftige Idee. Der einzelne mag heute schmerzlich feststellen, daá in die viel freiere antike Welt mit dem Erscheinen des Christentums der erste geistige Terror gekommen ist, er wird die Tatsache aber nicht bestreiten k”nnen, daá die Welt seitdem von diesem Zwange bedr„ngt und beherrscht wird, und daá man Zwang nur wieder durch Zwang bricht und Terror nur mit Terror. Erst dann kann aufbauend ein neuer Zustand geschaffen werden. Politische Parteien sind zu Kompromissen geneigt, Weltanschauungen niemals. Politische Parteien rechnen selbst mit Gegenspielern, Weltanschauungen proklamieren ihre Unfehlbarkeit. Auch politische Parteien haben ursprnglich fast immer die Absicht, zu alleiniger despotischer Herrschaft zu kommen; ein kleiner Trieb zu einer Weltanschauung steckt fast immer in ihnen. Jedoch schon die Engigkeit ihres Programms raubt ihnen den Heroismus, den eine Weltanschauung fordert. Die Konzilianz ihres Wollens fhrt ihnen die kleinen und schw„chlichen Geister zu, mit denen man keine Kreuzzge zu fhren imstande ist. So bleiben sie meist schon frhzeitig in ihrer eigenen erb„rmlichen Kleinheit stecken. Damit geben sie aber den Kampf fr eine Weltanschauung auf und versuchen, statt dessen durch sogenannte "positive Mitarbeit" m”glichst eilig ein Pl„tzchen am Futtertrog bestehender Einrichtungen zu erobern und m”glichst lange daran zu bleiben. Das ist ihr ganzes Streben. Und sollten sie je durch einen etwas brutal veranlagten konkurrierenden Kostg„nger von dieser allgemeinen Futterkrippe weggedr„ngt werden, dann ist ihr Sinnen und Trachten nur darauf eingestellt, sei es durch Gewalt oder List, in dem Rudel der Auch-Hungrigen wieder nach vorne zu dringen, um endlich, koste es auch ihre heiligste šberzeugung, 508 Gemeinschaft auf Grund neuer Weltanschauung sich an der geliebten N„hrquelle laben zu k”nnen. Schakale der Politik! Da eine Weltanschauung niemals bereit ist, mit einer zweiten zu teilen, so kann sie auch nicht bereit sein, an einem bestehenden Zustand, den sie verurteilt, mitzuarbeiten, sondern fhlt die Verpflichtung, diesen Zustand und die gesamte gegnerische Ideenwelt mit allen Mitteln zu bek„mpfen, d.h. deren Einsturz vorzubereiten. Sowohl dieser rein zersetzende Kampf, der von allen anderen sofort in seiner Gefahr erkannt wird und mithin auf gemeinsame Abwehr st”át, als auch der positive, der zur Durchsetzung der eigenen neuen Gedankenwelt angreift, erfordert entschlossene K„mpfer. So wird eine Weltanschauung ihre Ideen nur dann zum Siege fhren, wenn sie die Formen einer kampfkr„ftigen Organisation bringt. Dazu ist es jedoch erforderlich, daá sie, unter Bercksichtigung dieser Elemente, aus ihrem allgemeinen Weltbild bestimmte Gedanken herausgreift und sie in eine Form kleidet, die in ihrer pr„zisen, schlagwort„hnlichen Krze geeignet erscheint, einer neuen Gemeinschaft von Menschen als Glaubensbekenntnis zu dienen. W„hrend das Programm einer nur politischen Partei das Rezept fr einen gesunden n„chsten Wahlausgang ist, bedeutet das Programm einer Weltanschauung die Formulierung einer Kriegserkl„rung gegen eine bestehende Ordnung, gegen einen bestehenden Zustand, kurz gegen eine bestehende Weltauffassung berhaupt. Es ist dabei nicht n”tig, daá jeder einzelne, der fr diese Weltanschauung k„mpft, vollen Einblick und genaue Kenntnis in die letzten Ideen und Gedankeng„nge der Fhrer der Bewegung erh„lt. Notwendig ist vielmehr, daá ihm wenige, ganz groáe Gesichtspunkte klargemacht werden und die wesentlichen Grundlinien sich ihm unausl”schlich einbrennen, so daá er von der Notwendigkeit des Sieges seiner Bewegung und ihrer Lehre restlos durchdrungen ist. 509 Fhrung und Gefolgschaft Es wird auch der einzelne Soldat nicht in die Gedankeng„nge h”herer Strategie eingeweiht. So wie er vielmehr zu straffer Disziplin und zur fanatischen šberzeugung von dem Recht und der Kraft seiner Sache und zu restloser Einstellung auf sie erzogen wird, so muá dies auch beim einzelnen Anh„nger einer Bewegung von groáem Ausmaá und groáer Zukunft und gr”átem Wollen geschehen. So wenig eine Armee taugen wrde, deren einzelne Soldaten durchgehend Gener„le w„ren, und sei es auch nur ihrer Bildung und ihrer Einsicht nach, so wenig taugt eine politische Bewegung als Vertretung einer Weltanschauung, wenn sie nur ein Sammelbecken "geistreicher" Menschen sein m”chte. Nein, sie braucht auch den primitiven Soldaten, da sonst eine innere Disziplin nicht zu erzielen ist. Es liegt im Wesen einer Organisation, daá sie nur bestehen kann, wenn einer h”chsten geistigen Fhrung eine breite, mehr gefhlsm„áig eingestellte Masse dient. Eine Kompanie von zweihundert geistig ganz gleich f„higen Menschen w„re auf die Dauer schwerer zu disziplinieren als eine solche von hundertneunzig weniger f„higen und zehn h”hergebildeten. Aus dieser Tatsache hat einst die Sozialdemokratie den gr”áten Nutzen gezogen. Sie hat die aus dem Heeresdienst Entlassenen und dort schon zur Disziplin erzogenen Angeh”rigen der breiten Schichten unseres Volkes erfaát und in ihre ebenso stramme Parteidisziplin genommen. Auch ihre Organisation stellte eine Armee von Offizieren und Soldaten dar. Der aus dem Heeresdienst entlassene deutsche Handarbeiter wurde der Soldat, der jdische Intellektuelle der Offizier; die deutschen Gewerkschaftsbeamten kann man dabei als das Unteroffizierskorps ansehen. Was unser Brgertum immer mit Kopfschtteln betrachtete, die Tatsache, daá dem Marxismus nur die sogenannten ungebildeten Massen angeh”rten, war in Wahrheit die Voraussetzung fr den Erfolg desselben. Denn w„hrend die brgerlichen Parteien in ihrer einseitigen Geistigkeit eine untaugliche, disziplinlose Bande darstellen, hat der Marxismus in seinem weniggeistigen 510 Fhrung und Gefolgschaft Menschenmaterial eine Armee von Parteisoldaten gebildet, die dem jdischen Dirigenten nun genau so blind gehorchen wie einst ihrem deutschen Offizier. Das deutsche Brgertum, das sich um psychologische Probleme, weil darber hoch erhaben, grunds„tzlich nie gekmmert hat, fand es auch hier nicht notwendig, nachzudenken, um den tieferen Sinn sowie die heimliche Gefahr dieser Tatsache zu erkennen. Man glaubte im Gegenteil, daá eine politische Bewegung, die nur aus Kreisen der "Intelligenz" gebildet wird, schon aus diesem Grunde wertvoller sei und mehr Anspruch, ja selbst mehr Wahrscheinlichkeit besitze, an die Regierung zu gelangen als eine ungebildete Masse. Man begriff nie, daá die St„rke einer politischen Partei keineswegs in einer m”glichst groáen und selbst„ndigen Geistigkeit der einzelnen Mitglieder liegt, als vielmehr im disziplinierten Gehorsam, mit dem ihre Mitglieder der geistigen Fhrung Gefolgschaft leisten. Das Entscheidende ist die Fhrung selbst. Wenn zwei Truppenk”rper miteinander k„mpfen, wird nicht derjenige siegen, bei dem jeder einzelne die h”chste strategische Ausbildung erhielt, sondern derjenige, der die berlegenste Fhrung und zugleich die disziplinierteste, blindgehorsamste, bestgedrillte Truppe hat. Das ist eine grunds„tzliche Einsicht, die wir bei der šberprfung der M”glichkeit, eine Weltanschauung in die Zeit umzusetzen, uns stets vor Augen halten mssen. Wenn wir also, um eine Weltanschauung zum Sieg zu fhren, sie zu einer Kampfbewegung umzustellen haben, so muá logischerweise das Programm der Bewegung auf das Menschenmaterial Rcksicht nehmen, daá ihr zur Verfgung steht. So unverrckbar die Schluáziele und die leitenden Ideen sein mssen, so genial und psychologisch richtig muá das Werbeprogramm auf die Seele derjenigen eingestellt sein, ohne deren Hilfe die sch”nste Idee ewig nur Idee bleiben wrde. Wenn die v”lkische Idee aus dem unklaren Willen von heute zu einem klaren 511 Die Leits„tze der Bewegung Erfolg kommen will, dann muá sie aus ihrer weiten Gedankenwelt bestimmte Leits„tze herausgreifen, die ihrem Wesen und Inhalt nach geeignet sind, eine breitere Menschenmasse auf sich zu verpflichten, und zwar diejenige, die allein den weltanschauungsm„áigen Kampf dieser Idee gew„hrleistet. Dies ist die deutsche Arbeiterschaft. Deshalb wurde das Programm der neuen Bewegung in wenigen, insgesamt fnfundzwanzig Leits„tzen zusammengefaát. Sie sind bestimmt, in erster Linie dem Mann aus dem Volk ein grobes Bild des Wollens der Bewegung zu geben. Sie sind gewissermaáen ein politisches Glaubensbekenntnis, das einerseits fr die Bewegung wirbt und andererseits sich eignet, die Geworbenen zu verbinden und zusammenzuschweiáen durch eine gemeinsam anerkannte Verpflichtung. Dabei darf uns folgende Einsicht nie verlassen: Da das sogenannte Programm der Bewegung in seinen Schluázielen wohl unbedingt richtig ist, in der Formulierung jedoch Rcksicht auf psychologische Momente nehmen muáte, kann im Laufe der Zeit sehr wohl die šberzeugung aufkommen, daá im einzelnen vielleicht bestimmte Leits„tze anders gefaát werden, eine bessere Formulierung erhalten máten. Jeder Versuch dazu wirkt sich aber meist verh„ngnisvoll aus. Denn damit wird etwas, das unerschtterlich fest sein sollte, der Diskussion anheimgegeben, die, sowie einmal ein einzelner Punkt der glaubensm„áig dogmatischen Festlegung entzogen ist, nicht ohne weiteres eine neue, bessere und vor allem einheitliche Festlegung ergeben, sondern viel eher zu endlosen Debatten und zu einer allgemeinen Wirrnis fhren wird. Es bleibt in einem solchen Fall immer abzuw„gen, was besser ist: eine neue, glcklichere Formulierung, die eine Auseinandersetzung innerhalb der Bewegung veranlaát, oder eine im Augenblick vielleicht nicht allerbeste Form, die aber einen in sich geschlossenen, unerschtterlichen, innerlich ganz einheitlichen 512 Die Leits„tze der Bewegung Organismus darstellt. Und jede Prfung wird ergeben, daá letzteres vorzuziehen ist. Denn da es sich bei Ab„nderungen immer nur um die „uáere Formgebung handelt, werden solche Korrekturen immer wieder als m”glich oder wnschenswert erscheinen. Endlich besteht aber bei der Oberfl„chlichkeit der Menschen die groáe Gefahr, daá sie in dieser rein „uáeren Formulierung eines Programms die wesentlichste Aufgabe einer Bewegung sehen. Damit tritt dann der Wille und die Kraft zur Verfechtung der Idee selbst zurck, und die Aktivit„t, die sich nach auáen wenden sollte, wird sich in inneren programmatischen K„mpfen aufreiben. Bei einer in groáen Zgen tats„chlich richtigen Lehre ist es weniger sch„dlich, eine Fassung, selbst wenn sie der Wirklichkeit nicht mehr ganz entsprechen sollte, beizubehalten, als durch eine Verbesserung derselben ein bisher als graniten geltendes Grundgesetz der Bewegung der allgemeinen Diskussion mit ihren belsten Folgeerscheinungen auszuliefern. Unm”glich ist es vor allem so lange, als eine Bewegung selbst erst um den Sieg k„mpft. Denn wie will man Menschen mit blindem Glauben an die Richtigkeit einer Lehre erfllen, wenn man durch dauernde Ver„nderungen am „uáeren Bau derselben Unsicherheit und Zweifel verbreitet? Das Wesentliche darf eben nie in der „uáeren Fassung, sondern stets nur im inneren Sinn gesucht werden. Und dieser ist unver„nderlich; und in seinem Interesse kann man zuletzt nur wnschen, daá sich die Bewegung durch Fernhalten aller zersplitternden und Unsicherheit erzeugenden Vorg„nge die n”tige Kraft zu seiner Verfechtung erhalte. Auch hier hat man an der katholischen Kirche zu lernen. Obwohl ihr Lehrgeb„ude in manchen Punkten, und zum Teil ganz berflssigerweise, mit der exakten Wissenschaft und der Forschung in Kollision ger„t, ist sie dennoch nicht bereit, auch nur eine kleine Silbe von ihren Lehrs„tzen zu opfern. Sie hat sehr richtig erkannt, daá ihre Widerstandskraft nicht in einer mehr oder minder groáen Anpassung an die jeweiligen wissenschaftlichen Ergebnisse liegt, die in 513 Die Leits„tze der Bewegung Wirklichkeit doch ewig schwanken, sondern vielmehr im starren Festhalten an einmal niedergelegten Dogmen, die dem Ganzen erst den Glaubenscharakter verleihen. So steht sie heute fester da als je. Man kann prophezeien, daá in eben dem Maáe, in dem die Erscheinungen fliehen, sie selbst als ruhender Pol in der Erscheinungen Flucht immer mehr blinde Anh„nglichkeit erringen wird. Wer also den Sieg einer v”lkischen Weltanschauung wirklich und ernstlich wnscht, der muá nicht nur erkennen, daá zur Erringung eines solchen Erfolges erstens nur eine kampff„hige Bewegung geeignet ist, sondern daá zweitens eine solche Bewegung selbst nur standhalten wird unter Zugrundelegung einer unerschtterlichen Sicherheit und Festigkeit ihres Programms. Sie darf sich nicht unterstehen, in der Formulierung desselben dem jeweiligen Zeitgeist Konzessionen zu machen, sondern muá eine einmal als gnstig befundenen Form fr immer beibehalten, auf alle F„lle aber so lange, bis sie der Sieg gekr”nt hat. Vorher zersplittert jeder Versuch, Auseinandersetzungen ber die Zweckm„áigkeit des einen oder anderen Programmpunktes herbeizufhren, die Geschlossenheit und die Kampfkraft der Bewegung in dem Maáe, in dem ihre Anh„nger sich an einer solchen inneren Diskussion beteiligen. Damit ist nicht gesagt, daá eine heute durchgefhrte "Verbesserung" nicht schon morgen erneut kritischen Prfungen unterworfen werden k”nnte, um bermorgen abermals einen besseren Ersatz zu finden. Wer hier einmal Schranken einreiát, gibt eine Bahn frei, deren Anfang man kennt, deren Ende jedoch sich im Uferlosen verliert. Diese wichtige Erkenntnis muáte in der jungen nationalsozialistischen Bewegung ihre Verwertung finden. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei erhielt mit ihrem Programm der 514 Die Leits„tze der Bewegung fnfundzwanzig Thesen eine Grundlage, die unerschtterlich sein muá. Die Aufgabe der heutigen und der kommenden Mitglieder unserer Bewegung darf nicht in einer kritischen Umarbeitung dieser Leits„tze, sondern vielmehr in ihrer Verpflichtung auf sie bestehen. Denn sonst k”nnte die n„chste Generation mit demselben Recht ihrerseits wieder ihre Kraft fr eine solche rein formale Arbeit innerhalb der Partei verschwenden, anstatt der Bewegung neue Anh„nger und dadurch neue Kr„fte zuzufhren. Fr die groáe Zahl der Anh„nger wird das Wesen unserer Bewegung weniger im Buchstaben unserer Leits„tze liegen, als vielmehr in dem Sinne, den wir ihnen zu geben imstande sind. Diesen Erkenntnissen verdankte die junge Bewegung einst ihren Namen, nach ihnen wurde sp„ter das Programm verfaát, und in ihnen liegt weiter die Art ihrer Verbreitung begrndet. Um den v”lkischen Ideen zum Siege zu verhelfen, muáte eine Volkspartei geschaffen werden, eine Partei, die nicht nur aus intellektuellen Fhrern, sondern auch aus Handarbeitern besteht! Jeder Versuch, ohne eine solche schlagkr„ftige Organisation an die Verwirklichung v”lkischer Gedankeng„nge zu schreiten, wrde heute genau so wie in der Vergangenheit auch in aller Zukunft erfolglos sein. Damit hat aber die Bewegung nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, sich als Vork„mpferin und damit als Repr„sentantin dieser Ideen zu fhlen. So sehr die Grundgedanken der nationalsozialistischen Bewegung v”lkische sind, so sehr sind zugleich die v”lkischen Gedanken nationalsozialistisch. Wenn aber der Nationalsozialismus siegen will, so muá er sich zu dieser Feststellung unbedingt und ausschlieálich bekennen. Er hat hier ebenfalls nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, die Tatsache sch„rfstens zu betonen, daá jeder Versuch, 515 Nationalsozialismus und v”lkische Idee auáerhalb des Rahmens der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei die v”lkische Idee zu vertreten, unm”glich ist, in den meisten F„llen aber geradezu auf Schwindel beruht. Wenn jemand heute der Bewegung den Vorwurf macht, sie tue, als ob sie die v”lkische Idee "gepachtet" h„tte, so gibt es darauf nur eine Antwort: Nicht nur gepachtet, sondern fr die Praxis geschaffen. Denn was bisher unter diesem Begriff vorhanden war, war nicht geeignet, das Schicksal unseres Volkes auch nur im geringsten zu beeinflussen, da allen diesen Ideen die klare einheitliche Formulierung gefehlt hat. Es handelte sich meistens nur um einzelne, zusammenhanglose Erkenntnisse von mehr oder minder groáer Richtigkeit, die sich nicht selten gegenseitig widersprachen, auf keinen Fall aber eine innere Bindung untereinander hatten. Und selbst wenn diese vorhanden gewesen w„re, so wrde sie doch in ihrer Schw„che niemals gengt haben, eine Bewegung darauf einzustellen und aufzubauen. Allein die nationalsozialistische Bewegung vollbrachte dies. * Wenn heute alle m”glichen Verb„nde und Verb„ndchen, Gruppen und Grppchen und meinetwegen auch "groáe Parteien" das Wort "v”lkisch" fr sich in Anspruch nehmen, so ist dies selbst schon eine Folge des Wirkens der nationalsozialistischen Bewegung. Ohne ihre Arbeit w„re es allen diesen Organisationen nie eingefallen, das Wort "v”lkisch" auch nur auszusprechen, sie h„tten sich unter diesem Worte berhaupt nichts vorgestellt und besonders ihre leitenden K”pfe wrden in keinerlei Beziehung irgendwelcher Art zu diesem Begriffe gestanden sein. Erst die Arbeit der N.S.D.A.P. hat diesen Begriff zu einem inhaltsschweren Wort gemacht, das 516 Nationalsozialismus und v”lkische Idee nun von allen m”glichen Leuten in den Mund genommen wird; vor allem hat sie in ihrer eigenen erfolgreichen Werbet„tigkeit die Kraft dieser v”lkischen Gedanken gezeigt und bewiesen, so daá schon die eigene Gewinnsucht die anderen zwingt, wenigstens behauptungsweise „hnliches zu wollen. So wie sie bisher alles in den Dienst ihrer kleinlichen Wahlspekulation gestellt haben, so ist fr diese Parteien der Begriff v”lkisch heute auch nur ein ganz „uáerliches, hohles Schlagwort geblieben, mit dem sie versuchen, die werbende Kraft der nationalsozialistischen Bewegung bei ihren eigenen Mitgliedern auszugleichen. Denn nur die Sorge um ihren eigenen Bestand sowie die Angst vor dem Emporkommen unserer von einer neuen Weltanschauung getragenen Bewegung, deren universale Bedeutung sie ebenso ahnen wie ihre gef„hrliche Ausschlieálichkeit, legt ihnen Worte in den Mund, die sie vor acht Jahren nicht kannten, vor sieben Jahren verlachten, vor sechs Jahren als Bl”dsinn bezeichneten, vor fnf bek„mpften, vor vier haáten, vor drei verfolgten, um sie endlich vor zwei Jahren selbst zu annektieren und, vereint mit ihrem sonstigen Wortschatz, als Kriegsgeschrei im Kampfe zu verwenden. Und selbst heute muá man immer wieder darauf hinweisen, daá allen diesen Parteien jede Ahnung fehlt, was dem deutschen Volke nottut. Der schlagendste Beweis dafr ist die Oberfl„chlichkeit, mit der sie das Wort "v”lkisch" in ihre M„uler nehmen! Nicht minder gef„hrlich sind dabei alle diejenigen, die als Scheinv”lkische sich herumtrollen, phantastische Pl„ne schmieden, meist auf nichts weiter gesttzt als auf irgendeine fixe Idee, die an sich richtig sein k”nnte, allein in ihrer Isoliertheit dennoch ohne jede Bedeutung fr die Bildung einer groáen einheitlichen Kampfgemeinschaft und auf keinen Fall geeignet sind, eine solche aufzubauen. Diese Leute, die teils aus eigenem Denken, teils aus Gelesenem ein Programm zusammenbrauen, sind h„ufig gef„hrlicher als die offenen Feinde der v”lkischen Idee. Sie sind im gnstigsten Fall unfruchtbare Theoretiker, meistens aber verheerende Schwadroneure, 517 Nationalsozialismus und v”lkische Idee und glauben nicht selten, durch wallenden Vollbart und urgermanisches Getue die geistige und gedankliche Hohlheit ihres Handelns und K”nnens maskieren zu k”nnen. Im Gegensatz zu all diesen untauglichen Versuchen ist es deshalb gut, wenn man sich die Zeit in das Ged„chtnis zurckruft, in der die junge nationalsozialistische Bewegung mit ihrem Kampf begann. 6. Kapitel Der Kampf der ersten Zeit. - Die Bedeutung der Rede Die erste groáe Versammlung am 24. Februar 1920 im Hofbr„uhausfestsaal war noch nicht in uns verklungen, als schon die Vorbereitungen fr die n„chste getroffen wurden. W„hrend es bis dahin als bedenklich galt, in einer Stadt wie Mnchen alle Monate oder gar alle vierzehn Tage eine kleine Versammlung abhalten zu wollen, sollte nun alle acht Tage, also w”chentlich einmal, eine groáe Massenversammlung stattfinden. Ich brauche nicht zu versichern, daá uns dabei immer und immer nur eine einzige Angst qu„lte: Wrden die Menschen kommen und wrden sie uns zuh”ren - wenn auch ich pers”nlich schon damals die unerschtterliche šberzeugung hatte, daá, wenn sie erst einmal da sind, die Leute auch bleiben und der Rede folgen. In dieser Zeit erhielt der Mnchner Hofbr„uhausfestsaal fr uns Nationalsozialisten eine fast weihevolle Bedeutung. Jede Woche eine Versammlung, fast immer in diesem Raum, und jedesmal der Saal besser gefllt und die Menschen and„chtiger! Ausgehend von der "Schuld am Krieg", um die sich damals kein Mensch kmmerte, ber die Friedensvertr„ge hinweg, wurde fast alles behandelt, was irgendwie agitatorisch zweckm„áig oder ideenm„áig notwendig war. Besonders den Friedensvertr„gen selbst wurde gr”áte Aufmerksamkeit geschenkt. Was hat die junge Bewegung damals den groáen Menschenmassen immer und immer prophezeit, und wie ist fast alles davon bis jetzt eingetroffen! Heute kann man ber diese Dinge leicht reden 519 Kampf gegen Vergiftungspropaganda oder schreiben. Damals aber bedeutete eine ”ffentliche Massenversammlung, in der sich nicht brgerliche Spieáer, sondern verhetzte Proletarier befanden, mit dem Thema "Der Friedensvertrag von Versailles" einen Angriff gegen die Republik und ein Zeichen reaktion„rer, wenn nicht monarchistischer Gesinnung. Schon beim ersten Satz, der eine Kritik von Versailles enthielt, konnte man den stereotypen Zwischenruf entgegengeschleudert erhalten: "Und Brest-Litowsk?" "Brest-Litowsk!" So brllte die Masse immer wieder und wieder, solange, bis sie allm„hlich heiser wurde oder der Referent schlieálich den Versuch, zu berzeugen, aufgab. Man h„tte seinen Kopf gegen die Wand stoáen m”gen vor Verzweiflung ber solch ein Volk! Es wollte nicht h”ren, nicht verstehen, daá Versailles eine Schande und Schmach sei, ja nicht einmal, daá dieses Diktat eine unerh”rte Ausplnderung unseres Volkes bedeute. Die marxistische Zerst”rungsarbeit und die feindliche Vergiftungspropaganda hatten diese Menschen auáer jeder Vernunft gebracht. Und dabei durfte man nicht einmal klagen. Denn wie unermeálich groá war die Schuld auf anderer Seite! Was hatte das Brgertum getan, um dieser furchtbaren Zersetzung Einhalt zu gebieten, ihr entgegenzutreten und durch eine bessere und grndlichere Aufkl„rung der Wahrheit die Bahn frei zu machen? Nichts und wieder nichts! Ich habe sie damals nirgends gesehen, alle die groáen v”lkischen Apostel von heute. Vielleicht sprachen sie in Kr„nzchen, an Teetischen oder in Zirkeln Gleichgesinnter, aber da, wo sie h„tten sein mssen, unter den W”lfen, dorthin wagten sie sich nicht; auáer es fand sich eine Gelegenheit, mit ihnen heulen zu k”nnen. Mir selbst war aber damals klar, daá fr den kleinen Grundstock, der zun„chst die Bewegung bildete, die Frage der Schuld am Kriege bereinigt werden muáte, und zwar bereinigt im Sinne der historischen Wahrheit. Daá unsere Bewegung breitesten Massen die Kenntnis des Friedensvertrags vermittelte, war eine Voraussetzung zu dem Erfolge der Bewegung in der Zukunft. Damals, als sie in diesem Frieden alle noch einen Erfolg der Demokratie sahen, muáte man 520 Gegen den Strom dagegen Front machen und sich den Gehirnen der Menschen fr immer als Feind dieses Vertrages eingraben, auf daá sp„ter, wenn einst die herbe Wirklichkeit dieses trgerische Flitterwerk ungeschminkt in seinem nackten Hasse enthllen wrde, die Erinnerung an unsere damalige Einstellung uns ihr Vertrauen erwrbe. Schon in jener Zeit habe ich immer dafr Stellung genommen, in wichtigen prinzipiellen Fragen, in denen die gesamte ”ffentliche Meinung eine falsche Haltung einnahm, ohne Rcksicht auf Popularit„t, Haá oder Kampf gegen sie Front zu machen. Die N.S.D.A.P. durfte nicht ein Bttel der ”ffentlichen Meinung, sondern muáte ein Gebieter derselben werden. Nicht Knecht soll sie der Masse sein, sondern Herr! Es besteht natrlich, und besonders fr jede noch schwache Bewegung, die groáe Versuchung, in Augenblicken, in denen es einem berm„chtigen Gegner gelungen ist, das Volk durch seine Verfhrungsknste zu einem wahnsinnigen Entschluá oder zu falscher Haltung zu treiben, auch mitzutun und mitzuschreien, zumal dann, wenn ein paar Grnde - und w„re es auch nur scheinbar - vom Gesichtspunkt der jungen Bewegung selbst angesehen, dafr sprechen k”nnten. Die menschliche Feigheit wird dabei so eifrig nach solchen Grnden suchen, daá sie fast stets irgend etwas findet, das einen Schein von Recht geben wrde, auch vom "eigenen Gesichtspunkt" aus solch ein Verbrechen mitzumachen.Ich habe einige Male solche F„lle erlebt, in denen h”chste Energie notwendig war, um das Schiff der Bewegung nicht in den knstlich erregten allgemeinen Strom hineinschwimmen, oder besser, mit ihm treiben zu lassen. Das letztemal, als es unserer infernalischen Presse, der ja die Existenz des deutschen Volkes Hekuba ist, gelang, die Sdtiroler Frage zu einer Bedeutung emporzutreiben, die dem deutschen Volk verh„ngnisvoll werden wird. Ohne zu bedenken, wessen Dienste sie damit besorgen, haben sich viele sogenannte "nationale" M„nner und Parteien und Verb„nde lediglich aus Feigheit vor der von den Juden aufgerhrten ”ffentlichen Meinung dem allgemeinen Geschrei angeschlossen und 521 Politik auf weite Sicht sinnlos mitgeholfen, den Kampf gegen ein System zu untersttzen, daá wir Deutsche gerade in dieser heutigen Lage als den einzigen Lichtblick in dieser verkommenden Welt empfinden máten. W„hrend uns der internationale Weltjude langsam aber sicher die Gurgel abdrckt, brllen unsere sogenannten Patrioten gegen den Mann und ein System die es gewagt haben, sich wenigstens an einer Stelle der Erde der jdisch-freimaurerischen Umklammerung zu entziehen und dieser internationalen Weltvergiftung einen nationalistischen Widerstand entgegenzusetzen. Es war aber zu verlockend fr schwache Charaktere, einfach die Segel nach dem Wind zu stellen und vor dem Geschrei der ”ffentlichen Meinung zu kapitulieren. Und um eine Kapitulation hat es sich gehandelt! M”gen die Menschen in ihrer inneren Verlogenheit und Schlechtigkeit es auch nicht zugeben, vielleicht nicht einmal sich selbst gegenber, so bleibt es doch Wahrheit, daá nur Feigheit und Angst vor der durch den Juden in Aufruhr gebrachten Volksabstimmung es war, die sie zum Mittun veranlaáte. Alle anderen Begrndungen sind j„mmerliche Ausflchte des schuldbewuáten kleinen Snders. Da war es notwendig, mit eiserner Faust die Bewegung herumzureiáen, um sie vor dem Verderben durch diese Richtung zu bewahren. Eine solche Umstellung in dem Augenblick zu versuchen, da die ”ffentliche Meinung durch alle treibenden Kr„fte angefacht wie eine groáe Flamme nur nach einer Richtung hin brennt, ist allerdings im Augenblick nicht sehr popul„r, ja fr den Wagemutigen manches Mal fast todgef„hrlich. Aber nicht wenige M„nner der Geschichte sind in solchen Augenblicken fr ein Handeln gesteinigt worden, fr das die Nachwelt sp„ter alle Veranlassung hatte, ihnen auf den Knien zu danken. Damit aber muá eine Bewegung rechnen und nicht mit dem augenblicklichen Beifall der Gegenwart. Es mag dann schon so sein, daá in solchen Stunden dem einzelnen „ngstlich zumute wird; allein er soll nie vergessen, daá nach jeder solchen Stunde einmal auch die Erl”sung kommt, und daá eine Bewegung, die eine Welt erneuern will, nicht dem Augenblick, sondern der Zukunft zu dienen hat. 522 Rednerische Erfahrungen Man kann dabei feststellen, daá die gr”áten und nachhaltigsten Erfolge in der Geschichte meistens die zu sein pflegen, die bei ihrem Beginne am wenigsten Verst„ndnis fanden, weil sie zur allgemeinen ”ffentlichen Meinung, zu ihrer Einsicht und zu ihrem Willen im sch„rfsten Gegensatz standen. Das konnten wir schon damals, am ersten Tage unseres ”ffentlichen Auftretens, erfahren. Wir haben wahrlich nicht um die "Gunst der Massen gebuhlt", sondern sind dem Wahnsinn dieses Volkes entgegengetreten, berall. Fast immer war es so, daá ich in diesen Jahren vor eine Versammlung von Menschen trat, die an das Gegenteilige von dem glaubten, was ich sagen wollte, und das Gegenteil von dem wollten, was ich glaubte. Dann war es die Aufgabe von zwei Stunden, zwei- bis dreitausend Menschen aus ihrer bisherigen šberzeugung herauszuheben, Schlag um Schlag das Fundament ihrer bisherigen Einsichten zu zertrmmern und sie schlieálich hinberzuleiten auf den Boden unserer šberzeugung und unserer Weltanschauung. Ich habe damals in kurzer Zeit etwas Wichtiges gelernt, n„mlich dem Feinde die Waffe seiner Entgegnung gleich selber aus der Hand zu schlagen. Man merkte bald, daá unsere Gegner, besonders in Gestalt ihrer Diskussionsredner, mit einem ganz bestimmten "Repertoire" auftragen, in welchem immer wiederkehrende Einw„nde gegen unsere Behauptungen erhoben wurden, so daá die Gleichartigkeit dieses Vorgangs auf eine zielbewuáte einheitliche Schulung hinwies. Und so war es ja auch. Wir konnten hier die unglaubliche Diszipliniertheit der Propaganda unserer Gegner kennenlernen, und es ist heute noch mein Stolz, das Mittel gefunden zu haben, diese Propaganda nicht nur unwirksam zu machen, sondern ihre Macher endlich selbst damit zu schlagen. Zwei Jahre sp„ter war ich Herr dieser Kunst. Es war wichtig, sich in jeder einzelnen Rede vorher schon klar zu werden ber den vermutlichen Inhalt und die Form der in der Diskussion zu erwartenden Gegeneinw„nde und diese dann in der eigenen Rede bereits restlos zu zerpflcken. 523 Aufkl„rung ber die Friedensvertr„ge Es war dabei zweckm„áig, die m”glichen Einw„nde selbst immer sofort anzufhren und ihre Haltlosigkeit zu beweisen; so wurde der Zuh”rer, der, wenn auch vollgepfropft mit den ihm angelernten Einw„nden, aber sonst ehrlichen Herzens gekommen war, durch die vorweggenommene Erledigung der in seinem Ged„chtnis eingepr„gten Bedenken leichter gewonnen. Das ihm eingelernte Zeug wurde von selbst widerlegt und seine Aufmerksamkeit immer mehr vom Vortrag angezogen. Das war der Grund, weshalb ich schon nach meinem ersten Vortrag ber den "Friedensvertrag von Versailles", den ich noch als sogenannter "Bildungsmensch" vor der Truppe gehalten hatte, diesen insofern „nderte, als ich nunmehr ber die "Friedensvertr„ge von Brest-Litowsk und Versailles" sprach. Denn ich konnte schon nach krzester Zeit, ja schon im Verlauf der Aussprache ber diesen meinen ersten Vortrag, feststellen, daá die Leute ber den Friedensvertrag von Brest-Litowsk in Wirklichkeit gar nichts wuáten, daá es aber der geschickten Propaganda ihrer Parteien gelungen war, gerade diesen Vertrag als einen der sch„ndlichsten Vergewaltigungsakte der Welt hinzustellen. Der Beharrlichkeit, mit welcher der breiten Masse diese Lge immer wieder vorgetragen wurde, war es zuzuschreiben, daá Millionen von Deutschen im Friedensvertrag von Versailles nur mehr eine gerechte Vergeltung fr das zu Brest-Litowsk von uns begangene Verbrechen sahen, somit jeden wirklichen Kampf gegen Versailles als Unrecht empfanden und in manches Mal ehrlichster, sittlicher Entrstung verblieben. Und dies war auch mit die Ursache, weshalb sich das ebenso unversch„mte wie ungeheuerliche Wort "Wiedergutmachung" in Deutschland einzubrgern vermochte. Diese verlogenste Heuchelei erschien Millionen unserer verhetzten Volksgenossen wirklich als Vollzug einer h”heren Gerechtigkeit. Entsetzlich, aber es war so. Den besten Beweis dafr lieferte der Erfolg der nun von mir eingeleiteten Propaganda gegen den Friedensvertrag von Versailles, der ich eine Aufkl„rung ber den Vertrag von Brest-Litowsk vorausschickte. Ich stellte die beiden Friedensvertr„ge gegeneinander, 524 Aufkl„rung ber die Friedensvertr„ge verglich sie Punkt fr Punkt, zeigte die in Wirklichkeit geradezu grenzenlose Humanit„t des einen Vertrages im Gegensatz zur unmenschlichen Grausamkeit des zweiten, und das Ergebnis war ein durchschlagendes. Ich habe ber dieses Thema damals in Versammlungen von zweitausend Menschen gesprochen, in denen mich oft die Blicke aus dreitausendsechshundert feindlichen Augen trafen. Und drei Stunden sp„ter hatte ich vor mir eine wogende Masse voll heiligster Emp”rung und maálosestem Grimm. Wieder war aus Herzen und Gehirnen einer nach Tausenden z„hlenden Menge eine groáe Lge herausgerissen und dafr eine Wahrheit eingepflanzt worden. Die beiden Vortr„ge, n„mlich ber "Die wahren Ursachen des Weltkrieges" und ber "Die Friedensvertr„ge von Brest-Litowsk und Versailles", hielt ich damals fr die allerwichtigsten, so daá ich sie Dutzende Male in immer neuer Fassung wiederholte und wiederholte, bis wenigstens ber diesen Punkt eine bestimmte klare und einheitliche Auffassung unter den Menschen verbreitet war, aus denen sich die Bewegung ihre ersten Mitglieder holte. Diese Versammlungen hatten fr mich selbst noch das Gute, daá ich mich langsam zum Massenversammlungsredner umstellte, daá mir das Pathos gel„ufig wurde und die Geste, die der groáe, tausend Menschen fassende Raum erfordert. Ich habe zu jener Zeit, auáer, wie schon betont, in kleinen Zirkeln, keine Aufkl„rung in dieser Richtung von den Parteien gesehen, die heute den Mund voll nehmen und tun, als ob sie einen Wandel in der ”ffentlichen Meinung herbeigefhrt h„tten. Wenn aber ein sogenannter nationaler Politiker irgendwo einen Vortrag in dieser Richtung hielt, dann nur vor Kreisen, die selbst schon meist seiner šberzeugung waren, und bei denen das Vorgebrachte h”chstens eine Best„rkung der eigenen Gesinnung darstellte. Darauf aber kam es damals nicht an, sondern ausschlieálich darauf, diejenigen Menschen durch Aufkl„rung und Propaganda zu gewinnen, die bisher ihrer Erziehung und Einsicht nach auf gegnerischem Boden standen. 525 Rede wirkungsvoller als Schrift Auch das Flugblatt wurde von uns in den Dienst dieser Aufkl„rung gestellt. Schon in der Truppe hatte ich ein Flugblatt mit einer Gegenberstellung der Friedensvertr„ge von Brest-Litowsk und Versailles verfaát, das in ganz groáen Auflagen zur Verbreitung gelangte. Ich habe dann sp„ter fr die Partei Best„nde davon bernommen, und auch hier war die Wirkung wieder eine gute. Die ersten Versammlungen zeichneten sich berhaupt dadurch aus, daá die Tische bedeckt waren von allen m”glichen Flugbl„ttern, Zeitungen, Broschren usw. Doch wurde das Hauptgewicht auf das gesprochene Wort gelegt. Und tats„chlich ist auch nur dieses allein in der Lage, wirklich groáe Umw„lzungen herbeizufhren, und zwar aus allgemein psychologischen Grnden. Ich habe schon im ersten Bande ausgefhrt, daá alle gewaltigen, weltumw„lzenden Ereignisse nicht durch Geschriebenes, sondern durch das gesprochene Wort herbeigefhrt worden sind. Daran knpfte sich in einem Teil der Presse eine l„ngere Diskussion, in der natrlich, besonders von unseren brgerlichen Schlauk”pfen, sehr scharf gegen eine solche Behauptung Stellung genommen wurde. Allein schon der Grund, weshalb dies geschah, widerlegt die Zweifler. Denn die brgerliche Intelligenz protestiert gegen eine solche Auffassung ja nur, weil ihr selbst die Kraft und F„higkeit der Massenbeeinflussung durch das gesprochene Wort ersichtlich fehlt, da man sich immer mehr auf die rein schriftstellerische T„tigkeit geworfen hatte und auf die wirklich agitatorische der Rede verzichtete. Eine solche Gepflogenheit fhrt aber mit der Zeit zwangsl„ufig zu dem, was unser Brgertum heute auszeichnet, n„mlich zum Verlust des psychologischen Instinktes fr Massenwirkung und Massenbeeinflussung. W„hrend der Redner aus der Menge heraus, vor welcher er spricht, eine dauernde Korrektur seines Vortrages erh„lt, insofern er unausgesetzt an den Gesichtern seiner Zuh”rer ermessen kann, inwieweit sie seinen Ausfhrungen mit Verst„ndnis zu folgen verm”gen und ob der Eindruck und die Wirkung seiner Worte zum gewnschten Ziele 526 Rede wirkungsvoller als Schrift fhren, kennt der Schriftsteller seine Leser berhaupt nicht. Deshalb wird er schon von vornherein nicht auf eine bestimmte ihm vor Augen befindliche Menschenmenge abzielen, sondern seine Ausfhrungen ganz allgemein halten. Er verliert dadurch aber bis zu einem gewissen Grad an psychologischer Feinheit und in der Folge an Geschmeidigkeit. So wird im allgemeinen ein gl„nzender Redner immer noch besser zu schreiben verm”gen, als ein gl„nzender Schriftsteller zu reden, auáer er bt sich dauernd in dieser Kunst. Dazu kommt, daá die Masse der Menschen an sich faul ist, tr„ge im Gleise alter Gewohnheiten bleibt und von sich selbst aus nur ungern zu etwas Geschriebenem greift, wenn es nicht dem entspricht, was man selber glaubt, und nicht das bringt, was man sich erhofft. Daher wird eine Schrift mit einer bestimmten Tendenz meistens nur von Menschen gelesen werden, die selbst dieser Richtung schon zuzurechnen sind. H”chstens ein Flugblatt oder ein Plakat k”nnen durch ihre Krze damit rechnen, auch bei einem Andersdenkenden einen Augenblick lang Beachtung zu finden. Gr”áere Aussicht besitzt schon das Bild in allen seinen Formen, bis hinauf zum Film. Hier braucht der Mensch noch weniger verstandesm„áig zu arbeiten; es gengt, zu schauen, h”chstens noch ganz kurze Texte zu lesen, und so werden viele eher bereit sein, eine bildliche Darstellung aufzunehmen, als ein l„ngeres Schriftstck zu lesen. Das Bild bringt in viel krzerer Zeit, fast m”chte ich sagen, auf einen Schlag, dem Menschen eine Aufkl„rung, die er aus Geschriebenem erst durch langwieriges Lesen empf„ngt. Das Wesentlichste aber ist, daá ein Schriftstck nie weiá, in welche H„nde es kommt und doch seine bestimmte Fassung beibehalten muá. Die Wirkung wird im allgemeinen um so gr”áer sein, je mehr diese Fassung dem geistigen Niveau und der Wesensart gerade derjenigen entspricht, die seine Leser sein werden. Ein Buch, das fr breite Massen bestimmt ist, muá darum von vorneherein versuchen, in Stil und H”he anders zu wirken als ein fr h”here intellektuelle Schichten bestimmtes Werk. Nur in dieser Art der Anpassungsf„higkeit n„hert 527 Rede wirkungsvoller als Schrift Geschriebene sich dem gesprochenen Wort. Der Redner kann meinetwegen das gleiche Thema behandeln, wie das Buch, er wird doch, wenn er ein groáer und genialer Volksredner ist, denselben Vorwurf und denselben Stoff kaum zweimal in gleicher Form wiederholen. Er wird sich von der breiten Masse immer so tragen lassen, daá ihm daraus gefhlsm„áig gerade die Worte flssig werden, die er braucht, um seinen jeweiligen Zuh”rern zu Herzen zu sprechen. Irrt er sich aber noch so leise, so hat er die lebendige Korrektur stets vor sich. Wie schon oben gesagt, vermag er dem Mienenspiel seiner Zuh”rer abzulesen, ob sie erstens verstehen, was er spricht, ob sie zweitens dem Gesamten zu folgen verm”gen und inwieweit er sie drittens von der Richtigkeit des Vorgebrachten berzeugt hat. Sieht er - erstens -, daá sie ihn nicht verstehen, so wird er in seiner Erkl„rung so primitiv und deutlich werden, daá selbst der letzte ihn begreifen muá; fhlt er - zweitens -, daá sie ihm nicht zu folgen verm”gen, so wird er so vorsichtig und langsam seine Gedanken aufbauen, bis selbst der Schw„chste unter allen nicht mehr zurckbleibt, und er wird - drittens -, sowie er ahnt, daá sie von der Richtigkeit des Vorgebrachten nicht berzeugt zu sein scheinen, dieses so oft und in immer wieder neuen Beispielen wiederholen, ihre Einw„nde, die er unausgesprochen sprt, selbst vorbringen und so lange widerlegen und zersplittern, bis endlich selbst die letzte Gruppe einer Opposition schon durch ihre Haltung und ihr Mienenspiel ihn die Kapitulation vor seiner Beweisfhrung erkennen l„át. Dabei handelt es sich nicht selten bei den Menschen um die šberwindung von Voreingenommenheiten, die nicht in ihrem Verstand begrndet, sondern meist unbewuát, nur durch das Gefhl gesttzt sind. Diese Schranke instinktiver Abneigung, gefhlsm„áigen Hasses, voreingenommener Ablehnung zu berwinden, ist tausendmal schwieriger als die Richtigstellung einer fehlerhaften oder irrigen wissenschaftlichen Meinung. Falsche Begriffe und schlechtes Wissen k”nnen durch Belehrung beseitigt werden, Widerst„nde des Gefhls niemals. Einzig ein Appell an diese geheimnisvollen 528 Erfolge des Marxismus durch Rede Kr„fte selbst kann hier wirken; und das kann kaum je der Schriftsteller, sondern fast einzig nur der Redner. Den schlagendsten Beweis dafr liefert die Tatsache, daá trotz einer oft sehr geschickt aufgemachten brgerlichen presse, die in unerh”rten Millionenauflagen unser Volk berschwemmt, diese Presse die breite Masse nicht hindern konnte, der sch„rfste Feind gerade dieser brgerlichen Welt zu werden. Die ganze Zeitungsflut und alle Bcher, die vom Intellektualismus Jahr fr Jahr produziert werden, gleiten an den Millionen der unteren Schichten ab wie Wasser vom ge”lten Leder. Dies kann nur zweierlei beweisen: entweder die Unrichtigkeit des Inhalts dieser gesamten Schreiberleistung unserer brgerlichen Welt oder die Unm”glichkeit, nur durch Schrifttum an das Herz der breiten Masse zu gelangen. Allerdings besonders dann, wenn dieses Schrifttum selbst so wenig psychologisch eingestellt ist, wie dies hier der Fall ist. Man erwidere nur nicht (wie dies eine groáe deutschnationale Zeitung in Berlin versuchte), daá doch der Marxismus selbst gerade durch sein Schrifttum, insbesondere durch die Wirkung des grundlegenden Werkes von Karl Marx, den Gegenbeweis fr diese Behauptung liefere. Oberfl„chlicher hat man noch selten eine irrige Anschauung zu sttzen versucht. Was dem Marxismus die staunenswerte Macht ber die breiten Massen gegeben hat, ist keineswegs das formale, schriftlich niedergelegte Werk jdischer Gedankenarbeit, als vielmehr die ungeheuerliche rednerische Propagandawelle, die im Verlauf der Jahre sich der breiten Masse bem„chtigte. Von hunderttausend deutschen Arbeitern kennen im Durchschnitt noch nicht hundert dieses Werk, das seit jeher von tausendmal mehr Intellektuellen und besonders Juden studiert wurde als von wirklichen Anh„ngern dieser Bewegung aus den groáen unteren Schichten. Dieses Werk ist auch gar nicht fr die breiten massen geschrieben worden, sondern ausschlieálich fr die intellektuelle Fhrung jener jdischen Welteroberungsmaschine; geheizt hat man sie dann mit ganz anderem Stoff: der Presse. Denn das ist es, was die marxistische 529 Erfolge des Marxismus durch Rede Presse von unserer brgerlichen unterscheidet. Die marxistische Presse ist geschrieben von Agitatoren, und die brgerliche m”chte gerne Agitation treiben durch Schreiber. Der sozialdemokratische Winkelredakteur, der fast stets aus dem Versammlungslokal in die Redaktion kommt, kennt seine Pappenheimer wie kein zweite. Der brgerliche Skribent aber, der aus seiner Schreibstube heraus vor die breite Masse tritt, wird schon von ihren bloáen Dnsten krank und steht ihnen deshalb auch mit dem geschriebenen Wort hilflos gegenber. Was dem Marxismus die Millionen von Arbeitern gewonnen hat, das ist weniger die Schreibart marxistischer Kirchenv„ter, als vielmehr die unermdliche und wahrhaft gewaltige Propagandaarbeit von Zehntausenden unermdlicher Agitatoren, angefangen vom groáen Hetzapostel bis herunter zum kleinen Gewerkschaftsbeamten und zum Vertrauensmann und Diskussionsredner; das sind die Hunderttausende von Versammlungen, bei denen, in qualmiger Wirtsstube auf dem Tisch stehend, diese Volksredner auf die Massen einh„mmerten und so eine fabelhafte Kenntnis dieses Menschenmaterials zu gewinnen wuáten, was sie erst recht in die Lage versetzte, die richtigsten Angriffswaffen auf die Burg der ”ffentlichen Meinung zu w„hlen. Und das waren weiter die gigantischen Massendemonstrationen, diese Hunderttausend-Mann-Aufzge, die dem kleinen armseligen Menschen die stolze šberzeugung einbrannten, als kleiner Wurm dennoch Glied eines groáen Drachens zu sein, unter dessen glhendem Atem die verhaáte brgerliche Welt dereinst in Feuer und Flammen aufgehen und die proletarische Diktatur den letzten Endsieg feiern werde. Von solcher Propaganda her kamen dann die Menschen, die bereit und vorbereitet waren, eine sozialdemokratische Presse zu lesen, jedoch eine Presse, die selber wieder nicht geschrieben, sondern die geredet ist. Denn w„hrend im brgerlichen Lager Professoren und Schriftgelehrte, Theoretiker und Schreiber aller Art zuweilen auch zu reden versuchen, 530 Psychologische Bedingungen der Redewirkung versuchen im Marxismus die Redner manchesmal auch zu schreiben. Und gerade der Jude, der hier noch besonders in Betracht kommt, wird im allgemeinen, kraft seiner verlogenen dialektischen Gewandtheit und Geschmeidigkeit, auch noch als Schriftsteller mehr agitierender Redner als schreibender Gestalter sein. Das ist der Grund, warum die brgerliche Zeitungswelt (ganz abgesehen davon, daá sie selbst zum gr”áten Teile verjudet ist und deshalb kein Interesse hat, die breite Masse wirklich zu belehren) nicht den geringsten Einfluá auf die Einstellung der breitesten Schichten unseres Volkes auzuben vermag. Wie schwer es ist, gefhlsm„áige Vorurteile, Stimmungen, Empfindungen usw. umzustoáen und durch andere zu ersetzen, von wie vielen kaum ermeábaren Einflssen und Bedingungen der Erfolg abh„ngt, das kann der feinfhlige Redner daran ermessen, daá selbst die Tageszeit, in welcher der Vortrag stattfindet, von ausschlaggebendem Einfluá auf dessen Wirkung sein kann. Der gleiche Vortrag, der gleiche Redner, das gleiche Thema wirken ganz verschieden um zehn Uhr vormittags, um drei Uhr nachmittags oder am Abend. Ich selbst habe als Anf„nger noch Versammlungen fr den Vormittag angesetzt und erinnere mich im besonderen an eine Kundgebung, die wir als Protest "gegen die Unterdrckung deutscher Gebiete" im Mnchener-Kindl-Keller abhielten. Es war damals Mnchens gr”áter Saal und das Wagnis schien sehr groá zu sein. Um den Anh„ngern der Bewegung und allen, die sonst kamen, den Besuch besonders zu erleichtern, setzte ich die Versammlung auf einen Sonntagvormittag, zehn Uhr, an. Das Ergebnis war niederdrckend, doch zugleich auáerordentlich belehrend: Der Saal voll, der Eindruck ein wahrhaft berw„ltigender, die Stimmung aber eisig kalt; niemand wurde warm, und ich selbst als Redner fhlte mich tief unglcklich, keine Verbindung, nicht den leisesten Kontakt mit meinen Zuh”rern herzustellen zu k”nnen. Ich glaubte nicht schlechter gesprochen zu haben als sonst; allein die Wirkung schien gleich Null zu sein. V”llig unbefriedigt, wenn auch um eine Erfahrung reicher 531 Psychologische Bedingungen der Redewirkung geworden, verlieá ich die Versammlung. proben, die ich sp„ter in gleicher Art unternahm, fhrten zu demselben Ergebnis. Dies darf einen nicht wundernehmen. Man gehe in eine Theatervorstellung und besehe sich ein Stck nachmittags drei Uhr und das gleiche Stck in gleicher Besetzung abends acht Uhr, und man wird erstaunt sein ber die Verschiedenartigkeit der Wirkung und des Eindrucks. Ein Mensch mit seinem Gefhl und der F„higkeit, sich selbst ber diese Stimmungen Klarheit zu verschaffen, wird ohne weiteres feststellen k”nnen, daá der Eindruck der Vorfhrung nachmittags kein so groáer ist wie der abends. Selbst fr ein Kinostck gilt die gleiche Feststellung. Wichtig ist dies deshalb, weil man beim Theater sagen k”nnte, daá vielleicht der Schauspieler nachmittags sich nicht so mht wie abends. Der Film jedoch ist nachmittags kein anderer als um neun Uhr abends. Nein, die Zeit selbst bt hier eine bestimmte Wirkung aus, genau so wie auf mich der Raum. Es gibt R„ume, die auch kalt lassen aus Grnden, die man nur schwer erkennt, die jeder Erzeugung von Stimmungen irgendwie heftigsten Widerstand entgegensetzen. Auch traditionelle Erinnerungen und Vorstellungen, die im Menschen vorhanden sind, verm”gen einen Eindruck maágebend zu bestimmen. So wird eine Parsifalauffhrung in Bayreuth stets anders wirken als an irgendeiner anderen Stelle der Welt. Der geheimnisvolle Zauber des Hauses auf dem Festspielhgel der alten Markgrafenstadt kann nicht durch Žuáeres ersetzt oder auch nur eingeholt werden. In allen diesen F„llen handelt es sich um Beeintr„chtigungen der Willensfreiheit des Menschen. Am meisten gilt dies natrlich fr Versammlungen, in die an sich Menschen von gegenteiliger Willenseinstellung kommen, und die nunmehr einen neuen Wollen gewonnen werden mssen. Morgens und selbst tagsber scheinen die willensm„áigen Kr„fte der Menschen sich noch in h”chster Energie gegen den Versuch der Aufzwingung eines fremden Willens und einer fremden Meinung zu str„uben. Abends dagegen unterliegen sie leichter der beherrschenden Kraft eines st„rkeren 532 Redner und Revolution Wollens. Denn wahrlich stellt jede solche Versammlung einen Ringkampf zweier entgegengesetzter Kr„fte dar. Der berragenden Redekunst einer beherrschenden Apostelnatur wird es nun leichter gelingen, Menschen dem neuen Wollen zu gewinnen, die selbst bereits eine Schw„chung ihrer Widerstandskraft in natrlichster Weise erfahren haben, als solche, die noch im Vollbesitz ihrer geistigen und willensm„áigen Spannkraft sind. Dem gleichen Zwecke dient ja auch der knstlich gemachte und doch geheimnisvolle D„mmerschein katholischer Kirchen, die brennenden Lichter, Weihrauch, R„ucherpfannen usw. In diesem Ringkampf des Redners mit den zu bekehrenden Gegnern wird dieser allm„hlich jene wundervolle Feinfhligkeit fr die psychologischen Bedingungen der Propaganda bekommen, die dem Schreibenden fast stets fehlen. Daher wird das Geschriebene in seiner begrenzten Wirkung im allgemeinen mehr der Erhaltung, Festigung und Vertiefung einer bereits vorhandenen Gesinnung oder Ansicht dienen. Alle wirklich groáen historischen Umw„lzungen sind nicht durch das geschriebene Wort herbeigefhrt, sondern h”chstens von ihm begleitet worden. Man glaube nicht, daá die franz”sische Revolution je durch philosophische Theorien zustande gekommen w„re, h„tte sie nicht eine durch Demagogen gr”áten Stils gefhrte Armee von Hetzern gefunden, die die Leidenschaften des an sich gequ„lten Volkes aufpeitschten, bis endlich jener furchtbare Vulkanausbruch erfolgte, der ganz Europa in Schrecken erstarren lieá. Und ebenso ist die gr”áte revolution„re Umw„lzung der neuesten Zeit, die bolschewistische Revolution in Ruáland, nicht durch das Schrifttum Lenins erfolgt, sondern durch die haáaufwhlende rednerische Bet„tigung zahlloser gr”áter und kleinster Hetzapostel. Das Volk der Analphabeten ist wirklich nicht durch die theoretische Lektre eines Karl Marx zur kommunistischen Revolution begeistert worden, sondern nur durch den gleiáenden Himmel, den Tausende von Agitatoren, allerdings alle im Dienste einer Idee, dem Volke vorredeten. 533 Bethmann und Lloyd George als Redner Und das war noch immer so und wird ewig so bleiben. Es entspricht ganz der verbohrten Weltfremdheit unserer deutschen Intelligenz, zu glauben, daá zwangsl„ufig der Schriftsteller dem Redner an Geist berlegen sein msse. Diese Auffassung wird in k”stlichster Weise durch eine Kritik der schon einmal erw„hnten nationalen Zeitung illustriert, in welcher festgestellt wird, daá man so oft entt„uscht sei, die Rede eines anerkannt groáen Redners pl”tzlich im Druck zu sehen. Mich erinnert das an eine andere Kritik, die ich im Laufe des Krieges unter die H„nde bekam; sie nahm die Reden Lloyd Georges, der damals noch Munitionsminister war, peinlichst unter die Lupe, um zur geistreichen Feststellung zu kommen, daá es sich bei diesen Reden um geistig und wissenschaftlich minderwertige, im brigen banale und selbstverst„ndliche Produkte handle. Ich bekam dann in Gestalt eines kleinen B„ndleins einige dieser Reden selbst in die Hand und muáte hellauf darber lachen, daá fr diese psychologischen Meisterstcke seelischer Massenbeeinflussung ein normaler deutscher Tintenritter kein Verst„ndnis besaá. Dieser Mann beurteilte diese Reden eben ausschlieálich nach dem Eindruck, den sie auf seine eigene Blasiertheit hinterlieáen, w„hrend der groáe englische Demagoge sich einzig darauf eingestellt hatte, auf die Masse seiner Zuh”rer und im weitesten Sinne auf das gesamte untere englische Volk eine m”glichst groáe Wirkung auszuben. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, waren die Reden dieses Engl„nders aber wunderbarste Leistungen, da sie von einer geradezu staunenswerten Kenntnis der Seele der breiten Volksschichten zeugten. Ihre Wirkung ist denn auch eine wahrhaft durchschlagende gewesen. Man vergleiche damit das hilflose Gestammel eines Bethmann- Hollweg. Scheinbar waren diese Reden freilich geistreicher, in Wirklichkeit aber zeigten sie nur die Unf„higkeit dieses Mannes, zu seinem Volke zu sprechen, das er eben nicht kannte. Trotzdem bringt es das durchschnittliche Spatzenhirn einer deutschen, wissenschaftlich natrlich h”chst gebildeten Schreiberseele fertig, die Geistigkeit des englischen Ministers nach dem Eindruck abzusch„tzen, den eine auf Massenwirkung abzielende Rede auf sein vor lauter Wissenschaft verkalktes Innere hinterl„át, und in Vergleich zu bringen zu der eines deutschen Staatsmannes, dessen geistreiches Geschw„tz bei ihm natrlich auf einen empf„nglicheren Boden trifft. Daá Lloyd George an Genialit„t einem Bethmann- Hollweg nicht nur ebenbrtig, sondern tausendmal berlegen war, bewies er eben dadurch, daá er in seinen Reden jene Form und jenen Ausdruck fand, die ihm das Herz seines Volkes ”ffneten und dieses Volk endlich restlos seinem Willen dienen lieáen. Gerade in der Primitivit„t dieser Sprache, der Ursprnglichkeit ihrer Ausdrucksformen und der Anwendung leicht verst„ndlicher, einfachster Beispiele liegt der Beweis fr die berragende politische F„higkeit dieses Engl„nders. Denn die Rede eines Staatsmannes zu seinem Volk habe ich nicht zu messen nach dem Eindruck, den sie bei einem Universit„tsprofessor hinterl„át, sonder an der Wirkung, die sie auf das Volk ausbt. Und dies allein gibt auch den Maástab fr die Genialit„t des Redners. * Die staunenswerte Entwicklung unserer Bewegung, die erst vor wenigen Jahren aus einem Nichts heraus gegrndet wurde und heute schon fr wert gehalten wird, von allen inneren und „uáeren Feinden unseres Volkes auf das sch„rfste verfolgt zu werden, ist der steten Bercksichtigung und Anwendung dieser Erkenntnisse zuzuschreiben. So wichtig auch das Schrifttum der Bewegung sein mag, so wird es doch in unserer heutigen Lage gr”áere Bedeutung fr die gleiche und einheitliche Erziehung der oberen und unteren Fhrer haben als fr die Gewinnung gegnerisch eingestellter Massen. Nur in den seltensten F„llen wird ein berzeugter Sozialdemokrat oder ein fanatischer Kommunist sich herbeilassen, eine nationalsozialistische Broschre oder gar ein Buch zu erwerben, dieses zu lesen und 535 Notwendigkeit der Massenversammlung daraus einen Einblick in unsere Weltauffassung zu gewinnen oder die Kritik der seinen zu studieren. Selbst eine Zeitung wird nur ganz selten gelesen werden, wenn sie nicht von vorneherein den Stempel der Parteizugeh”rigkeit tr„gt. šbrigens wrde dies auch wenig nutzen; denn das Gesamtbild einer einzigen Zeitungsnummer ist ein so zerrissenes und in seiner Wirkung so zersplittertes, daá man von einmaliger Kenntnisnahme keinen Einfluá auf den Leser erwarten drfte. Man darf und soll aber niemandem, fr den schon Pfennige eine Rolle spielen, zumuten, daá er, nur aus dem Drang nach objektiver Aufkl„rung, dauernd eine gegnerische Zeitung abonniert. Es wird dies unter Zehntausenden kaum einer tun. Erst wer der Bewegung bereits gewonnen ist, wird das Organ der Partei, und zwar als laufenden Nachrichtendienst seiner Bewegung, dauernd lesen. Ganz anders ist es schon mit dem "geredeten" Flugblatt! Das wird der eine oder andere, besonders wenn er es unentgeltlich bekommt, viel eher in die Hand nehmen, um so mehr, wenn schon in der šberschrift ein Thema, das augenblicklich in aller Leute Mund ist, plastisch behandelt ist. Nach mehr oder weniger grndlicher Durchsicht wird er vielleicht durch ein solches Flugblatt auf neue Gesichtspunkte und Einstellungen, ja auch auf eine neue Bewegung aufmerksam gemacht werden k”nnen. Allein auch dadurch wird, selbst im gnstigsten Fall, nur ein leiser Anstoá gegeben, niemals jedoch eine vollendete Tatsache geschaffen. Denn auch das Flugblatt kann nur zu etwas anregen oder auf etwas hinweisen, und seine Wirkung wird nur eintreten in Verbindung mit einer nachfolgenden grndlicheren Belehrung und Aufkl„rung seiner Leser. Diese ist und bleibt aber immer die Massenversammlung. Die Massenversammlung ist auch schon deshalb notwendig, weil in ihr der einzelne, der sich zun„chst als werdender Anh„nger einer jungen Bewegung vereinsamt fhlt und leicht der Angst verf„llt, allein zu sein, zum erstenmal das Bild einer 536 Notwendigkeit der Massenversammlung gr”áeren Gemeinschaft erh„lt, was bei den meisten Menschen kr„ftigend und ermutigend wirkt. Der gleiche Mann wrde im Rahmen einer Kompagnie oder eines Bataillons, umgeben von allen seinen Kameraden, leichteren Herzens zum Sturm antreten, als er dies, ganz auf sich allein angewiesen, t„te. Im Rudel fhlt er sich immer noch etwas geborgen und wenn auch in der Wirklichkeit tausend Grnde dagegen spr„chen. Die Gemeinsamkeit der groáen Kundgebung aber st„rkt nicht nur den einzelnen, sondern sie verbindet auch und hilft mit, Korpsgeist zu erzeugen. Der Mann, der als erster Vertreter einer neuen Lehre in seinem Unternehmen oder in seiner Werkst„tte schweren Verh„ngnissen ausgesetzt ist, bedarf notwendig jener St„rkung, die in der šberzeugung liegt, ein Glied und K„mpfer einer groáen umfassenden K”rperschaft zu sein. Den Eindruck dieser K”rperschaft erh„lt er jedoch erstmalig nur in der gemeinsamen Massenkundgebung. Wenn er aus seiner kleinen Arbeitsst„tte oder aus dem groáen Betrieb, in dem er sich recht klein fhlt, zum ersten Male in der Massenversammlung hineintritt und nun Tausende und Tausende von Menschen gleicher Gesinnung um sich hat, wenn er als Suchender in die gewaltige Wirkung des suggestiven Rausches und der Begeisterung von drei- bis viertausend anderen mitgerissen wird, wenn der sichtbare Erfolg und die Zustimmung von Tausenden ihm die Richtigkeit der neuen Lehre best„tigen und zum erstenmal den Zweifel an der Wahrheit seiner bisherigen šberzeugung erwecken, - dann unterliegt er selbst dem zauberhaften Einfluá dessen, was wir mit dem Wort Massensuggestion bezeichnen. Das Wollen, die Sehnsucht, aber auch die Kraft von Tausenden akkumuliert sich in jedem einzelnen. Der Mann, der zweifelnd und schwankend eine solche Versammlung betritt, verl„át sie innerlich gefestigt: er ist zum Glied einer Gemeinschaft geworden. Die nationalsozialistische Bewegung darf das nie vergessen und sie darf sich insbesondere nie von jenen brgerlichen Gimpeln beeinflussen lassen, die alles besser wissen, aber nichtsdestoweniger einen groáen Staat samt ihrer eigenen Existenz 537 Notwendigkeit der Massenversammlung und der Herrschaft ihrer Klasse verspielt haben. Ja, sie sind ungeheuer gescheit, k”nnen alles, verstehen jedes, - nur eines allein haben sie nicht verstanden, n„mlich zu verhindern, daá das deutsche Volk in die Arme des Marxismus falle. Da haben sie erb„rmlichst und j„mmerlichst versagt, so daá ihre jetzige Eingebildetheit nur Dnkel ist, der als Stolz bekanntlich immer neben der Dummheit an einem Holz gedeiht. Wenn diese Menschen heute dem gesprochenen Wort keinen besonderen Wert zubilligen, tun sie dies brigens nur, weil sie von der Wirkungslosigkeit ihrer eigenen Redereien sich Gott sei Lob und Dank schon selbst grndlichst berzeugt haben. 7. Kapitel Das Ringen mit der roten Front Ich habe 1919/20 und auch 1921 pers”nlich sogenannte brgerliche Versammlungen besucht. Sie bten auf mich immer denselben Eindruck aus wie in meiner Jugend der befohlene L”ffel Lebertran. Man soll ihn nehmen, und er soll sehr gut sein, aber er schmeckt scheuálich! Wrde man das deutsche Volk mit Stricken zusammenbinden und es mit Gewalt in diese brgerlichen "Kundgebungen" hineinziehen und bis nach Schluá jeder Vorstellung die Tren absperren und keinen herauslassen, so k”nnte das vielleicht in einigen Jahrhunderten auch zum Erfolge fhren. Allerdings muá ich offen gestehen, daá mich dann wahrscheinlich das Leben nicht mehr freuen wrde und ich dann lieber auch gar kein Deutscher mehr sein wollte. Nachdem man aber das, Gott sei Lob und Dank, nicht kann, soll man sich nur nicht wundern, wenn das gesunde und unverdorbene Volk "brgerliche Massenversammlungen" meidet wie der Teufel das Weihwasser. Ich habe sie kennengelernt, diese Propheten einer brgerlichen Weltanschauung und wundere mich wirklich nicht, sondern verstehe, warum sie dem gesprochenen Wort keinerlei Bedeutung beimessen. Ich besuchte damals Versammlungen der Demokraten, der Deutschnationalen, der Deutsch-Volksparteiler und auch der Bayerischen Volksparteiler (bayer. Zentrum). Was einem dabei sofort auffiel, war die homogene Geschlossenheit der Zuh”rer. Es waren fast immer nur Parteiangeh”rige, die an einer solchen Kundgebung teilnahmen. Das Ganze, ohne jede Disziplin, glich mehr einem g„hnenden Kartenspielklub als einer Versammlung des Volkes, das soeben seine gr”áte Revolution durchgemacht. 539 Brgerliche "Massenversammlungen" Um diese friedliche Stimmung zu erhalten, geschah denn auch von seiten der Referenten alles, was nur geschehen konnte. Sie redeten, oder besser, sie lasen meist Reden vor, im Stil eines geistreichen Zeitungsartikels oder einer wissenschaftlichen Abhandlung, mieden alle Kraftw”rter und brachten hie und da einen schw„chlichen professoralen Witz dazwischen, bei dem der ehrenwerte Vorstandstisch pflichtgem„á zu lachen begann; wenn auch nicht laut, also aufreizend zu lachen, so doch vornehm ged„mpft und zurckhaltend. Und berhaupt schon dieser Vorstandstisch! Ich sah einmal eine Versammlung im Wagnersaal zu Mnchen; es war eine Kundgebung anl„álich der Wiederkehr des Tages der V”lkerschlacht bei Leipzig. Die Rede hielt oder las ein wrdiger alter Herr, Professor an irgendeiner Universit„t. Auf dem Podium saá der Vorstand. Links ein Monokel, rechts ein Monokel und zwischendrin einer ohne Monokel. Alle drei im Gehrock, so daá man den Eindruck erhielt entweder eines Gerichtshofes, der soeben eine Hinrichtung vorhat, oder einer feierlichen Kindstaufe, jedenfalls also eines mehr religi”sen Weiheaktes. Die sogenannte Rede, die sich gedruckt vielleicht ganz sch”n ausgenommen h„tte, war in ihrer Wirkung einfach frchterlich. Schon nach dreiviertel Stunden d”ste die ganze Versammlung in einem Trancezustand dahin, der nur unterbrochen wurde von dem Hinausgehen einzelner M„nnlein und Weiblein, dem Geklapper der Kellnerinnen und dem G„hnen immer zahlreicherer Zuh”rer. Drei Arbeite, die, sei es aus Neugierde oder als beauftragte Posten in der Versammlung anwesend waren, und hinter denen ich mich postierte, blickten sich von Zeit zu Zeit mit schlecht verhehltem Grinsen an und stieáen sich endlich gegenseitig mit dem Ellbogen, worauf sie ganz leise den Saal verlieáen. Man sah es ihnen an, daá sie um keinen Preis st”ren wollten. Es war dies bei dieser Gesellschaft auch wirklich nicht notwendig. Endlich schien sich die Versammlung dem Ende zuzuneigen. Nachdem der Professor, dessen Stimme unterdessen immer leiser und leiser geworden war, seinen vortrag beschlossen hatte, erhob sich der zwischen den beiden Monokeltr„gern 540 Brgerliche "Massenversammlungen" sitzende Versammlungsleiter und schmetterte die anwesenden "deutschen Schwestern" und "Brder" an, wie groá sein Dankgefhl sei und ihre Empfindung in dieser Richtung sein msse fr den einzigartigen und herrlichen Vortrag, denn ihnen Herr Professor X. in ebenso genuáreicher wie grndlicher und tiefschrfender Art hier gegeben habe, und der im wahrsten Sinne des Wortes ein "inneres Erleben", ja eine "Tat" gewesen sei. Es wrde eine Profanierung dieser weihevollen Stunde bedeuten, wollte man an diese lichten Ausfhrungen noch eine Diskussion anfgen, so daá er deshalb im Sinne aller Anwesenden von einer solchen Aussprache absehe und statt dessen alle ersuche, sich von den Sitzen zu erheben, um einzustimmen in den Ruf "Wir sind ein einig Volk von Brdern" usw. Endlich forderte er als Abschluá zum Gesange des Deutschlandliedes auf. Und dann sangen sie, und mir kam es vor, als ob schon bei der zweiten Strophe die Stimmen etwas weniger wrden und nur beim Refrain wieder m„chtig anschwollen, und bei der dritten verst„rkte sich diese Empfindung, so daá ich glaubte, daá nicht alle ganz sicher im Text gewesen sein m”gen. Allein was tut dies zur Sache, wenn ein solches Lied in voller Inbrunst aus dem Herzen einer deutschnationalen Seele zum Himmel t”nt. Daraufhin verlor sich die Versammlung, d.h. es eilte jeder, daá er schnell hinauskam, die einen zum Bier, die anderen in ein C fe und wider andere in die frische Luft. Jawohl, hinaus in die frische Luft, nur hinaus! Das war auch meine einzige Empfindung. Und das soll zur Verherrlichung eines heldenmtigen Ringens von Hunderttausenden von Preuáen und Deutschen dienen? Pfui Teufel und wieder Pfui Teufel! So etwas mag die Regierung freilich lieben. Das ist natrlich eine "friedliche" Versammlung. Da braucht der Minister fr Ruhe und Ordnung wirklich keine Angst zu haben, daá die Wogen der Begeisterung pl”tzlich das beh”rdliche Maá brgerlicher Anst„ndigkeit sprengen k”nnten; daá pl”tzlich im Rausche der Begeisterung die Menschen aus 541 Nationalsozialistische Massenversammlungen dem Saale str”men, nicht um ins C fe oder Wirtshaus zu eilen, sondern um in Viererreihen im gleichen Schritt und Tritt mit "Deutschland hoch in Ehren" durch die Straáen der Stadt zu marschieren und einer ruhebedrftigen Polizei dadurch Unannehmlichkeiten zu bereiten. Nein, mit solchen Staatsbrgern kann man zufrieden sein. * Dagegen waren die nationalsozialistischen Versammlungen allerdings keine "friedlichen" Versammlungen. Da prallten ja die Wogen zweier Weltanschauungen gegeneinander, und sie schlossen nicht mit dem faden Herunterleiern irgendeines patriotischen Liedes, sondern mit dem fanatischen Ausbruch v”lkischer und nationaler Leidenschaft. Es war gleich von Beginn an wichtig, in unseren Versammlungen blinde Disziplin einzufhren und die Autorit„t der Versammlungsleitung unbedingt sicherzustellen. Denn was wir redeten, war nicht das kraftlose Gew„sch eines brgerlichen "Referenten", sondern war durch Inhalt und Form immer geeignet, den Gegner zur Entgegnung zu reizen. Und Gegner waren in unseren Versammlungen! Wie oft kamen sie herein in dicken Mengen, einzelne Hetzer zwischen ihnen und auf allen Gesichtern die šberzeugung widerspiegelnd: Heute machen wir Schluá mit euch! Ja, wie oft sind sie damals buchst„blich in Kolonnen hereingefhrt worden, unsere Freunde von der roten Farbe, mit der vorher genau eingetrichterten Aufgabe, heute abend den ganzen Kram auseinanderzuhauen und der Geschichte ein Ende zu machen. Und wie oft stand dann alles auf Spitz und Kopf, und nur die rcksichtslose Energie unserer Versammlungsleitung und das brutale Draufg„ngertum unseres Saalschutzes konnte immer wieder die gegnerische Absicht vereiteln. Und sie hatten allen Grund, gereizt zu sein. Schon die rote Farbe unserer Plakate zog sie in unsere Versammlungss„le. Das normale Brgertum war ja ganz 542 Die verd„chtig roten Plakate entsetzt darber, daá auch wir zum Rot der Bolschewisten gegriffen hatten, und man sah darin eine sehr zweideutige Sache. die deutschnationalen Geister flsterten sich im stillen immer wieder den Verdacht zu, daá wir im Grunde genommen auch nur eine Spielart des Marxismus w„ren, vielleicht berhaupt nur verkappte Marxisten oder besser Sozialisten. Denn den Unterschied zwischen Sozialismus und Marxismus haben diese K”pfe bis heute noch nicht begriffen. Besonders als man auch noch entdeckte, daá wir in unseren Versammlungen grunds„tzlich keine "Damen und Herren", sondern nur "Volksgenossen und -genossinnen" begráten und unter uns nur von Parteigenossen sprachen, da schien das marxistische Gespenst fr viele unserer Gegner erwiesen. Wie oft haben wir uns geschttelt vor Lachen ber diese einf„ltigen brgerlichen Angsthasen, angesichts des geistvollen R„tselratens ber unsere Herkunft, unsere Absichten und unser Ziel. Wir haben die rote Farbe unserer Plakate nach genauem und grndlichem šberlegen gew„hlt, um dadurch die linke Seite zu reizen, zur Emp”rung zu bringen und sie zu verleiten, in unsere Versammlungen zu kommen, wenn auch nur, um sie zu sprengen, damit wir auf diese Weise berhaupt mit den Leuten reden konnten. Es war nun k”stlich, in diesen Jahren die Ratlosigkeit und auch Hilflosigkeit unserer Gegner an ihrer ewig schwankenden Taktik zu verfolgen. Erst forderten sie ihre Anh„nger auf, von uns keine Notiz zu nehmen und unsere Versammlungen zu meiden. Dies wurde auch im allgemeinen befolgt. Da aber im Laufe der Zeit einzelne dennoch kamen und diese Zahl sich langsam, aber immer mehr vermehrte und der Eindruck unserer Lehre ersichtlich war, wurden die Fhrer allm„hlich nerv”s und unruhig und verbohrten sich in die šberzeugung, daá man dieser Entwicklung nicht ewig zusehen drfe, sondern mit Terror ein Ende bereiten msse. Daraufhin kamen nun die Aufforderungen an die "klassenbewuáten Proletarier", in Massen in unsere Versammlungen zu gehen, um die "monarchistische, reaktion„re Hetze" 543 Schwankende Taktik der Marxisten in ihren Vertretern mit den F„usten des Proletariats zu treffen. Da waren auf einmal unsere Versammlungen schon dreiviertel Stunden vor der Zeit gefllt mit Arbeitern. Sie glichen einem Pulverfaá, daá jeden Augenblick in die Luft gehen konnte und an dem schon die brennende Lunte lag. Doch kam es immer anders. Die Menschen kamen herein als unsere Feinde und gingen hinaus, wenn schon nicht als unsere Anh„nger, so doch als nachdenklich, ja kritisch gewordene Prfer der Richtigkeit ihrer eigenen Lehre. Allm„hlich aber wurde es so,daá nach meinem dreistndigen Vortrag Anh„nger und Gegner in eine einzige begeisterte Masse zusammenschmolzen. Da war dann jedes Signal zum Sprengen vergebnlich. Und da bekamen es die Fhrer erst recht mit der Angst zu tun, und man wendete sich wieder denen zu, die gegen diese Taktik schon frher Stellung genommen hatten und die jetzt mit einem gewissen Schein von Recht auf ihre Ansicht hinwiesen, das allein Richtige sei es, dem Arbeiter grunds„tzlich den Besuch unserer Versammlungen zu verbieten. Da kamen sie nicht mehr oder doch weniger. Allein schon nach kurzer Zeit begann das ganze Spiel erneut von vorne. Das Verbot wurde doch nicht gehalten, die Genossen kamen immer mehr und endlich siegten wieder die Anh„nger der radikalen Taktik. Wir sollten gesprengt werden. Wenn sich dann nach zwei, drei, oft auch acht und zehn Versammlungen herausstellte, daá das Sprengen leichter gesagt als getan war, und das Ergebnis jeder einzelnen Versammlung ein Abbr”ckeln der roten Kampftruppen bedeutete, dann kam pl”tzlich wieder die andere Parole: "Proletarier, Genossen und Genossinnen! Meidet die Versammlungen der nationalsozialistischen Hetzer!" Die gleiche, ewig schwankende Taktik fand man brigens auch in der roten Presse. Bald versuchte man uns totzuschweigen, um sich dann von der Zwecklosigkeit dieses Versuchs zu berzeugen und wieder zum Gegenteil zu greifen. Wir wurden jeden Tag irgendwie "erw„hnt", und zwar meistens, um dem Arbeiter die unbedingte L„cherlichkeit 544 Die Gegner machen uns bekannt unserer ganzen Existenz klarzumachen. Nach einiger Zeit muáten die Herren aber doch fhlen, daá uns das nicht nur nicht schadete, sondern im Gegenteil insofern ntze, als natrlich viele einzelne sich doch die Frage vorlegen muáten, warum man denn einer Erscheinung soviel Worte widme, wenn sie eine so l„cherliche war. Die Leute wurden neugierig. Darauf schwenkte man pl”tzlich und begann uns eine Zeitlang als wahre Generalverbrecher der Menschheit zu behandeln. Artikel ber Artikel, in denen unser Verbrechertum erl„utert und immer wieder aufs neue bewiesen wurde, Skandalgeschichten, wenn auch von A bis Z aus den Fingern gesogen, sollten dann noch ein briges tun. Allein von der Wirkungslosigkeit auch dieser Angriffe schien man sich nach kurzer Zeit berzeugt zu haben; im Grunde genommen half dies alles ja nur mit, die allgemeine Aufmerksamkeit erst recht auf uns zu konzentrieren. Ich habe damals den Standpunkt eingenommen: Ganz gleich, ob sie ber uns lachen oder schimpfen, ob sie uns als Hanswurste oder als Verbrecher hinstellen; die Hauptsache ist, daá sie uns erw„hnen, daá sie sich immer wieder mit uns besch„ftigen und daá wir allm„hlich in den Augen der Arbeiter selber wirklich als die Macht erscheinen, mit der zur Zeit allein noch eine Auseinandersetzung stattfindet. Was wir wirklich sind und was wir wirklich wollen, das werden wir eines sch”nen Tages der jdischen Pressemeute schon zeigen. Ein Grund, warum es damals meist nicht zu direkten Sprengungen unserer Versammlungen kam, war allerdings auch die ganze unglaubliche Feigheit der Fhrer unserer Gegner. In allen kritischen F„llen haben sie kleine H„nschen vorgeschickt, h”chstens auáerhalb der S„le auf das Resultat der Sprengungen gewartet. Wir waren ber die Absichten der Herrschaften fast immer sehr gut unterrichtet. Nicht nur, weil wir aus Zweckm„áigkeitsgrnden selbst viele Parteigenossen innerhalb der roten Formationen stecken lieáen, sondern weil die roten Drahtzieher selbst von einer, in diesem Falle uns sehr ntzlichen Geschw„tzigkeit ergriffen waren, wie man sie in unserem 545 Rechtswidrige Polizeipraxis deutschen Volk leider berhaupt sehr h„ufig findet. Sie konnten nicht dicht halten, wenn sie so etwas ausgebrtet hatten, und zwar pflegten sie meistens schon zu gackern, ehe noch das Ei gelegt war. So hatten wir oft und oft die umfassendsten Vorbereitungen getroffen, ohne daá die roten Sprengkommandos selbst auch nur eine Ahnung besaáen, wie nahe ihnen der Hinauswurf bevorstand. Diese Zeit zwang uns, den Schutz unserer Versammlungen selbst in die Hand zu nehmen; auf den beh”rdlichen Schutz kann man nie rechnen; im Gegenteil, er kommt erfahrungsgem„á immer nur den St”rern zugute. Denn der einzige tats„chliche Erfolg eines beh”rdlichen Eingreifens, und zwar durch Polizei, war h”chstens die Aufl”sung der Versammlung, also ihre Schlieáung. Und das war ja auch einzig das Ziel und die Absicht der gegnerischen St”rer. šberhaupt hat sich hier bei der Polizei eine Praxis herausgebildet, die das Ungeheuerlichste an Rechtswidrigkeit darstellt, das man sich vorstellen kann. Wenn n„mlich durch irgendwelche Drohungen der Beh”rde bekannt wird, daá die Gefahr einer Versammlungssprengung besteht, dann verhaftet diese nicht die Droher, sondern verbietet den anderen, Unschuldigen, die Versammlung, auf welche Weisheit sich ein normaler Polizeigeist noch kolossal viel einbildet. Sie nennen es eine "vorbeugende Maánahme zur Verhinderung einer Gesetzwidrigkeit". Der entschlossene Bandit hat es also jederzeit in der Hand, dem anst„ndigen Menschen seine politische T„tigkeit und Bet„tigung unm”glich zu machen. Im Namen der Ruhe und Ordnung beugt sich die Staatsautorit„t vor dem Banditen und ersucht den anderen, diesen gef„lligst nicht zu provozieren. Wenn also Nationalsozialisten an gewissen Stellen Versammlungen abhalten wollten und die Gewerkschaften erkl„rten, daá dies zu einem Widerstand seitens ihrer Mitglieder fhren wrde, dann setzte die Polizei beileibe nicht diese erpresserischen Burschen hinter Schloá und Riegel, sondern verbot uns die Versammlung. Ja, diese Organe des Gesetzes besaáen sogar die unglaubliche Schamlosigkeit, uns dies unz„hlige Male schriftlich mitzuteilen. 546 Psychologisch richtige Versammlungsleitung Wollte man sich vor solchen Eventualit„ten schtzen, muáte man also dafr sorgen, daá jeder Versuch einer St”rung schon im Keim unm”glich gemacht wurde. Hierbei kam aber noch folgendes in Betracht: Jede Versammlung, die ihren Schutz ausschlieálich durch die Polizei erh„lt, diskreditiert die Veranstalter in den Augen der breiten Masse. Versammlungen, deren Abhaltung nur durch die Abstellung eines groáen Polizeiaufgebots garantiert werden, wirken nicht werbend, insofern die Voraussetzungen zum Gewinnen der unteren Schichten eines Volkes immer eine ersichtlich vorhandene Kraft ist. So wie ein mutiger Mann Frauenherzen leichter erobern wird als ein Feigling, so gewinnt eine heldenhafte Bewegung auch eher das Herz eines Volkes als eine feige, die nur durch polizeilichen Schutz am Leben erhalten wird. Besonders aus diesem letzteren Grunde muáte die junge Partei dafr sorgen, ihre Existenz selbst zu vertreten, sich selbst zu schtzen und den gegnerischen Terror selbst zu brechen. Der Versammlungsschutz wurde aufgebaut: 1. auf einer energischen und psychologisch richtigen Leitung der Versammlung; 2. auf einem organisierten Ordnertrupp. Wenn wir Nationalsozialisten damals eine Versammlung abhielten, waren wir die Herren derselben und nicht ein anderer. Und wir haben dieses Herrenrecht ununterbrochen, in jeder Minute sch„rfstens betont. Unsere Gegner wuáten ganz genau, daá, wer damals provozierte, unnachsichtlich hinausflog, und w„ren wir selbst nur ein Dutzend gewesen unter einem halben Tausend. In den damaligen Versammlungen, besonders auáerhalb Mnchen, trafen auf fnfzehn, sechzehn Nationalsozialisten fnf-, sechs-, sieben- und achthundert Gegner. Allein wir h„tten dennoch keine Provokation geduldet, und unsere Versammlungsbesucher wuáten sehr gut, daá wir uns lieber h„tten totschlagen lassen, als zu kapitulieren. Es war auf ”fter als einmal, daá sich 547 Marxistische Versammlungstechnik eine Handvoll Parteigenossen gegen eine brllende und schlagende rote šbermacht heldenmtig durchgesetzt hat. Sicherlich w„ren in solchen F„llen diese fnfzehn oder zwanzig Mann zum Schlusse berw„ltigt worden. Allein die anderen wuáten, daá vorher mindestens der doppelten oder dreifachen Zahl von ihnen der Sch„del eingeschlagen worden w„re, und das riskierten sie nicht gerne. Wir haben hier aus dem Studium marxistischer und brgerlicher Versammlungstechnik zu lernen versucht und haben auch gelernt. Die Marxisten hatten von jeher eine blinde Disziplin, so daá der Gedanke der Sprengung einer marxistischen Versammlung wenigstens von brgerlicher Seite gar nicht kommen konnte. Um so mehr besch„ftigten sich immer die Roten selbst mit derlei Absichten. Sie hatten es allm„hlich nicht nur zu einer bestimmten Virtuosit„t auf diesem Gebiete gebracht, sondern gingen endlich so weit, in groáen Gebieten des Reiches eine nichtmarxistische Versammlung an sich schon als Provokation des Proletariats zu bezeichnen; besonders dann, wenn die Drahtzieher witterten,d aá bei der Versammlung ihr eigenes Sndenregister vielleicht aufgez„hlt werden k”nnte, um die Niedertracht ihrer volksbelgenden und volksbetrgerischen T„tigkeit zu enthllen. Sowie dann auch eine solche Versammlung angekndigt wurde, erhob die gesamte rote Presse ein wtendes Geschrei, wobei sich diese prinzipiellen Gesetzesver„chter nicht selten als erstes an die Beh”rden wandten mit der ebenso dringenden als drohenden Bitte, diese "Provokation des Proletariats", "auf daá Žrgeres verhtet werde", sofort zu verhindern. Je nach der Gr”áe des beamteten Kalbskopfes w„hlten sie ihre Sprache und erzielten ihren Erfolg. Befand sich aber auf einem solchen Posten ausnahmsweise wirklich ein deutscher Beamter, nicht eine beamtete Kreatur, und lehnte die unversch„mte Zumutung ab, dann folgte die bekannte Aufforderung, eine solche "Provokation des Proletariats" nicht zu dulden, sondern sich am Soundsovielten in Massen in der Versammlung einzufinden, um "den brgerlichen 548 Brgerliche Versammlungstechnik Kreaturen mit Hilfe der schwieligen Faust des Proletariats das schandvolle Handwerk zu legen". Nun muá man so eine brgerliche Versammlung gesehen, muá ihre Versammlungsleitung in ihrem ganzen Jammer und in ihrer Angst einmal miterlebt haben! Gar oft wurde ja auf solche Drohungen hin eine Versammlung glatt abgesagt. Immer war aber die Furcht so groá, daá man statt um acht Uhr selten vor dreiviertel neun Uhr oder neun Uhr zur Er”ffnung kam. Der Vorsitzende bemhte sich dann durch neunundzwanzig Komplimente, den anwesenden "Herren der Opposition" klarzumachen, wie sehr er und auch alle anderen Anwesenden sich innerlich freuten (glatte Lge!) ber den Besuch von M„nnern, die noch nicht auf ihrem Boden stnden, weil ja nur durch gegenseitige Aussprache (die er damit gleich von vornherein feierlichst zusagte) die Auffassungen einander n„hergebracht, das gegenseitige Verst„ndnis geweckt und eine Brcke geschlagen werden k”nnte. Wobei er nebenbei noch versicherte, daá es keineswegs die Absicht der Versammlung w„re, Leute ihrer bisherigen Auffassung etwa abspenstig zu machen. Beileibe nein, es solle nur jeder nach seiner Fasson selig werden, aber auch den anderen selig werden lassen und darum bitte er, daá man den Referenten seine Ausfhrungen, die ohnehin nicht sehr lange sein wrden, zu Ende fhren lasse und der Welt nicht auch in dieser Versammlung das besch„mende Schauspiel des inneren deutschen Bruderhaders biete... Brrr. Das Brudervolk von links hatte dafr allerdings meist kein Verst„ndnis, sondern ehe der Referent noch begonnen hatte, muáte er unter den wstesten Beschimpfungen auch schon zusammenpacken; und man erhielt nicht selten den Eindruck, als ob er dem Schicksal noch dankbar w„re fr die schnelle Abkrzung der martervollen Prozedur. Unter ungeheuerem Spektakel verlieáen solche brgerliche Versammlungstoreadore die Arena, sofern sie nicht mit zerbeulten K”pfen die Treppen hinunterflogen, was sogar oft der Fall war. So bedeutete es fr die Marxisten allerdings etwas Neues, 549 Nationalsozialistische Ordnertruppe als wir Nationalsozialisten unsere ersten Versammlungen aufzogen und besonders wie wir sie aufzogen. Sie kamen herein in der šberzeugung, das Spielchen, das sie so oft gespielt, selbstverst„ndlich auch bei uns wiederholen zu k”nnen. "Heute machen wir Schluá!" Wie so mancher hat nicht diesen Satz beim Hereingehen in unsere Versammlung einem anderen zugerufen, m blitzschnell, ehe er noch zum zweiten Zwischenruf kam, schon vor dem Saaleingang zu sitzen. Erstens war schon die Leitung der Versammlung bei uns eine andere. Es wurde nicht darum gebettelt, unseren Vortrag gn„digst zu gestatten, auch nicht von vornherein jedem eine endlose Aussprache zugesichert, sondern kurzerhand festgestellt, daá die Herren der Versammlung wir seien, daá wir infolgedessen das Hausrecht bes„áen und daá jeder, der es wagen sollte, auch nur einen Zwischenruf zu machen, unbarmherzig dort hinausfl”ge, von wo er hereingekommen sei. Daá wir weiter jede Verantwortung fr einen solchen Burschen ablehnen máten; wenn Zeit bleibe und es uns paáte, so wrden wir eine Diskussion stattfinden lassen, wenn nicht, dann keine, und der Herr Referent, Pg. Soundso, habe jetzt das Wort. Schon darber staunten sie. Zweitens verfgten wir ber einen straff organisierten Saalschutz. Bei den brgerlichen Parteien pflegte dieser Saalschutz oder besser Ordnerdienst meistens aus Herren zu bestehen, die in der Wrde ihres Alters ein gewisses Anrecht auf Autorit„t und Respekt zu besitzen glaubten. Da sich nun die marxistisch verhetzten Massen um Alter, Autorit„t und Respekt nicht im geringsten kmmerten, war die Existenz dieses brgerlichen Saalschutzes praktisch sozusagen aufgehoben. Ich habe gleich zu Beginn unserer groáen Versammlungst„tigkeit die Organisation eines Saalschutzes eingeleitet als einen Ordnerdienst, der grunds„tzlich lauter junge Burschen umfaáte. Es waren zum Teil Kameraden, die ich vom Milit„rdienst her kannte, andere erst gewonnene junge Parteigenossen, die von allem Anbeginn darber belehrt 550 Nationalsozialistische Ordnertruppe und daraufhin erzogen wurden, daá Terror nur durch Terror zu brechen sei, daá auf dieser Erde der Mutige und Entschlossene noch stets den Erfolg fr sich gehabt habe; daá wir fr eine gewaltige Idee fechten, so groá und erhaben, daá sie sehr wohl verdiene, mit dem letzten Tropfen Blut beschirmt und beschtzt zu werden. Sie waren durchdrungen von der Lehre, daá, wenn einmal die Vernunft schweige und die Gewalt die letzte Entscheidung habe, die beste Waffe der Verteidigung im Angriff liege; und daá unserer Ordnertruppe der Ruf schon vorangehen msse, kein Debattierklub, sondern eine zum „uáersten entschlossene Kampfgemeinschaft zu sein. Und wie hatte sich diese Jugend nicht nach einer solchen Parole gesehnt! Wie ist diese Feldzugsgeneration entt„uscht und entrstet gewesen, voll Ekel und Abscheu ber die brgerliche Schlappschw„nzigkeit. Da wurde es einem so recht klar, wie die Revolution wirklich nur dank der verheerenden brgerlichen Fhrung unseres Volkes m”glich war. Die F„uste, das deutsche Volk zu beschtzen, sie w„ren selbst damals noch dagewesen, nur die Sch„del fr den Einsatz hatten gefehlt. Wie haben mich die Augen meiner Jungens damals oft angeleuchtet, wenn ich ihnen die Notwendigkeit ihrer Mission auseinandersetzte, ihnen immer und immer wieder versicherte, daá alle Weisheit auf dieser Erde erfolglos bleibt, wenn nicht die Kraft in ihre Dienste tritt, sie beschirmt und schtzt, daá die milde G”ttin des Friedens nur an der Seite des Kriegsgottes wandeln kann, und daá jegliche groáe Tat dieses Friedens des Schutzes und der Hilfe der Kraft bedarf. Wie ist ihnen der Gedanke der Wehrpflicht nun in einer viel lebendigeren Form aufgegangen! Nicht in dem verkalkten Sinn alter, verkn”cherter Beamtenseelen, im Dienste der toten Autorit„t eines toten Staates, sondern in der lebendigen Erkenntnis der Pflicht, durch Hingabe des Lebens des einzelnen fr das Dasein seines Volkes im gesamten einzutreten, immer und jederzeit, an jeder Stelle und an jedem Orte. Und wie sind diese Jungens dann eingetreten! 551 Bedeutung des einheitlichen Symbols Gleich einem Schwarm von Hornissen flogen sie auf die St”rer unserer Versammlungen los, ohne Rcksicht auf deren šbermacht, und mochte sie eine noch so groáe sein, ohne Rcksicht auf Wunden und blutige Opfer, ganz erfllt von dem groáen Gedanken, der heiligen Mission unserer Bewegung frei Bahn zu schaffen. Schon im Hochsommer 1920 nahm die Organisation der Ordnertruppe allm„hlich bestimmte Formen an, um sich im Frhjahr 1921 nach und nach in Hundertschaften zu gliedern, die sich selbst wieder in Gruppen teilten. Und dies war dringend notwendig, denn unterdessen war die Versammlungst„tigkeit dauernd gestiegen. Wohl kamen wir auch jetzt noch oft im Mnchener Hofbr„uhausfestsaal zusammen, allein noch ”fter in den gr”áeren S„len der Stadt. Der Brgerbr„ufestsaal und der Mnchner-Kindl-Keller erlebten im Herbst und Winter 1920/21 immer gewaltigere Massenversammlungen, und das Bild war immer dasselbe: Kundgebungen der N.S.D.A.P. muáten schon damals meist vor Beginn wegen šberfllung polizeilich gesperrt werden. * Die Organisation unserer Ordnertruppe brachte eine sehr wichtige Frage zur Kl„rung. Die Bewegung besaá bis dorthin kein Parteizeichen und auch keine Parteiflagge. Das Fehlen solcher Symbole hatte nicht nur augenblicklich Nachteile, sondern war fr die Zukunft unertr„glich. Die Nachteile bestanden vor allem darin, daá den Parteigenossen jedes „uáere Kennzeichen ihrer Zusammengeh”rigkeit fehlte, w„hrend es fr die Zukunft nicht zu ertragen war, eines Zeichens entbehren zu mssen, daá den Charakter eines Symbols der Bewegung besaá und als solches der Internationale entgegengesetzt werden konnte. Welche Bedeutung aber einem solchen Symbol psychologisch zukommt, hatte ich schon in meiner Jugend ”fter als einmal Gelegenheit zu erkennen und auch gefhlsm„áig zu 552 Altes und neues Schwarz-Rot-Gold verstehen. Nach dem Kriege erlebte ich dann in Berlin eine Massenkundgebung des Marxismus vor dem Kgl. Schloá und Lustgarten. Ein Meer von roten Fahnen, roten Binden und roten Blumen gaben dieser Kundgebung, an der sch„tzungsweise hundertzwanzigtausend Personen teilnahmen, ein schon rein „uáerlich gewaltiges Ansehen. Ich konnte selbst fhlen und verstehen, wie leicht der Mann aus dem Volke dem suggestiven Zauber eines solchen grandios wirkenden Schauspiels unterliegt. Das Brgertum, das parteipolitisch berhaupt keine Weltanschauung vorstellt oder vertritt, hatte darum auch keine eigene Fahne. Es bestand aus "Patrioten" und lief demnach in den Farben des Reiches herum. W„ren diese selbst das Symbol einer bestimmten Weltanschauung gewesen, dann h„tte man es verstehen k”nnen, daá die Inhaber des Staates in dessen Flagge auch die Repr„sentantin ihrer Weltanschauung erblickten, da ja das Symbol ihrer Weltanschauung durch ihre eigene T„tigkeit Staats- und Reichsflagge geworden war. So verhielten sich die Dinge aber nicht. Das Reich war ohne Zutun des deutschen Brgertums gezimmert und die Flagge selbst aus dem Schoáe des Krieges geboren worden. Somit war sie aber wirklich nur eine Staatsflagge und besaá keinerlei Bedeutung im Sinne einer besonderen weltanschaulichen Mission. Nur an einer Stelle des deutschen Sprachgebietes war so etwas wie eine brgerliche Parteifahne vorhanden, in Deutsch”sterreich. Indem ein Teil des dortigen nationalen Brgertums die Farben der achtundvierziger Jahre, Schwarz-Rot-Gold, zu seiner Parteifahne erkoren hatte, schuf es ein Symbol, das, wenn auch weltanschaulich ohne jede Bedeutung, staatspolitisch dennoch revolution„ren Charakter trug. Die sch„rfsten Feinde dieser Fahne Schwarz-Rot-Gold waren damals - dies soll man heute nie vergessen - Sozialdemokraten und Christlichsoziale bzw. Klerikale. Gerade sie haben damals diese Farben beschimpft und besudelt und beschmutzt, genau so wie sie sp„ter, 553 Alte und neue Reichsflagge 1918, Schwarz-Weiá-Rot in die Gosse zogen. Allerdings war das Schwarz-Rot-Gold der deutschen Parteien des alten ™sterreichs die Farbe des Jahres 48, also einer Zeit, die phantastisch gewesen sein mochte, allein im einzelnen die ehrlichsten deutschen Seelen als Vertreter besaá, wenn auch unsichtbar im Hintergrunde der Jude als Drahtzieher stand. Mithin haben erst der Vaterlandsverrat und die schamlose Verschacherung von deutschem Volke und deutschem Gut diese Fahnen dem Marxismus und dem Zentrum so sympathisch gemacht, daá sie sie heute als h”chstes Heiligtum verehren und eigene Banner zum Schutze der von ihnen einst bespienen Flagge grnden. So stand bis zum Jahre 1920 tats„chlich dem Marxismus keine Fahne gegenber, die weltanschaulich den polaren Gegensatz zu ihm verk”rpert h„tte. Denn wenn sich auch das deutsche Brgertum in seinen besseren Parteien nach dem Jahre 1918 nicht mehr dazu bequemen wollte, die jetzt auf einmal entdeckte schwarz-rot- goldene Reichsflagge als sein eigenes Symbol zu bernehmen, so hatte man selbst doch der neuen Entwicklung kein eigenes Programm fr die Zukunft entgegenzusetzen, im besten Fall den Gedanken einer Rekonstruktion des vergangenen Reiches. Und diesem Gedanken verdankt die schwarz-weiá-rote Fahne des alten Reiches ihre Wiederauferstehung als Flagge unserer sogenannten nationalen brgerlichen Parteien. Daá nun das Symbol eines Zustandes, der vom Marxismus unter wenig rhmlichen Umst„nden und Begleiterscheinungen berwunden werden konnte, schlecht zum Zeichen taugt, unter welchem dieser gleiche Marxismus wieder vernichtet werden soll, liegt auf der Hand. So heilig und teuer diese alten einzigsch”nen Farben in ihrer jugendfrischen Zusammenstellung jedem anst„ndigen Deutschen sein mssen, der unter ihnen gek„mpft und das Opfer von so vielen gesehen hat, so wenig gilt 554 Alte und neue Reichsflagge diese Fahne als Symbol fr einen Kampf der Zukunft. Ich habe immer, zum Unterschied von brgerlichen Politikern, in unserer Bewegung den Standpunkt vertreten, daá es fr die deutsche Nation ein wahres Glck sei, die alte Fahne verloren zu haben. Was die Republik unter ihrer Flagge macht, kann uns gleich bleiben. Aus tiefstem Herzen aber sollten wir dem Schicksal danken, daá es gn„dig genug die ruhmvollste Kriegsflagge aller Zeiten davor bewahrt zu haben, als Bettuch der schmachvollsten Prostitution verwendet zu werden. Das heutige Reich, das sich und seine Brger verkauft, drfte niemals die schwarz-weiá-rote Ehren- und Heldenfahne fhren. Solange die Novemberschande w„hrt, mag sie auch ihre „uáere Hlle tragen und nicht auch diese noch einer redlicheren Vergangenheit zu stehlen versuchen. Unsere brgerlichen Politiker sollten es sich in das Gewissen rufen, daá, wer fr diesen Staat die schwarz- weiá-rote Flagge wnscht, einen Diebstahl an unserer Vergangenheit begeht. Die einstige Flagge paáte wirklich auch nur fr das einstige Reich, genau so, wie Gott sei Lob und Dank die Republik sich die fr sie passende w„hlte. Das war auch der Grund, weshalb wir Nationalsozialisten im Aufziehen der alten Fahne kein ausdrucksvolles Symbol unserer eigenen T„tigkeit h„tten erblicken k”nnen. Denn wir wollen ja nicht das alte, an seinen eigenen Fehlern zugrunde gegangene Reich wieder vom Tode erwecken, sondern einen neuen Staat erbauen. Die Bewegung, die heute in diesem Sinne mit dem Marxismus k„mpft, muá damit auch in ihrer Fahne schon das Symbol des neuen Staates tragen. Die Frage der neuen Flagge, d.h. ihr Aussehen, besch„ftigte uns damals sehr stark. Es kamen von allen Seiten Vorschl„ge, die allerdings meist besser gemeint als gut gelungen waren. Denn die neue Fahne muáte ebensosehr ein Symbol unseres eigenen Kampfes sein, wie sie andererseits auch von groáer plakatm„áiger Wirkung sein sollte. Wer sich selbst viel mit der Masse zu besch„ftigen hat, wird in all 555 Die nationalsozialistische Flagge diesen scheinbaren Kleinigkeiten doch sehr wichtige Angelegenheiten erkennen. Ein wirkungsvolles Abzeichen kann in Hunderttausenden von F„llen den ersten Anstoá zum Interesse an einer Bewegung geben. Aus diesem Grunde muáten wir alle Vorschl„ge zurckweisen, unsere Bewegung durch eine weiáe Fahne, wie dies von vielen Seiten vorgeschlagen wurde, mit dem alten Staat, oder richtiger mit jenen schw„chlichen Parteien zu identifizieren, deren einziges politisches Ziel die Wiederherstellung vergangener Zust„nde ist. Auáerdem ist Weiá keine mitreiáende Farbe. Sie paát fr keusche Jungfrauenvereinigungen, aber nicht fr umw„lzende Bewegungen einer revolution„ren Zeit. Auch Schwarz kam in Vorschlag: An sich passend fr die heutige Zeit, war in ihr aber keine irgendwie zu deutende Darstellung des Wollens unserer Bewegung gegeben. Endlich wirkt diese Farbe auch nicht mitreiáend genug. Weiá-Blau schied aus, trotz der „sthetisch wundervollen Wirkung, als Farbe eines deutschen Einzelstaates und einer leider nicht im besten Rufe stehenden politischen Einstellung auf partikularistische Engherzigkeit. Im brigen h„tte man auch hier nur sehr schwer einen Hinweis auf unsere Bewegung finden k”nnen. Das gleiche galt fr Schwarz-Weiá. Schwarz-Rot-Gold kam an sich nicht in Frage. Auch Schwarz-Weiá-Rot nicht, aus bereits erw„hnten Grnden, jedenfalls nicht in der bisherigen Fassung. In der Wirkung steht diese Farbenzusammenstellung allerdings hoch ber allen anderen erhaben. Es ist der strahlendste Akkord, den es gibt. Ich selbst trat immer fr die Beibehaltung der alten Farben ein, nicht nur weil sie mir als Soldat das Heiligste sind, das ich kenne, sondern weil sie auch in ihrer „sthetischen Wirkung meinem Gefhl weitaus am meisten entsprechen. Dennoch muáte ich die zahllosen Entwrfe, die damals aus den Kreisen der jungen Bewegung einliefen, und die meistens das Hakenkreuz in die alte Fahne hineingezeichnet hatten, ausnahmslos ablehnen. Ich selbst - als Fhrer - wollte nicht sofort mit meinem eigenen Entwurf 556 Die nationalsozialistische Flagge an die ™ffentlichkeit treten, da es ja m”glich war, daá ein anderer einen ebenso guten oder vielleicht auch besseren bringen wrde. Tats„chlich hat ein Zahnarzt aus Starnberg auch einen gar nicht schlechten Entwurf geliefert, der brigens dem meinem ziemlich nahekam, nur den einen Fehler hatte, daá das Hakenkreuz mit gebogenen Haken in eine weiáe Scheibe hineinkomponiert war. Ich selbst hatte unterdes nach unz„hligen Versuchen eine endgltige Form niedergelegt; eine Fahne aus roten Grundtuch mit einer weiáen Scheibe und in deren Mitte ein schwarzes Hakenkreuz. Nach langen Versuchen fand ich auch ein bestimmtes Verh„ltnis zwischen der Gr”áe der Fahne und der Gr”áe der weiáen scheibe sowie der Form und St„rke des Hakenkreuzes. Und dabei ist es dann geblieben. In gleichem sinne wurden nun sofort Armbinden fr die Ordnungsmannschaften in Auftrag gegeben, und zwar eine rote Binde, auf der sich ebenfalls die weiáe Scheibe mit schwarzem Hakenkreuz befindet. Auch das Parteiabzeichen wurde nach gleichen Richtlinien entworfen: eine weiáe Scheibe auf rotem Felde und in der Mitte das Hakenkreuz. Ein Mnchner Goldschmied, Fá, lieferte den ersten verwendbaren und dann auch beibehaltenen Entwurf. Im Hochsommer 1920 kam zum ersten Male die neue Flagge vor die ™ffentlichkeit. Sie paáte vorzglich zu unserer jungen Bewegung. So wie diese jung und neu war, war sie es auch. Kein Mensch hatte sie vorher je gesehen; sie wirkte damals wie eine Brandfackel. Wir selber empfanden alle eine fast kindliche Freude, als eine treue Parteigenossin den Entwurf zum ersten Male ausgefhrt und die Fahne geliefert hatte. Schon wenige Monate sp„ter besaáen wir in Mnchen ein halbes Dutzend davon, und die immer mehr und mehr um sich greifende Ordnertruppe besonders trug dazu bei, das neue Symbol der Bewegung zu verbreiten. Und ein Symbol ist dies wahrlich! Nicht nur, daá durch die einzigen, von uns allen heiágeliebten Farben, 557 Deutung des nationalsozialistischen Symbols die einst dem deutschen Volke soviel Ehre errungen hatten, unsere Ehrfurcht vor der Vergangenheit bezeugt wird, sie war auch die beste Verk”rperung des Wollens der Bewegung. Als nationale Sozialisten sehen wir in unserer Flagge unser Programm. Im Rot sehen wir den sozialen Gedanken der Bewegung, im Weiá den nationalsozialistischen, im Hakenkreuz die Mission des Kampfes fr den Sieg des arischen Menschen und zugleich mit ihm auch den Sieg des Gedankens der schaffenden Arbeit, die selbst ewig antisemitisch war und antisemitisch sein wird. Zwei Jahre sp„ter, als aus der Ordnertruppe schon l„ngst eine viele tausend Mann umfassende Sturmabteilung geworden war, schien es n”tig, dieser Wehrorganisation der jungen Weltanschauung noch ein besonderes Symbol des Sieges zu geben: die Standarte. Auch sie habe ich selbst entworfen und dann einem alten, treuen Parteigenossen, dem Goldschmiedemeister Gahr, zur Ausfhrung bergeben. Seitdem geh”rt die Standarte zu den Wahr- und Feldzeichen des nationalsozialistischen Kampfes. * Die Versammlungst„tigkeit, die im Jahre 1920 sich immer mehr steigerte, fhrte endlich dazu, daá wir manche Woche sogar zwei Versammlungen abhielten. Vor unseren Plakaten stauten sich die Menschen, die gr”áten S„le der Stadt waren immer gefllt, und Zehntausende verfhrter Marxisten fanden den Weg zurck zu ihrer Volksgemeinschaft, um K„mpfer fr ein kommendes, freies Deutsches Reich zu werden. Die ™ffentlichkeit in Mnchen hatte uns kennengelernt. Man sprach von uns, und das Wort "Nationalsozialist" wurde vielen gel„ufig und bedeutete schon ein Programm. Auch die Schar der Anh„nger, ja selbst der Mitglieder begann ununterbrochen zu wachsen, so daá wir im Winter 1920/21 schon als starke Partei in Mnchen auftreten konnten. Es gab damals auáer den marxistischen Parteien keine Partei, vor allem keine nationale, die auf solche Massenkundgebungen h„tte hinweisen k”nnen wie wir. Der fnftausend 558 Die erste Zirkusversammlung Menschen fassende Mnchener-Kindl-Keller war ”fter als einmal zum Brechen voll gewesen, und nur einen einzigen Raum gab es, an den wir uns noch nicht herangewagt hatten, und dies war der Zirkus Krone. Ende Januar 1921 stiegen fr Deutschland wieder schwere Sorgen auf. Das Pariser Abkommen, auf Grund dessen sich Deutschland zur Zahlung der wahnwitzigen Summe von hundert Milliarden Goldmark verpflichtete, sollte in der Form des Londoner Diktats Wirklichkeit werden. Eine in Mnchen seit langem bestehende Arbeitsgemeinschaft sogenannter v”lkischer Verb„nde wollte aus diesem Anlaá zu einem gr”áeren gemeinsamen Protest einladen. Die Zeit dr„ngte sehr, und ich selbst war angesichts des ewigen Zauderns und Z”gerns, gefaáte Beschlsse auch zur Durchfhrung zu bringen, nerv”s. Man redete zuerst von einer Kundgebung am K”nigsplatz, unterlieá dies aber wieder, da man Angst davor hatte, von den Roten auseinandergehauen zu werden, und projektierte eine Protestkundgebung vor der Feldherrnhalle. Allein auch davon kam man wieder ab und schlug endlich eine gemeinsame Versammlung im Mnchener-Kindl-Keller vor. Unterdes war Tag fr Tag vergangen, die groáen Parteien hatten von dem furchtbaren Ereignis berhaupt keine Notiz genommen und die Arbeitsgemeinschaft selber konnte sich nicht entschlieáen, endlich einen festen Termin fr die beabsichtigte Kundgebung zu bestimmen. Dienstag, den 1. Februar 1921, forderte ich dringlichst einen endgltigen Entscheid. Ich wurde vertr”stet auf Mittwoch. Mittwoch verlangte ich nun unbedingt klare Auskunft, ob und wann die Versammlung stattfinden sollte. Die Antwort war wieder unbestimmt und ausweichend; es hieá, man "beabsichtige", die Arbeitsgemeinschaft fr den Mittwoch in acht Tagen zu einer Kundgebung aufzubieten. Damit war mir der Geduldfaden gerissen, und ich beschloá, die Protestkundgebung nun allein durchzufhren. Mittwoch mittags diktierte ich in zehn Minuten das Plakat in die Schreibmaschine und lieá gleichzeitig den Zirkus 559 Die erste Zirkusversammlung Krone fr den n„chsten Tag, Donnerstag, den 3. Februar, mieten. Damals war dies ein unendlich groáes Wagnis. Nicht nur, daá es fraglich schien, den riesenhaften Raum fllen zu k”nnen, lief man auch Gefahr, gesprengt zu werden. Unsere Ordnertruppe war fr diesen kolossalen Raum noch lange nicht ausreichend. Ich hatte auch keine richtige Vorstellung ber die Art des m”glichen Vorgehens im Falle einer Sprengung. Ich hielt es damals fr viel schwieriger im Zirkusgeb„ude als in einem normalen Saal. Doch war dies, wie es sich dann herausstellte, gerade umgekehrt. In dem Riesenraum konnte man tats„chlich leichter einer Sprengtruppe Herr werden als in enggepferchten S„len. Sicher war nur eines: jeder Miáerfolg konnte uns auf sehr lange Zeit zurckwerfen. Denn eine einzige erfolgreiche Sprengung h„tte unseren Nimbus mit einem Schlage zerst”rt und die Gegner ermutigt, das einmal Gelungene immer wieder zu versuchen. Das h„tte zu einer Sabotage unserer ganzen weiteren Versammlungst„tigkeit fhren k”nnen, was erst nach vielen Monaten und nach schwersten K„mpfen zu berwinden gewesen w„re. Wir hatten nur einen Tag Zeit zu plakatieren, n„mlich den Donnerstag selbst. Leider regnete es schon morgens, und die Befrchtung schien begrndet, ob unter solchen Umst„nden nicht viele Leute lieber zu Hause bleiben wrden, statt bei Regen und Schnee in eine Versammlung zu eilen, bei der es m”glicherweise Mord und Totschlag geben konnte. šberhaupt bekam ich Donnerstagvormittag auf einmal Angst, der Raum k”nnte doch nicht voll werden (ich w„re damit ja auch vor der Arbeitsgemeinschaft der Blamierte gewesen), so daá ich nun schleunigst einige Flugbl„tter diktierte und in Druck gab, um sie nachmittags verbreiten zu lassen. Die enthielten natrlich die Aufforderung zum Besuch der Versammlung. Zwei Lastkraftwagen, die ich mieten lieá, wurden in m”glichst viel Rot eingehllt, darauf ein paar unserer Fahnen gepflanzt und jeder mit fnfzehn bis zwanzig Parteigenossen 560 Die erste Zirkusversammlung besetzt; sie erhielten den Befehl, fleiáig durch die Straáen der Stadt zu fahren, Flugbl„tter abzuwerfen, kurz, Propaganda fr die Massenkundgebung am Abend zu machen. Es war zum erstenmal, daá Lastkraftwagen mit Fahnen durch die Stadt fuhren, auf denen sich keine Marxisten befanden. Das Brgertum starrte daher den rot dekorierten und mit flatternden Hakenkreuzfahnen geschmckten Wagen mit offenen M„ulern nach, w„hrend in den „uáeren Vierteln sich auch zahllose geballte F„uste erhoben, deren Besitzer ersichtlich wutentbrannt schienen ber die neueste "Provokation des Proletariats". Denn Versammlungen abzuhalten, hatte nur der Marxismus das Recht, genau so wie auf Lastkraftwagen herumzufahren. Um sieben Uhr abends war der Zirkus noch nicht gut besetzt. Ich wurde alle zehn Minuten telephonisch verst„ndigt, und war selbst ziemlich unruhig; denn um sieben Uhr oder ein Viertel nach sieben Uhr waren die anderen S„le meistens schon halb, ja oft schon fast voll gewesen. Allerdings kl„rte sich dies bald auf. Ich hatte nicht mit den riesigen Dimensionen des neuen Raumes gerechnet: tausend Personen lieáen den Hofbr„uhaussaal schon sehr sch”n besetzt erscheinen, w„hrend sie vom Zirkus Krone einfach verschluckt wurden. Man sah sie kaum. Kurze Zeit darauf kamen jedoch gnstigere Meldungen, und um dreiviertel acht Uhr hieá es, daá der Raum zu drei Vierteln gefllt sei und sehr groáe Massen vor den Kassenschaltern stnden. Daraufhin fuhr ich los. Zwei Minuten nach acht Uhr kam ich vor dem Zirkus an. Es war noch immer eine Menschenmenge vor ihm zu sehen, zum Teil bloá Neugierige, auch viele Gegner darunter, die die Ereignisse auáen abwarten wollten. Als ich die m„chtige Halle betrag, erfaáte mich die gleiche Freude wie ein Jahr vordem in der ersten Versammlung im Mnchener Hofbr„uhausfestsaal. Aber erst nachdem ich mich durch die Menschenmauern hindurchgedrckt und das hochgelegene Podium erreicht hatte, sah ich den Erfolg in seiner ganzen Gr”áe. Wie eine Riesenmuschel lag dieser Saal vor mir, angefllt mit Tausenden und Tausenden 561 Die erste Zirkusversammlung von Menschen. Selbst die Manege war schwarz besetzt. šber fnftausendsechshundert Karten waren ausgegeben worden, und rechnete man die gesamte Zahl der Arbeitslosen, der armen Studenten und unsere Ordnungsmannschaften mit ein, so drften etwa sechseinhalbtausend Personen dagewesen sein. "Zukunft oder Untergang" lautete das Thema, und mir jubelte das Herz auf angesichts der šberzeugung, daá die Zukunft da unten vor mir lag. Ich begann zu sprechen und redete gegen zweieinhalb Stunden, und das Gefhl sagte mir schon nach der ersten halben Stunde, daá die Versammlung ein groáer Erfolg werden wrde. Die Verbindung zu all diesen tausend einzelnen war hergestellt. Schon nach der ersten Stunde begann der Beifall in immer gr”áeren spontanen Ausbrchen mich zu unterbrechen, um nach zwei Stunden wieder abzuebben und in jene weihevolle Stille berzugehen, die ich sp„ter in diesem Raume so oft und oft erlebt habe und die jedem einzelnen wohl unvergeálich bleiben wird. Man h”rte dann kaum mehr als den Atemzug dieser Riesenmenge, und erst als ich das letzte Wort gesprochen, brandete es pl”tzlich auf, um in dem in h”chster Inbrunst gesungenen "Deutschland"-Lied seinen erl”senden Abschluá zu finden. Ich verfolgte es noch, wie sich langsam der Riesenraum zu leeren begann und ein ungeheueres Menschenmeer durch den gewaltigen mittleren Ausgang fast zwanzig Minuten lang hinausdr„ngte. Erst dann verlieá ich selbst, berglcklich, meinen Platz, um mich nach Hause zu begeben. Von dieser ersten Versammlung im Zirkus Krone zu Mnchen wurden Aufnahmen gemacht. Sie zeigen besser als Worte die Gr”áe der Kundgebung. Brgerliche Bl„tter brachten Abbildungen und Notizen, erw„hnten jedoch nur, daá es sich um eine "nationale" Kundgebung gehandelt h„tte, verschwiegen aber in blich bescheidener Weise die Veranstalter. Damit waren wir zum ersten Male aus dem Rahmen einer gew”hnlichen Tagespartei weit hinausgetreten. Man konnte 562 Versammlung folgt auf Versammlung jetzt nicht mehr an uns vorbeigehen. Um nun ja nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, als handle es sich bei diesem Versammlungserfolg nur um eine Eintagsfliege, setzte ich augenblicklich fr die kommende Woche zum zweiten Male eine Kundgebung im Zirkus an, und der Erfolg war derselbe. Wieder war der Riesenraum zum Brechen mit Menschenmassen gefllt, so daá ich mich entschloá, in der kommenden Woche zum drittenmal eine Versammlung im gleichen Stil abzuhalten. Und zum drittenmal war der Riesenzirkus von unten bis oben gepreát voll von Menschen. Nach dieser Einleitung des Jahres 1921 steigerte ich die Versammlungst„tigkeit in Mnchen noch mehr. Ich ging nun dazu ber, nicht nur jede Woche eine, sondern manche Wochen zwei Massenversammlungen abzuhalten, ja, im Hochsommer und im Sp„therbst wurden es manchmal drei. Wir versammelten uns nun immer im Zirkus und konnten zu unserer Genugtuung feststellen, daá alle unsere Abende den gleichen Erfolg brachten. Das Ergebnis war eine immer steigende Anh„ngerzahl der Bewegung und eine groáe Zunahme der Mitglieder. * Solche Erfolge lieáen natrlich auch unsere Gegner nicht ruhen. Nachdem sie in ihrer Taktik immer schwankend sich bald zum Terror und bald zum Totschweigen bekannten, konnten sie die Entwicklung der Bewegung, wie sie selbst erkennen muáten, weder mit dem einen noch mit dem anderen irgendwie hemmen. So entschlossen sie sich in einer letzten Anstrengung zu einem Terrorakt, um unserer weiteren Versammlungst„tigkeit damit endgltig einen Riegel vorzuschieben. Als „uáeren Anlaá zu der Aktion bentzte man ein h”chst geheimnisvolles Attentat auf einen Landtagsabgeordneten namens Erhard Auer. Besagter Erhard Auer sollte abends von irgend jemand angeschossen worden sein. Das heiát, er war es nicht tats„chlich, aber es sei versucht worden, auf ihn zu schieáen. Fabelhafte Geistesgegenwart sowie der 563 Der vergebliche Sprengungsversuch sprichw”rtliche Mut des sozialdemokratischen Parteifhrers h„tten aber den frevelhaften Angriff nicht nur vereitelt, sondern die verruchten T„ter selbst in schm„hlichste Flucht geschlagen. Sie waren so eilig und so weit geflohen, daá die Polizei auch sp„ter von ihnen nicht mehr die leiseste Spur erwischen konnte. Dieser geheimnisvolle Vorgang wurde von dem Organ der Sozialdemokratischen Partei in Mnchen nun bentzt, um in maálosester Weise gegen die Bewegung zu hetzen und darunter auch in altgewohnter Geschw„tzigkeit anzudeuten, was demn„chst kommen msse. Es sei dafr gesorgt, daá unsere B„ume nicht in den Himmel wchsen, sondern daá von proletarischen F„usten nun rechtzeitig eingegriffen wrde. Und wenige Tage sp„ter war schon der Tag des Eingriffs da. Eine Versammlung im Mnchener Hofbr„uhausfestsaal, in der ich selber sprechen sollte, war zur endgltigen Auseinandersetzung gew„hlt worden. Am 4. 11. 21 erhielt ich nachmittags zwischen sechs und sieben Uhr die ersten positiven Nachrichten, daá die Versammlung unbedingt gesprengt werden wrde und daá man zu diesem Zweck besonders aus einigen roten Betrieben groáe Arbeitermassen in die Versammlung zu schicken beabsichtige. Einem unglcklichen Zufall war es zuzuschreiben, daá wir diese Verst„ndigung nicht schon frher bekamen. Wir hatten am selben Tage unsere alte ehrwrdige Gesch„ftsstelle in der Sterneckergasse in Mnchen aufgegeben und waren in eine neue bersiedelt, das heiát wir waren aus der alten fort, konnten aber in die neue nicht hinein, weil in ihr noch gearbeitet wurde. Da auch das Telephon in der einen abgerissen und in der zweiten noch nicht eingebaut war, sind an diesem Tage eine ganze Anzahl telephonischer Versuche, die beabsichtigte Sprengung uns mitzuteilen, vergeblich gewesen. Dies hatte zur Folge, daá die Versammlung selbst nur durch sehr schwache Ordnertruppen geschtzt war. Nur eine zahlenm„áig wenig starke Hundertschaft von ungef„hr sechsundvierzig 564 Der vergebliche Sprengungsversuch K”pfen war anwesend, der Alarmapparat aber noch nicht so ausgebaut, um abends im Verlauf von einer Stunde eine ausgiebige Verst„rkung herbeizuholen. Dazu kam noch, daá ja derartige alarmierende Gerchte schon unz„hlige Male uns zu Ohren gekommen waren, ohne daá dann irgend etwas Besonderes geschehen war. Der alte Spruch, daá angekndigte Revolutionen meist ausbleiben, hatte sich auch bei uns bis dahin noch immer als richtig erwiesen. So geschah auch aus diesem Grunde vielleicht nicht alles, was an dem Tage h„tte geschehen k”nnen, um mit brutalster Entschlossenheit einer Sprengung entgegenzukommen. Endlich hielten wir den Mnchener Hofbr„uhausfestsaal fr eine Sprengung als denkbar ungeeignet. Wir hatten sie mehr fr die gr”áten S„le befrchtet, besonders fr den Zirkus. Insofern hat uns dieser Tag eine wertvolle Lehre gegeben. Wir haben sp„ter diese ganzen Fragen, ich darf schon sagen, mit wissenschaftlicher Methodik studiert und sind zu Resultaten gekommen, die zum Teil ebenso unglaublich wie interessant waren und in der Folgezeit fr die organisatorische und taktische Leitung unserer Sturmabteilungen von grundlegender Bedeutung wurden. Als ich um dreiviertel acht Uhr in die Vorhalle des Hofbr„uhauses kam, konnte allerdings ein Zweifel ber die vorhandene Absicht nicht mehr bestehen. Der Saal war bervoll und deshalb polizeilich gesperrt worden. Die Gegner, die sehr frh erschienen waren, befanden sich im Saal und unsere Anh„nger zum gr”áten Teil drauáen. Die kleine S.A. erwartete mich in der Vorhalle. Ich lieá die Tren zum groáen Saal schlieáen und hieá dann die fnfundvierzig oder sechsundvierzig Mann antreten. Ich habe den Jungens vorgestellt, daá sie wahrscheinlich heute der Bewegung zum ersten Male auf Biegen und Brechen die Treue halten máten, und daá keiner von uns den Saal verlassen drfe, auáer sie trgen uns als Tote hinaus; ich wrde selbst im Saale bleiben, glaubte nicht, daá mich auch nur einer von ihnen verlassen wrde; erblickte ich aber selber einen, der sich als Feigling erweise, so wrde ich ihm 565 Der vergebliche Sprengungsversuch pers”nlich die Binde herunterreiáen und das Abzeichen fortnehmen. Dann forderte ich sie auf, beim geringsten Versuch einer Sprengung augenblicklich vorzugehen und dessen eingedenk zu sein, daá man sich am besten verteidigt, indem man selbst angreift. Ein dreifaches Heil, das dieses Mal rauher und heiserer klang als sonst, war die Antwort. Dann ging ich in den Saal hinein und konnte nun mit eigenen Augen die Lage berblicken. Sie saáen dick herinnen und suchten mich schon mit Augen zu durchbohren. Zahllose Gesichter waren mit verbissenem Haá mir zugewandt, w„hrend andere wieder, unter h”hnischen Grimassen, sehr eindeutige Zurufe loslieáen. Man wrde heute "Schluá machen mit uns", wir sollten auf unsere Ged„rme achtgeben, man wrde uns das Maul endgltig verstopfen, und was es solcher sch”nen Redensarten sonst noch gab. Sie waren sich ihrer šbermacht bewuát und fhlten sich danach. Dennoch konnte die Versammlung er”ffnet werden und ich begann zu sprechen. Ich stand im Hofbr„uhausfestsaal immer an einer der L„ngsfronten des Saales und mein Podium war ein Biertisch. Ich befand mich also eigentlich mitten unter den Leuten. Vielleicht trug dieser Umstand dazu bei, um gerade in diesem Saale immer eine Stimmung entstehen zu lassen, wie ich sie sonst an keiner Stelle „hnlich wieder gefunden habe. Vor mir, besonders links vor mir, saáen und standen lauter Gegner. Es waren durchaus robuste M„nner und Burschen, zu einem groáen Teil aus der Maffei-Fabrik, von Kustermann, aus den Isariaz„hlerwerken usw. Der linken Saalwand entlang hatten sie sich bereits ganz dicht bis an meinen Tisch vorgeschoben und begannen nun Maákrge zu sammeln, d.h. sie bestellten immer wieder Bier und stellten die ausgetrunkenen Krge unter den Tisch. Ganze Batterien entstanden so, und es h„tte mich wundergenommen, wenn die Sache heute wieder gut ausgegangen w„re. Nach ungef„hr eineinhalb Stunden - solange konnte ich, trotz aller Zwischenrufe sprechen - war es fast so, als ob ich Herr der Lage wrde. Die Fhrer der Sprengtrupps 566 Der vergebliche Sprengungsversuch schienen dies selbst auch zu fhlen; denn sie wurden immer unruhiger, gingen ”fter hinaus, kamen wieder herein und redeten sichtlich nerv”s auf ihre Leute ein. Ein psychologischer kleiner Fehler, den ich in der Abwehr eines Zwischenrufes beging und der mir, kaum, daá ich das Wort aus dem Munde hatte, selbst zum Bewuátsein kam, gab das Signal zum Losschlagen. Ein paar zornige Zwischenrufe, und ein Mann sprang pl”tzlich auf einen Stuhl und brllte in den Saal hinein: "Freiheit!" Auf welches Signal hin die Freiheitsk„mpfer mit ihrer Arbeit begannen. In wenigen Sekunden war der ganze Raum erfllt von einer brllenden und schreienden Menschenmenge, ber die, Haubitzenschssen „hnlich, unz„hlige Maákrge flogen; dazwischen das Krachen von Stuhlbeinen, das Zerplatschen der Krge, Gr”hlen und Johlen und Aufschreien. Es war ein bl”dsinniger Spektakel. Ich blieb auf meinem Platz stehen und konnte beobachten, wie restlos meine Jungens ihre Pflicht erfllten. Da h„tte ich eine brgerliche Versammlung sehen m”gen! Der Tanz hatte noch nicht begonnen, als auch schon meine Sturmtruppler, denn so hieáen sie von diesem Tage an, angriffen. Wie W”lfe strzten sie in Rudeln von acht oder zehn immer wieder auf ihre Gegner los und begannen sie nach und nach tats„chlich aus dem Saale zu dreschen. Schon nach fnf Minuten sah ich kaum mehr einen von ihnen, der nicht schon blutberstr”mt gewesen w„re. Wie viele habe ich damals erst so recht kennengelernt; an der Spitze meinen braven Maurice, meinen heutigen Privatsekret„r Heá und viele andere, die, selbst schon schwer verletzt, immer wieder angriffen, solange sie sich nur auf den Beinen halten konnten. Zwanzig Minuten lang dauerte der H”llenl„rm, dann aber waren die Gegner, die vielleicht sieben- und achthundert Mann z„hlen mochten, von meinen nicht einmal fnfzig Mann zum gr”áten Teil aus dem Saal geschlagen und die Treppen hinuntergejagt. Nur in der linken rckw„rtigen Saalecke hielt sich noch ein groáer Haufen und leistete erbittertsten Widerstand. Da vielen pl”tzlich vom Saaleingang 567 "Die Versammlung geht weiter" zum Podium her zwei Pistolenschsse, und nun ging eine wilde Knallerei los. Fast jubelte einem doch wieder das Herz angesichts solcher Auffrischung alter Kriegserlebnisse. Wer schoá, lieá sich von da ab nicht mehr unterscheiden; nur das eine konnte man feststellen, daá von dem Augenblick an sich die Wut meiner blutenden Jungens noch m„chtig gesteigert hatte und endlich die letzten St”rer, berw„ltigt, aus dem Saal hinausgetrieben wurden. Es waren ungef„hr fnfundzwanzig Minuten vergangen; der Saal selbst sah aus, als ob eine Granate eingeschlagen h„tte. Viele meiner Anh„nger wurden gerade verbunden, andere muáten weggefahren werden, allein wir waren die Herren der Lage geblieben. Hermann Esser, der an diesem Abend die Versammlungsleitung bernommen hatte, erkl„rte: "Die Versammlung geht weiter. Das Wort hat der Referent", und ich sprach dann wieder. Nachdem wir die Versammlung selbst schon geschlossen hatten, kam pl”tzlich ein aufgeregter Polizeileutnant hereingestrzt und kr„hte mit wildfuchtelnden Armen in den Saal hinein: "Die Versammlung ist aufgel”st." Unwillkrlich muáte ich ber diesen Nachzgler der Ereignisse lachen; echt polizeiliche Wichtigtuerei. Je kleiner sie sind, um so gr”áer mssen sie wenigstens scheinen. Wir hatten an dem Abend wirklich viel gelernt, und auch unsere Gegner haben die Lehre, die sie ihrerseits empfangen hatten, nicht mehr vergessen. Bis zum Herbst 1923 hat uns seitdem die "Mnchener Post" keine F„uste des Proletariats mehr angekndigt. 8. Kapitel Der Starke ist am m„chtigsten allein Ich habe im Vorhergehenden das Bestehen einer Arbeitsgemeinschaft deutschv”lkischer Verb„nde erw„hnt und m”chte an dieser Stelle das Problem dieser Arbeitsgemeinschaften kurz er”rtern. Im allgemeinen versteht man unter einer Arbeitsgemeinschaft eine Gruppe von Verb„nden, die zur Erleichterung ihrer Arbeit in ein gewisses gegenseitiges Verh„ltnis treten, eine gemeinsame Fhrung von mehr oder minder groáer Kompetenz w„hlen und nun gemeinsame Aktionen gemeinsam durchfhren. Schon daraus geht hervor, daá es sich hierbei um Vereine, Verb„nde oder Parteien handeln muá, deren Ziele und Wege nicht zu weit auseinanderliegen. Es wird behauptet, dies sei auch immer der Fall. Es wirkt nun fr den normalen Durchschnittsbrger ebenso erfreulich wie beruhigend, zu h”ren, daá solche Verb„nde endlich, indem sie sich in solcher "Arbeitsgemeinschaft" zusammenfinden, das "Gemeinsam-Verbindende" entdeckt haben und das "Trennende zurckstellen". Dabei herrscht die allgemeine šberzeugung, daá einer solchen Vereinigung dann eine enorme Kraftsteigerung zukomme und daá die ansonst schwachen Grppchen dadurch pl”tzlich zu einer Macht geworden seien. Dies ist jedoch meistens falsch! Es ist interessant und in meinen Augen zum besseren Verst„ndnis dieser Frage wichtig, sich Klarheit darber zu verschaffen, wieso es denn berhaupt zur Bildung von Verb„nden, Vereinen oder dergleichen kommen kann, die alle behaupten, das gleiche Ziel verfolgen zu wollen. An und fr sich w„re es doch logisch, daá ein Ziel auch nur von 569 Priorit„tsrecht einer Bewegung einem Verband verfochten wird und daá vernnftigerweise nicht mehrere Verb„nde das gleiche Ziel verfechten. Ohne Zweifel war jenes Ziel zuerst nur von einem Verband ins Auge gefaát worden. Ein Mann verkndet an irgendeiner Stelle eine Wahrheit, ruft zur L”sung einer bestimmten Frage auf, setzt ein Ziel und bildet eine Bewegung, die der Verwirklichung seiner Absicht dienen soll. Es wird somit ein Verein oder eine Partei gegrndet, die, je nach ihrem Programm, entweder die Beseitigung bestehender Miást„nde oder die Erreichung eines besonderen Zustandes in der Zukunft herbeifhren soll. Sowie einmal eine solche Bewegung ins Leben getreten ist, besitzt sie damit praktisch ein gewisses Priorit„tsrecht. Es w„re nun eigentlich selbstverst„ndlich, daá alle Menschen, die das gleiche Ziel wie sie zu verfechten gedenken, sich in eine solche Bewegung einfgen und deren Kraft dadurch st„rken, um so der gemeinsamen Absicht besser dienen zu k”nnen. Besonders jeder geistig regsame Kopf máte gerade in einer solchen Eingliederung die Voraussetzung zum wirklichen Erfolg gemeinsamen Ringens empfinden. Mithin máte es vernnftigerweise und bei einer gewissen Redlichkeit (auf die kommt, wie ich sp„ter nachweisen will, sehr viel an) fr ein Ziel auch nur eine Bewegung geben. Daá dem nicht so ist, kann zwei Ursachen zugeschrieben werden. Die eine davon m”chte ich fast als eine tragische bezeichnen. w„hrend die zweite erb„rmlich und in der menschlichen Schw„che selbst zu suchen ist. Im tiefsten Grund sehe ich aber in beiden nur Tatsachen, die geeignet sind, das Wollen an sich, die Energie und Intensit„t desselben zu steigern und durch diese H”herzchtung menschlicher Tatkraft die L”sung des in Frage stehenden Problems endlich zu erm”glichen. Die tragische Ursache, warum es bei der L”sung einer bestimmten Aufgabe meist nicht bei einem einzigen Verbande bleibt, ist folgende: Jede Tat groáen Stils auf dieser Erde wird im allgemeinen die Erfllung eines in Millionen Menschen schon l„ngst vorhanden gewesenen Wunsches, 570 Das Ringen um die Fhrung einer im stillen von vielen gehegten Sehnsucht sein. Ja es kann vorkommen, daá Jahrhunderte sehnsuchtsvoll die L”sung einer bestimmten Frage herbeiwnschen, weil sie unter der Unertr„glichkeit eines bestehenden Zustandes seufzen, ohne daá die Erfllung dieses allgemeinen Sehnens in Erscheinung tr„te. V”lker, die aus einer solchen Not berhaupt keine heroische L”sung mehr finden, kann man als impotent bezeichnen, w„hrend wir die Lebenskraft eines Volkes und die durch sie noch verbrgte Bestimmung zum Leben am schlagendsten dann bewiesen sehen, wenn ihm fr die Befreiung aus einem groáen Zwang, oder zur Beseitigung einer bitteren Not, oder zur Befriedigung seiner ruhelos, weil unsicher gewordenen Seele, vom Schicksal eines Tages der dafr begnadete Mann geschenkt wird, der endlich die lang ersehnte Erfllung bringt. Es liegt nun ganz im Wesen sogenannter groáer Zeitfragen, daá sich an ihrer L”sung Tausende bet„tigen, daá viele sich berufen glauben, ja daá das Schicksal selbst verschiedene zur Wahl vorschl„gt, um nun im freien Spiel der Kr„fte dem St„rkeren, Tchtigeren endgltig den Sieg zu geben und ihm die L”sung des Problems anzuvertrauen. So mag es sein, daá Jahrhunderte, unzufrieden mit der Gestaltung ihres religi”sen Lebens, sich nach einer Erneuerung sehnen, und daá aus diesem seelischen Drange heraus Dutzende und mehr M„nner erstehen, die sich auf Grund ihrer Einsicht und ihres Wissens zur L”sung dieser religi”sen Not berufen glauben, um als Propheten einer neuen Lehre oder wenigstens als K„mpfer gegen eine bestehende in Erscheinung zu treten. Sicher wird auch hier, kraft natrlicher Ordnung, der St„rkste dazu bestimmt sein, die groáe Mission zu erfllen; allein die Erkenntnis, daá eben dieser eine der ausschlieálich Berufene sei, pflegt den anderen meistens erst sehr sp„t zu kommen. Sie sehen sich im Gegenteil alle als gleichberechtigt und berufen zur L”sung der Aufgabe an, und die Mitwelt vermag gew”hnlich am allerwenigsten zu unterscheiden, wer von ihnen - weil allein zum H”chsten bef„higt - einzig ihre Untersttzung verdient. 571 Das Ringen um die Fhrung So treten im Laufe von Jahrhunderten, ja oft innerhalb eines gleichen Zeitabschnittes verschiedene M„nner auf, grnden Bewegungen, um Ziele zu verfechten, die, wenigstens behauptungsweise, die gleichen sind oder doch von der groáen Masse als gleich empfunden werden. Das Volk selbst hegt wohl unbestimmte Wnsche und hat allgemeine šberzeugungen, ohne sich indes ber das eigentliche Wesen des Zieles oder des eigenen Wunsches oder gar der M”glichkeit ihrer Erfllung genau klar werden zu k”nnen. Die Tragik liegt darin, daá jene M„nner auf ganz verschiedenen Wegen einem gleichen Ziele zustreben, ohne sich zu kennen, und daher, im reinsten Glauben an ihre eigene Mission, sich fr verpflichtet halten, ohne Rcksicht auf andere ihre eigenen Wege zu gehen. Daá solche Bewegungen, Parteien, religi”se Gruppen vollkommen unabh„ngig voneinander, allein aus dem allgemeinen Zeitwollen heraus, entstehen, um sich nach einer gleichen Richtung zu bet„tigen, ist das, was wenigstens auf den ersten Blick als tragisch erscheint, weil man allzusehr zu der Meinung neigt, die auf verschiedene Wege zerstreute Kraft k”nnte, auf einen einzigen zusammengefaát, schneller und sicherer zum Erfolge fhren. Dies ist aber nicht der Fall. Sondern die Natur selbst trifft in ihrer unerbittlichen Logik den Entscheid, indem sie die verschiedenen Gruppen miteinander in Wettbewerb treten und um die Siegespalme ringen l„át und die Bewegung ans Ziel fhrt, die den klarsten, n„chsten und sichersten Weg gew„hlt hat. Wie aber sollte die Richtigkeit oder Unrichtigkeit eines Weges von auáen her bestimmt werden, wenn nicht dem Spiel der Kr„fte freie Bahn gegeben, die letzte Bestimmung dem doktrin„ren Entscheid menschlicher Besserwisser entzogen und der untrgerischen Beweisfhrung des sichtbaren Erfolges berantwortet worden w„re, der schlieálich der Richtigkeit einer Handlung immer die letzte Best„tigung geben wird! Marschieren also verschiedene Gruppen auf getrennten 572 ™sterreich und Preuáen Wegen dem gleichen Ziele zu, so werden sie, soweit sie von dem Vorhandensein „hnlicher Bestrebungen Kenntnis genommen haben, die Art ihres Weges grndlicher berprfen, denselben wom”glich abkrzen und unter Anspannung ihrer „uáersten Energie versuchen, das Ziel schneller zu erreichen. So ergibt sich aus diesem Wettkampf eine H”herzchtung des einzelnen K„mpfers, und die Menschheit hat ihre Erfolge nicht selten mit den Lehren zu verdanken, die aus dem Miágeschick gescheiterter frherer Versuche gezogen wurden. So k”nnen wir in der auf den ersten Blick tragisch erscheinenden Tatsache anf„nglicher, ohne bewuátes Verschulden einzelner entstandener Zersplitterung das Mittel erkennen, durch welches schlieálich das beste Verfahren erzielt wurde. Wir sehen in der Geschichte, daá nach Anschauung der meisten die beiden Wege, welche dereinst zur L”sung der deutschen Frage einzuschlagen m”glich waren und deren haupts„chlichste Repr„sentanten und Verfechter ™sterreich und Preuáen, Habsburg und Hohenzollern gewesen sind, von vornherein h„tten zusammengelegt werden mssen; man h„tte sich nach ihrer Ansicht dem einen oder dem anderen Weg in vereinigter Kraft anvertrauen sollen. Dann aber wrde damals der Weg des zuletzt bedeutenderen Vertreters beschritten worden sein; die ”sterreichische Absicht h„tte jedoch niemals zu einem Deutschen Reich gefhrt. Und nun erstand das Reich st„rkster deutscher Einigkeit gerade aus dem, was Millionen Deutsche blutenden Herzens als letztes und furchtbarstes Zeichen unseres Bruderzwistes empfunden: die deutsche Kaiserkrone wurde in Wahrheit auf dem Schlachtfelde von K”niggr„tz geholt und nicht in den K„mpfen vor Paris, wie man nachtr„glich meinte. So war die Grndung des Deutschen Reiches an sich 573 Ursachen der v”lkischen Zersplitterung nicht das Ergebnis irgendeines gemeinsamen Wollens auf gemeinsamen Wegen, sondern vielmehr das Ergebnis bewuáten, manchmal auch unbewuáten Ringens nach der Hegemonie, aus welchem Ringen Preuáen endlich als Sieger hervorging. Und wer nicht in parteipolitischer Verblendung der Wahrheit entsagt, der wird best„tigen mssen, daá die sogenannte Weisheit der Menschen niemals den gleichen weisen Entschluá gefaát haben wrde, wie ihn die Weisheit des Lebens, d.h. des freien Spiels der Kr„fte endlich Wirklichkeit hat werden lassen. Denn wer h„tte in deutschen Landen vor zweihundert Jahren wohl ernstlich geglaubt, daá das Hohenzollernsche Preuáen dereinst Keimzelle, Grnder und Lehrer des neuen Reiches sein wrde und nicht Habsburg?! Wer wollte dagegen heute noch leugnen, daá das Schicksal so besser gehandelt hat; ja wer k”nnte sich heute berhaupt noch ein Deutsches Reich vorstellen, getragen von den Grunds„tzen einer fauligen und verkommenen Dynastie? Nein, die natrliche Entwicklung hat, wenn auch nach jahrhundertelangem Kampf, endlich doch den Besten auf die Stelle gebracht, auf die er geh”rte. Das wird immer so sein, wird ewig so bleiben, wie es bisher immer so war. Deshalb ist es nicht zu beklagen, wenn sich verschiedene Leute auf den Weg begeben, um ans gleiche Ziel zu gelangen: Der Kr„ftigste und Schnellste wird auf solche Weise erkannt und wird Sieger werden. Es gibt nur noch eine zweite Ursache dafr, warum im V”lkerleben h„ufig Bewegungen scheinbar gleicher Art das scheinbar gleiche Ziel dennoch auf verschiedenen Wegen zu erreichen suchen. Diese Ursache ist nicht nur nicht tragisch, sondern sogar recht erb„rmlich. Sie liegt in der traurigen Mischung von Neid, Eifersucht, Ehrgeiz und diebischer Gesinnung, die man leider in einzelnen Subjekten der Menschheit manchesmal vereinigt findet. Sowie n„mlich ein Mann auftritt, der die Not seines Volkes tief erkennt, und nun, nachdem er sich ber das Wesen der Krankheit letzte Klarheit verschafft hat, ernstlich 574 Ursachen der v”lkischen Zersplitterung versucht, sie zu beheben, wenn er ein Ziel fixiert und den Weg gew„hlt hat, der zu diesem Ziele fhren kann - dann werden sofort kleine und kleinste Geister aufmerksam und verfolgen nun eifrig das Tun dieses Mannes, der die Augen der ™ffentlichkeit auf sich gezogen hat. Genau wie Sperlinge, die, scheinbar g„nzlich uninteressiert, in Wirklichkeit aber dennoch aufs „uáerste gespannt, einen glcklicheren Genossen, der ein Stckchen Brot gefunden hat, dauernd beobachten, um pl”tzlich in einem unbedachten Augenblick zu r„ubern, so auch diese Menschen. Es braucht einer nur sich auf einen neuen Weg zu begeben, so werden schon viele faule Herumlungerer stutzig und wittern irgendeinen lohnenden Bissen, der vielleicht am Ende dieses Weges liegen k”nnte. Sowie sie dann herausgebracht, wo er etwa zu finden ist, machen sie sich eifrig auf die Beine, um auf einem anderen, wom”glich schnelleren Weg zum Ziele zu kommen. Ist nun die neue Bewegung gegrndet und hat sie ihr bestimmtes Programm empfangen, dann kommen jene Menschen und behaupten, dieses gleiche Ziel zu verfechten; doch beileibe nicht, indem sie sich redlich in die Reihen einer solchen Bewegung stellen und so die Priorit„t derselben anerkennen, sondern sie bestehlen das Programm und grnden darauf eine eigene neue Partei. Sie sind dabei unversch„mt genug, der gedankenlosen Mitwelt zu versichern, daá sie schon lange vorher genau dasselbe gewollt h„tten wie der andere, und nicht selten gelingt es ihnen, sich damit in gnstiges Licht zu setzen, anstatt berechtigterweise der allgemeinen Verachtung zu verfallen. Denn ist es nicht eine groáe Unverfrorenheit, vorzugeben, die Aufgabe, die ein anderer auf seine Fahne geschrieben hat, auf die eigene zu schreiben, dessen programmatische Richtpunkte zu entlehnen, dann aber, als h„tte er dies alles geschaffen, seine eigenen Wege zu gehen? Die Unverfrorenheit zeigt sich aber besonders darin, daá dieselben Elemente, die zuerst durch ihre Neugrndungen die Zersplitterung verursacht haben, erfahrungsgem„á am allermeisten von der Notwendigkeit der Einigkeit und Einheit reden, sobald sie zu bemerken glauben, 575 Ursachen der v”lkischen Zersplitterung daá der Vorsprung des Gegners doch nicht mehr eingeholt werden kann. Solchem Vorgang ist die sogenannte "v”lkische Zersplitterung" zu verdanken. Allerdings war die Bildung einer ganzen Reihe als v”lkisch bezeichneter Gruppen, Parteien usw. im Jahre 1918/19 von den Grndern g„nzlich unverschuldet aus der natrlichen Entwicklung der Dinge heraus erfolgt. Aus ihnen allen hatte sich schon im Jahre 1920 die N.S.D.A.P. als Siegerin langsam herauskristallisiert. Die grunds„tzliche Redlichkeit jener einzelnen Grnder konnte nun durch nichts gl„nzender bewiesen werden als durch den bei vielen wahrhaft bewundernswerten Entschluá, der st„rkeren Bewegung die eigene, ersichtlich weniger erfolgreiche zum Opfer zu bringen, d.h. sie aufzul”sen oder bedingungslos einzugliedern. Dies gilt besonders fr den Hauptk„mpfer der damaligen Deutschsozialistischen Partei in Nrnberg, Julius Streicher. Die N.S.D.A.P. und die D.S.P. waren mit gleichen Schluázielen, jedoch g„nzlich unabh„ngig voneinander, entstanden. Haupts„chlichster Vork„mpfer der D.S.P. war, wie gesagt, der damalige Lehrer Julius Streicher in Nrnberg. Zun„chst war auch er von der Mission und der Zukunft seiner Bewegung heilig berzeugt. Sowie er aber die gr”áere Kraft und das st„rkere Wachstum der N.S.D.A.P. klar und zweifelsfrei erkennen konnte, stellte er seine T„tigkeit fr die D.S.P. und die Werkgemeinschaft ein und forderte seine Anh„nger auf, sich der aus dem gegenseitigen Ringen siegreich hervorgegangenen N.S.D.A.P. einzuordnen und nun in ihren Reihen fr das gemeinsame Ziel weiterzufechten. Ein pers”nlich ebenso schwerer wie grundanst„ndiger Entschluá. Aus dieser ersten Zeit der Bewegung ist denn auch keinerlei Zersplitterung briggeblieben, sondern fast durchwegs hat das ehrliche Wollen der damaligen M„nner auch zum ehrlichen, geraden und richtigen Ende gefhrt. Das, was wir heute mit dem Wort "v”lkische Zersplitterung" belegen, verdankt seine Existenz, wie schon betont, ausnahmslos 576 "Arbeitsgemeinschaften" der zweiten der von mir angefhrten Ursachen: Ehrgeizige M„nner, die vordem nie eigene Gedanken, noch viel weniger eigene Ziele gehabt hatten, fhlten sich genau in dem Moment "berufen", in welchem sie den Erfolg der N.S.D.A.P. unleugbar reifen sahen. Pl”tzlich entstanden Programme, die restlos von den unsern abgeschrieben waren, Ideen wurden verfochten, die man von uns entlehnt, Ziele aufgestellt, fr die wir schon seit Jahren gek„mpft, Wege gew„hlt, welche die N.S.D.A.P. schon l„ngst beschritten hatte. Man versuchte mit allen Mitteln zu begrnden, warum man diese neuen Parteien, trotz der l„ngst bestehenden N.S.D.A.P., zu bilden gezwungen gewesen sei; allein, je edlere Motive man unterschob, um so unwahrer waren jene Phrasen. In Wahrheit war ein einziger Grund maágebend gewesen: der pers”nliche Ehrgeiz der Begrnder, eine Rolle spielen zu wollen, zu der die eigene zwergenhafte Erscheinung von sich aus wirklich nichts mitbrachte als eine groáe Khnheit, fremde Gedanken zu bernehmen, eine Khnheit, die man im sonstigen brgerlichen Leben als diebisch zu bezeichnen pflegt. Es gab damals nichts an Vorstellungen und Ideen anderer, was ein solcher politischer Kleptomane nicht in krzester Zeit fr sein neues Gesch„ft angesammelt h„tte. Die solches taten, waren aber dieselben Leute, die dann sp„ter tr„nenden Auges die "v”lkische Zersplitterung" tief beklagten und unausgesetzt von der "Notwendigkeit der Einheit" redeten, in der stillen Hoffnung, die anderen endlich doch so weit bert”lpeln zu k”nnen, daá sie, des ewigen anklagenden Geschreies mde, zu den bisher gestohlenen Ideen auch noch die fr deren Durchfhrung geschaffenen Bewegungen den Dieben hinwerfen wrden. Gelang ihnen dies jedoch nicht und hielt die Rentabilit„t der neuen Unternehmungen, dank der geringen geistigen Ausmaáe ihrer Besitzer, nicht das, was man sich von ihr 577 "Arbeitsgemeinschaften" versprochen hatte, dann pflegte man es allerdings billiger zu geben und war schon glcklich, wenn man in einer der sogenannten Arbeitsgemeinschaften landen konnte. Alles, was damals nicht auf eigenen Beinen zu stehen vermochte, schloá sich zu solchen Arbeitsgemeinschaften zusammen; wohl von dem Glauben ausgehend, daá acht Lahme ineinander eingeh„ngt, sicherlich einen Gladiator ergeben. Befand sich aber unter den Lahmen wirklich ein Gesunder, dann brauchte er schon seine ganze Kraft, nur um die anderen auf den Beinen zu halten und wurde dadurch endlich selbst gel„hmt. Das Zusammengehen in sogenannten Arbeitsgemeinschaften haben wir immer als eine Frage der Taktik anzusehen; doch drfen wir uns dabei von folgender grunds„tzlichen Erkenntnis niemals trennen: Durch die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft werden schwache Verb„nde niemals in kr„ftige verwandelt, wohl aber kann und wird ein kr„ftiger Verband durch sie nicht selten eine Schw„chung erleiden. die Meinung, daá aus der Zusammenstellung schwacher Gruppen sich ein Kraftfaktor ergeben msse, ist unrichtig, da die Majorit„t in jeglicher Form und unter allen Voraussetzungen erfahrungsgem„á die Repr„sentantin der Dummheit und der Feigheit sein wird und mithin jede Vielheit von Verb„nden, so wie sie durch eine selbstgew„hlte mehrk”pfige Leitung dirigiert wird, der Feigheit und Schw„che ausgeliefert ist. Auch wird durch solchen Zusammenschluá das freie Spiel der Kr„fte unterbunden, der Kampf zur Auslese des Besten abgestellt und somit der notwendige und endgltige Sieg des Gesnderen und St„rkeren fr immer verhindert. Es sind also derartige Zusammenschlsse Feinde der 578 "Arbeitsgemeinschaften" natrlichen Entwicklung, denn meist hindern sie die L”sung des Problems, fr das gek„mpft wird, weit mehr, als sie sie f”rdern. Es kann vorkommen, daá aus rein taktischen Erw„gungen heraus die oberste Leitung einer Bewegung, die in die Zukunft sieht, dennoch mit „hnlichen Verb„nden ber die Behandlung bestimmter Fragen auf ganz kurze Zeit eine Einigung eingeht und vielleicht auch gemeinsame Schritte unternimmt. Allein dies darf nie zur Verewigung solchen Zustandes fhren, will nicht die Bewegung selbst damit auf ihre erl”sende Mission Verzicht leisten. Denn hat sie sich erst endgltig in einer solchen Vereinigung verstrickt, verliert sie die M”glichkeit und auch das Recht, im Sinne einer natrlichen Entwicklung ihre eigene Kraft sich voll auswirken zu lassen, so die Rivalen zu berwinden und als Siegerin das gesteckte Ziel zu erreichen. Man vergesse niemals, daá alles wirklich Groáe auf dieser Welt nicht erk„mpft wurde von Koalitionen, sondern daá es stets der Erfolg eines einzelnen Siegers war. Koalitionserfolge tragen schon durch die Art ihrer Herkunft den Keim zu knftigem Abbr”ckeln, ja zum Verlust des schon Erreichten. Groáe, wahrhaft weltumw„lzende Revolutionen geistiger Art sind berhaupt nur denkbar und zu verwirklichen als Titanenk„mpfe von Einzelgebilden, niemals aber als Unternehmen von Koalitionen. So wird auch vor allem der v”lkische Staat niemals geschaffen werden durch das kompromiáhafte Wollen einer v”lkischen Arbeitsgemeinschaft, sondern nur durch den stahlharten Willen einer einzigen Bewegung, die sich durchgerungen hat gegen alle. 9. Kapitel Grundgedanken ber Sinn und Organisation der S.A. Die St„rke des alten Staates ruhte auf drei S„ulen: der monarchischen Staatsform, dem Verwaltungsk”rper und dem Heer. Die Revolution des Jahres 1918 hat die Staatsform beseitigt, das Heer zersetzt und den Verwaltungsk”rper der Parteikorruption ausgeliefert. Damit sind aber die wesentlichsten Sttzen einer sogenannten Staatsautorit„t zerschlagen worden. Diese beruht an sich fast immer auf drei Elementen, die grunds„tzlich jeder Autorit„t zugrunde liegen. Das erste Fundament zur Bildung von Autorit„t bietet stets die Popularit„t. Eine Autorit„t jedoch, die allein auf diesem Fundamente ruht, isst noch „uáerst schwach, unsicher und schwankend. Jeder Tr„ger einer solchen rein auf Popularit„t fuáenden Autorit„t muá deshalb trachten, die Grundlage dieser Autorit„t zu verbessern und zu sichern durch Bildung von Macht. In der Macht also, in der Gewalt, sehen wir die zweite Grundlage jeder Autorit„t. Sie ist bereits wesentlich stabiler, sicherer, durchaus aber nicht immer kraftvoller als die erste. Vereinen sich Popularit„t und Gewalt und verm”gen sie gemeinsam eine gewisse Zeit zu berdauern, dann kann eine Autorit„t auf noch festerer Grundlage erstehen, die Autorit„t der Tradition. Wenn endlich Popularit„t, Kraft und Tradition sich verbinden, darf eine Autorit„t als unerschtterlich betrachtet werden. 580 Die drei Grundlagen der Autorit„t Durch die Revolution ist dieser letzte Fall vollst„ndig ausgeschaltet worden. Ja, es gab nicht einmal mehr eine Autorit„t der Tradition. Mit dem Zusammenbruch des alten Reiches, der Beseitigung der alten Staatsform, der Vernichtung der ehemaligen Hoheitszeichen und Reichssymbole ist die Tradition j„h abgerissen worden. Die Folge davon war die schwerste Erschtterung der Staatsautorit„t. Selbst die zweite S„ule der Staatsautorit„t, die Gewalt, war nicht mehr vorhanden. Um berhaupt die Revolution durchfhren zu k”nnen, war man gezwungen gewesen, die Verk”rperung der organisierten Kraft und Gewalt des Staates, n„mlich das Heer, zu zersetzen; ja, man muáte die zerfressenen Teile der Armee selbst als revolution„re Kampfelemente verwenden. Wenn auch die Frontarmeen dieser Zersetzung in nicht einheitlichem Maáe anheimgefallen waren, so wurden sie doch, je mehr sie die ruhmvollen St„tten ihres viereinhalbj„hrigen heldenhaften Ringens hinter sich lieáen, von der S„ure der Desorganisation der Heimat angefressen und endeten, in den Demobilmachungsorganisationen angekommen, ebenfalls im Durcheinander des sogenannten freiwilligen Gehorsams der Soldatenratsepoche. Auf diese meuternden, den Heeresdienst im Sinne einer achtstndigen Arbeitszeit auffassenden Soldatenhaufen konnte man allerdings keine Autorit„t mehr sttzen. Damit war das zweite Element, dasjenige, das die Festigkeit der Autorit„t erst verbrgt, auch beseitigt, und die Revolution besaá eigentlich nur mehr das ursprnglichste, die Popularit„t, um ihre Autorit„t aufzubauen. Gerade diese Grundlage war aber eine auáerordentlich unsichere. Wohl gelang der Revolution mit einem einzigen gewaltigen Anhieb die Zerschmetterung des alten Staatsgeb„udes, allein im tiefsten Grunde doch nur, weil das normale Gleichgewicht innerhalb der Struktur unseres Volkes durch den Krieg schon beseitigt worden war. Jeder Volksk”rper kann in drei groáe Klassen gegliedert werden: in ein Extrem des besten Menschentums auf der einen Seite, gut im Sinne aller Tugenden, besonders ausgezeichnet 581 Die drei Klassen des Volksk”rpers durch Mut und Opferfreudigkeit, andererseits ein Extrem des schlechtesten Menschenauswurfs, schlecht im Sinne des Vorhandenseins aller egoistischen Triebe und Laster. Zwischen beiden Extremen liegt als dritte Klasse die groáe, breite mittlere Schicht, in der sich weder strahlendes Heldentum noch gemeinste Verbrechergesinnung verk”rpert. Zeiten des Emporstiegs eines Volksk”rpers zeichnen sich aus, ja existieren nur durch die absolute Fhrung des extrembesten Teiles. Zeiten einer normalen, gleichm„áigen Entwicklung oder eines stabilen Zustandes zeichnen sich aus und bestehen durch das ersichtliche Dominieren der Elemente der Mitte, wobei die beiden Extreme sich gegenseitig die Waage halten, beziehungsweise sich aufheben. Zeiten des Zusammenbruchs eines Volksk”rpers werden bestimmt durch das vorherrschende Wirken der schlechtesten Elemente. Bemerkenswert ist aber dabei, daá die breite Masse, als die Klasse der Mitte, wie ich sie bezeichnen will, nur dann fhlbar in Erscheinung tritt, wenn die beiden Extreme selbst sich in gegenseitigem Ringen binden, daá sie aber im Falle des Sieges eines der Extreme sich stets dem Sieger willf„hrig unterordnet. Im Falle des Dominierens der Besten wird die breite Masse diesem folgen, im Falle des Emporkommens der Schlechtesten wird sie ihnen mindestens keinen Widerstand entgegensetzen; denn k„mpfen wird die Masse der Mitte selbst niemals. Der Krieg hat nun in seinem viereinhalbj„hrigen blutigen Geschehen das innere Gleichgewicht dieser drei Klassen insofern gest”rt, als man - bei Anerkennung aller Opfer der Mitte - dennoch feststellen muá, daá er zu einer fast vollst„ndigen Ausblutung des Extrems des besten Menschentums fhrte. Denn was in diesen viereinhalb Jahren 582 Das Opfer der Besten an unersetzlichem deutschen Heldenblut vergossen wurde, ist wirklich ungeheuer. Man summiere alle die Hunderttausende von Einzelf„llen zusammen, in denen es immer wieder hieá: Freiwillige vor die Front, freiwillige Patrouilleng„nger, freiwillige Meldeg„nger, Freiwillige fr Telephontrupps, Freiwillige fr Brckenberg„nge, Freiwillige fr U-Boote, Freiwillige fr Flugzeuge, Freiwillige fr Sturmbataillone usw. - immer und immer wieder durch viereinhalb Jahre hindurch bei tausend Anl„ssen Freiwillige und wieder Freiwillige -, und man sieht stets das gleiche Ergebnis: Der bartlose Jngling oder der reife Mann, beide von glhender Vaterlandsliebe, von groáem pers”nlichem Mut oder h”chsten Pflichtbewuátsein erfllt, sie meldeten sich. Zehntausend, ja hundertausend solcher F„lle kamen vor, und allm„hlich wurde dieses Menschentum immer dnner und dnner. Was nicht fiel, ward entweder zu Krppeln zerschossen oder verkrmelte sich allm„hlich infolge der Kleinheit der briggebliebenen Zahl. man bedenke aber vor allem, daá das Jahr 1914 ganze Armeen aus sogenannten Freiwilligen aufstellte, die, dank der verbrecherischen Gewissenlosigkeit unserer parlamentarischen Taugenichtse, keine gltige Friedensausbildung erhalten hatten, und so nun als wehrloses Kanonenfutter dem Feinde preisgegeben waren. Die vierhunderttausend, die damals in den K„mpfen in Flandern fielen oder zu Krppeln wurden, konnten nicht mehr ersetzt werden. Ihr Verlust war mehr als das Ausscheiden einer bloáen Zahl. Durch ihren Tod schnellte die Waage, auf der guten Seite zu wenig beschwert, in die H”he, und schwerer wogen nun als frher die Elemente der Gemeinheit, der Niedertracht und der Feigheit, kurz die Masse des Extrems des Schlechtens. Denn noch eins kam dazu: Nicht nur, daá auf den Schlachtfeldern das Extrem des Besten in der ungeheuerlichsten Weise durch die viereinhalb Jahre hindurch gelichtet worden war, das Extrem des Schlechten hatte sich in der wundervollsten Art unterdessen konserviert. Sicherlich traf auf jeden sich freiwillig meldenden 583 Das šberwuchern der Schlechten Helden, der nach heiligem Opfertod dann die Stufen nach Walhall emporstieg, ein Drckeberger, der sehr vorsichtig dem Tode den Rcken kehrte, um sich statt dessen mehr oder weniger ntzlich in der Heimat zu bet„tigen. So ergibt das Ende des Krieges folgendes Bild: Die mittlere breite Schichte der Nation hat ihren Zoll an pflichtgem„áen Blutopfern gebracht; das Extrem der Besten hat sich in vorbildlichem Heldentum fast restlos aufgeopfert; das Extrem der Schlechten, untersttzt durch unsinnigste Gesetze einerseits und durch die Nichtanwendung der Kriegsartikel andrerseits, ist leider ebenso restlos erhalten geblieben. Dieser wohlkonservierte Abschaum unseres Volksk”rpers hat dann die Revolution gemacht, und er konnte sie nur machen, weil das Extrem bester Elemente ihm nicht mehr gegenberstand: - es war nicht mehr am Leben. Damit aber war die deutsche Revolution von vornherein nur eine bedingt popul„re Sache. Nicht das deutsche Volk an sich hat diese Kainstat verbrochen, sondern das lichtscheue Gesindel seiner Deserteure, Zuh„lter usw. Der Mann der Front, er begráte das Ende des blutigen Ringens, war glcklich, die Heimat wieder betreten zu k”nnen, Weib und Kind wieder sehen zu drfen. Allein mit der Revolution selbst hatte er innerlich nichts zu tun; er liebte sie nicht und noch viel weniger liebte er ihre Erreger und Organisatoren. In den viereinhalb Jahren schwersten Kampfes hatte er die Parteihy„nen vergessen und ihr ganzer Hader war ihm fremd geworden. Nur bei einem kleinen Teil des deutschen Volkes war die Revolution wirklich popul„r gewesen: n„mlich bei jener Klasse ihrer Helfer, die den Rucksack als das Erkennungszeichen aller Ehrenbrger dieses neuen Staates gew„hlt hatten. Sie liebten Revolution nicht um ihrer selbst willen, wie manche irrtmlich heute noch glauben, sondern wegen ihrer Folgen. Allein auf die Popularit„t bei diesen marxistischen Freibeutern lieá sich wahrlich nur schwer eine Autorit„t dauernd 584 Desorganisation als Folge sttzen. Und doch brauchte gerade die junge Republik Autorit„t um jeden Preis, wollte sie nicht nach einem kurzen Chaos von einer sich aus den letzten Elementen der guten Seite unseres Volkes zusammenschlieáenden Vergeltungsmacht pl”tzlich wieder verschlungen werden. Sie frchteten damals nichts mehr, jene Tr„ger des Umsturzes, als im Strudel ihrer eigenen Wirrnis selber jeden Boden zu verlieren und pl”tzlich von einer ehernen Faust, wie sie in solchen Zeitl„uften ”fter als einmal aus dem Leben der V”lker herausw„chst, gefaát und auf einen anderen Boden gestellt zu werden. Die Republik muáte sich um jeden Preis konsolidieren. So war sie fast augenblicklich gezwungen, neben der schwankenden S„ule ihrer schwachen Popularit„t sich wieder eine Organisation der Gewalt zu schaffen, um auf ihr eine festere Autorit„t begrnden zu k”nnen. Als die Matadoren der Revolution in den Tagen des Dezembers, Januars, Februars 1918/19 den Boden unter den Fáen wanken fhlten, hielten sie Umschau nach Menschen, die bereit sein wrden, die schwache Position, die ihnen die Liebe ihres Volkes bot, durch die Gewalt der Waffe zu st„rken. Die "antimilitaristische" Republik brauchte Soldaten. Da aber die erste und einzige Sttze ihrer Staatsautorit„t - n„mlich die Popularit„t - nur in einer Gesellschaft von Zuh„ltern, Dieben, Einbrechern, Deserteuren, Drckebergern usw. wurzelte, also in jenem Teil des Volkes, den wir als das Extrem des Schlechten bezeichnen mssen, war alles Werben nach Menschen, die das eigene Leben im Dienste des neuen Ideals zu opfern bereit waren, in diesen Kreisen vergebliche Liebesmhe gewesen. Die tragende Schicht des revolution„ren Gedankens und der Durchfhrung der Revolution war weder f„hig noch bereit, die Soldaten zum Schutze derselben zu stellen. Denn diese Schicht wollte keineswegs die Organisation eines republikanischen Staatsk”rpers, sondern die Desorganisation des vorhandenen 585 Entstehung des Freikorps zur besseren Befriedigung ihrer Instinkte. Ihre Parole hieá nicht: Ordnung und Ausbau der deutschen Republik als vielmehr: Ausplnderung derselben. So muáte der Schrei nach Hilfe, den die Volksbeauftragten damals in tausend Žngsten ausstieáen, in dieser Schicht ungeh”rt verhallen, ja im Gegenteil Abwehr und Verbitterung ausl”sen. Denn man empfand in einem solchen Beginnen einen Bruch von Treu und Glauben, witterte man doch in der Bildung einer nicht mehr allein auf ihrer Popularit„t fuáenden, sondern durch Macht gesttzten Autorit„t den Beginn des Kampfes gegen das fr diese Elemente allein Maágebliche der Revolution: gegen das Recht auf Diebstahl und zuchtlose Herrschaft einer aus den Mauern der Zuchth„user ausgebrochenen und von ihren Ketten befreiten Horde von Dieben und Plnderern, kurz schlechtem Gesindel. Die Volksbeauftragten mochten rufen soviel sie wollten, es kam niemand aus ihren Reihen, und nur der Gegen-Ruf "Verr„ter" gab ihnen die Auffassung jener Tr„ger ihrer Popularit„t kund. damals fanden sich zum ersten Male zahlreiche junge Deutsche bereit, im Dienste der "Ruhe und Ordnung", wie sie meinten, noch einmal den Soldatenrock zuzukn”pfen, Karabiner und Gewehr ber die Schulter zu nehmen, um mit angezogenem Stahlhelm den Destrukteuren der Heimat entgegenzutreten. Als freiwillige Soldaten schlossen sie sich in freie Korps zusammen und begannen, w„hrend sie die Revolution grimmig haáten, dieselbe Revolution zu beschtzen und dadurch praktisch zu festigen. Im besten Glauben handelten sie so. Der wirkliche Organisator der Revolution und ihr tats„chlicher Drahtzieher, der internationale Jude, hatte damals die Situation richtig abgesch„tzt. Das deutsche Volk 586 Unangebrachte Milde gegen Deserteure war noch nicht reif, um in den bolschewistischen Blutsumpf hineingezerrt werden zu k”nnen, wie dies in Ruáland gelang. Es lag dies zum groáen Teil an der rassisch immer noch gr”áeren Einheit zwischen deutscher Intelligenz und deutschem Handarbeiter. Weiter in der groáen Durchdringung selbst breitester Volksschichten mit Bildungselementen, wie dies „hnlich nur in den andern westeurop„ischen Staaten der Fall ist, in Ruáland jedoch vollkommen fehlte. Dort war schon die Intelligenz selbst gr”átenteils nichtrussischer Nationalit„t oder wenigstens nichtslawischen Rassecharakters. Die dnne intellektuelle Oberschicht des damaligen Ruálands konnte jederzeit abgehoben werden infolge des vollkommenen Fehlens verbindender Zwischenbestandteile zur Masse des groáen Volkes. Das geistige und auch das moralische Niveau dieser letzteren aber war dort entsetzlich tief. Sowie es in Ruáland gelang, den ungebildeten, nicht lesen- und nicht schreibenk”nnenden Haufen in der breiten Masse gegen die mit ihm in keinerlei Beziehung und Verbindung stehende dnne intellektuelle Oberschicht zu hetzen, war das Schicksal dieses Landes entschieden, die Revolution gelungen; der russische Analphabet war damit zum wehrlosen Sklaven seiner jdischen Diktatoren gemacht, die ihrerseits allerdings klug genug waren, diese Diktatur von der Phrase der "Volksdiktatur" tragen zu lassen. In Deutschland kam noch folgendes dazu: So sicher die Revolution nur infolge der allm„hlichen Zersetzung des Heeres gelingen konnte, so sicher war der wirkliche Tr„ger der Revolution und Zersetzer des Heeres nicht der Soldat der Front gewesen, sondern das mehr oder weniger lichtscheue Gesindel, das sich entweder in den Heimatgarnisonen herumtrieb oder als "unabk”mmlich" irgendwo in der Wirtschaft Dienste verrichtete. Verst„rkt wurde diese Armee noch durch Zehntausende von Deserteuren, die ohne besonderes Risiko der Front den Rcken kehren konnten. Der wirkliche Feigling scheut zu allen Zeiten natrlich nichts mehr als den Tod. Den Tod aber hatte er an der Front Tag fr Tag in tausendf„ltigen Erscheinungen vor Augen. 587 Deserteure und Revolution Will man schwache, schwankende oder gar feige Burschen nichtsdestoweniger zu ihrer Pflicht anhalten, dann gibt es von jeher nur eine M”glichkeit: Es muá der Deserteur wissen, daá seine Desertion gerade das mit sich bringt, was er fliehen will. An der Front kann man sterben, als Deserteur muá man sterben. Nur durch solch eine drakonische Bedrohung jedes Versuches zur Fahnenflucht kann eine abschreckende Wirkung nicht nur fr den einzelnen, sondern auch fr die Gesamtheit erzielt werden. Und hier lagen Sinn und Zweck der Kriegsartikel. Es war ein sch”ner Glaube, den groáen Kampf um das Dasein eines Volkes durchfechten zu k”nnen, lediglich gesttzt auf die aus der Erkenntnis der Notwendigkeit heraus geborene und erhaltene freiwillige Treue. Die freiwillige Pflichterfllung hat immer die Besten in ihrem Handeln bestimme; nicht aber den Durchschnitt. Darum sind derartige Gesetze notwendig, wie zum Beispiel die gegen Diebstahl, die ja nicht fr die grunds„tzlich Ehrlichen geschaffen wurden, sondern fr die wankelmtigen, schwachen Elemente. Solche Gesetze sollen durch die Abschreckung der Schlechten verhindern, daá sich ein Zustand entwickle, in dem endlich der Ehrliche als der Dmmere betrachtet wrde, und mithin immer mehr zur Anschauung k„me, daá es zweckm„áiger sei, sich ebenfalls am Diebstahl zu beteiligen als mit leeren H„nden zuzusehen oder gar sich bestehlen zu lassen. So war es falsch zu glauben, daá man in einem Kampf, der aller menschlichen Voraussicht nach jahrelang toben konnte, der Hilfsmittel wrde entbehren k”nnen, die die Erfahrung vieler Jahrhunderte, ja Jahrtausende als diejenigen erscheinen lieá, die in ernsten Zeiten und Augenblicken schwerster Nervenbeanspruchung schwache und unsichere Menschen zur Erfllung ihrer Pflicht zu zwingen verm”gen. Fr den kriegsfreiwilligen Helden brauchte man selbstverst„ndlich 588 Die Furcht vor dem Frontsoldaten keine Kriegsartikel, wohl aber fr den feigen Egoisten, der in der Stunde der Not seines Volkes sein Leben h”her sch„tzt als das der Gesamtheit. Solch ein charakterloser Schw„chling aber kann nur durch Anwendung der h„rtesten Strafe abgehalten werden, seiner Feigheit nachzugeben. Wenn M„nner dauernd mit dem Tode ringen und durch Wochen ruhelos in schlammgefllten Trichtern, bei manchesmal schlechtester Verpflegung auszuharren haben, kann der unsicher werdende Kantonist nicht durch Drohung mit Gef„ngnis oder selbst Zuchthaus bei der Stange gehalten werden, sondern allein durch rcksichtslose Anwendung der Todesstrafe. Denn er sieht erfahrungsgem„á in solcher Zeit das Gef„ngnis als einen immer noch tausendmal angenehmeren Ort an als das Schlachtfeld, sintemalen im Gef„ngnis doch wenigstens sein unsch„tzbares Leben nicht bedroht wird. Daá man im Kriege aber praktisch die Todesstrafe ausschaltete, die Kriegsartikel also in Wirklichkeit auáer Kurs setzte, hat sich entsetzlich ger„cht. Eine Armee von Deserteuren ergoá sich, besonders im Jahre 1918, in Etappe und Heimat und half mit, jene groáe, verbrecherische Organisation zu bilden, die wir dann als die Macherin der Revolution nach dem 7. November 1918 pl”tzlich vor uns sahen. Die Front selbst hatte damit eigentlich nichts zu tun. Nur Sehnsucht nach Frieden haben ihre Angeh”rigen natrlich alle empfunden. Allein gerade in dieser Tatsache lag eine auáerordentliche Gefahr fr die Revolution. Denn als sich nach dem Waffenstillstand die deutschen Armeen der Heimat zu n„hern begannen, da war die bange Frage der damaligen Revolution„re immer nur die gleiche: Was werden die Fronttruppen machen? Werden die Feldgrauen das dulden? In diesen Wochen muáte die Revolution in Deutschland wenigstens „uáerlich gem„áigt erscheinen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollte, von einigen deutschen Divisionen pl”tzlich blitzschnell zusammengehauen zu werden. Denn wenn damals auch nur ein einziger Division„r den Entschluá gefaát h„tte, mit 589 Die Furcht vor dem Frontsoldaten seiner ihm treu ergebenen Division die roten Fetzen herunterzuholen und die "R„te" an die Wand stellen zu lassen, etwaigen Widerstand aber mit Minenwerfern und Handgranaten zu brechen, so wrde diese Division in noch nicht einmal vier Wochen zu einer Armee von sechzig Divisionen angeschwollen sein. Davor zitterten die jdischen Drahtzieher mehr als vor irgend etwas anderem. Und gerade, um dies zu verhindern, muáte man der Revolution eine gewisse M„áigung auferlegen, sie durfte nicht in Bolschewismus ausarten, sondern muáte, wie die Dinge nun einmal lagen, "Ruhe und Ordnung" heucheln. Daher die zahlreichen groáen Konzessionen, der Appell an den alten Beamtenk”rper, an die alten Armeefhrer. Man brauchte sie wenigstens noch eine gewisse Zeit, und erst als die Mohren ihre Schuldigkeit getan hatten, konnte man wagen, ihnen die gebhrenden Fuátritte zu versetzen und die Republik aus den H„nden der alten Staatsdiener zu nehmen und den Klauen der Revolutionsgeier auszuliefern. Nur so durfte man hoffen, alte Generale und alte Staatsbeamte zu dpieren, um einen eventuellen Widerstand derselben durch die anscheinende Harmlosigkeit und Milde des neuen Zustandes von vornherein zu entwaffnen. Wie sehr dies gelungen ist, hat die Praxis gezeigt. Allein die Revolution war nicht gemacht worden von Elementen der Ruhe und Ordnung, als vielmehr von solchen des Aufruhrs, des Diebstahls und der Plnderung. Und diesen war weder die Entwicklung der Revolution dem eigenen Wollen entsprechend, noch konnte ihnen aus taktischen Grnden der Verlauf erl„utert und mundgerecht gemacht werden. Mit der allm„hlichen Zunahme der Sozialdemokratie hatte diese immer mehr den Charakter einer brutalen Revolutionspartei verloren. Nicht, als ob sie gedanklich je einem anderen Ziele als dem der Revolution gehuldigt, oder ihre Fhrer je andere Absichten gehabt h„tten; durchaus nicht. 590 Zusammenspiel der Linksparteien Allein, was endlich brigblieb, war nur noch die Absicht und ein zur Ausfhrung derselben nicht mehr passender K”rper. Mit einer Zehnmillionenpartei kann man keine Revolution mehr machen. In einer solchen Bewegung hat man nicht l„nger ein Extrem der Aktivit„t vor sich, sondern die breite Masse der Mitte, also die Tr„gheit. In dieser Erkenntnis fand noch w„hrend des Krieges die berhmte Spaltung der Sozialdemokratie durch den Juden statt, d.h.: W„hrend sich die sozialdemokratische Partei, entsprechend der Tr„gheit ihrer Masse, wie ein Bleigewicht an die nationale Verteidigung hing, zog man aus ihr die radikal-aktivistischen Elemente heraus und formierte sie zu besonders schlagkr„ftigen neuen Angriffskolonnen. Unabh„ngige partei und Spartakusbund waren die Sturmbataillone des revolution„ren Marxismus. Sie hatten die vollendete Tatsache zu schaffen, auf deren Boden dann die jahrzehntelang darauf vorbereitete Masse der sozialdemokratischen Partei treten konnte. Das feige Brgertum wurde dabei vom Marxismus richtig eingesch„tzt und einfach "en canaille" behandelt. Man nahm von ihm berhaupt keine Notiz, wissend, daá die hndische Unterwrfigkeit der politischen Gebilde einer alten ausgedienten Generation zu ernstlichem Widerstand niemals f„hig sein wrde. Sowie die Revolution gelungen war und die Hauptsttzen des alten Staates als gebrochen gelten konnten, die zurckmarschierende Frontarmee aber als unheimliche Sphinx aufzutauchen begann, muáte in der natrlichen Entwicklung der Revolution gebremst werden; das Gros der sozialdemokratischen Armee besetzte die eroberte Stellung und die unabh„ngigen und spartakistischen Sturmbataillone wurden beiseite geschoben. Dies ging jedoch nicht ohne Kampf. Nicht nur, daá sich die aktivistischen Angriffsformationen der Revolution, weil nicht befriedigt, nun betrogen fhlten und von sich aus weiterschlagen wollten, war ihr unb„ndiges Randalieren den Drahtziehern der Revolution 591 Das Einfangen der Brgerlichen selber nur erwnscht. Denn kaum, daá der Umsturz vorbei war, gab es in ihm selber bereits scheinbar zwei Lager, n„mlich: Die Partei der Ruhe und Ordnung und die Gruppe des blutigen Terrors. Was aber war nun natrlicher, als daá unser Brgertum sofort mit fliegenden Fahnen in das Lager der Ruhe und Ordnung einrckte? Jetzt war auf einmal fr diese erb„rmlichsten politischen Organisationen die M”glichkeit einer Bet„tigung gegeben, bei der sie, ohne es sagen zu mssen, dennoch im stillen bereits wieder einen Boden unter den Fáen gefunden hatten und in eine gewisse Solidarit„t mit der Macht kamen, die sie haáten, aber noch inst„ndiger frchteten. Das politische deutsche Brgertum hatte die hohe Ehre erhalten, sich mit den dreimal verfluchten Marxistenfhrern zur Bek„mpfung der Bolschewisten an einen Tisch setzen zu drfen. So bildete sich bereits im Dezember 1918 und Januar 1919 folgender Zustand heraus: Von einer Minderheit schlechtester Elemente ist eine Revolution gemacht worden, hinter die sofort die gesamten marxistischen Parteien traten. Die Revolution selbst hat ein scheinbar gem„áigtes Gepr„ge, was ihr die Feindschaft der fanatischen Extremisten zuzieht. Diese beginnen mit Handgranaten und Maschinengewehren herumzuknallen, Staatsbauten zu besetzen, kurz die gem„áigte Revolution zu bedrohen. Um den Schrecken einer solchen weiteren Entwicklung zu bannen, wird ein Waffenstillstand geschlossen zwischen den Tr„gern des neuen Zustandes und den Anh„ngern des alten, um nun gemeinsam gegen die Extremisten den Kampf fhren zu k”nnen. Das Ergebnis ist, daá die Feinde der Republik damit ihren Kampf gegen die Republik als solche eingestellt haben und mithelfen, diejenigen niederzuzwingen, die selbst, wenn auch aus ganz anderen Gesichtspunkten heraus, ebenfalls Feinde dieser Republik sind. Das weitere Ergebnis aber ist, daá dadurch endgltig die Gefahr eines Kampfes der Anh„nger des alten Staates gegen die des neuen abgebogen erscheint. Man kann sich diese Tatsache gar nicht oft und scharf genug vor Augen halten. Nur wer sie begreift, versteht, wie 592 Kapitulation der Brgerlichen es m”glich war, daá einem Volk, das zu neun Zehnteln eine Revolution nicht gemacht hat, zu sieben Zehnteln sie ablehnt, zu sechs Zehnteln sie haát, endlich von einem Zehntel dennoch diese Revolution aufgezwungen werden kann. Allm„hlich verbluteten die spartakistischen Barrikadenk„mpfer auf der einen Seite und die nationalistischen Fanatiker und Idealisten auf der anderen, und in eben dem Maá, in dem diese beiden Extreme sich gegenseitig aufrieben, siegte, wie immer, die Masse der Mitte. Brgertum und Marxismus fanden sich auf dem Boden der gegebenen Tatsachen, und die Republik begann sich zu "konsolidieren". Was allerdings die brgerlichen Parteien zun„chst nicht hinderte, besonders vor den Wahlen, noch eine Zeitlang den monarchischen Gedanken zu zitieren, um mit den Geistern der vergangenen Welt die kleineren Geister ihrer Anh„nger zu beschw”ren und erneut einfangen zu k”nnen. Ehrlich war dies nicht. Sie hatten innerlich alle schon l„ngst mit der Monarchie gebrochen, und die Unsauberkeit des neuen Zustandes begann ihre verfhrerischen Wirkungen auch im brgerlichen Parteilager geltend zu machen. Der gew”hnliche brgerliche Politiker fhlt sich heute wohler im Korruptionsschlamm der Republik als in der reinlichen H„rte, die ihm vom vergangenen Staat her noch in Erinnerung ist. * Wie schon gesagt, war die Revolution nach der Zertrmmerung des alten Heeres gezwungen, sich zur St„rkung ihrer Staatsautorit„t einen neuen Machtfaktor zu schaffen. Wie die Dinge lagen, konnte sie diesen nur aus Anh„ngen einer ihr eigentlich entgegengesetzten Weltanschauung gewinnen. Aus ihnen allein konnte dann auch langsam ein neuer Heeresk”rper entstehen, der, „uáerlich begrenzt durch die Friedensvertr„ge, in seiner Gesinnung im Laufe der Zeit zu einem Instrument der neuen Staatsauffassung umgeformt werden muáte. Legt man sich die Frage vor, wieso - abgesehen von allen wirklichen Fehlern des alten Staates, welche zur Ursache 593 Warum gelang der Umsturz? wurden - die Revolution als Aktion gelingen konnte, so kommt man zu dem Ergebnis: 1. infolge der Erstarrung unserer Begriffe von Pflichterfllung und Gehorsam und 2. infolge der feigen Passivit„t unserer sogenannten staatserhaltenden Parteien. Hierzu sei noch folgendes gesagt: Die Erstarrung unserer Begriffe von Pflichterfllung und Gehorsam hat ihren letzten Grund in unserer g„nzlich anationalen und immer nur rein staatlichen Erziehung. Daraus resultiert auch hier die Verkennung von Mittel und Zweck. Pflichtbewuátsein, Pflichterfllung und Gehorsam sind nicht Zwecke an sich, genau so wenig, wie der Staat ein Zweck an sich ist, sondern sie sollen alle die Mittel sein, einer Gemeinschaft seelisch und physisch gleichartiger Lebewesen die Existenz auf dieser Erde zu erm”glichen und zu sichern. In einer Stunde, da ein Volksk”rper sichtlich zusammenbricht und allem Augenscheine nach der schwersten Bedrckung ausgeliefert wird, dank des Handelns einiger Lumpen, bedeuten Gehorsam und Pflichterfllung diesen gegenber doktrin„ren Formalismus, ja reinen Wahnwitz, wenn andererseits durch Verweigerung von Gehorsam und "Pflichterfllung" die Errettung eines Volkes vor seinem Untergang erm”glicht wrde. Nach unserer heutigen brgerlichen Staatsauffassung hat der Division„r, der seinerzeit von oben den Befehl erhielt, nicht zu schieáen, pflichtgem„á und damit recht gehandelt, indem er nicht schoá, da der brgerlichen Welt der gedankenlose formale Gehorsam wertvoller ist als das Leben des eigenen Volkes. Nach nationalsozialistischer Auffassung tritt aber in solchen Augenblicken nicht der Gehorsam gegenber schwachen Vorgesetzten in Kraft, sondern der Gehorsam gegenber der Volksgemeinschaft. Es tritt in einer solchen 594 Passivit„t der "Staatserhaltenden" Stunde die Pflicht der pers”nlichen Verantwortung einer ganzen Nation gegenber in Erscheinung. Daá eine lebendige Auffassung dieser Begriffe in unserem Volk, oder besser in unseren Regierungen verlorengegangen war, um dort einer rein doktrin„ren und formalen zu weichen, war die Ursache des Gelingens der Revolution. Zum zweiten Punkt w„re folgendes zu bemerken: Der tiefere Grund fr die Feigheit der "staatserhaltenden" Parteien ist vor allem das Ausscheiden des aktivistischen, gut gesinnten Teiles unseres Volkes aus ihrem Reihen, der im Felde verblutete. Davon abgesehen, waren unsere brgerlichen Parteien, die wir als die einzigen politischen Gebilde bezeichnen k”nnen, die auf dem Boden des alten Staates standen, berzeugt, ihre Anschauungen ausschlieálich auf geistigem Wege und mit geistigen Mitteln vertreten zu drfen, da die Anwendung von physischen allein dem Staate zuk„me. Nicht nur, daá man in einer solchen Auffassung das Zeichen einer allm„hlich sich herausbildenden dekadenten Schw„che zu erblicken hat, war sie auch unsinnig in einer Zeit, in der ein politischer Gegner diesen Standpunkt bereits l„ngst verlassen hatte und statt dessen in aller Offenheit betonte, wenn m”glich seine politischen Ziele auch durch Gewalt verfechten zu wollen. In dem Augenblick, in dem in der Welt der brgerlichen Demokratie, als Folgeerscheinung derselben, der Marxismus auftauchte, war ihr Appell, den Kampf mit "geistigen Waffen" zu fhren, ein Unsinn, der sich eines Tages furchtbar r„chen muáte. Denn der Marxismus selbst vertrat von jeher die Auffassung, daá die Anwendung einer Waffe nur nach Zweckm„áigkeitsgesichtpunkten zu erfolgen hat und das Recht hierzu immer im Gelingen liegt. Wie richtig diese Auffassung ist, wurde in den Tagen vom 7. bis 11. November 1918 bewiesen. Damals kmmerte sich der Marxismus nicht im geringsten um Parlamentarismus und Demokratie, sondern gab beiden durch brllende und schieáende Verbrecherhaufen den Todesstoá. Daá die brgerlichen Schw„tzerorganisationen im selben Augenblick wehrlos waren, ist selbstverst„ndlich. 595 Kapitulation vor dem Marxismus Nach der Revolution, da die brgerlichen Parteien, wenn auch unter Žnderung ihrer Firmenschilder, pl”tzlich wieder auftauchten und ihre tapferen Fhrer aus der Verborgenheit finsterer Keller und luftiger Speicher hervorkrochen, da hatten sie, wie alle Vertreter derartiger alter Gebilde, ihre Fehler nicht vergessen und ebenso nichts hinzugelernt. Ihr politisches Programm lag in der Vergangenheit, soferne sie sich nicht mit dem neuen Zustand innerlich bereits ausges”hnt hatten, ihr Ziel jedoch war, sich am neuen Zustand wenn m”glich beteiligen zu drfen, und ihre einzigen Waffen blieben nach wie vor ihre Worte. Auch nach der Revolution haben die brgerlichen Parteien in j„mmerlichster Weise jederzeit vor der Straáe kapituliert. Als das Republikschutzgesetz zur Annahme kommen sollte, war eine Majorit„t dafr zun„chst nicht vorhanden. Allein vor den zweihunderttausend demonstrierenden Marxisten packte die brgerlichen "Staatsm„nner" eine derartige Angst, daá sie gegen ihre šberzeugung das Gesetz annahmen, in der erbaulichen Furcht, andernfalls beim Verlassen des Reichstages von der wtenden Masse windelweich geprgelt zu werden. Was dann leider zufolge der Annahme ausblieb. - So ging denn auch die Entwicklung des neuen Staates ihre Bahnen, als ob es eine nationale Opposition berhaupt nicht gegeben h„tte. Die einzigen Organisationen, die in dieser Zeit Mut und Kraft besessen h„tten, dem Marxismus und seinen verhetzten Massen entgegenzutreten, waren zun„chst die Freikorps, sp„ter die Selbstschutzorganisationen, Einwohnerwehren usw. und endlich die Traditionsverb„nde. Warum aber auch ihr Dasein in der Entwicklung der deutschen Geschichte keinerlei nur irgendwie wahrnehmbare Umstellung herbeifhrte, lag an folgendem: So wie die sogenannten nationalen Parteien keinerlei Einfluá auszuben vermochten, mangels irgendwelcher bedrohlichen Macht auf der Straáe, so konnten 596 Versagen der nationalen Parteien hinwieder die sogenannten Wehrverb„nde keinerlei Einfluá ausben, mangels irgendwelcher politischer Idee und vor allem jedes wirklichen politischen Zieles. Was dem Marxismus einst den Erfolg gegeben hatte, war das vollendete Zusammenspiel von politischem Wollen und aktivistischer Brutalit„t. Was das nationale Deutschland von jeder praktischen Gestaltung der deutschen Entwicklung ausschaltete, war das Fehlen einer geschlossenen Zusammenarbeit brutaler Macht mit genialem politischen Wollen. Welcher Art das Wollen der "nationalen" Parteien auch sein mochte, sie hatten nicht die geringste Macht, dieses Wollen zu verfechten, am wenigsten auf der Straáe. Die Wehrverb„nde hatten alle Macht, waren die Herren der Straáe und des Staates und besaáen keine politische Idee und kein politisches Ziel, fr die ihre Macht zum Nutzen des nationalen Deutschlands eingesetzt worden w„re, oder auch nur h„tte eingesetzt werden k”nnen. In beiden F„llen war es die Schlauheit des Juden, die es fertigbrachte, durch kluges Zureden und Best„rken eine f”rmliche Verewigung, auf alle F„lle aber zunehmende Vertiefung dieses unseligen Verh„ngnisses herbeizufhren. Der Jude war es, der durch seine Presse unendlich geschickt den Gedanken des "unpolitischen Charakters" der Wehrverb„nde zu lancieren verstand, wie er wiederum im politischen Leben ebenso schlau stets die "reine Geistigkeit" des Kampfes pries und forderte. Millionen deutscher Dummk”pfe plapperten dann diesen Unsinn nach, ohne auch nur eine blasse Ahnung zu haben, wie sie sich selbst damit praktisch entwaffneten und dem Juden wehrlos auslieferten. Aber auch hierfr gibt es freilich wieder eine natrliche Erkl„rung. Der Mangel einer groáen neugestaltenden Idee bedeutet zu allen Zeiten eine Beschr„nkung der Kampfkraft. 597 Ohne Idee keine Kampfkraft Die šberzeugung vom Recht der Anwendung selbst brutalster Waffen ist stets gebunden an das Vorhandensein eines fanatischen Glaubens an die Notwendigkeit des Sieges einer umw„lzenden neuen Ordnung dieser Erde. Eine Bewegung, die nicht fr solche h”chste Ziele und Ideale ficht, wird daher nie zur letzten Waffe greifen. Das Aufzeigen einer neuen groáen Idee ist das Geheimnis des Erfolges der Franz”sischen Idee gewesen; der Idee verdankt die russische den Sieg, und der Faszismus hat nur durch die Idee die Kraft erhalten, ein Volk in segensreichster Weise einer umfassendsten Neugestaltung zu unterwerfen. Brgerliche Parteien sind hierzu nicht bef„higt. Allein nicht nur die brgerlichen Parteien sahen ihr politisches Ziel in einer Restauration der Vergangenheit, sondern auch die Wehrverb„nde, soweit sie sich berhaupt mit politischen Zielen befaáten. Alte Kriegervereins- und Kyffh„usertendenzen wurden in ihnen lebendig und halfen mit, die sch„rfste Waffe, die das nationale Deutschland damals hatte, politisch abzustumpfen und im Landsknechtsdienst der Republik verkommen zu lassen. Daá sie dabei selbst in bester Gesinnung, vor allem aber im besten Glauben handelten, „ndert nicht das geringste am unseligen Wahnwitz dieser damaligen Vorg„nge. Allm„hlich erhielt der Marxismus in der sich konsolidierenden Reichswehr die erforderliche Machtsttze seiner Autorit„t und begann daraufhin konsequent und logisch die gef„hrlich erscheinenden nationalen Wehrverb„nde, als nunmehr berflssig, abzubauen. Einzelne, besonders verwegene Fhrer, denen man mit Miátrauen gegenberstand, wurden vor die Schranken der Gericht zitiert und hinter schwedische Gardinen gesteckt. An allen aber hat sich das Los erfllt, das sie selbst verschuldet hatten. * 598 Vertretung der v”lkischen Idee Mit der Grndung der N.S.D.A.P. war zum ersten Male eine Bewegung in Erscheinung getreten, deren Ziel nicht, „hnlich dem der brgerlichen Parteien, in einer mechanischen Restauration der Vergangenheit lag, sondern in dem Bestreben, an Stelle des heutigen widersinnigen Staatsmechanismus einen organischen v”lkischen Staat zu errichten. Die junge Bewegung stand dabei vom ersten Tage an auf dem Standpunkt, daá ihre Idee geistig zu vertreten ist, daá aber der Schutz dieser Vertretung, wenn notwendig, auch durch brachiale Mittel gesichert werden muá. Getreu ihrer šberzeugung von der ungeheuren Bedeutung der neuen Lehre erscheint es ihr selbstverst„ndlich, daá fr die Errichtung des Zieles kein Opfer zu groá sein darf. Ich habe schon auf die Momente hingewiesen, die eine Bewegung, sofern sie das Herz eines Volkes gewinnen will, verpflichten, aus eigenen Reihen die Verteidigung gegen terroristische Versuche der Gegner zu bernehmen. Auch ist es eine ewige Erfahrung der Weltgeschichte, daá ein von einer Weltanschauung vertretener Terror nie durch eine formale Staatsgewalt gebrochen werden kann, sondern stets nur einer neuen, ebenso khn und entschlossen vorgehenden anderen Weltanschauung zu unterliegen vermag. Dies wird dem Empfinden der beamteten Staatshter zu allen Zeiten unangenehm sein, ohne daá aber dadurch die Tatsache aus der Welt geschafft wird. Die Staatsgewalt kann nur dann fr Ruhe und Ordnung garantieren, wenn sich der Staat inhaltlich deckt mit der jeweils herrschenden Weltanschauung, so daá gewaltt„tige Elemente nur den Charakter einzelner verbrecherischer Naturen besitzen und nicht als Vertreter eines den staatlichen Anschauungen extrem gegenberstehenden Gedankens angesehen werden. In einem solchen Falle kann der Staat jahrhundertelang die gr”áten Gewaltmaánahmen gegen einnen ihn bedrohenden Terror anwenden, am Ende wird er dennoch nichts gegen ihn verm”gen, sondern unterliegen. 599 Notwendigkeit der Schutztruppe Der deutsche Staat wird auf das schwerste berannt vom Marxismus. Er hat in seinem siebzigj„hrigen Kampf den Sieg dieser Weltanschauung nicht zu verhindern vermocht, sondern wurde trotz insgesamt Tausenden von Jahren an Zuchthaus- und Gef„ngnisstrafen und blutigster Maánahmen, die er in zahllosen F„llen ber die K„mpfer der ihn bedrohenden marxistischen Weltanschauung verh„ngte, dennoch zu einer fast vollst„ndigen Kapitulation gezwungen. (Auch dies wird der normale brgerliche Staatsleiter ableugnen wollen, selbstverst„ndlich ohne daá er zu berzeugen vermag.) Der Staat aber, der am 9. November 1918 vor dem Marxismus bedingungslos zu Kreuze kroch, wird nicht pl”tzlich morgen als dessen Bezwinger auferstehen, im Gegenteil: brgerliche Schwachk”pfe auf Ministersthlen faseln heute bereits von der Notwendigkeit, nicht gegen die Arbeiter zu regieren, wobei ihnen unter dem Begriff "Arbeiter" der Marxismus vorschwebt. Indem sie aber den deutschen Arbeiter mit dem Marxismus identifizieren, begehen sie nicht nur eine ebenso feige wie verlogene F„lschung an der Wahrheit, sondern sie versuchen, durch ihre Motivierung ihr eigenes Zusammenbrechen vor der marxistischen Idee und Organisation zu verbergen. Angesichts dieser Tatsache aber, n„mlich der restlosen Unterwerfung des heutigen Staates unter den Marxismus, erw„chst der nationalsozialistischen Bewegung erst recht die Pflicht, nicht nur geistig den Sieg ihrer Idee vorzubereiten, sondern auch deren Verteidigung gegenber dem Terror der siegestrunkenen Internationale selbst zu bernehmen. Ich habe bereits geschildert, wie aus dem praktischen Leben heraus sich langsam in unserer Bewegung ein Versammlungsschutz bildete, wie dieser allm„hlich den Charakter einer bestimmten Ordnertruppe annahm und nach einer organisatorischen Formung strebte. So sehr das dann allm„hlich entstehende Gebilde „uáerlich einem sogenannten Wehrverbande gleichen mochte, so wenig war es damit zu vergleichen. 600 Aufgabe der Schutztruppe Wie schon erw„hnt, hatten die deutschen Wehrorganisationen keinen eigenen bestimmten politischen Gedanken. Sie waren wirklich nur Selbstschutzverb„nde von mehr oder minder zweckm„áiger Ausbildung und Organisation, so daá sie eigentlich eine illegale Erg„nzung der jeweiligen legalen Machtmittel des Staates darstellten. Ihr freikorpsartiger Charakter war nur begrndet durch die Art ihrer Bildung und durch den Zustand des damaligen Staates, keineswegs aber kommt ihnen ein solcher Titel etwa zu, als freie Formationen des Kampfes fr eine freie, eigene šberzeugung. Diese besaáen sie trotz aller oppositionellen Haltung einzelner Fhrer und ganzer Verb„nde gegen die Republik dennoch nicht. Denn, es gengt nicht, von der Minderwertigkeit eines bestehenden Zustandes berzeugt zu sein, um von einer šberzeugung im h”heren Sinne sprechen zu k”nnen, sondern diese wurzelt nur in dem Wissen von einem neuen Zustand und im inneren Erschauen eines Zustandes, den zu erreichen man als Notwendigkeit empfindet, und fr dessen Verwirklichung sich einzusetzen man als h”chste Lebensaufgabe ansieht. Das unterscheidet die Ordnertruppe der damaligen nationalsozialistischen Bewegung grunds„tzlich von allen Wehrverb„nden, daá sie nicht im geringsten eine Dienerin der durch die Revolution geschaffenen Zust„nde war oder sein wollte, sondern daá sie vielmehr ausschlieálich fr ein neues Deutschland rang. Diese Ordnertruppe besaá allerdings anfangs nur den Charakter eines Saalschutzes. Ihre erste Aufgabe war eine beschr„nkte: sie bestand in der Erm”glichung der Abhaltung von Versammlungen, die ohne sie glatt vom Gegner verhindert worden w„ren. Sie war schon damals erzogen worden zum blindlings auzufhrenden Angriff, aber nicht etwa, weil sie, wie man in dummen deutschv”lkischen Kreisen daherredete, den Gummiknppel als h”chsten Geist verehrte, sondern weil sie begriff, daá der gr”áte Geist ausgeschaltet 601 Schutz der Nation, nicht des Staates werden kann, wenn sein Tr„ger von einem Gummiknppel erschlagen wird, wie tats„chlich in der Geschichte nicht selten die bedeutendsten K”pfe unter den Hieben kleinster Heloten endeten. Sie wollte nicht die Gewalt als das Ziel hinstellen, sondern die Verknder des geistigen Ziels vor der Bedr„ngung durch Gewalt schtzen. Und sie hat dabei begriffen, daá sie nicht verpflichtet ist, den Schutz eines Staates zu bernehmen, der der Nation keinen Schutz gew„hrt, sondern daá sie im Gegenteil den Schutz der Nation zu bernehmen hat gegen diejenigen, die Volk und Staat zu vernichten drohten. Nach der Versammlungsschlacht im Mnchener Hofbr„uhaus erhielt die Ordnertruppe einmal fr immer, zur dauernden Erinnerung an die heldenmtigen Sturmangriffe der kleinen Zahl von damals, den Namen Sturmabteilung. Wie schon diese Bezeichnung sagt, stellt sie damit nur eine Abteilung der Bewegung dar. Sie ist ein Glied in ihr, genau so wie die Propaganda, die Presse, die wissenschaftlichen Institute und anderes lediglich Glieder der Partei bilden. Wie notwendig ihr Ausbau war, konnten wir nicht nur in dieser denkwrdigen Versammlung sehen, sondern auch bei unserem Versuch, die Bewegung aus Mnchen allm„hlich in das brige Deutschland hinauszutreiben. Sowie wir dem Marxismus gef„hrlich erschienen waren, lieá dieser keine Gelegenheit unbentzt, um jeden Versuch einer nationalsozialistischen Versammlung schon im Keime zu ersticken beziehungsweise deren Abhaltung durch Sprengung zu verhindern. Dabei war es ganz selbstverst„ndlich, daá die Parteiorganisationen des Marxismus aller Schattierungen jede solche Absicht und jeden solchen Vorfall in den Vertretungsk”rpern blind deckten. Was sollte man aber zu brgerlichen Parteien sagen, die, selbst vom Marxismus niedergedroschen, es in vielen Orten gar nicht wagen durften, ihre Redner ”ffentlich auftreten zu lassen und die trotzdem mit einer ganz unverst„ndlichen, bl”den Befriedigung fr uns irgendwie ungnstig verlaufende K„mpfe gegen den Marxismus verfolgten. Sie waren glcklich, daá der, der von ihnen selbst 602 Versagen der Staatsorgane nicht bezwungen werden konnte, der sie vielmehr selbst bezwang, auch von uns nicht zu brechen war. Was sollte man sagen zu Staatsbeamten, Polizeipr„sidenten, ja selbst Ministern, die mit wirklich unanst„ndiger Gesinnungslosigkeit sich nach auáen als "nationale" M„nner hinzustellen beliebten, bei allen Auseinandersetzungen aber, die wir Nationalsozialisten mit dem Marxismus hatten, diesem die schm„hlichsten Handlangerdienste leisteten. Was sollte man zu Menschen sagen, die in ihrer Selbsterniedrigung so weit gingen,d aá sie fr ein erb„rmliches Lob jdischer Zeitungen ohne weiteres die M„nner verfolgten, deren heldenmtigem Einsatz des eigenen Lebens sie es zum Teil zu verdanken hatten, wenn sie nicht wenige Jahre vorher von der roten Meute als zerfetzte Kadaver an Laternenpf„hle geh„ngt worden waren. Es waren dies so traurige Erscheinungen, daá sie einmal den unvergeálichen verstorbenen Pr„sidenten P”hner, der in seiner harten Geradlinigkeit alle Kriecher haáte, wie nur ein Mensch mit ehrlichem Herzen zu hassen vermag, zu dem derben Ausspruch hinrissen: "Ich wollte in meinem ganzen Leben nichts andrees sein als erst ein Deutscher und dann ein Beamter, und ich m”chte niemals mit jenen Kreaturen verwechselt werden, die sich als Beamtenhuren jedem prostituieren, der augenblicklich den Herrn zu spielen vermag." - Es war dabei besonders traurig, daá diese Sorte von Menschen allm„hlich Zehntausende der ehrlichsten und bravsten deutschen Staatsdiener nicht nur unter ihre Gewalt bekam, sondern auch noch mit ihrer eigenen Gesinnungslosigkeit langsam ansteckte, die redlichen dagegen mit grimmigem Haá verfolgte und endlich aus Amt und Stellung hinausbiá, w„hrend sie dabei sich selbst immer noch in heuchlerischer Verlogenheit als "nationale" M„nner pr„sentierte. Von solchen Menschen durften wir irgendeine Untersttzung niemals erhoffen, und wir haben sie auch nur in ganz seltenen F„llen erhalten. Lediglich der Ausbau eigenen Schutzes konnte die T„tigkeit der Bewegung sicherstellen und ihr zugleich jene ”ffentliche Aufmerksamkeit und allgemeine 603 Selbstschutz, nicht "Wehrverband" Achtung erringen, die man dem zollt, der sich, wenn angegriffen, selber zur Wehr setzt. Als Leitgedanke fr die innere Ausbildung dieser Sturmabteilung war immer die Absicht vorherrschend, sie, neben aller k”rperlichen Ertchtigung, zu einer unerschtterlich berzeugten Vertreterin der nationalsozialistischen Idee auszubilden und endlich ihre Disziplin im h”chsten Ausmaá zu festigen. Sie sollte nichts zu tun haben mit einer Wehrorganisation brgerlicher Auffassung, ebenso aber auch gar nichts mit einer Geheimorganisation. Warum ich schon zu jener Zeit mich auf das sch„rfste dagegen verwahrte, die S.A. der N.S.D.A.P. als sogenannten Wehrverband aufziehen zu lassen, hatte seinen Grund in folgender Erw„gung: Rein sachlich kann eine Wehrausbildung eines Volkes nicht durch private Verb„nde durchgefhrt werden, auáer unter Beihilfe ungeheuerster staatlicher Mittel. Jeder andere Glaube fuáte auf groáer šbersch„tzung des eigenen K”nnens. Es ist nun einmal ausgeschlossen, daá man mit sogenannter "freiwilliger Disziplin" ber einen bestimmten Umfang hinaus Organisationen aufbauen kann, die milit„rischen Wert besitzen. Es fehlt hier die wichtigste Sttze der Befehlsgewalt, n„mlich die Strafgewalt. Wohl war es im Herbst oder besser noch im Frhjahr 1919 m”glich, sogenannte "Freikorps" aufzustellen, allein nicht nur, daá sie damals zum gr”áten Teil durch die Schule des alten Heeres gegangene Frontk„mpfer besaáen, sondern die Art der Verpflichtung, die sie den einzelnen auferlegten, unterwarf diese wenigstens auf befristete Zeit ebenso unbedingt dem milit„rischen Gehorsam. Dies fehlt einer freiwilligen "Wehrorganisation" von heute vollst„ndig. Je gr”áer ihr Verband wird, um so schw„cher wird die Disziplin, um so geringer drfen die Anforderungen sein, die man im einzelnen an die Leute stellt, und um so mehr wird das Ganze den Charakter der alten unpolitischen Krieger- und Veteranenvereine annehmen. Eine freiwillige Erziehung zum Heeresdienst ohne sichergestellte unbedingte Befehlsgewalt wird in groáen Massen 604 Warum keine Wehrverb„nde? nie durchzufhren sein. Es werden immer nur wenige die Bereitwilligkeit besitzen, sich aus freien Stcken einem Zwang zum Gehorsam zu unterwerfen, wie er beim Heeres als selbstverst„ndlich und natrlich gilt. Weiter l„át sich eine wirkliche Ausbildung nicht durchfhren infolge der l„cherlich geringen Mittel, die fr einen solchen Zweck einem sogenannten Wehrverbande zur Verfgung stehen. Die beste, zuverl„ssigste Ausbildung máte aber gerade die Hauptaufgabe einer solchen Institution sein. Seit dem Kriege sind nun acht Jahre verflossen, und seit dieser Zeit ist kein Jahrgang unserer deutschen Jugend mehr planm„áig ausgebildet worden. Es kann aber doch nicht die Aufgabe eines Wehrverbandes sein,die bereits ausgebildeten Jahrg„nge von einst zu erfassen, da man ihm sonst sofort mathematisch vorrechnen kann, wann das letzte Mitglied diese Korporation verlassen wird. Selbst der jngste Soldat von 1918 wird in zwanzig Jahren kampfunf„hig sein, und wir n„hern uns in bedenklicher Schnelle diesem Zeitpunkte. Damit wird jeder sogenannte Wehrverband zwangsl„ufig immer mehr den Charakter einer alten Kriegervereinigung annehmen. Dies kann aber nicht der Sinn einer Einrichtung sein, sie sich eben nicht als Krieger- sondern als Wehrverein bezeichnet, und die schon durch ihren Namen auzudrcken bestrebt ist, daá sie nicht nur in der Erhaltung der Tradition und der Zusammengeh”rigkeit ehemaliger Soldaten ihre Mission erblickt, sondern in der Ausbildung des Wehrgedankens und in der praktischen Vertretung dieses Gedankens, also in der Schaffung eines wehrhaften K”rpers. Diese Aufgabe jedoch erfordert dann unbedingt die Ausbildung der bisher noch nicht milit„risch gedrillten Elemente, und dies ist in der Praxis tats„chlich unm”glich. Mit einer w”chentlich ein- oder zweistndigen Ausbildung kann man wirklich keinen Soldaten schaffen. Bei den heutigen enorm gesteigerten Anforderungen, die der Kriegsdienst an den einzelnen Mann stellt, ist eine zweij„hrige Dienstzeit vielleicht gerade noch ausreichend, um den unausgebildeten jungen Mann in einen gelernten Soldaten zu verwandeln. 605 Warum keine Wehrverb„nde? Wir haben ja alle im Felde die frchterlichen Folgen vor Augen gehabt, die sich fr junge, im Kriegshandwerk nicht grndlich ausgebildete Soldaten ergaben. Freiwilligenformationen, die fnfzehn und zwanzig Wochen lang mit eiserner Entschlossenheit bei grenzenloser Hingabe gedrillt worden waren, stellten an der Front nichtdestoweniger nur Kanonenfutter dar. Nur in die Reihen erfahrener alter Soldaten eingeteilt, konnten jngere, vier bis sechs Monate lang ausgebildete Rekruten ntzliche Glieder eines alten Regiments abgeben; sie wurden hierbei von den "Alten" geleitet und wuchsen sich dann allm„hlich in ihre Aufgaben hinein. Wie aussichtslos aber wirkt demgegenber der Versuch, ohne klare Befehlsgewalt und ohne umfassende Mittel durch eine w”chentlich ein- bis zweistndige sogenannte Ausbildung eine Truppe heranziehen zu wollen! Damit kann man vielleicht alte Soldaten wieder auffrischen, junge Menschen aber niemals zu Soldaten machen. Wie gleichgltig und vollst„ndig wertlos ein solches Vorgehen in seinen Ergebnissen sein wrde, kann noch besonders belegt werden durch die Tatsache, daá in derselben Zeit, in der ein sogenannter freiwilliger Wehrverband mit Ach und Krach und Mhe und N”ten ein paar tausend an sich gutwillige Menschen (an andere kommt er berhaupt nicht heran) im Whrgedanken ausbildet oder auszubilden versucht, der Staat selber durch die pazifistisch-demokratische Art seiner Erziehung Millionen und Millionen junger Leute konsequent ihrer natrlichen Instinkte beraubt, ihr logisches vaterl„ndisches Denken vergiftet und sie so allm„hlich zu einer jeglichen Willkr gegenber geduldigen Hammelherde verwandelt. Wie l„cherlich sind doch im Vergleich hierzu alle Anstrengungen der Wehrverb„nde, ihre Gedanken der deutschen Jugend vermitteln zu wollen. Aber fast noch wichtiger ist folgender Gesichtspunkt, der mich schon immer gegen jeden Versuch einer sogenannten milit„rischen Wehrhaftmachung auf freiwilliger Verbandsgrundlage Stellung nehmen lieá: 606 Warum keine Wehrverb„nde? Angenommen, es wrde trotz der vorher erw„hnten Schwierigkeiten dennoch einem Verbande gelingen, eine bestimmte Anzahl Deutscher Jahr fr Jahr zu wehrhaften M„nnern auszubilden, und zwar sowohl im Hinblick auf ihre Gesinnung als auch auf ihre k”rperliche Tchtigkeit und waffenm„áige Schulung, so máte das Ergebnis dennoch gleich Null sein in einem Staat, der seiner ganzen Tendenz nach eine solche Wehrhaftmachung gar nicht wnscht, ja direkt haát, da sie dem innersten Ziele seiner Leiter - der Verderber dieses Staates - vollst„ndig widerspricht. Auf alle F„lle aber wrde ein solches Ergebnis wertlos sein unter Regierungen, die nicht nur durch die Tat bewiesen haben, daá ihnen an der milit„rischen Kraft der Nation nichts liegt, sondern die vor allem auch gar nie gewillt sein wrden, einen Appell an diese Kraft zu erlassen, auáer h”chstens zur Sttzung ihres eigenen verderblichen Daseins. Und heute ist das noch so. Oder ist es nicht l„cherlich, fr ein Regiment einige zehntausend Mann im Zwielicht der D„mmerung milit„risch ausbilden zu wollen, wenn der Staat wenige Jahre vorher achteinhalb Millionen bestausgebildeter Soldaten schm„hlich preisgab, nicht nur sich ihrer nicht mehr bediente, sondern als Dank fr ihre Opfer sogar noch der allgemeinen Beschimpfung aussetzte. Man will also Soldaten heranbilden fr ein Staatsregiment, das die ruhmvollsten Soldaten von einst beschmutzte und bespuckte, ihnen die Ehrenzeichen von der Brust reiáen lieá, die Kokarden wegnahm, die Fahnen zertrat und ihre Leitungen herabwrdigte? Oder hat dieses heutige Staatsregiment jemals auch nur einen Schritt unternommen, die Ehre der alten Armee wieder herzustellen, ihre Zersetzer und Beschimpfer zur Verantwortung zu ziehen? Nicht das geringste. Im Gegenteil: Wir k”nnen letztere in h”chsten Staats„mtern thronen sehen. - Wie sagte man doch zu Leipzig: "Das Recht geht mit der Macht." Da jedoch heute in unserer Republik die Macht in den H„nden der gleichen M„nner liegt, die einst die Revolution anzettelten, diese Revolution aber den 607 Warum keine Wehrverb„nde? gemeinsten Landesverrat, ja die erb„rmlichste Schurkentat der deutschen Geschichte berhaupt darstellt, so l„át sich wirklich gar kein Grund dafr finden, daá die Macht gerade dieser Charaktere durch Bildung einer neuen jungen Armee erh”ht werden sollte. Alle Grnde der Vernunft sprechen jedenfalls dagegen. Was aber dieser Staat, auch nach der Revolution von 1918, der milit„rischen St„rkung seiner Position fr einen Wert beimaá, ging noch einmal klar und eindeutig hervor aus seiner Stellungnahme zu den damals bestehenden groáen Selbstschutzorganisationen. Solange sie zum Schutz pers”nlich feiger Revolutionskreaturen einzutreten hatten, waren sie nicht unwillkommen. Sowie aber, dank der allm„hlichen Verlumpung unseres Volkes, die Gefahr fr diese beseitigt schien und der Bestand der Verb„nde nunmehr eine naionalpolitische St„rkung bedeutete, waren sie berflssig, und man tat alles, um sie zu entwaffnen, ja, wenn m”glich, auseinanderzujagen. Die Geschichte weist Dankbarkeit von Frsten nur in seltenen Beispielen nach. Aber gar auf Dankbarkeit revolution„rer Mordbrenner, Volksausplnderer und Nationalverr„ter zu rechnen, bringt nur ein neubrgerlicher Patriot fertig. Ich k”nnte mich jedenfalls bei einer Prfung des Problems, ob freiwillige Wehrverb„nde zu schaffen seinen, niemals der Frage enthalten: Fr wen bilde ich die jungen Leute aus? Zu welchem Zweck werden sie verwendet und wann sollen sie aufgerufen werden? Die Antwort darauf gibt zugleich die besten Richtlinien fr das eigene Verhalten. Wenn der heutige Staat auf ausgebildete Best„nde dieser Art je zurckgreifen wrde, dann gesch„he dies niemals zu einer Vertretung nationaler Interessen nach auáen, sondern immer nur zum Schutze der Vergewaltiger der Nation im Innern vor der vielleicht eines Tages aufflammenden allgemeinen Wut des betrogenen, verratenen und verkauften Volkes. Die S.A. der N.S.D.A.P. durfte schon aus diesem Grunde mit einer milit„rischen Organisation gar nichts zu tun haben. 608 Keine Geheimorganisationen Sie war ein Schutz- und Erziehungsmittel der nationalsozialistischen Bewegung, und ihre Aufgaben lagen auf einem ganz anderen Gebiet als auf dem sogenannter Wehrverb„nde. Sie sollte aber auch keine Geheimorganisation darstellen. Der Zweck von Geheimorganisationen kann nur ein gesetzwidriger sein. Damit aber beschr„nkt sich der Umfang einer solchen Organisation von selbst. Es ist nicht m”glich, besonders angesichts der Schwatzhaftigkeit des deutschen Volkes, eine Organisation von einiger Gr”áe aufzubauen und sie gleichzeitig nach auáen geheim zu halten, oder auch nur ihre Ziele zu verschleiern. Jede solche Absicht wird tausendf„ltig vereitelt werden. Nicht nur, daá unseren Polizeibeh”rden heute ein Stab von Zuh„ltern und „hnlichem Gesindel zur Verfgung steht, die fr den Judaslohn von dreiáig Silberlingen verraten, was sie finden k”nnen, und erfinden, was zu verraten w„re, sind die eigenen Anh„nger selbst niemals zu einem in solchem Fall notwendigen Schweigen zu bringen. Nur ganz kleine Gruppen k”nnen durch jahrelanges Aussieben den Charakter wirklicher Geheimorganisationen annehmen. Doch schon die Kleinheit solcher Gebilde wrde ihren Wert fr die nationalsozialistische Bewegung aufheben. Was wir brauchten und brauchen, waren und sind nicht hundert oder zweihundert verwegene Verschw”rer, sondern hunderttausend und aber hunderttausend fanatische K„mpfer fr unsere Weltanschauung. Nicht in geheimen Konventikeln soll gearbeitet werden, sondern in gewaltigen Massenaufzgen, und nicht durch Dolch und Gift oder Pistole kann der Bewegung die Bahn freigemacht werden, sondern durch die Eroberung der Straáe. Wir haben dem Marxismus beizubringen, daá der knftige Herr der Straáe der Nationalsozialismus ist, genau so, wie er einst der Herr des Staates sein wird. 609 Keine Geheimorganisation Die Gefahr von Geheimorganisationen liegt heute weiter noch darin, daá bei den Mitgliedern h„ufig die Gr”áe der Aufgabe vollst„ndig verkannt wird und sich statt dessen die Meinung bildet, es k”nnte das Schicksal eines Volkes wirklich durch eine einzelne Mordtat pl”tzlich im gnstigen Sinne entschieden werden. Solch eine Meinung kann ihre geschichtliche Berechtigung haben, n„mlich dann, wenn ein Volk unter der Tyrannei irgendeines genialen Unterdrckers schmachtet, von dem man weiá, daá nur seine berragende Pers”nlichkeit allein die innere Festigkeit und Furchtbarkeit des feindlichen Druckes gew„hrleistet. In solch einem Fall mag aus einem Volk ein opferwilliger Mann pl”tzlich hervorspringen, um den Todesstahl in die Brust des verhaáten Einzigen zu stoáen. Und nur das republikanische Gemt schuldbewuáter kleiner Lumpen wird eine solche Tat als das Verabscheuungswrdigste ansehen, w„hrend der gr”áte Freiheitss„nger unseres Volkes sich unterstanden hat, in seinem "Tell" eine Verherrlichung solchen Handelns zu geben. In den Jahren 1919 und 1920 bestand die Gefahr, daá der Angeh”rige von Geheimorganisationen, mitgerissen von groáen Vorbildern der Geschichte und durchschauert vom grenzenlosen Unglck des Vaterlandes, versuchte, sich an den Verderbern der Heimat zu r„chen, in dem Glauben, dadurch der Not seines Volkes ein Ende zu bereiten. Jeder solche Versuch war aber ein Unsinn, deshalb, weil der Marxismus ja gar nicht dank der berlegenen Genialit„t und pers”nlichen Bedeutung eines einzelnen gesiegt hatte, sondern vielmehr durch die grenzenlose J„mmerlichkeit, das feige Versagen der brgerlichen Welt. Die grausamste Kritik, die man an unserem Brgertum ben kann, ist die Feststellung, daá die Revolution selbst ja nicht einem einzigen Kopf von einiger Gr”áe hervorgebracht und es sich ihr dennoch unterworfen hat. Es ist immer noch verst„ndlich, vor einem Robespierre, einem Danton oder Marat zu kapitulieren, aber es ist vernichtend, vor dem drren Scheidemann, dem feisten Herrn Erzberger und einem Friedrich Ebert und all den zahllosen anderen politischen Knirpsen zu Kreuz 610 Sind Landesverr„ter zu "beseitigen"? gekrochen zu sein. Es war ja wirklich auch nicht ein Kopf da, in dem man etwa den genialen Mann der Revolution und damit das Unglck des Vaterlandes h„tte sehen k”nnen, sondern da waren lauter Revolutionswanzen, Rucksackspartakisten en gros und en detail. Irgendeinen davon aus dem Wege schaffen, war vollkommen belanglos und hatte h”chstens den einen Erfolg, daá ein paar andere ebenso groáe und ebenso durstige Blutsauger um so eher an seine Stelle kamen. Man konnte in jenen Jahren gar nicht scharf genug gegen eine Auffassung einschreiten, die in wirklich groáen Erscheinungen der Geschichte ihre Ursache und Begrndung hatte, aber nicht im geringsten auf das augenblickliche Zwergenzeitalter paáte. Auch bei der Frage der Beseitigung sogenannter Landesverr„ter ist die gleiche Betrachtung anzustellen. Es ist l„cherlich unlogisch, einen Burschen umzubringen, der eine Kanone verraten hat, w„hrend nebenan in h”chsten Wrdestellen Kanaillen sitzen, die ein ganzes Reich verkauften, das vergebliche Opfer von zwei Millionen Toten auf dem Gewissen haben, Millionen Krppel verantworten mssen, dabei aber seelenruhig ihre republikanischen Gesch„fte machen. Kleine Landesverr„ter beseitigen, ist sinnlos in einem Staat, dessen Regierung selbst diese Landesverr„ter von jeder Strafe befreit. Denn so kann es passieren, daá eines Tages der redliche Idealist, der fr sein Volk einen schuftigen Waffenverr„ter beseitigt, von kapitalen Landesverr„tern zur Verantwortung gezogen wird. Und da ist es doch eine wichtige Frage: Soll man solche eine verr„terische kleine Kreatur wieder durch eine Kreatur beseitigen lassen oder durch einen Idealisten? Im einen Fall ist der Erfolg zweifelhaft und der Verrat fr sp„ter fast sicher; im anderen Fall wird ein kleiner Schuft beseitigt und dabei das Leben eines vielleicht nicht zu ersetzenden Idealisten aufs Spiel gesetzt. Im brigen ist in dieser Frage meine Stellungnahme die, daá man nicht kleine Diebe h„ngen soll, um groáe laufen zu lassen; sondern daá einst ein deutscher Nationalgerichtshof 611 Sportliche Ausbildung der S.A. etliche Zehntausend der organisierenden und damit verantwortlichen Verbrecher des Novemberverrats und alles dessen, was dazugeh”rt, abzuurteilen und hinzurichten hat. Ein solches Exempel wird dann auch dem kleinen Waffenverr„ter einmal fr immer die notwendige Lehre sein. Das alles sind Erw„gungen, die mich veranlaáten, immer wieder die Teilnahme an Geheimorganisationen zu verbieten und die S.A. selbst vor dem Charakter solcher Organisationen zu bewahren. Ich habe in jenen Jahren die nationalsozialistische Bewegung von Experimenten ferngehalten, deren Vollfhrer meistens herrliche idealistisch gesinnt junge Deutsche waren, deren Tat aber nur sie selbst zum Opfer werden lieá, indem sie das Schicksal des Vaterlandes nicht im geringsten zu bessern vermochten. * Wenn aber die S.A. weder eine milit„rische Wehrorganisation noch ein Geheimverband sein durfte, dann muáten sich daraus folgende Konsequenzen ergeben. 1. Ihre Ausbildung hat nicht nach milit„rischen Gesichtspunkten, sondern nach parteizweckm„áigen zu erfolgen. Soweit die Mitglieder dabei k”rperlich zu ertchtigen sind, darf der Hauptwert nicht auf milit„risches Exerzieren, sondern vielmehr auf sportliche Bet„tigung gelegt werden. Boxen und Jiu-Jitsu sind mir immer wichtiger erschienen als irgendeine schlechte, weil doch nur halbe Schieáausbildung. Man gebe der deutschen Nation sechs Millionen sportlich tadellos trainierte K”rper, alle von fanatischer Vaterlandsliebe durchglht und zu h”chstem Angriffsgeist erzogen, und ein nationaler Staat wird aus ihnen, wenn notwendig, in nicht einmal zwei Jahren, eine Armee geschaffen haben, wenigstens insofern ein gewisser Grundstock fr sie vorhanden ist. Dieser kann aber, wie heute die Verh„ltnisse liegen, nur die Reichswehr sein und nicht ein in Halbheiten steckengebliebener Wehrverband. Die k”rperliche Ertchtigung soll dem einzelnen die šberzeugung seiner šberlegenheit einimpfen und ihm jene Zuversicht 612 Kennzeichnung der ™ffentlichkeit geben, die ewig nur im Bewuátsein der eigenen Kraft liegt; zudem soll sie ihm jene sportlichen Fertigkeiten beibringen, die zur Verteidigung der Bewegung als Waffe dienen. 2. Um von vornherein jeden geheimen Charakter der S.A. zu verhten, muá, abgesehen von ihrer sofort jedermann kenntlichen Bekleidung schon die Gr”áe ihres Bestandes ihr selbst den Weg weisen, welcher der Bewegung ntzt und aller ™ffentlichkeit bekannt ist. Sie darf nicht im Verborgenen tagen, sondern soll unter freiem Himmel marschieren und damit eindeutig einer Bet„tigung zugefhrt werden, die alle Legenden von "Geheimorganisation" endgltig zerst”rt. Um sie auch geistig von allen Versuchen, durch kleine Verschw”rungen ihren Aktivismus zu befriedigen, abzuziehen, muáte sie, von allem Anfang an, in die groáe Idee der Bewegung vollst„ndig eingeweiht und in der Aufgabe, diese Idee zu vertreten, so restlos ausgebildet werden, daá von vornherein der Horizont sich weitete und der einzelne Mann seine Mission nicht in der Beseitigung irgendeines kleineren oder gr”áeren Gauners sah, sondern in dem Sicheinsetzen fr die Errichtung eines neuen nationalsozialistischen v”lkischen Staates. Dadurch aber wurde der Kampf gegen den heutigen Staat aus der Atmosph„re kleiner Rache- und Verschw”rungsaktionen herausgehoben zur Gr”áe eines weltanschaulichen Vernichtungskrieges gegen den Marxismus und sein Gebilde. 3. Die organisatorische Formung der S.A. sowie ihre Bekleidung und Ausrstung ist sinngem„á nicht nach den Vorbildern der alten Armee, sondern nach einer durch ihre Aufgabe bestimmten Zweckm„áigkeit vorzunehmen. Diese Anschauungen, die mich im Jahre 1920 und 1921 leiteten, und die ich allm„hlich der jungen Organisation einzuimpfen versuchte, hatten den Erfolge, daá wir bis zum Hochsommer 1922 schon ber eine stattliche Anzahl von 613 Erster Aufmarsch in Mnchen Hundertschaften verfgten, die im Sp„therbst 1922 nach und nach ihre besondere kennzeichnende Bekleidung erhielten. Unendlich wichtig fr die weitere Ausgestaltung der S.A. waren drei Ereignisse. 1. Die groáe allgemeine Demonstration aller vaterl„ndischen Verb„nde gegen das Republikschutzgesetz im Sp„tsommer 1922, auf dem K”nigsplatz zu Mnchen. Die vaterl„ndischen Verb„nde Mnchens hatten damals den Aufruf erlassen, der als Protest gegen die Einfhrung des Republikschutzgesetzes zu einer riesenhaften Kundgebung in Mnchen aufforderte. Auch die nationalsozialistische Bewegung sollte sich an ihr beteiligen. Der geschlossene Aufmarsch der Partei wurde eingeleitet durch sechs Mnchener Hundertschaften, denen dann die Sektionen der politischen Partei folgten. Im Zuge selbst marschierten zwei Musikkapellen, und ungef„hr fnfzehn Fahnen wurden mitgetragen. Das Eintreffen der Nationalsozialisten auf dem bereits zur H„lfte gefllten groáen Platz, der sonst fahnenleer war, erregte eine unermeáliche Begeisterung. Ich selbst hatte die Ehre, vor der nun sechzigtausend K”pfe z„hlenden Menschenmenge als einer der Redner sprechen zu drfen. Der Erfolg der Veranstaltung war berw„litigend, besonders deshalb, weil, allen roten Drohungen zum Trotz, zum erstenmal bewiesen wurde, daá auch das nationale Mnchen auf der Straáe marschieren konnte. Rote republikanische Schutzbndler, die gegen anmarschierende Kolonnen mit Terror vorzugehen versuchten, wurden binnen weniger Minuten von S.A.-Hundertschaften mit blutigen Sch„deln auseinandergetrieben. Die nationalsozialistische Bewegung hat damals zum ersten Male ihre Entschlossenheit gezeigt, knftighin auch fr sich das Recht auf die Straáe in Anspruch zu nehmen und damit dieses Monopol den internationalen Volksverr„tern und Vaterlandsfeinden aus der Hand zu winden. Das Ergebnis dieses Tages war der nicht mehr anzufechtende Beweis fr die psychologische und auch organisatorische Richtigkeit unserer Auffassungen ber den Ausbau der S.A. Sie wurde nun auf der so erfolgreich bew„hrten Grundlage 614 Zug nach Koburg energisch erweitert, so daá schon wenige Wochen sp„ter die doppelte Zahl an Hundertschaften in Mnchen aufgestellt war. 2. Der Zug nach Koburg im Oktober 1922. "V”lkische" Verb„nde beabsichtigten in Koburg einen sogenannten "Deutschen Tag" abzuhalten. Ich selbst erhielt eine Einladung hierzu mit dem Vermerk, daá es erwnscht w„re, wenn ich noch einige Begleitung mitbr„chte. Dieses Ersuchen, daá ich vormittags um elf in die Hand erhielt, kam mir sehr gelegen. Schon eine Stunde sp„ter waren die Anordnungen zu einem Besuch dieses deutschen Tages hinausgegeben. Als "Begleitung" bestimmte ich achthundert Mann der S.A., die in ungef„hr vierzehn Hundertschaften von Mnchen aus durch Sonderzug nach dem bayerisch gewordenen St„dtchen bef”rdert werden sollten. Entsprechende Befehle gingen an nationalsozialistische S.A.-Gruppen, die unterdes an anderen Orten gebildet worden waren, hinaus. Es war das erste Mal, daá in Deutschland ein derartiger Sonderzug fuhr. An allen Orten, an denen neue S.A.-Leute einstiegen, erregte der Transport gr”átes Aufsehen. Viele hatten unsere Fahnen noch nie vorher gesehen; der Eindruck derselben war ein sehr groáer. Als wir in Koburg auf dem Bahnhof eintrafen, empfing uns eine Deputation der Festleitung des "Deutschen Tages", die uns einen als "Vereinbarung" bezeichneten Befehl der dortigen Gewerkschaften beziehungsweise der Unabh„ngigen und Kommunistischen Partei bermittelte, des Inhalts, daá wir die Stadt nicht mit entrollten Fahnen, nicht mit Musik (wir hatten eine eigene zweiundvierzig Mann starke Kapelle mitgenommen) und nicht in geschlossenem Zuge betreten drften. Ich lehnte diese schm„hlichen Bedingungen sofort glatt ab, vers„umte aber nicht, den anwesenden Herren der Leitung dieser Tagung mein Befremden darber auszudrcken,daá mit diesen Menschen Verhandlungen gepflogen und Abkommen getroffen wrden, und erkl„rte, daá die S.A. augenblicklich in Hundertschaften antreten und mit klingender 615 Zug nach Koburg Musik und wehenden Fahnen in die Stadt marschieren werde. So geschah es dann auch. Schon auf dem Bahnhofsplatz empfing uns eine nach vielen Tausenden z„hlende, gr”hlende und johlende Menschenmenge. "M”rder", "Banditen", "R„uber", "Verbrecher", waren die Kosenamen, mit denen uns die vorbildlichen Begrnder der deutschen Republik liebreich berschtteten. Die junge S.A. hielt mustergltige Ordnung, die Hundertschaften formierten sich auf dem Platz vor dem Bahnhof und nahmen zun„chst von den Anp”belungen keine Notiz. Durch „ngstliche Polizeiorgane wurde der abmarschierende Zug in der fr uns alle ganz fremden Stadt nicht, wie bestimmt, in unser Quartier, eine an der Peripherie Koburgs liegende Schtzenhalle, sondern in den Hofbr„uhauskeller, nahe dem Zentrum der Stadt, geleitet. Links und rechts vom Zug nahm das Toben der begleitenden Volksmassen immer mehr zu. Kaum daá die letzte Hundertschaft in den Hof des Kellers eingebogen war, versuchten auch schon groáe Massen, unter ohrenbet„ubendem Geschrei, nachzurcken. Um dies zu verhten, schloá die Polizei den Keller ab. Da dieser Zustand ein unertr„glicher war, lieá ich nun die S.A. noch einmal antreten, ermahnte sie kurz und forderte von der Polizei die augenblickliche ™ffnung der Tore. Nach l„ngerem Z”gern kam sie dem auch nach. Wir marschierten nun den Weg, den wir gekommen waren, wieder zurck, um zu unserem Quartier zu gelangen, und da muáte nun allerdings endlich Front gemacht werden. Nachdem man durch Schreien und beleidigende Zurufe die Hundertschaften nicht aus der Ruhe hatte bringen k”nnen, griffen die Vertreter des wahren Sozialismus, der Gleichheit und Brderlichkeit, zu Steinen. Damit war unsere Geduld zu Ende, und so hagelte es zehn Minuten lang links und rechts vernichtend nieder, und eine Viertelstunde sp„ter war nichts Rotes mehr auf den Straáen zu sehen. Nachts kam es noch zu schweren Zusammenst”áen. Patrouillen der S.A. hatten Nationalsozialisten, die einzeln 616 Zug nach Koburg berfallen worden waren, in gr„álichem Zustande aufgefunden. Daraufhin wurde mit den Gegnern kurzer Prozeá gemacht. Schon am n„chsten Morgen war der rote Terror, unter dem Koburg schon seit Jahren gelitten hatte, niedergebrochen. Mich echt marxistisch-jdischer Verlogenheit versuchte man nun durch Handzettel die "Genossen und Genossinnen des internationalen Proletariats" noch einmal auf die Straáe zu hetzen, indem man, unter vollst„ndiger Verdrehung der Tatsachen, behauptete, daá unsere "Mordbanden" den "Ausrottungskrieg gegen friedliche Arbeiter" in Koburg begonnen h„tten. Um halb zwei Uhr sollte die groáe "Volksdemonstration", zu der man Zehntausende von Arbeitern aus der ganzen Umgebung erhoffte, stattfinden. Ich lieá deshalb, fest entschlossen, den roten Terror endgltig zu erledigen, um zw”lf Uhr die S.A. antreten, die unterdes auf fast eineinhalbtausend Mann angeschwollen war, und setzte mich mit ihr in Marsch zur Feste Koburg, ber den groáen Platz, auf dem die rote Demonstration stattfinden sollte. Ich wollte sehen, ob sie es noch einmal wagen wrden, uns zu bel„stigen. Als wir den Platz betraten, waren anstatt der angekndigten Zehntausend nur wenige Hundert anwesend, die bei unserem Nahen sich im allgemeinen still verhielten, teilweise ausrissen. Nur an einigen Stellen versuchten rote Trupps, die unterdessen von auáen gekommen waren und uns noch nicht kannten, uns wieder anzust„nkern; aber im Handumdrehen wurde ihnen grndlich die Lust dazu genommen. Und nun konnte man sehen, wie die bisher „ngstlich eingeschchterte Bev”lkerung langsam aufwachte, Mut bekam, durch Zurufe uns zu begráen wagte und abends bei unserem Abzug an vielen Stellen in spontanen Jubel ausbrach. Pl”tzlich erkl„rte uns am Bahnhof das Eisenbahnpersonal, daá es den Zug nicht fahren wrde. Ich lieá darauf einigen R„delsfhrern mitteilen, daá ich in diesem Falle zusammenzufangen ged„chte, was mir an roten Bonzen in die H„nde fiele, und daá wir dann eben selbst fahren wrden, allerdings auf Lokomotive und Tender und in jedem Wagen 617 Bew„hrung der S.A. als Kampforganisation ein paar Dutzend von Brdern der internationalen Solidarit„t mitzunehmen vorh„tten. Ich vers„umte auch nicht, die Herren aufmerksam zu machen, daá die Fahrt mit unseren eigenen Kr„ften selbstverst„ndlich ein unendlich riskantes Unternehmen sein wrde und es nicht ausgeschlossen w„re, daá wir uns alle zusammen Genick und Knochen br„chen. Freuen wrde uns aber, dann wenigstens nicht allein, sondern in Gleichheit und Brderlichkeit mit den roten Herrschaften ins Jenseits zu wandern. Daraufhin fuhr der Zug sehr pnktlich ab, und wir kamen am n„chsten Morgen wieder heil in Mnchen an. In Koburg wurde damit zum ersten Male seit dem Jahre 1914 die Gleichheit der Staatsbrger vor dem Gesetz wiederhergestellt. Denn wenn heute irgendein gimpelhafter h”herer Beamter sich zu der Behauptung versteigt, daá der Staat das Leben seiner Brger beschtze, dann traf dies fr damals jedenfalls nicht zu; denn die Brger muáten sich in jener Zeit vor den Repr„sentanten des heutigen Staates verteidigen. Die Bedeutung dieses Tages konnte in seinen Folgen zun„chst gar nicht voll eingesch„tzt werden. Nicht nur, daá die sieghafte S.A. in ihrem Selbstvertrauen und im Glauben an die Richtigkeit ihrer Fhrung auáerordentlich gehoben wurde, begann auch die Umwelt sich mit uns eingehender zu besch„ftigen, und viele erkannten zum ersten Male in der nationalsozialistischen Bewegung die Institution, die aller Wahrscheinlichkeit nach dereinst berufen sein wrde, dem marxistischen Wahnsinn ein entsprechendes Ende zu bereiten. Nur die Demokratie st”hnte, daá man es wagen konnte, sich nicht friedlich den Sch„del einschlagen zu lassen, sondern daá wir uns in einer demokratischen Republik unterstanden hatten, einem brutalen Angriff mit F„usten und St”cken statt mit pazifistischen Ges„ngen entgegenzutreten. Die brgerliche Presse im allgemeinen war teils j„mmerlich, teil gemein, wie immer, und nur wenige aufrichtige Zeitungen begráten es, daá man wenigstens an einer 618 Bew„hrung der S.A. als Kampforganisation Stelle den marxistischen Wegelagerern endlich das Handwerk gelegt hatte. In Koburg selbst aber hat immerhin ein Teil der marxistischen Arbeiterschaft, der brigens selbst nur als verfhrt angesehen werden muáte, durch die F„uste nationalsozialistischer Arbeiter belehrt, einsehen gelernt, daá auch diese Arbeiter fr Ideale k„mpfen, da man sich erfahrungsgem„á auch fr etwas, an das man glaubt und das man liebt, auch schl„gt. Den gr”áten Nutzen hatte allerdings die S.A. selbst. Sie wuchs nun sehr schnell an, so daá beim Parteitag am 27. Januar 1923 bereits gegen sechstausend Mann an der Fahnenweihe teilnehmen konnten und dabei die ersten Hundertschaften in ihrer neuen Tracht vollkommen eingekleidet waren. Die Erfahrungen in Koburg hatten eben gezeigt, wie notwendig es ist, und zwar nicht nur um den Korpsgeist zu st„rken, sondern auch um Verwechslungen zu vermeiden und dem gegenseitigen Nichterkennen vorzubeugen, eine einheitliche Bekleidung der S.A. einzufhren. Bis dahin trug sie nur die Armbinde, nun kam die Windjacke und die bekannte Mtze dazu. Die Erfahrungen von Koburg hatten aber noch weiter die Bedeutung, daá wir nun daran gingen, planm„áig in allen Orten, in denen der rote Terror seit vielen Jahren jede Versammlung Andersdenkender verhindert hatte, diesen zu brechen und die Versammlungsfreiheit herzustellen. Ab jetzt wurden immer wieder nationalsozialistische Bataillone in solchen Orten zusammengezogen, und allm„hlich fiel in Bayern eine rote Hochburg nach der anderen der nationalsozialistischen Propaganda zum Opfer. Die S.A. hatte sich immer mehr in ihre Aufgabe hineingewachsen, und sie war damit von dem Charakter einer sinnlosen und lebensunwichtigen Wehrbewegung immer weiter weggerckt und zu einer lebendigen Kampforganisation fr die Errichtung eines neuen deutschen Staates emporgestiegen. Bis zum M„rz 1923 w„hrte diese logische Entwicklung. Dann trat ein Ereignis ein, das mich zwang, die Bewegung 619 Der Abschluá 1923 aus ihrer bisherigen Bahn zu nehmen und einer Umgestaltung zuzufhren. 3. Die in den ersten Monaten des Jahres 1923 erfolgte Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen hatte in der Folgezeit eine groáe Bedeutung fr die Entwicklung der S.A. Es ist auch heute noch nicht m”glich und besonders aus nationalem Interesse nicht zweckm„áig, in aller ™ffentlichkeit darber zu reden oder zu schreiben. Ich kann mich nur soweit „uáern, als in ”ffentlichen Verhandlungen dieses Thema schon berhrt und der ™ffentlichkeit dadurch zur Kenntnis gebracht worden ist. Die Besetzung des Ruhrgebietes, die uns nicht berraschend kam, lieá die begrndete Hoffnung erstehen, daá nunmehr endgltig mit der feigen Politik des Zurckweichens gebrochen und damit den Wehrverb„nden eine ganz bestimmte Aufgabe zufallen wrde. Auch die S.A., die damals schon viele Tausende junger, kraftvoller M„nner umfaáte, durfte dann diesem nationalen Dienst nicht entzogen werden. Im Frhjahr und im Hochsommer des Jahres 1923 erfolgte ihre Umstellung zu einer milit„rischen Kampforganisation. Ihr war zum groáen Teil die sp„tere Entwicklung des Jahres 1923 zuzuschreiben, soweit sie unsere Bewegung betraf. Da ich an anderer Stelle in groáen Zgen die Entwicklung des Jahres 1923 behandle, will ich hier nur feststellen, daá die Umgestaltung der damaligen S.A., wenn die Voraussetzungen, die zu ihrer Umgestaltung gefhrt hatten, also die Aufnahme des aktiven Widerstandes gegen Frankreich, nicht zutrafen, vom Gesichtspunkt der Bewegung aus eine sch„dliche war. Der Abschluá des Jahres 1923 war, so entsetzlich er im ersten Augenblick erscheinen mag, von einer h”heren Warte aus betrachtet, insofern ein nahezu notwendiger, als er die durch die Haltung der deutschen Reichsregierung gegenstandslos gemachte, fr die Bewegung aber nun sch„dliche Umstellung der S.A. mit einem Schlage beendete und damit 620 Die neue S.A. von 1925 die M”glichkeit schuf, eines Tages dort wieder aufzubauen, wo man einst den richtigen Weg verlassen muáte. Die im Jahre 1925 neugegrndete N.S.D.A.P. hat ihre S.A. nun wieder nach den eingangs erw„hnten Grunds„tzen aufzustellen, auszubilden und zu organisieren. Sie muá damit wieder zurckkehren zu den ursprnglich gesunden Anschauungen, und hat es nun wider als ihre h”chste Aufgabe anzusehen, in ihrer S.A. ein Instrument zur Vertretung und St„rkung des Weltanschauungskampfes der Bewegung zu schaffen. Sie darf weder dulden, daá die S.A. zu einer Art Wehrverband noch zu einer Geheimorganisation herabsinkt; sie muá sich vielmehr bemhen, in ihr eine Hunderttausendmanngarde der nationalsozialistischen und damit zu tiefst v”lkischen Idee heranzubilden. 10. Kapitel Der F”deralismus als Maske Im Winter des Jahres 1919 und noch mehr im Frhjahr und Sommer 1920 wurde die junge Partei gezwungen, zu einer Frage Stellung zu nehmen, die schon im Kriege zu auáerordentlicher Bedeutung emporstieg. Ich habe im ersten Band in der kurzen Schilderung der mir pers”nlich sichtbar gewordenen Merkmale des drohenden deutschen Zusammenbruchs auf die besondere Art der Propaganda hingewiesen, die sowohl von seiten der Engl„nder als auch der Franzosen zur Aufreiáung der alten Kluft zwischen Nord und Sd stattfand. Im Frhjahr 1915 erschienen die ersten systematischen Hetzbl„tter gegen Preuáen, als den Alleinschuldigen am Kriege. Bis zum Jahre 1916 war dieses System zu einem vollst„ndigen, ebenso geschickten wie niedertr„chtigen Ausbau gekommen. Die auf die niedersten Instinkte berechnete Verhetzung des Sddeutschen gegen den Norddeutschen begann auch schon nach kurzer Zeit Frchte zu tragen. Es ist ein Vorwurf, den man gegen die damaligen maágebenden Stellen sowohl in der Regierung als auch in der Heeresleitung - besser, in den bayerischen Kommandostellen - erheben muá, und den diese nicht von sich abschtteln k”nnen, daá sie in gottverblendeter Pflichtvergessenheit nicht mit der notwendigen Entschlossenheit dagegen eingeschritten sind. Man tat nichts! Im Gegenteil, an verschiedenen Stellen schien man es gar nicht so ungern zu sehen und war vielleicht borniert genug, zu denken, daá durch eine solche Propaganda nicht nur der Einheitsentwicklung des deutschen Volkes ein Riegel vorgeschoben werden wrde, sondern daá damit auch automatisch eine St„rkung der f”derativen Kr„fte eintreten 622 Kriegsgesellschaften und antipreuáische Stimmung máte. Kaum jemals in der Geschichte ist eine b”swillige Unterlassung b”ser ger„cht worden. Die Schw„chung, die man Preuáen zuzufgen glaubte, hat ganz Deutschland betroffen. Ihre Folge aber war die Beschleunigung des Zusammenbruchs, der jedoch nicht etwa nur Deutschland zertrmmerte, sondern in erster Linie gerade die Einzelstaaten selbst. In der Stadt, in welcher der knstlich geschrte Haá gegen Preuáen am heftigsten tobte, brach als erster die Revolution gegen das angestammte K”nigshaus aus. Nun w„re es allerdings falsch, zu glauben, daá der feindlichen Kriegspropaganda allein die Fabrikation dieser antipreuáischen Stimmung zuzuschreiben gewesen sei und daá Entschuldigungsgrnde fr das von ihr ergriffene Volk nicht vorhanden gewesen w„ren. Die unglaubliche Art der Organisation unserer Kriegswirtschaft, die in einer geradezu wahnwitzigen Zentralisation das gesamte Reichsgebiet bevormundete und - ausgaunerte, war ein Hauptgrund fr das Entstehen jener antipreuáischen Gesinnung. Denn fr den normalen kleinen Mann waren die Kriegsgesellschaften, die nun einmal ihre Zentrale in Berlin besaáen, identisch mit Berlin, und Berlin selbst gleichbedeutend mit Preuáen. Daá die Organisatoren dieses Raubinstituts, Kriegsgesellschaften genannt, weder Berliner noch Preuáen, ja berhaupt nicht Deutsche waren, kam dem Einzelnen damals kaum zum Bewuátsein. Er sah nur die grobe Fehlerhaftigkeit und die dauernden šbergriffe dieser verhaáten Einrichtung in der Reichshauptstadt und bertrug nun seinen ganzen Haá selbstverst„ndlich auf diese Reichshauptstadt und Preuáen zugleich, um so mehr, als von bestimmter Seite nicht nur nichts dagegen unternommen, sondern im stillen eine solche Deutung sogar schmunzelnd begrát wurde. Der Jude war viel zu klug, um nicht schon damals zu verstehen, daá der infame Beutezug, den er unter dem Deckmantel der Kriegsgesellschaften gegen das deutsche Volk organisierte, Widerstand hervorrufen wrde, ja muáte. Solange 623 Preuáenhetze als Ablenkungsman”ver dieser ihm selbst nicht an die Gurgel sprang, brauchte er ihn nicht zu frchten. Um aber eine Explosion der zur Verzweiflung und Emp”rung getriebenen Massen nach dieser Richtung zu verhindern, konnte es gar kein besseres Rezept geben als das, ihre Wut anderweitig aufflammen zu lassen und so zu verbrauchen. Mochte ruhig Bayern gegen Preuáen und Preuáen gegen Bayern streiten, je mehr, desto besser! Der heiáeste Kampf der beiden bedeutete fr den Juden den sichersten Frieden. Die allgemeine Aufmerksamkeit war damit vollst„ndig abgelenkt von der internationalen V”lkermade, man schien sie vergessen zu haben. Und wenn ja die Gefahr aufzutauchen schien, daá besonnene Elemente, die es auch in Bayern zahlreich gab, zur Einsicht und Einkehr und zur Zurckhaltung mahnten und dadurch der erbitterte Kampf abzuflauen drohte, so brauchte der Jude in Berlin nur eine neue Provokation in Szene setzen und den Erfolg abwarten. Augenblicklich strzten sich alle Nutznieáer des Streites zwischen Nord und Sd auf jeden solchen Vorfall und bliesen so lange, bis die Glut der Emp”rung wieder zu hellem Feuer emporgestiegen war. Es war ein geschicktes, raffiniertes Spiel, daá der Jude damals zur steten Besch„ftigung und Ablenkung der einzelnen deutschen St„mme trieb, um sie unterdessen desto grndlicher ausplndern zu k”nnen. Dann kam die Revolution. Wenn nun bis zum Jahre 1918, oder besser gesagt bis zum November dieses Jahres, der Durchschnittsmensch, besonders aber der weniggebildete Spieáer und Arbeiter, den wirklichen Hergang und die unausbleiblichen Folgen des Streites der deutschen St„mme untereinander, vor allem in Bayern, noch nicht richtig erkennen konnte, dann h„tte es wenigstens der sich "national" nennende Teil am Tage des Ausbruchs der Revolution begreifen mssen. Denn kaum war die Aktion gelungen, als in Bayern auch schon der Fhrer und Organisator der Revolution zum Vertreter "bayerischer" Interessen wurde. Der internationale Jude Kurt Eisner begann Bayern gegen 624 Kurt Eisner, "bayerischer Partikularist" Preuáen auszuspielen. Es war aber doch selbstverst„ndlich, daá ausgerechnet dieser Orientale, der als Zeitungsjournaille sich unausgesetzt hier und dort im brigen Deutschland herumtrieb, wohl als letzter berufen gewesen w„re, bayerische Interessen zu wahren, und daá gerade ihm Bayern das Gleichgltigste sein konnte, das es auf Gottes weiter Welt gab. Indem Kurt Eisner der revolution„ren Erhebung in Bayern eine ganz bewuáte Spitze gegen das brige Reich gab, handelte er nicht im geringsten aus bayerischen Gesichtspunkten heraus, sondern nur als Beauftragter des Judentums. Er bentzte die vorhandenen Instinkte und Abneigungen des bayerischen Volkes, um mittels ihrer Deutschland leichter zerschlagen zu k”nnen. Das zertrmmerte Reich aber w„re spielend eine Beute des Bolschewismus geworden. Die von ihm angewandte Taktik wurde auch nach seinem Tode zun„chst fortgefhrt. Der Marxismus, der gerade die Einzelstaaten und ihre Frsten in Deutschland immer mit blutigstem Hohn bergossen hatte, appellierte als "Unabh„ngige Partei" nun pl”tzlich eben an diejenigen Gefhle und Instinkte, die in Frstenh„usern und Einzelstaaten ihre st„rkste Wurzel hatten. Der Kampf der R„terepublik gegen die anrckenden Befreiungskontingente war in erster Linie als "Kampf bayerischer Arbeiter" gegen den "preuáischen Militarismus" propagandistisch aufgezogen worden. Nur daraus kann man auch verstehen, warum in Mnchen, ganz im Unterschied von anderen deutschen Gebieten, das Niederwerfen der R„terepublik nicht zur Besinnung der breiten Massen, sondern vielmehr zu einer noch gr”áeren Verbitterung und Verbissenheit gegen Preuáen fhrte. Die Kunst, mit der die bolschewistischen Agitatoren die Beseitigung der R„terepublik als "preuáisch-militaristischen" Sieg gegen das "antimilitaristisch" und "antipreuáisch" gesinnte bayerische Volk hinzustellen verstanden, trug reiche Frchte. W„hrend Kurt Eisner noch anl„álich der Wahlen 625 Mein Kampf gegen die Preuáenhetze in den gesetzgebenden Bayerischen Landtag in Mnchen keine zehntausend Anh„nger aufbrachte, die Kommunistische Partei sogar unter dreitausend blieb, waren nach dem Zusammenbruch der Republik beide Parteien zusammen auf nahezu hunderttausend W„hler gestiegen. Schon in dieser Zeit setzte mein pers”nlicher Kampf gegen die wahnwitzige Verhetzung der deutschen St„mme untereinander ein. Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch keine unpopul„rere Sache begonnen als meinen damaligen Widerstand gegen die Preuáenhetze. In Mnchen hatten schon w„hrend der R„teperiode die ersten Massenversammlungen stattgefunden, in denen der Haá gegen das brige Deutschland, insbesondere aber gegen Preuáen, zu solcher Siedehitze aufgepeitscht wurde, daá es nicht nur fr einen Norddeutschen mit Todesgefahr verbunden war, einer solchen Versammlung beizuwohnen, sondern daá der Abschluá derartiger Kundgebungen meist ganz offen mit dem wahnsinnigen Geschrei endigte: "Los von Preuáen!" - "Nieder mit Preuáen!" - "Krieg gegen Preuáen!", eine Stimmung, die ein besonders gl„nzender Vertreter bayerischer Hoheitsinteressen im Deutschen Reichstag in den Schlachtruf zusammenfaáte: "Lieber bayerisch sterben als preuáisch verderben." Man muá die damaligen Versammlungen miterlebt haben, um zu verstehen, was es fr mich selbst bedeutete, als ich mich zum ersten Male, umringt von einer Handvoll Freunde, in einer Versammlung im L”wenbr„ukeller zu Mnchen gegen diesen Wahnsinn zur Wehr setzte. Es waren Kriegskameraden, die mir damals Beistand leisteten, und man kann sich vielleicht in unser Gefhl hineinversetzen, wenn eine vernunftlos gewordene Masse gegen uns brllte und uns niederzuschlagen drohte, die w„hrend der Zeit, da wir das Vaterland verteidigt hatten, zum weitaus gr”áten Teil als Deserteure und Drckeberger sich in Etappen oder in der Heimat herumgetrieben hatte. Fr mich freilich hatten diese Auftritte das Glck, daá sich die Schar meiner Getreuen erst recht mit mir verbunden 626 Mein Kampf gegen die Preuáenhetze fhlte und bald auf Leben und Tod auf mich eingeschworen war. Diese K„mpfe, die sich immer wiederholten und durch das ganze Jahr 1919 hinzogen, schienen sich gleich zu Beginn des Jahres 1920 noch zu verst„rken. Es gab Versammlungen - ich erinnere mich besonders an eine im Wagnersaale an der Sonnenstraáe in Mnchen -, in denen meine unterdes gr”áer gewordene Gruppe schwerste K„mpfe zu bestehen hatte, die nicht selten damit endeten, daá man Dutzende meiner Anh„nger miáhandelte, niederschlug, mit Fáen trat, um endlich, mehr Leichnamen als Lebenden gleich, aus den S„len zu werfen. Der Kampf, den ich erst als Einzelperson, nur untersttzt von meinen Kriegsgef„hrten, aufgenommen hatte, wurde nun als eine, ich m”chte fast sagen, heilige Aufgabe von der jungen Bewegung weitergefhrt. Es ist noch heute mein Stolz, sagen zu k”nnen, daá wir damals - fast ausschlieálich angewiesen auf unsere bayerischen Anh„nger - dennoch dieser Mischung von Dummheit und Verrat langsam, aber sicher das Ende bereitet haben. Ich sage Dummheit und Verrat deshalb, weil ich, bei aller šberzeugung von der an sich wirklich gutmtigdummen Masse der Mitl„ufer, den Organisatoren und Anstiftern solche Einfalt nicht zugute rechnen kann. Ich hielt sie, und halte sie auch heute noch fr von Frankreich besoldete und bezahlte Verr„ter. In einem Falle, im Falle Dorten, hat ja unterdes die Geschichte bereits ihr Urteil gesprochen. Was die Sache damals besonders gef„hrlich werden lieá, war die Geschicklichkeit, mit der man die wahren Tendenzen zu verhllen verstand, indem man f”deralistische Absichten als die einzige Veranlassung zu diesem Treiben in den Vordergrund schob. Daá die Schrung von Preuáenhaá mit F”deralismus nichts zu tun hat, liegt allerdings auf der Hand. Merkwrdig berhrt auch eine "f”derative T„tigkeit", die es versucht, einen anderen Bundesstaat aufzul”sen oder aufzuteilen. Denn ein ehrlicher F”deralist, bei dem die Zitierung des Bismarckschen Reichsgedankens 627 "F”derative T„tigkeit" keine verlogene Phrase darstellt, drfte nicht im selben Atemzug dem von Bismarck geschaffenen oder doch vollendeten preuáischen Staat Teile abzutrennen wnschen oder sogar solche Separationsbestrebungen ”ffentlich untersttzen. Wie wrde man im Mnchen geschrien haben, wenn eine konservative preuáische Partei die Losl”sung Frankens von Bayern begnstigt oder gar in ”ffentlicher Aktion verlangt und gef”rdert h„tte. Leid tun konnten einem bei all dem wirklich nur die ehrlich f”deralistisch gesinnten Naturen, die dieses verruchte Gaunerspiel nicht durchschaut hatten; denn sie waren in erster Linie die Betrogenen. Indem der f”derative Gedanke solcherart belastet wurde, schaufelten ihm seine eigenen Anh„nger das Grab. Man kann keine f”deralistische Gestaltung des Reiches propagieren, wenn man das wesentlichste Glied eines solchen Staatsbaues, n„mlich Preuáen, selbst heruntersetzt, beschimpft und beschmutzt, kurz als Bundesstaat, wenn m”glich, unm”glich macht. Es war dies um so unglaublicher, als sich dabei der Kampf dieser sogenannten F”deralisten gerade gegen das Preuáen wendete, das am wenigsten mit der Novemberdemokratie in Verbindung gebracht werden kann. Denn nicht gegen die V„ter der Weimarer Verfassung, die brigens selbst zum gr”áten Teil Sddeutsche oder Juden waren, richteten sich Schm„hungen und Angriffe dieser sogenannten "F”deralisten", sondern gegen die Vertreter des alten konservativen Preuáens, also die Antipoden der Weimarer Verfassung. Daá man sich dabei besonders htete, den Juden anzutasten, darf nicht wundernehmen, liefert aber vielleicht den Schlssel zur L”sung des ganzen R„tsels. So wie vor der Revolution der Jude die Aufmerksamkeit von seinen Kriegsgesellschaften, oder besser von sich selbst, abzulenken verstand und die Masse, besonders des bayerischen Volkes, gegen Preuáen umzustellen wuáte, so muáte er nach der Revolution auch den neuen und nun zehnmal gr”áeren Raubzug irgendwie decken. Und wieder gelang es ihm, in diesem Fall die sogenannten "nationalen Elemente" Deutschlands gegeneinander zu hetzen: konservativ 628 Jdische Verhetzungs-Taktik eingestellte Bayern gegen ebenso konservativ denkende Preuáen. Und wieder betrieb er es in gerissenster Weise,indem er, der allein die Geschicke des Reiches an seinen F„den hielt, so grobe und so taktlose šbergriffe provozierte, daá das Blut der jeweils Betroffenen dadurch immer aufs neue in Wallung geraten muáte. Nie aber gegen den Juden, sondern immer gegen den deutschen Bruder. Nicht das Berlin von vier Millionen emsig arbeitenden fleiáigen, schaffenden Menschen sah der Bayer, sondern das faule, zerfetzte Berlin des belsten Westens! Doch nicht gegen diesen Westen kehrte sich sein Haá, sondern gegen die "preuáische Stadt". Es war wirklich oft zum Verzweifeln. Diese Geschicklichkeit des Juden, die ”ffentliche Aufmerksamkeit von sich abzulenken und anderweitig zu besch„ftigen, kann man auch heute wieder studieren. Im Jahre 1918 konnte von einem planm„áigen Antisemitismus gar keine Rede sein. Noch erinnere ich mich der Schwierigkeiten, auf die man stieá, sowie man auch nur das Wort Jude in den Mund nahm. Man wurde entweder dumm angeglotzt oder man erlebte heftigsten Widerstand. Unsere ersten Versuche, der ™ffentlichkeit den wahren Feind zu zeigen, schienen damals fast aussichtslos zu sein, und nur ganz langsam begannen sich die Dinge zum Besseren zu wenden. So verfehlt der "Schutz- und Trutzbund" in seiner organisatorischen Anlage war, so groá war nichtsdestoweniger sein Verdienst, die Judenfrage als solche wieder aufgerollt zu haben. Jedenfalls begann im Winter 1918/19 so etwas wie Antisemitismus langsam Wurzel zu fassen. Sp„ter hat dann allerdings die nationalsozialistische Bewegung die Judenfrage ganz anders vorw„rtsgetrieben. Sie hat es vor allem fertiggebracht, dieses Problem aus dem engbegrenzten Kreise oberer und kleinbrgerlicher Schichten herauszuheben und zum treibenden Motiv einer groáen Volksbewegung umzuwandeln. Kaum aber, daá es gelungen war, dem deutschen Volk in 629 Konfessionelle Zwietracht dieser Frage den groáen, einigenden Kampfgedanken zu schenken, als der Jude auch schon zur Gegenwehr schritt. Er griff zu seinem alten Mittel. Mit fabelhafter Schnelligkeit hat er in die v”lkische Bewegung selbst die Brandfackel des Zankes hineingeworfen und den Zwiespalt ges„t. Im Aufwerfen der ultramontanen Frage und in der daraus erwachsenden gegenseitigen Bek„mpfung von Katholizismus und Protestantismus stak, wie die Verh„ltnisse nun einmal lagen, die einzige M”glichkeit, die ”ffentliche Aufmerksamkeit mit anderen Problemen zu besch„ftigen, um den konzentrierten Ansturm vom Judentum abzuhalten. Wie die M„nner, die gerade diese Frage in unser Volk hineinschleuderten, sich an ihm versndigten, das k”nnen sie niemals wieder gutmachen. Der Jude hat jedenfalls das gewollte Ziel erreicht: Katholiken und Protestanten fhren miteinander einen fr”hlichen Krieg, und der Todfeind der arischen Menschheit und des gesamten Christentums lacht sich ins F„ustchen. So wie man es einst verstanden hatte, Jahre hindurch die ”ffentliche Meinung mit dem Kampf zwischen F”deralismus und Unitarismus zu besch„ftigen und sie darin aufzureiben, indes der Jude die Freiheit der Nation verschacherte und unser Vaterland der internationalen Hochfinanz verriet, so gelingt es ihm jetzt wieder, die zwei Konfessionen gegeneinander Sturm laufen zu lassen, w„hrend beider Grundlagen vom Gift des internationalen Weltjuden zerfressen und unterh”hlt werden. Man halte sich die Verwstungen vor Augen, welche die jdische Bastardierung jeden Tag an unserem Volk anrichtet, und man bedenke, daá diese Blutvergiftung nur nach Jahrhunderten oder berhaupt nicht mehr aus unserem Volksk”rper entfernt werden kann; man bedenke weiter, wie die rassische Zersetzung die letzten arischen Werte unseres deutschen Volkes herunterzieht, ja oft vernichtet, so daá unsere Kraft als kulturtragende Nation ersichtlich mehr und mehr im Rckzug begriffen ist und wir der Gefahr anheimfallen, wenigstens in unseren Groást„dten dorthin zu kommen, wo Sditalien heute bereits ist. Diese 630 Konfessionelle Zwietracht Verpestung unseres Blutes, an der Hunderttausende unseres Volkes wie blind vorbergehen, wird aber vom Juden heute planm„áig betrieben. Planm„áig sch„nden diese schwarzen V”lkerparasiten unsere unerfahrenen, jungen, blonden M„dchen und zerst”ren dadurch etwas, was auf dieser Welt nicht mehr ersetzt werden kann. Beide, jawohl, beide christliche Konfessionen sehen dieser Entweihung und Zerst”rung eines durch Gottes Gnade der Erde gegebenen edlen und einzigartigen Lebewesen gleichgltig zu. Fr die Zukunft der Erde liegt aber die Bedeutung nicht darin, ob die Protestanten die Katholiken oder die Katholiken die Protestanten besiegen, sondern darin, ob der arische Mensch ihr erhalten bleibt oder ausstirbt. Dennoch k„mpfen die beiden Konfessionen heute nicht etwa gegen den Vernichter dieses Menschen, sondern suchen sich selbst gegenseitig zu vernichten. Gerade der v”lkisch Eingestellte h„tte die heilige Verpflichtung, jeder in seiner eigenen Konfession dafr zu sorgen, daá man nicht nur immer „uáerlich von Gottes Willen redet, sondern auch tats„chlich Gottes Willen erflle und Gottes Werk nicht sch„nden lasse. Denn Gottes Wille gab den Menschen einst ihre Gestalt, ihr Wesen und ihre F„higkeiten. Wer sein Werk zerst”rt, sagt damit der Sch”pfung des Herrn, dem g”ttlichen Wollen, den Kampf an. Darum sei jeder t„tig, und zwar jeder, gef„lligst, in seiner Konfession, und jeder empfinde es als seine erste und heiligste Pflicht, Stellung gegen den zu nehmen, der in seinem Wirken, durch Reden oder Handeln aus dem Rahmen seiner eigenen Glaubensgemeinschaft heraustritt und in die andere hineinzust„nkern versucht. Denn das Bek„mpfen von Wesenseigenheiten einer Konfession innerhalb unserer einmal vorhandenen religi”sen Spaltung fhrt in Deutschland zwangsl„ufig zu einem Vernichtungskrieg zwischen beiden Konfessionen. Unsere Verh„ltnisse gestatten hier gar keinen Vergleich etwa mit Frankreich oder Spanien oder gar Italien. Man kann zum Beispiel in allen drei L„ndern einen Kampf gegen den Klerikalismus oder 631 Konfessionelle Zwietracht Ultramontanismus propagieren, ohne Gefahr zu laufen, daá bei diesem Versuch das franz”sische, spanische oder italienische Volk als solches auseinanderfalle. Man darf dies aber nicht in Deutschland, da sich hier sicher auch die Protestanten an einem solchen Beginnen beteiligen wrden. Damit erh„lt jedoch die Abwehr, die anderswo nur von Katholiken gegen šbergriffe politischer Art ihrer eigenen Oberhirten stattfinden wrde, sofort den Charakter eines Angriffs von Protestantismus gegen Katholizismus. Was von Angeh”rigen der eigenen Konfession, selbst wenn es ungerecht ist, immer noch ertragen wird, findet augenblicklich sch„rfste Ablehnung von vornherein, sowie der Bek„mpfer einer anderen Glaubensgemeinschaft entstammt. Dies geht so weit, daá selbst Menschen, die an sich ohne weiteres bereit w„ren, einen ersichtlichen Miástand innerhalb ihrer eigenen religi”sen Glaubensgemeinschaft abzustellen, sofort davon abgehen und ihren Widerstand nach auáen kehren, sowie von einer nicht zu ihrer Gemeinschaft geh”rigen Stelle eine solche Korrektur empfohlen oder gar gefordert wird. Sie empfinden dies als einen ebenso unberechtigten wie unzul„ssigen, ja unanst„ndigen Versuch, sich in Dinge einzumischen, die den Betreffenden nichts angehen. Derartige Versuche werden auch dann nicht entschuldigt, wenn sie mit dem h”heren Recht der Interessen der nationalen Gemeinschaft begrndet werden, da heute religi”se Gefhle immer noch tiefer sitzen als alle nationalen und politischen Zweckm„áigkeiten. Und dies wird auch gar nicht anders dadurch, daá man nun die beiden Konfessionen in einen gegenseitigen Kampf hineintreibt, sondern verm”chte nur anders zu werden, indem man durch beiderseitige Vertr„glichkeit der Nation eine Zukunft schenkt, die in ihrer Gr”áe allm„hlich auch auf diesem Gebiet vers”hnend wirken wrde. Ich stehe nicht an, zu erkl„ren, daá ich in den M„nnern, die heute die v”lkische Bewegung in die Krise religi”ser Streitigkeiten hineinziehen, schlimmere Feinde meines Volkes sehe als im n„chstbesten international eingestellten Kommunisten. Denn diesen zu bekehren, ist die nationalsozialistische 632 Konfessionelle Zwietracht Bewegung berufen. Wer aber diese aus ihren eigenen Reihen heraus von ihrer wirklichen Mission entfernt, handelt am verwerflichsten. Er ist, ob bewuát oder unbewuát, spielt gar keine Rolle, ein Streiter fr jdische Interessen. Denn jdisches Interesse ist es heute, die v”lkische Bewegung in dem Augenblick in einem religi”sen Kampf verbluten zu lassen, in dem sie beginnt, fr den Juden eine Gefahr zu werden. Und ich betone ausdrcklich das Wort verbluten lassen; denn nur ein geschichtlich ganz ungebildeter Mann kann sich vorstellen, mit dieser Bewegung heute eine Frage l”sen zu k”nnen, an der Jahrhunderte und groáe Staatsm„nner zerschellt sind. Im brigen sprechen die Tatsachen fr sich. Die Herren, die im Jahre 1914 pl”tzlich entdeckten, daá die oberste Mission der v”lkischen Bewegung der Kampf gegen den "Ultramontanismus" sei, haben nicht den Ultramontanismus zerbrochen, aber die v”lkische Bewegung zerrissen. Ich muá mich auch verwahren dagegen, daá in den Reihen der v”lkischen Bewegung irgendein unreifer Kopf vermeint, das zu k”nnen, was selbst ein Bismarck nicht konnte. Es wird immer die oberste Pflicht der Leitung der nationalsozialistischen Bewegung sein, gegen jeden Versuch, die nationalsozialistische Bewegung in den Dienst solcher K„mpfe zu stellen, sch„rfstens Front zu machen und die Propagandisten einer solchen Absicht augenblicklich aus den Reihen der Bewegung zu entfernen. Tats„chlich war es auch bis Herbst 1923 restlos gelungen. Es konnte in den Reihen unserer Bewegung der gl„ubigste Protestant neben dem gl„ubigsten Katholiken sitzen, ohne je in den geringsten Gewissenskonflikt mit seiner religi”sen šberzeugung geraten zu mssen. Der gemeinsame gewaltige Kampf, den die beiden gegen den Zerst”rer der arischen Menschheit fhrten, hatte sie im Gegenteil gelehrt, sich gegenseitig zu achten und zu sch„tzen. Und dabei hat gerade in diesen Jahren die Bewegung den sch„rfsten Kampf gegen das Zentrum ausgefochten, allerdings nie aus religi”sen, sondern ausschlieálich aus national-, rasse- und wirtschaftspolitischen Grnden. Der Erfolg 633 Bundes- oder Einheitsstaat? sprach damals genau so fr uns, wie er heute gegen die Besserwisser zeugt. Es ist in den letzten Jahren manchesmal so weit gekommen, daá v”lkische kreise in der gottverlassenen Blindheit ihrer konfessionellen Auseinandersetzungen den Wahnsinn ihres Handelns nicht einmal daraus erkannten, daá atheistische Marxistenzeitungen nach Bedarf pl”tzlich Anw„lte religi”ser Glaubensgemeinschaften wurden, um durch Hin- und Hertragen von manchmal wirklich zu dummen Žuáerungen die eine oder die andere Seite zu belasten und das Feuer dadurch zum „uáersten zu schren. Gerade bei einem Volk aber, das, wie das deutsche, in seiner Geschichte schon so oft bewiesen hat, daá es imstande ist, fr Phantome Kriege bis zum Weiábluten zu fhren, wird jeder solche Kampfruf todgef„hrlich sein. Immer wurde dadurch unser Volk von den wirklich realen Fragen seines Daseins abgelenkt. W„hrend wir in religi”sen Streitigkeiten uns verzehrten, wurde die andere Welt verteilt. Und w„hrend die v”lkische Bewegung berlegt, ob die ultramontane Gefahr gr”áer ist als die jdische oder umgekehrt, zerst”rt der Jude die rassischen Grundlagen unseres Daseins und vernichtet dadurch unser Volk fr immer. Ich kann, was diese Art von "v”lkischen" K„mpfern betrifft, der nationalsozialistischen Bewegung und damit auch dem deutschen Volke aus aufrichtigstem Herzen nur wnschen: Herr, bewahre sie vor solchen Freunden, auch sie wird mit ihren Feinden dann schon fertig werden. * Der in den Jahren 1919/20/21 und weiterhin von den Juden in so schlauer Weise propagierte Kampf zwischen F”deralismus und Unitarismus zwang, bei aller Ablehnung desselben, doch auch die nationalsozialistische Bewegung, zu seinen wesentlichen Problemen Stellung zu nehmen. Soll Deutschland Bundes- oder Einheitsstaat sein und was hat man praktisch unter beiden zu verstehen? Mir scheint die wichtigere Frage die zweite zu sein, 634 Bundes- oder Einheitsstaat? weil sie nicht nur zum Verst„ndnis des ganzen Problems grundlegend ist, sodann auch weil sie kl„renden und vers”hnenden Charakter besitzt. Was ist ein Bundesstaat? Unter Bundesstaat verstehen wir einen Verband von souver„nen Staaten, die aus freiem Willen kraft ihrer Souver„nit„t sich zusammenschlieáen und dabei jenen Teil der Hoheitsrechte im einzelnen an die Gesamtheit abtreten, der die Existenz des gemeinsamen Bundes erm”glicht und gew„hrleistet. Diese theoretische Formulierung trifft in der Praxis bei keinem der heute auf Erden bestehenden Bundesstaaten restlos zu. Am wenigsten bei der amerikanischen Union, in welcher beim weitaus gr”áten Teil der Einzelstaaten von irgendeiner ursprnglichen Souver„nit„t berhaupt nicht geredet werden kann, sondern viele derselben erst im Laufe der Zeit gewissermaáen hineingezeichnet wurden in die Gesamtfl„che des Bundes. Daher handelt es sich bei den Einzelstaaten der amerikanischen Union auch in den meisten F„llen mehr um kleinere und gr”áere, aus verwaltungstechnischen Grnden gebildete, vielfach mit dem Lineal abgegrenzte Territorien, die vordem eigene staatliche Souver„nit„t nicht besessen hatten und auch gar nicht besitzen konnten. Denn nicht diese Staaten hatten die Union gebildet, sondern die Union gestaltete erst einen groáen Teil solcher sogenannter Staaten. Die dabei den einzelnen Territorien berlassenen, oder besser, zugesprochenen, h”chst umfangreichen Selbstrechte entsprechen nicht nur dem ganzen Wesen dieses Staatenbundes, sondern vor allem auch der Gr”áe seiner Grundfl„che, seinen r„umlichen Dimensionen, die ja fast dem Ausmaá eines Kontinents gleichkommen. Man kann somit bei den Staaten der amerikanischen Union nicht von deren staatlicher Souver„nit„t sprechen, sondern nur von deren verfassungsm„áig festgelegten und garantierten Rechten, besser vielleicht Befugnissen. Auch fr Deutschland ist die obige Formulierung nicht voll und ganz zutreffend. Obwohl in Deutschland ohne Zweifel zuerst die Einzelstaaten, und zwar als Staaten bestanden 635 Bundes- oder Einheitsstaat? hatten und aus ihnen das Reich gebildet wurde. Allein schon die Bildung des Reiches ist nicht erfolgt auf Grund des freien Willens oder gleichen Zutuns der Einzelstaaten, sondern durch die Auswirkung der Hegemonie eines Staates unter ihnen, Preuáens. Schon die rein territorial groáe Verschiedenheit der deutschen Staaten gestattet keinen Vergleich mit der Gestaltung zum Beispiel der amerikanischen Union. Der Gr”áenunterschied zwischen den einstigen kleinsten deutschen Bundesstaaten und den gr”áeren oder gar dem gr”áten erweist die Nichtgleichartigkeit der Leistungen, aber auch das Ungleichm„áige des Anteils an der Begrndung des Reiches, an der Formung des Bundesstaates. Tats„chlich konnte man aber auch bei den meisten dieser Staaten von einer wirklichen Souver„nit„t nicht sprechen, auáer das Wort Staatssouver„nit„t h„tte keine andere Bedeutung als die einer amtlichen Phrase. In Wirklichkeit hatte nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart mit zahlreichen dieser sogenannten "souver„nen Staaten" aufger„umt und damit am klarsten die Schw„che dieser "souver„nen" Gebilde bewiesen. Es soll hier nicht festgestellt werden, wie im einzelnen diese Staaten sich geschichtlich bildeten, wohl aber, daá sie fast in keinem Falle sich mit stammesm„áigen Grenzen decken. Sie sind rein politische Erscheinungen und reichen mit ihren Wurzeln meist in die traurigste Zeit der Ohnmacht des Deutschen Reiches und der sie bedingenden wie auch umgekehrt dadurch selbst wieder bedingten Zersplitterung unseres deutschen Vaterlandes. Dem allen trug, wenigstens teilweise, die Verfassung des alten Reiches auch Rechnung, insofern sie im Bundesrat den einzelnen Staaten nicht die gleiche Vertretung einr„umte, sondern entsprechend der Gr”áe und tats„chlichen Bedeutung sowie der Leistung der Einzelstaaten bei der Bildung des Reiches Abstufungen vornahm. Die von den Einzelstaaten zur Erm”glichung der Reichsbildung abgetretenen Hoheitsrechte wurden nur zum kleinsten Teil aus eigenem Willen aufgegeben, zum gr”áten Teil waren sie praktisch entweder ohnehin nicht vorhanden 636 Bundes- oder Einheitsstaat? oder sie waren unter dem Druck der preuáischen šbermacht einfach genommen worden. Allerdings ging Bismarck dabei nicht von dem Grundsatz aus, dem Reiches zu geben, was den einzelnen Staaten nur irgend genommen werden konnte, sondern von den Einzelstaaten nur abzuverlangen, was das Reich unbedingt brauchte. Ein ebenso gem„áigter wie weiser Grundsatz, der auf der einen Seite auf Gewohnheit und Tradition die h”chste Rcksicht nahm und auf der anderen dadurch von vornherein dem neuen Reich ein groáes Maá von Liebe und freudiger Mitarbeit sicherte. Es ist aber grundfalsch, diesen Entschluá Bismarcks etwa seiner šberzeugung zuzuschreiben, daá damit das Reich fr alle Zeit gengend an Hoheitsrechten bes„áe. Diese šberzeugung hatte Bismarck keineswegs; im Gegenteil, er wollte nur der Zukunft berlassen, was im Augenblick schwer durchzufhren und zu ertragen gewesen w„re. Er hoffte auf die langsam ausgleichende Wirkung der Zeit und auf den Druck der Entwicklung an sich, der er auf die Dauer mehr Kraft zutraute als einem Versuch, die augenblicklichen Widerst„nde der einzelnen Staaten sofort zu brechen. Er hat damit die Gr”áe seiner staatsm„nnischen Kunst gezeigt und am besten bewiesen. Denn in Wirklichkeit ist die Souver„nit„t des Reiches dauernd auf Kosten der Souver„nit„t der einzelnen Staaten gestiegen. Die Zeit hat erfllt, was Bismarck sich von ihr erhoffte. Mit dem deutschen Zusammenbruch und der Vernichtung der monarchischen Staatsform ist diese Entwicklung zwangsl„ufig beschleunigt worden. Denn da die einzelnen deutschen Staaten ihr Dasein weniger stammesm„áigen Unterlagen als rein politischen Ursachen zuzuschreiben hatten, muáte die Bedeutung dieser Einzelstaaten in dem Augenblick in ein Nichts zusammensinken, in dem die wesentlichste Verk”rperung der politischen Entwicklung dieser Staaten, die monarchische Staatsform und ihre Dynastien, ausgeschaltet wurden. Eine ganze Anzahl dieser "Staatsgebilde" verlor dadurch so sehr jeglichen inneren Halt, daá sie damit von selbst auf ein weiteres Dasein Verzicht leisteten und sich aus reinen Zweckm„áigkeitsgrnden mit anderen 637 Bundes- oder Einheitsstaat? zusammenschlossen oder aus freiem Willen in gr”áeren aufgingen; der schlagendste Beweis fr die auáerordentliche Schw„che der tats„chlichen Souver„nit„t dieser kleinen Gebilde und der geringen Einsch„tzung, die sie selbst bei ihren eigenen Brgern fanden. Hat also die Beseitigung der monarchischen Staatsform und ihrer Tr„ger dem bundesstaatlichen Charakter des Reiches schon einen starken Stoá versetzt, so noch mehr die šbernahme der aus dem "Friedens"vertrag resultierenden Verpflichtungen. Daá die bisher bei den L„ndern liegende Finanzhoheit an das Reich verlorenging, war im selben Augenblick natrlich und selbstverst„ndlich, in welchem das Reich durch den verlorenen Krieg einer finanziellen Verpflichtung unterworfen wurde, die durch Einzelvertr„ge die L„nder niemals mehr ihre Deckung gefunden h„tte. Auch die weiteren Schritte, die zur šbernahme von Post und Eisenbahn durch das Reich fhrten, waren zwangsl„ufige Auswirkungen der durch die Friedensvertr„ge allm„hlich in die Wege geleiteten Versklavung unseres Volkes. Das Reich war gezwungen, sich in den geschlossenen Besitz immer neuer Werte zu setzen, um den Verpflichtungen, die infolge weiterer Auspressungen eintraten, gengen zu k”nnen. So wahnwitzig h„ufig die Formen waren, unter denen sich die Verreichlichung vollzog, so logisch und selbstverst„ndlich war der Vorgang an sich. Schuld daran trugen die Parteien und M„nner, die einst nicht alles getan hatten, um den Krieg siegreich zu beenden. Schuld daran hatten, besonders in Bayern, die Parteien, die in Verfolgung egoistischer Selbstziele dem Reichsgedanken w„hrend des Krieges entzogen hatten, was sie nach dem Verlust desselben zehnfach ersetzen muáten. R„chende Geschichte! Nur kam die Strafe des Himmels selten so j„h nach der Versndigung als in diesem Falle. Dieselben Parteien, die noch wenige Jahre vordem die Interessen ihrer Einzelstaaten - und dies besonders in Bayern - ber das Interesse des Reiches gestellt hatten, muáten es nun erleben, wie unter dem Druck der Geschehnisse das Interesse des 638 Bundes- oder Einheitsstaat? Reiches die Existenz der Einzelstaaten abwrgte. Alles durch ihr eigenes Mitverschulden. Es ist eine Heuchelei sondergleichen, den W„hlermassen gegenber (denn nur an diese richtet sich die Agitation unserer heutigen Parteien) ber den Verlust von Hoheitsrechten der einzelnen L„nder zu klagen, w„hrend sich alle diese Parteien ausnahmslos gegenseitig berboten haben in einer Erfllungspolitik, die in ihren letzten Konsequenzen natrlich auch zu tiefgreifenden Ver„nderungen im inneren Deutschland fhren muáte. Das Bismarcksche Reich war nach auáen frei und ungebunden. Finanzielle Verpflichtungen so schwerwiegender und dabei v”llig unproduktiver Art, wie sie das heutige Dawes-Deutschland zu tragen hat, besaá dieses Reich nicht. Allein auch im Innern war es in seiner Kompetenz auf wenige und unbedingt notwendige Belange beschr„nkt. Somit konnte es sehr wohl einer eigenen Finanzhoheit entbehren und von den Betr„gen der L„nder leben; und es ist selbstverst„ndlich, daá einerseits die Wahrung des Besitzes eigener Hoheitsrechte und andererseits verh„ltnism„áig geringe finanzielle Abgaben an das Reich der Reichsfreudigkeit der L„nder sehr zustatten kam. Es ist aber unrichtig, ja unaufrichtig, heute mit der Behauptung Propaganda machen zu wollen, daá die derzeit mangelnde Reichsfreudigkeit bloá der finanziellen H”rigkeit der L„nder dem Reich gegenber zuzuschreiben w„re. Nein, so liegen die Dinge wirklich nicht. Die mindere Freude am Reichsgedanken ist nicht dem Verluste von Hoheitsrechten seitens der L„nder zuzuschreiben, sondern ist vielmehr das Resultat der jammervollen Repr„sentation, die das deutsche Volk derzeit durch seinen Staat erf„hrt. Trotz aller Reichsbanner- und Verfassungsfeiern ist das heutige Reich dem Herzen des Volkes in allen Schichten fremd geblieben, und republikanische Schutzgesetze k”nnen wohl von einer Verletzung republikanischer Einrichtungen abschrecken, sich aber niemals die Liebe auch nur eines einzigen Deutschen erwerben. In der bergroáen 639 Bundes- oder Einheitsstaat? Sorge, die Republik vor ihren eigenen Brgern durch Paragraphen und Zuchthaus zu schtzen, liegt die vernichtendste Kritik und Herabsetzung der gesamten Institution selbst. Allein auch aus einem anderen Grunde ist die von gewissen Parteien heute aufgestellte Behauptung, daá das Schwinden der Reichsfreudigkeit den šbergriffen des Reiches auf bestimmte Hoheitsrechte der L„nder zuzuschreiben w„re, unwahr. Angenommen, das Reich h„tte die Erweiterung seiner Kompetenzen nicht vorgenommen, so glaube man doch ja nicht, daá dann die Liebe der einzelnen L„nder zum Reich eine gr”áere w„re, wenn nichtsdestoweniger die Gesamtabgaben dieselben sein máten wie jetzt. Im Gegenteil: Wrden die einzelnen L„nder heute Abgaben in der H”he zu tragen haben, wie sie das Reich zur Erfllung der Versklavungsdiktate braucht, so wrde die Reichsfeinndlichkeit noch unendlich viel gr”áer sein. Die Beitr„ge der L„nder an das Reich w„ren nicht nur sehr schwer hereinzubringen, sondern máten geradezu auf dem Wege der Zwangsexekution eingetrieben werden. Denn da die Republik nun einmal auf dem Boden der Friedensvertr„ge steht und weder den Mut noch irgendwie die Absicht besitzt, sie zu brechen, muá sie mit ihren Verpflichtungen rechnen. Schuld daran sind jedoch wieder nur die Parteien, die ununterbrochen den geduldigen W„hlermassen von der notwendigen Selbst„ndigkeit der L„nder vorreden, dabei aber eine Reichspolitik f”rdern und untersttzen, die ganz zwangsl„ufig zur Beseitigung auch der letzten dieser sogenannten "Hoheitsrechte" fhren muá. Ich sage zwangsl„ufig deshalb, weil dem heutigen Reich gar keine andere M”glichkeit bleibt, seinen durch eine verruchte Innen- und Auáenpolitik aufgebrdeten Lasten gerecht zu werden. Auch hier treibt ein Keil den anderen, und jede neue Schuld, die das Reich durch seine 640 Nationalstaat oder Sklaven-Kolonie? verbrecherische Vertretung deutscher Interessen nach auáen auf sich l„dt, muá im Innern durch einen st„rkeren Druck nach unten ausgeglichen werden, der seinerseits wieder die allm„hliche Beseitigung s„mtlicher Hoheitsrechte der einzelnen Staaten erfordert, um nicht in ihnen Keimzellen des Widerstandes erstehen oder auch nur bestehen zu lassen. šberhaupt muá als charakteristischer Unterschied der heutigen Reichspolitik gegenber der von einst festgestellt werden: Das alte Reich gab im Inneren Freiheit und bewies nach auáen St„rke, w„hrend die Republik nach auáen Schw„che zeigt und im Innern die Brger unterdrckt. In beiden F„llen bedingt das eine das andere. Der kraftvolle Nationalstaat braucht nach innen weniger Gesetze infolge der gr”áeren Liebe und Anh„nglichkeit seiner Brger, der internationale Sklavenstaat kann nur durch Gewalt seine Untertanen zum Frondienst anhalten. Denn es ist eine der unversch„mtesten Frechheiten des heutigen Regiments, von "freien Brgern" zu reden. Solche besaá nur das alte Deutschland. Die Republik als Sklavenkolonie das Auslandes hat keine Brger, sondern bestenfalls Untertanen. Sie besitzt deshalb auch keine Nationalflagge, sondern nur eine durch beh”rdliche Verfgungen und gesetzliche Bestimmungen eingefhrte und bewachte Musterschutzmarke. Dieses als Geálerhut der deutschen Demokratie empfundene Symbol wird daher auch unserem Volke immer innerlich fremd bleiben. Die Republik, die seinerzeit ohne jedes Gefhl fr Tradition und ohne jede Ehrfurcht vor der Gr”áe der Vergangenheit deren Symbole in den Kot trat, wird einst staunen, wie oberfl„chlich die Untertanen an ihren eigenen Symbolen h„ngen. Sie hat sich selbst den Charakter eines Intermezzos der deutschen Geschichte gegeben. So ist dieser Staat heute um seines eigenen Bestandes willen gezwungen, die Hoheitsrechte der einzelnen L„nder 641 Vereinheitlichungstendenzen mehr und mehr zu beschneiden, nicht nur aus allgemein materiellen Gesichtspunkten, sondern auch aus ideellen. Denn indem er seinen Brgern das letzte Blut durch seine finanzielle Erpresserpolitik entzieht, muá er ihnen zwangsl„ufig auch die letzten Rechte nehmen, wenn er nicht will, daá die allgemeine Unzufriedenheit eines Tages zur hellen Rebellion ausschl„gt. In Umkehrung obenstehenden Satzes ergibt sich fr uns Nationalsozialisten folgende grundlegende Regel: Ein kraftvolles nationales Reich, das die Interessen seiner Brger nach auáen im h”chsten Umfange wahrnimmt und beschirmt, vermag nach innen Freiheit zu bieten, ohne fr die Festigkeit des Staates bangen zu mssen. Andererseits kann aber eine kraftvolle nationale Regierung selbst groáe Eingriffe in die Freiheit des einzelnen sowohl als der L„nder ohne Schaden fr den Reichsgedanken vornehmen und verantworten, wenn der einzelne Brger in solchen Maánahmen ein Mittel zur Gr”áe seines Volkstums erkennt. Sicherlich gehen alle Staaten der Welt in ihrer inneren Organisation einer gewissen Vereinheitlichung entgegen. Auch Deutschland wird hierin keine Ausnahme machen. Es ist heute schon ein Unsinn, von einer "Staatssouver„nit„t" einzelner L„nder zu sprechen, die in Wirklichkeit schon durch die l„cherliche Gr”áe dieser Gebilde nicht gegeben ist. Sowohl auf verkehrs- als auch auf verwaltungstechnischem Gebiete wird die Bedeutung der Einzelstaaten immer mehr heruntergedrckt. Der moderne Verkehr, die moderne Technik l„át Entfernung und Raum immer mehr zusammenschrumpfen. Ein Staat von einst stellt heute nur mehr eine Provinz dar, und Staaten der Gegenwart galten frher Kontinenten gleich. Die Schwierigkeit, rein technisch gemessen, einen Staat wie Deutschland zu verwalten, ist nicht gr”áer als die Schwierigkeit der Leitung einer Provinz wie Brandenburg vor hundertzwanzig Jahren. Die šberwindung 642 Miábrauch der Zentralisierung der Entfernung von Mnchen nach Berlin ist heute leichter als die von Mnchen nach Starnberg vor hundert Jahren. Und das ganze Reichsgebiet von heute ist im Verh„ltnis zur derzeitigen Verkehrstechnik kleiner als irgendein mittlerer deutscher Bundesstaat zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Wer sich den aus einmal gegebenen Tatsachen resultierenden Folgen verschlieát, bleibt eben in der Zeit zurck. Menschen, welche dies tun, gab es zu allen Zeiten und wird es auch in der Zukunft immer geben. Sie k”nnen jedoch das Rad der Geschichte kaum hemmen, niemals zum Stillstand bringen. Wir Nationalsozialisten drfen an den Konsequenzen dieser Wahrheiten nicht blind vorbergehen. Auch hier drfen wir uns nicht einfangen lassen von den Phrasen unserer sogenannten nationalen brgerlichen Parteien. Ich gebrauche die Bezeichnung Phrasen deshalb, weil diese Parteien selber gar nicht ernstlich an die M”glichkeit einer Durchfhrung ihrer Absichten glauben, und weil sie zweitens selber mit und hauptschuldig sind an der heutigen Entwicklung. Besonders in Bayern ist der Schrei nach dem Abbau der Zentralisation wirklich nur mehr eine Parteimache ohne jeden ernsten Hintergedanken. In allen Augenblicken, da diese Parteien aus ihren Phrasen wirklich Ernst h„tten machen mssen, versagten sie ausnahmslos j„mmerlich. Jeder sogenannte "Raub an Hoheitsrechten" des bayerischen Staates durch das Reich wurde, abgesehen von einem widerlichen Gekl„ff, praktisch widerstandslos hingenommen. Ja, wenn wirklich es einer wagte, gegen dieses irrsinnige System ernstlich Front zu machen, dann wurde der, "als nicht auf dem Boden des heutigen Staates stehend", von denselben Parteien verfemt und verdammt und solange verfolgt, bis man ihn entweder durch das Gef„ngnis oder ein gesetzwidriges Redeverbot mundtot gemacht hatte. Gerade daraus mssen unsere Anh„nger am meisten die innere Verlogenheit dieser sogenannten f”deralistischen Kreise erkennen. So wie zum Teil die Religion ist ihnen auch der f”derative 643 Unterdrckung der Einzelstaaten Staatsgedanke nur ein Mittel fr ihre oft schmutzigen Parteiinteressen. * So sehr also eine gewisse Vereinheitlichung besonders auf dem Gebiete des Verkehrswesens natrlich erscheint, so sehr kann doch fr uns Nationalsozialisten die Verpflichtung bestehen, gegen eine solche Entwicklung im heutigen Staat sch„rfstens Stellung zu nehmen, n„mlich dann, wenn die Maánahmen nur den Zweck haben, eine verh„ngnisvolle Auáenpolitik zu decken und zu erm”glichen. Gerade weil das heutige Reich die sogenannte Verreichlichung von Eisenbahn, Post, Finanzen usw. nicht aus h”heren nationalpolitischen Gesichtspunkten vorgenommen hat, sondern nur, um damit die Mittel und Pf„nder in die Hand zu bekommen fr eine uferlose Erfllungspolitik, mssen wir Nationalsozialisten alles tun, was irgend geeignet erscheint, die Durchfhrung einer solchen Politik zu erschweren, wom”glich zu verhindern. Dazu geh”rt aber der Kampf gegen die heutige Zentralisierung lebenswichtiger Einrichtungen unseres Volkes, die nur vorgenommen wird, um dadurch die Milliardenbetr„ge und Pfandobjekte fr unsere Nachkriegspolitik dem Auslande gegenber flssig zu machen. Aus diesem Grunde hat auch die nationalsozialistische Bewegung gegen solche Versuche Stellung genommen. Der zweite Grund, der uns veranlassen kann, einer derartigen Zentralisierung Widerstand zu leisten, ist der, daá dadurch die Macht eines Regierungssystems im Innern gefestigt werden k”nnte, das in seinen gesamten Auswirkungen das schwerste Unglck ber die deutsche Nation gebracht hat. Das heutige jdisch-demokratische Reich, das fr die deutsche Nation zum wahren Fluch geworden ist, sucht die Kritik der Einzelstaaten, die noch nicht s„mtlich 644 Zentralisation begnstigt Parteiwirtschaft von diesem Zeitgeist erfllt sind, unwirksam zu machen durch deren Herabdrcken zu vollst„ndiger Bedeutungslosigkeit. Demgegenber haben wir Nationalsozialisten allen Anlaá, zu versuchen, der Opposition dieser Einzelstaaten nicht nur die Grundlage einer erfolgverheiáenden staatlichen Kraft zu geben, sondern ihren Kampf gegen die Zentralisation berhaupt zum Ausdruck eines h”heren nationalen allgemeinen deutschen Interesses zu machen. W„hrend also die Bayerische Volkspartei aus kleinherzig- partikularistischen Gesichtspunkten "Sonderrechte" fr den bayerischen Staat zu erhalten bestrebt ist, haben wir diese Sonderstellung zu verwenden im Dienste eines gegen die heutige Novemberdemokratie stehenden h”heren Nationalinteresses. Der dritte Grund, der uns weiter bestimmen kann, gegen die derzeitige Zentralisation zu k„mpfen, ist die šberzeugung, daá ein gr”áer Teil der sogenannten Verreichlichung in Wirklichkeit keine Vereinheitlichung, auf keinen Fall aber eine Vereinfachung ist, sondern daá es sich in vielen F„llen nur darum handelt, den Hoheitsrechten der L„nder Institutionen zu entziehen, um deren Tore dann den Interessenten der Revolutionsparteien zu ”ffnen. Noch niemals wurde in der deutschen Geschichte schamlosere Gnstlingswirtschaft getrieben als in der demokratischen Republik. Ein groáer Teil der heutigen Zentralisierungswut f„llt auf das Konto jener Parteien, die einst die Bahn dem Tchtigen freizumachen versprachen, dabei aber bei Besetzung von Žmtern und Posten ausschlieálich die Parteizugeh”rigkeit im Auge hatten. Insbesondere Juden ergossen sich seit Bestehen der Republik in unglaublichen Mengen in die durch das Reich zusammengerafften Wirtschaftsbetriebe und Verwaltungsapparate, so daá beide heute zu einer Dom„ne jdischer Bet„tigung geworden sind. 645 Staatshoheit des Reiches Vor allem diese dritte Erw„gung muá uns aus taktischen Grnden verpflichten, jede weitere Maánahme auf dem Wege der Zentralisation sch„rfstens zu berprfen und, wenn notwendig, gegen sie Stellung zu nehmen. Immer aber haben unsere Gesichtspunkte dabei h”here nationalpolitische und niemals kleinliche partikularistische zu sein. Diese letztere Bemerkung ist notwendig, um nicht bei unseren Anh„ngern die Meinung entstehen zu lassen, als ob wir Nationalsozialisten dem Reiche an sich nicht das Recht zusprechen wrden, eine h”here Souver„nit„t zu verk”rpern als die der einzelnen Staaten. šber dieses Recht soll und kann es bei uns gar keinen Zweifel geben. Da fr uns der Staat an sich jedoch nur eine Form ist, das Wesentliche jedoch sein Inhalt, die Nation, das Volk, ist es klar, daá ihren souver„nen Interessen alles andere sich unterzuordnen hat. Insbesondere k”nnen wir keinem einzelnen Staat innerhalb der Nation und des diese vertretenden Reiches eine machtpolitische Souver„nit„t und Staatshoheit zubilligen. Der Unfug einzelner Bundesstaaten, sogenannte Vertretungen im Ausland und untereinander zu unterhalten, muá aufh”ren und wird einmal aufh”ren. Solange derartiges m”glich ist, drfen wir uns nicht wundern, wenn das Ausland immer noch Zweifel in die Festigkeit unseres Reichsgefges setzt und demgem„á sich benimmt. Der Unfug dieser Vertretungen ist um so gr”áer, als ihnen neben den Sch„den nicht der geringste Nutzen zugeschrieben werden kann. Interessen eines Deutschen im Auslande, die durch den Gesandten des Reiches nicht gewahrt werden k”nnen, verm”gen noch viel weniger durch den Gesandten eines im Rahmen der heutigen Weltordnung l„cherlich erscheinenden Kleinstaates wahrgenommen zu werden. In diesen kleinen Bundesstaaten kann man wirklich nur Angriffspunkte erblicken fr besonders von einem Staat immer noch gern gesehene Aufl”sungsbestrebungen innerhalb und auáerhalb des Deutschen Reiches. 646 Kulturelle Aufgaben der L„nder Auch dafr drfen wir Nationalsozialisten kein Verst„ndnis haben, daá irgendein altersschwach gewordener Adelsstamm seinem meist schon sehr drr gewordenen Reis durch Bekleidung des Gesandtenpostens neuen N„hrboden gibt. Unsere diplomatischen Vertretungen im Ausland waren schon zur Zeit des alten Reiches so j„mmerlich, daá weitere Erg„nzungen der damals gemachten Erfahrungen h”chst berflssig sind. Die Bedeutung der einzelnen L„nder wird in Zukunft unbedingt mehr auf kulturpolitisches Gebiet verlegt sein. Der Monarch, der fr die Bedeutung Bayerns das meiste tat, war nicht irgendein st”rrischer, antideutsch eingestellter Partikularist, sondern vielmehr der ebenso groádeutsch gesonnene wie kunstsinnig empfindende Ludwig I. Indem er die Kr„fte des Staates in erster Linie fr den Ausbau der kulturellen Position Bayerns verwendete und nicht fr die St„rkung der machtpolitischen, hat er Besseres und Dauerhafteres geleistet, als die sonst je m”glich gewesen w„re. Indem er Mnchen damals aus dem Rahmen einer wenig bedeutenden provinziellen Residenz in das Format einer groáen deutschen Kunstmetropole hineinhob, schuf er einen geistigen Mittelpunkt, der selbst heute noch die wesensverschiedenen Franken an diesen Staat zu fesseln vermag. Angenommen, Mnchen w„re geblieben, was es einst war, so h„tte sich in Bayern ein gleicher Vorgang wie in Sachsen wiederholt, nur mit dem Unterschied, daá das bayerische Leipzig, Nrnberg, keine bayerische, sondern eine fr„nkische Stadt geworden w„re. Nicht die "Nieder-mit-Preuáen"- Schreier haben Mnchen groá gemacht, sondern Bedeutung gab dieser Stadt der K”nig, der in ihr der deutschen Nation ein Kunst-Kleinod schenken wollte, das gesehen und beachtet werden muáte. Und darin liegt auch fr die Zukunft eine Lehre. Die Bedeutung der Einzelstaaten wird knftig berhaupt nicht mehr auf staats- und machtpolitischem Gebiet liegen; ich erblicke sie entweder auf stammesm„áigem oder auf kulturpolitischem Gebiete. Allein selbst hier wird die Zeit 647 Heer und Einzelstaaten nivellierende wirken. Die Leichtigkeit des modernen Verkehrs schttelt die Menschheit derart durcheinander, daá langsam und stetig die Stammesgrenzen verwischt werden und so selbst das kulturelle Bild sich allm„hlich auszugleichen beginnt. Das Heer ist ganz besonders scharf von allen einzelstaatlichen Einflssen fernzuhalten. Der kommende nationalsozialistische Staat soll nicht in den Fehler der Vergangenheit verfallen und dem Heer eine Aufgabe unterschieben, die es nicht hat und gar nicht haben darf. Das deutsche Heer ist nicht dazu da, eine Schule fr die Erhaltung von Stammeseigentmlichkeiten zu sein, sondern vielmehr eine Schule des gegenseitigen Verstehens und Anpassens aller Deutschen. Was sonst immer im Leben der Nation trennend sein mag, soll durch das Heer zu einender Wirkung gebracht werden. Es soll weiter den einzelnen jungen Mann aus dem engen Horizont seines L„ndchens herausheben und ihn hineinstellen in die deutsche Nation. Nicht die Grenzen seiner Heimat, sondern die seines Vaterlandes muá er sehen lernen; denn diese hat er einst auch zu beschtzen. Es ist deshalb unsinnig, den jungen Deutschen in seiner Heimat zu belassen, sondern zweckm„áig ist, ihm in seiner Heereszeit Deutschland zu zeigen. Dies ist heute um so notwendiger, als der junge Deutsche nicht mehr so wie einst auf Wanderschaft geht und dadurch seinen Horizont erweitert. Ist es in dieser Erkenntnis nicht widersinnig, den jungen Bayern wenn m”glich wieder in Mnchen zu belassen, den Franken in Nrnberg, den Badener in Karlsruhe, den Wrttemberger in Stuttgart usw., und ist es nicht vernnftiger, dem jungen Bayern einmal den Rhein und einmal die Nordsee zu zeigen, dem Hamburger die Alpen, dem Ostpreuáen das deutsche Mittelgebirge und so fort? Der landsmannschaftliche Charakter soll in der Truppe bleiben, aber nicht in der Garnison. Jeder Versuch einer Zentralisation mag unsere Miábilligung finden, die des Heeres aber niemals! Im Gegenteil, wollten wir keinen derartigen Versuch begráen, ber diesen einen máten wir uns freuen. Ganz abgesehen davon, daá bei der Gr”áe des heutigen Reichsheeres die Aufrechterhaltung 648 Ein Volk - ein Staat einzelstaatlicher Truppenteile absurd w„re, sehen wir in der erfolgten Vereinheitlichung des Reichsheeres einen Schritt, den wir auch in der Zukunft, bei der Wiedereinfhrung eines Volksheeres, niemals mehr aufgeben drfen. Im brigen wird eine junge sieghafte Idee jede Fessel ablehnen mssen, die ihre Aktivit„t im Vorw„rtstreiben ihrer Gedanken l„hmen k”nnte. Der Nationalsozialismus muá grunds„tzlich das Recht in Anspruch nehmen, der gesamten deutschen Nation ohne Rcksicht auf bisherige bundesstaatliche Grenzen seine Prinzipien aufzuzwingen und sie in seinen Ideen und Gedanken zu erziehen. So wie sich die Kirchen nicht gebunden und begrenzt fhlen durch politische Grenzen, ebensowenig die nationalsozialistische Idee durch einzelstaatliche Gebilde unseres Vaterlandes. Die nationalsozialistische Lehre ist nicht die Dienerin der politischen Interessen einzelner Bundesstaaten, sondern soll dereinst die Herrin der deutschen Nation werden. Sie hat das Leben eines Volkes zu bestimmen und neu zu ordnen und muá deshalb fr sich gebieterisch das Recht in Anspruch nehmen, ber Grenzen, die eine von uns abgelehnte Entwicklung zog, hinwegzugehen. Je vollst„ndiger der Sieg ihrer Ideen wird, um so gr”áer mag dann die Freiheit im einzelnen sein, die sie im Innern bietet. 11. Kapitel Propaganda und Organisation Das Jahr 1921 hatte in mehrfacher Hinsicht fr mich und die Bewegung eine besondere Bedeutung erhalten. Nach meinem Eintritt in die Deutsche Arbeiterpartei bernahm ich sofort die Leitung der Propaganda. Ich hielt dieses Fach fr das augenblicklich weitaus wichtigste. Es galt ja zun„chst weniger, sich den Kopf ber organisatorische Fragen zu zerbrechen, als die Idee selbst einer gr”áeren Zahl von Menschen zu vermitteln. Die Propaganda muáte der Organisation weit voraneilen und dieser erst das zu bearbeitende Menschenmaterial gewinnen. Auch bin ich ein Feind von zu schnellem und zu pedantischem Organisieren. Es kommt dabei meist nur ein toter Mechanismus heraus, aber selten eine lebendige Organisation. Denn Organisation ist etwas, das dem organischen Leben, der organischen Entwicklung sein Bestehen zu verdanken hat. Ideen, die eine bestimmte Anzahl von Menschen erfaát haben, werden immer nach einer gewissen Ordnung streben, und diesem inneren Ausgestalten kommt sehr groáer Wert zu. Man hat aber auch hier mit der Schw„che der Menschen zu rechnen, die den einzelnen verleitet, sich wenigstens anfangs instinktiv gegen einen berlegenen Kopf zu stemmen. Sowie eine Organisation von oben herab mechanisch aufgezogen wird, besteht die groáe Gefahr, daá ein einmal eingesetzter, selbst noch nicht genau erkannter und vielleicht wenig f„higer Kopf aus Eifersucht das Emporkommen tchtigerer Elemente innerhalb der Bewegung zu hindern suchen wird. Der Schaden, der in einem solchen Fall entsteht, kann, besonders bei einer jungen Bewegung, von verh„ngnisvoller Bedeutung sein. 650 Theoretiker - Organisator - Agitator Aus diesem Grunde ist es zweckm„áiger, eine Idee erst eine Zeitlang von einer Zentrale aus propagandistisch zu verbreiten und das sich allm„hlich ansammelnde Menschenmaterial dann sorgf„ltig nach Fhrerk”pfen durchzusuchen und zu prfen. Es wird sich dabei manchesmal herausstellen, daá an sich unscheinbare Menschen nichtsdestoweniger als geborene Fhrer anzusehen sind. Ganz falsch w„re es allerdings, im Reichtum an theoretischen Erkenntnissen charakteristische Beweise fr Fhrereigenschaft und Fhrertchtigkeit erblicken zu wollen. Das Gegenteil trifft h„ufig zu. Die groáen Theoretiker sind nur in den seltensten F„llen auch groáe Organisatoren, da die Gr”áe des Theoretikers und Programmatikers in erster Linie in der Erkenntnis und Festlegung abstrakt richtiger Gesetze liegt, w„hrend der Organisator in erster Linie Psychologe sein muá. Er hat den Menschen zu nehmen, wie er ist, und muá ihn deshalb kennen. Er darf ihn ebensowenig bersch„tzen wie in seiner Masse zu gering achten. Er muá im Gegenteil versuchen, der Schw„che und der Bestialit„t gleichermaáen Rechnung zu tragen, um unter Bercksichtigung aller Faktoren ein Gebilde zu schaffen, das als lebendiger Organismus von st„rkster und stetiger Kraft erfllt und so geeignet ist, eine Idee zu tragen und ihr den Weg zum Erfolg freizumachen. Noch seltener aber ist ein groáer Theoretiker ein groáer Fhrer. Viel eher wird das der Agitator sein, was viele, die nur wissenschaftlich ber eine Frage arbeiten, nicht gerne h”ren wollen; doch ist das verst„ndlich. Ein Agitator, der die F„higkeit aufweist, eine Idee der breiten Masse zu vermitteln, muá immer Psychologe sein, sogar wenn er nur Demagoge w„re. Er wird dann immer noch besser zum Fhrer geeignet sein als der menschenfremde, weltferne Theoretiker. Denn Fhren heiát: Massen bewegen k”nnen. Die Gabe, Ideen zu gestalten, hat mit Fhrerf„higkeit gar nichts zu schaffen. Es ist dabei ganz máig, 651 Anh„nger und Mitglieder darber zu streiten, was von gr”áerer Bedeutung ist, Menschheitsideale und Menschheitsziele aufzustellen oder sie zu verwirklichen. Es geht hier wie so oft im Leben: das eine w„re vollkommen sinnlos ohne das andere. Die sch”nste theoretische Einsicht bleibt ohne Zweck und Wert, wenn nicht der Fhrer die Massen zu ihr hin in Bewegung setzt. Und umgekehrt, was sollte alle Fhrergenialit„t und aller Fhrerschwung, wenn nicht der geistvolle Theoretiker die Ziele fr das menschliche Ringen aufstellen wrde? Die Vereinigung aber von Theoretiker, Organisator und Fhrer in einer Person ist das Seltenste, was man auf dieser Erde finden kann; diese Vereinigung schafft den groáen Mann. Ich habe mich in der ersten Zeit meiner T„tigkeit in der Bewegung, wie schon bemerkt, der Propaganda gewidmet. Ihr muáte es gelingen, allm„hlich einen kleinen Kern von Menschen mit der neuen Lehre zu erfllen, um so das Material heranzubilden, das sp„ter die ersten Elemente einer Organisation abgeben konnte. Dabei ging das Ziel der Propaganda meist ber das der Organisation hinaus. Wenn eine Bewegung die Absicht hegt, eine Welt einzureiáen und eine neue an ihrer Stelle zu erbauen, dann muá in den Reihen ihrer eigenen Fhrerschaft ber folgende Grundgesetze vollkommene Klarheit herrschen: Jede Bewegung wird das von ihr gewonnene Menschenmaterial zun„chst in zwei groáe Gruppen zu sichten haben: in Anh„nger und Mitglieder. Aufgabe der Propaganda ist es, Anh„nger zu werben, Aufgabe der Organisation, Mitglieder zu gewinnen. Anh„nger einer Bewegung ist, wer sich mit ihren Zielen einverstanden erkl„rt, Mitglied ist, wer fr sie k„mpft. Der Anh„nger wird einer Bewegung durch die Propaganda geneigt gemacht. Das Mitglied wird durch die Organisation veranlaát, selbst mitzuwirken zur Werbung neuer Anh„nger, aus denen sich 652 Anh„nger und Mitglieder dann wieder Mitglieder herausbilden k”nnen. Da die Anh„ngerschaft nur eine passive Anerkennung einer Idee bedingt, w„hrend die Mitgliedschaft die aktive Vertretung und Verteidigung fordert, werden auf zehn Anh„nger immer h”chstens ein bis zwei Mitglieder treffen. Die Anh„ngerschaft wurzelt nur in der Erkenntnis, die Mitgliedschaft in dem Mute, das Erkannte selbst zu vertreten und weiter zu verbreiten. Die Erkenntnis in ihrer passiven Form entspricht der Majorit„t der Menschheit, die tr„ge und feige ist. Die Mitgliedschaft bedingt aktivistische Gesinnung und entspricht damit nur der Minorit„t der Menschen. Die Propaganda wird demgem„á unermdlich dafr zu sorgen haben, daá eine Idee Anh„nger gewinnt, w„hrend die Organisation sch„rfstens darauf bedacht sein muá, aus der Anh„ngerschaft selbst nur das Wertvollste zum Mitglied zu machen. Die Propaganda braucht sich deshalb nicht den Kopf zu zerbrechen ber die Bedeutung jedes einzelnen der von ihr Belehrten, ber F„higkeit, K”nnen und Verst„ndnis oder den Charakter derselben, w„hrend die Organisation aus der Masse dieser Elemente sorgf„ltigst zu sammeln hat, was den Sieg der Bewegung wirklich erm”glicht. * Die Propaganda versucht eine Lehre dem ganzen Volke aufzuzwingen, die Organisation erfaát in ihrem Rahmen nur diejenigen, 653 Propaganda und Organisation die nicht aus psychologischen Grnden zum Hemmschuh fr eine weitere Verbreitung der Idee zu werden drohen. * Die Propaganda bearbeitet die Gesamtheit im Sinne einer Idee und macht sie reif fr die Zeit des Sieges dieser Idee, w„hrend die Organisation den Sieg erficht durch den dauernden, organischen und kampff„higen Zusammenschluá derjenigen Anh„nger, die f„hig und gewillt erscheinen, den Kampf fr den Sieg zu fhren. * Der Sieg einer Idee wird um so eher m”glich sein, je umfassender die Propaganda die Menschen in ihrer Gesamtheit bearbeitet hat und je ausschlieálicher, straffer und fester die Organisation ist, die den Kampf praktisch durchfhrt. Daraus ergibt sich, daá die Zahl der Anh„nger nicht groá genug sein kann, die Zahl der Mitglieder aber leichter zu groá als zu klein sein wird. * Wenn die Propaganda ein ganzes Volk mit einer Idee erfllt hat, kann die Organisation mit einer Handvoll Menschen die Konsequenzen ziehen. Propaganda und Organisation, als Anh„nger und Mitglieder, stehen damit in einem bestimmten gegenseitigen Verh„ltnis. Je besser die Propaganda gearbeitet hat, um so kleiner kann die Organisation sein, und je gr”áer 654 Propaganda und Organisation die Zahl der Anh„nger ist, um so bescheidener kann die Zahl der Mitglieder sein und umgekehrt: Je schlechter die Propaganda ist, um so gr”áer muá die Organisation sein, und je kleiner die Anh„ngerschar einer Bewegung bleibt, um so umfangreicher muá deren Mitgliederzahl sein, wenn sie berhaupt noch auf einen Erfolg rechnen will. * Die erste Aufgabe der Propaganda ist die Gewinnung von Menschen fr die sp„tere Organisation; die erste Aufgabe der Organisation ist die Gewinnung von Menschen zur Fortfhrung der Propaganda. Die zweite Aufgabe der Propaganda ist die Zersetzung des bestehenden Zustandes und die Durchsetzung dieses Zustandes mit der neuen Lehre, w„hrend die zweite Aufgabe der Organisation der Kampf um die Macht sein muá, um durch sie den endgltigen Erfolg der Lehre zu erreichen. * Der durchschlagendste Erfolg einer weltanschaulichen Revolution wird immer dann erfochten werden, wenn die neue Weltanschauung m”glichst allen Menschen gelehrt und, wenn notwendig, sp„ter aufgezwungen wird, w„hrend die Organisation der Idee, also die Bewegung, nur so viele erfassen soll, als zur Besetzung der Nervenzentren des in Frage kommenden Staates unbedingt erforderlich sin. Das heiát mit anderen Worten folgendes: In jeder wirklich groáen weltumw„lzenden Bewegung wird 655 Propaganda und Organisation die Propaganda zun„chst die Idee dieser Bewegung zu verbreiten haben. Sie wird also unermdlich versuchen, die neuen Gedankeng„nge den anderen klarzumachen, diese mithin auf ihren Boden herberzuziehen oder doch in ihrer eigenen bisherigen šberzeugung unsicher zu machen. Da nun die Verbreitung einer Lehre, also diese Propaganda, ein Rckgrat besitzen muá, so wird die Lehre sich eine feste Organisation geben mssen. Die Organisation erh„lt ihre Mitglieder aus der von der Propaganda gewonnenen allgemeinen Anh„ngerschaft. Diese wird um so schneller wachsen, je intensiver die Propaganda betrieben wird, und diese wieder vermag um so besser zu arbeiten, je st„rker und kraftvoller die Organisation ist, die hinter ihr steht. H”chste Aufgabe der Organisation ist es daher, dafr zu sorgen, daá nicht irgendwelche innere Uneinigkeiten innerhalb der Mitgliedschaft der Bewegung zu einer Spaltung und damit zur Schw„chung der Arbeit in der Bewegung fhren; weiter daá der Geist des entschlossenen Angriffs nicht ausstirbt, sondern sich dauernd erneuert und festigt. Die Zahl der Mitglieder braucht damit nicht ins Endlose zu wachsen, im Gegenteil; da nur ein Bruchteil der Menschheit energisch und khn veranlagt ist, wrde eine Bewegung, die ihre Organisation endlos vergr”áert, dadurch zwangsl„ufig eines Tages geschw„cht werden. Organisationen, also Mitgliederzahlen, die ber eine gewisse H”he hinauswachsen, verlieren allm„hlich ihre Kampfkraft und sind nicht mehr f„hig, die Propaganda einer Idee entschlossen und angriffsbereit zu untersttzen beziehungsweise auszuwerten. Je gr”áer und innerlich revolution„rer nun eine Idee ist, um so aktivistischer wird deren Mitgliederstand werden, da mit der umstrzenden Kraft der Lehre eine Gefahr fr deren Tr„ger verbunden ist, die geeignet erscheint, kleine, feige Spieáer von ihr fernzuhalten. Sie werden sich im stillen als Anh„nger fhlen, aber ablehnen, dies durch die Mitgliedschaft 656 Beschr„nkung der Mitgliederaufnahme in aller ™ffentlichkeit zu bekennen. Dadurch aber erh„lt die Organisation einer wirklich umw„lzenden Idee nur die aktivsten der von der Propaganda gewonnenen Anh„nger als Mitglieder. Gerade in dieser durch natrliche Auslese verbrgten Aktivit„t der Mitgliedschaft einer Bewegung liegt aber die Voraussetzung zu einer ebenso aktiven weiteren Propagierung derselben wie auch zum erfolgreichen Kampf um die Verwirklichung der Idee. Die gr”áte Gefahr, die einer Bewegung drohen kann, ist ein durch zu schnelle Erfolge abnorm angewachsener Mitgliederstand. Denn so sehr auch eine Bewegung, solange sie bitter zu k„mpfen hat, von allen feigen und egoistisch veranlagten Menschen gemieden wird, so schnell pflegen diese die Mitgliedschaft zu erwerben, wenn durch die Entwicklung ein groáer Erfolge der Partei wahrscheinlich geworden ist oder sich bereits eingestellt hat. Dem ist es zuzuschreiben, warum viele siegreiche Bewegungen vor dem Erfolg oder besser vor der letzten Vollendung ihres Wollens aus unerkl„rlicher innerer Schw„che pl”tzlich zurckbleiben, den Kampf einstellen und endlich absterben. Infolge ihres ersten Sieges sind so viele schlechte, unwrdige, besonders aber feige Elemente in ihre Organisation gekommen, daá diese Minderwertigen ber die Kampfkr„ftigen schlieálich das šbergewicht erlangen und die Bewegungen nun in den Dienst ihrer eigenen Interessen zwingen, sie auf das Niveau ihrer eigenen geringen Heldenhaftigkeit herunterdrcken und nichts tun, den Sieg der ursprnglichen Idee zu vollenden. Das fanatische Ziel ist damit verwischt, die Kampfkraft gel„hmt worden oder, wie die brgerliche Welt in solchem Fall sehr richtig zu sagen pflegt: "In den Wein ist nun auch Wasser gekommen." Und dann k”nnen allerdings die B„ume nicht mehr in den Himmel wachsen. Es ist deshalb sehr notwendig, daá eine Bewegung aus reinem Selbsterhaltungstrieb heraus, sowie sich der Erfolg auf ihre Seite stellt, sofort die Mitgliederaufnahme 657 Beschr„nkung der Mitgliederaufnahme sperrt und weiterhin nur mehr mit „uáerster Vorsicht und nach grndlichster Prfung eine Vergr”áerung ihrer Organisation vornimmt. Sie wird nur dadurch den Kern der Bewegung unverf„lscht frisch und gesund zu erhalten verm”gen. Sie muá dafr sorgen, daá dann ausschlieálich dieser Kern allein die Bewegung weiterleitet, d.h. die Propaganda bestimmt, die zu ihrer allgemeinen Anerkennung fhren soll und als Inhaberin der Macht die Handlungen vornimmt, die zur praktischen Verwirklichung ihrer Ideen notwendig sind. Aus dem Grundstamm der alten Bewegung hat sie nicht nur alle wichtigen Positionen des eroberten Gebildes zu besetzen, sondern auch die gesamte Leitung zu bilden. Und das so lange, bis die bisherigen Grunds„tze und Lehren der Partei zum Fundament und Inhalt des neuen Staates geworden sind. Erst dann kann der aus ihrem Geiste geborenen besonderen Verfassung dieses Staates langsam der Zgel in die Hand gegeben werden. Das vollzieht sich meistens aber wieder nur in gegenseitigem Ringen, da es weniger eine Frage menschlicher Einsicht als des Spiels und Wirkens von Kr„ften ist, die im vornherein wohl erkannt, aber nicht fr ewig gelenkt werden k”nnen. Alle groáen Bewegungen, mochten sie religi”ser oder politischer Natur sein, haben ihre gewaltigen Erfolge nur der Erkenntnis und Anwendung dieser Grunds„tze zuzuschreiben, besonders aber alle dauerhaften Erfolge sind ohne Bercksichtigung dieser Gesetze gar nicht denkbar. * Ich habe mich als Propagandaleiter der Partei sehr bemht, nicht nur fr die Gr”áe der sp„teren Bewegung den Boden vorzubereiten, sondern durch eine sehr radikale Auffassung in dieser Arbeit auch dahin gewirkt, daá die Organisation 658 Abschreckung der Lauen nur bestes Material erhalte. Denn je radikaler und aufpeitschender meine Propaganda war, um so mehr schreckte dies Schw„chlinge und zaghafte Naturen zurck und verhindrte deren Eindringen in den ersten Kern unserer Organisation. Sie sind vielleicht Anh„nger geblieben, aber gewiá nicht mit lauter Betonung, sondern unter „ngstlichem Verschweigen dieser Tatsache. Wieviel Tausende haben mir nicht damals versichert, daá sie ja an sich ganz einverstanden mit allem w„ren, aber nichtsdestoweniger unter keinen Umst„nden Mitglied sein k”nnten. Die Bewegung w„re so radikal, daá eine Mitgliedschaft bei ihr den einzelnen wohl schweren Beanstandungen, ja Gefahren aussetze, so daá man es dem ehrsamen, friedlichen Brger nicht verdenken drfe, wenigstens zun„chst beiseite zu stehen, wenn er auch mit dem Herzen vollkommen zur Sache geh”re. Und das war gut so. Wenn diese Menschen, die mit der Revolution innerlich nicht einverstanden waren, damals alle in unsere Partei gekommen w„ren, und zwar als Mitglieder, so k”nnten wir uns heute als fromme Bruderschaft, aber nicht mehr als junge, kampfesfreudige Bewegung betrachten. Die lebendige und draufg„ngerische Form, die ich damals unserer Propaganda gab, hat die radikale Tendenz unserer Bewegung gefestigt und garantiert, da nunmehr wirklich nur radikale Menschen - von Ausnahmen abgesehen - zur Mitgliedschaft bereit waren. Dabei hat diese Propaganda doch so gewirkt, daá uns schon nach kurzer Zeit Hunderttausende innerlich nicht nur recht gaben, sondern unseren Sieg wnschten, wenn sie auch pers”nlich zu feige waren, dafr Opfer zu bringen oder gar einzutreten. Bis Mitte 1921 konnte diese bloá werbende T„tigkeit noch gengen und der Bewegung von Nutzen sein. Besondere Ereignisse im Hochsommer dieses Jahres lieáen es aber angezeigt erscheinen, daá nun nach dem langsam sichtbaren Erfolg der Propaganda die Organisation dem angepaát und gleichgestellt werde. Der Versuch einer Gruppe v”lkischer Phantasten, unter 659 Reorganisation der Bewegung f”rdernder Untersttzung des damaligen Vorsitzenden der Partei, sich die Leitung derselben zu verschaffen, fhrte zum Zusammenbruch dieser kleinen Intrige und bergab mir in einer Generalmitgliederversammlung einstimmig die gesamte Leitung der Bewegung. Zugleich erfolgte die Annahme einer neuen Satzung, die dem ersten Vorsitzenden der Bewegung die volle Verantwortung bertr„gt, Ausschuábeschlsse grunds„tzlich aufhebt und an Stelle dessen ein System von Arbeitsteilung einfhrt, das sich seitdem in der segensreichsten Weise bew„hrt hat. Ich habe vom 1. August 1921 ab diese innere Reorganisation der Bewegung bernommen und dabei die Untersttzung einer Reihe ausgezeichneter Kr„fte gefunden, die ich in einem besonderen Anhange noch zu nennen fr n”tig halte. Bei dem Versuch, die Ergebnisse der Propaganda nun organisatorisch zu verwerten und damit festzulegen, muáte ich mit einer Reihe von bisherigen Gewohnheiten aufr„umen und Grunds„tze zur Einfhrung bringen, die keine der bestehenden Parteien besaá oder auch nur anerkannt h„tte. In den Jahren 1919 bis 1920 hatte die Bewegung zu ihrer Leitung einen Ausschuá, der durch Mitgliederversammlungen, die selber wieder durch das Gesetz vorgeschrieben wurden, gew„hlt war. Der Ausschuá bestand aus einem ersten und zweiten Kassier, einem ersten und zweiten Schriftfhrer und als Kopf einem ersten und zweiten Vorsitzenden. Dazu kamen noch ein Mitgliederwart, der Chef der Propaganda und verschiedene Beisitzer. Dieser Ausschuá verk”rperte, so komisch es war, eigentlich das, was die Bewegung selbst am sch„rfsten bek„mpfen wollte, n„mlich den Parlamentarismus. Denn es war selbstverst„ndlich, daá es sich dabei um ein Prinzip handelte, das von der kleinsten Ortsgruppe ber die sp„teren Bezirke, Gaue, L„nder hinweg bis zur Reichsleitung ganz dasselbe System verk”rperte, unter dem wir alle litten und auch heute noch leiden. Es war dringend notwendig, eines Tages hier Wandel zu schaffen, wenn nicht die Bewegung infolge der schlechten 660 Aufhebung des "Parlamentarismus" Grundlage ihrer inneren Organisation fr dauernd verdorben und dadurch unf„hig werden sollte, einst ihrer hohen Mission zu gengen. Die Ausschuásitzungen, ber die ein Protokoll gefhrt wurde, und in denen mit Majorit„t abgestimmt und Entscheidungen getroffen worden waren, stellten in Wirklichkeit ein Parlament im kleinen vor. Auch hier fehlte jede pers”nliche Verantwortung und Verantwortlichkeit. Auch hier regierten der gleiche Widersinn und dieselbe Unvernunft wie in unseren groáen staatlichen Vertretungsk”rpern. Man ernannte fr diesen Ausschuá Schriftfhrer, M„nner fr das Kassenwesen, M„nner fr die Mitgliederschaft der Organisation, M„nner fr die Propaganda und fr weiá Gott sonst noch was, lieá sie dann aber doch zu jeder einzelnen Frage alle gemeinsam Stellung nehmen und durch Abstimmung entscheiden. Also der Mann, der fr Propaganda da war, stimmte ab ber eine Angelegenheit, die den Mann der Finanzen betraf, und dieser wieder stimmte ab ber eine Angelegenheit, die die Organisation anging und diese wieder ber eine Sache, die nur die Schriftfhrer h„tte bekmmern sollen usw. Warum man dann aber erst einen besonderen Mann fr Propaganda bestimmte, wenn Kassiere, Schriftwarte, Mitgliederwarte usw. ber diese angehenden Fragen zu urteilen hatten, erscheint einem gesunden Gehirn genau so unverst„ndlich, wie es unverst„ndlich w„re, wenn in einem groáen Fabrikunternehmen immer die Vorst„nde oder Konstrukteure anderer Abteilungen und anderer Zweige in Fragen entscheiden máten, die mit ihren Angelegenheiten gar nichts zu tun haben. Ich habe mich diesem Wahnsinn nicht gefgt, sondern bin schon nach ganz kurzer Zeit den Sitzungen ferngeblieben. Ich machte meine Propaganda und damit basta und verbat es mir im brigen, daá der n„chstbeste Nichtsk”nner auf diesem Gebiet etwa versuchte, mir dreinzureden. Genau so wie ich umgekehrt auch den anderen nicht in den Kram hineinfuhr. Als die Annahme der neuen Statuten und meine Berufung 661 Verantwortlichkeit des Fhrers auf den Posten des ersten Vorsitzenden mir unterdes die notwendige Autorit„t und das entsprechende Recht gegeben hatten, fand dieser Unsinn auch sofort eine Ende. An Stelle von Ausschuábeschlssen wurde das Prinzip der absoluten Verantwortlichkeit eingefhrt. Der erste Vorsitzende ist verantwortlich fr die gesamte Leitung der Bewegung. Er teilt die unter ihm stehenden Kr„fte des Ausschusses sowohl als die sonst noch notwendigen Mitarbeiter in die zu leistende Arbeit ein. Jeder dieser Herren ist damit fr die ihm bertragenen Aufgaben restlos verantwortlich. Er untersteht nur dem ersten Vorsitzenden, der fr das Zusammenwirken aller zu sorgen hat beziehungsweise durch die Auswahl der Personen und die Ausgabe allgemeiner Richtlinien diese Zusammenarbeit selbst herbeifhren muá. Dieses Gesetz der prinzipiellen Verantwortlichkeit ist allm„hlich zur Selbstverst„ndlichkeit innerhalb der Bewegung geworden, wenigstens soweit dies die Parteileitung betrifft. In den kleinen Ortsgruppen und vielleicht auch noch in Gauen und Bezirken wird es jahrelang dauern, bis man diese Grunds„tze durchdrcken wird, da natrlich Angsthasen und Nichtsk”nner sich immer dagegen wehren werden; ihnen wird die alleinige Verantwortlichkeit fr ein Unternehmen stets unangenehm sein; sie fhlten sich freier und wohler, wenn sie bei jeder schweren Entscheidung die Rckendeckung durch die Majorit„t eines sogenannten Ausschusses haben. Es scheint mir aber notwendig, gegen solche Gesinnung mit „uáerster Sch„rfe Stellung zu nehmen, der Feigheit vor der Verantwortlichkeit keine Konzession zu machen und dadurch, wenn auch erst nach langer Zeit, eine Auffassung von Fhrerpflicht und Fhrerk”nnen zu erzielen, die ausschlieálich diejenigen zur Fhrung bringen wird, die wirklich dazu berufen und auserw„hlt sind. Jedenfalls muá aber eine Bewegung, die den parlamentarischen Wahnsinn bek„mpfen will, selbst von ihm frei sein. Sie kann auch nur auf solcher Grundlage die Kraft zu ihrem Kampfe gewinnen. Eine Bewegung, die in einer Zeit der 662 Der Embryo-Zustand der Bewegung Herrschaft der Majorit„t in allem und jedem sich selbst grunds„tzlich auf das Prinzip des Fhrergedankens und der daraus bedingten Verantwortlichkeit einstellt, wird eines Tages mit mathematischer Sicherheit den bisherigen Zustand berwinden und als Siegerin hervorgehen. Dieser Gedanke fhrte innerhalb der Bewegung zu einer vollst„ndigen Neuorganisation derselben. Und in seiner logischen Auswirkung auch zu einer sehr scharfen Trennung der gesch„ftlichen Betriebe der Bewegung von der allgemein politischen Leitung. Grunds„tzlich wurde der Gedanke der Verantwortlichkeit auch auf die gesamten Parteibetriebe ausgedehnt und fhrte nun zwangsl„ufig in eben dem Maáe zu einer Gesundung derselben, in dem sie von politischen Einflssen befreit auf rein wirtschaftliche Gesichtspunkte eingestellt wurden. Als ich im Herbst 1919 zur damaligen Sechsm„nnerpartei kam, hatte diese weder eine Gesch„ftsstelle noch einen Angestellten, ja nicht einmal Formulare oder Stempel, nichts Gedrucktes war vorhanden. Ausschuálokal war erst ein Gasthof in der Herrengasse und sp„ter ein Caf‚ am Gasteig. Das war ein unm”glicher Zustand. Ich setzte mich denn auch kurze Zeit danach in Bewegung und suchte eine ganze Anzahl Mnchener Restaurants und Gastwirtschaften ab, in der Absicht, ein Extrazimmer oder einen sonstigen Raum fr die Partei mieten zu k”nnen. Im ehemaligen Sterneckerbr„u im Tal befand sich ein kleiner gew”lbeartiger Raum, der frher einmal den Reichsr„ten von Bayern als eine Art Kneipzimmer gedient hatte. Er war finster und dunkel und paáte dadurch ebensogut fr seine frhere Bestimmung, als er wenig der ihm zugedachten neuen Verwendung entsprach. Das G„áchen, in das sein einziges Fenster mndete, war so schmal, daá selbst am hellsten Sommertage das Zimmer dster und finster blieb. Dies wurde unsere erste Gesch„ftsstelle. Da die Miete monatlich nur fnfzig Mark betrug (fr uns damals eine Riesensumme!), konnten wir aber 663 Aufbau der Bewegung keine groáen Anforderungen stellen und durften uns nicht einmal beklagen, als man vor unserem Einzug noch schnell die einst fr die Reichsr„te bestimmte T„felung der W„nde herausriá, so daá der Raum nun wirklich mehr den Eindruck einer Gruft als den eines Bureaus hinterlieá. Und doch war dies schon ein ungeheurer Fortschritt. Langsam erhielten wir elektrisches Licht, noch langsamer ein Telephon; ein Tisch mit einigen geliehenen Sthlen kam hinein, endlich eine offene Stellage, noch etwas sp„ter ein Schrank; zwei Kredenzen, die dem Wirt geh”rten, sollten zur Aufbewahrung von Flugbl„ttern, Plakaten usw. dienen. Der bisherige Betrieb, das heiát die Leitung der Bewegung durch eine in der Woche einmal stattfindende Sitzung des Ausschusses, war auf die Dauer unhaltbar. Nur ein von der Bewegung besoldeter Beamte konnte einen laufenden Gesch„ftsbetrieb garantieren. Das war damals sehr schwer. Die Bewegung hatte noch so wenig Mitglieder, daá es eine Kunst war, unter ihnen einen geeigneten Mann ausfindig zu machen, der bei geringsten Ansprchen fr seine eigene Person die vielf„ltigen Ansprche der Bewegung befriedigen konnte. In einem Soldaten, einem ehemaligen Kameraden von mir, Scháler, wurde nach langem Suchen der erste Gesch„ftsfhrer der Partei gefunden. Er kam erst t„glich zwischen sechs und acht Uhr in unser neues Bureau, sp„ter zwischen fnf und acht Uhr, endlich jeden Nachmittag und kurze Zeit darauf wurde er voll bernommen und verrichtete nun vom Morgen bis in die sp„te Nacht hinein seinen Dienst. Er war ein ebenso fleiáiger wie redlicher, grundehrlicher Mensch, der sich pers”nlich alle Mhe gab, und der besonders der Bewegung selbst treu anhing. Scháler brachte eine kleine Adler- Schreibmaschine mit, die sein Eigentum war. Es war das erste derartige Instrument im Dienste unserer Bewegung. Sie wurde sp„ter durch Ratenzahlungen von der Partei erworben. Ein kleiner Kassenschrank schien notwendig zu sein, um die Kartothek und die Mitgliedsbcher vor Diebesfingern zu sichern. Die Anschaffung erfolgte also nicht, um die groáen Gelder zu deponieren, die wir damals 664 Aufbau der Bewegung etwa besessen h„tten. Im Gegenteil, es war alles unendlich „rmlich, und ich habe oft von meinen kleinen Ersparnissen zugesetzt. Eineinhalb Jahre sp„ter war die Gesch„ftsstelle zu klein und es erfolgte der Umzug in das neue Lokal an der Corneliusstraáe. Wieder war es eine Wirtschaft, in die wir zogen, allein wir besaáen nun nicht mehr bloá einen Raum, sondern bereits drei R„ume und einen groáen Schalterraum dazu. Damals kam uns das schon als viel vor. Hier blieben wir bis zum November 1923. Im Dezember 1920 erfolgte die Erwerbung des "V”lkischen Beobachters". Dieser, der schon seinem Namen entsprechend im allgemeinen fr v”lkische Belange eintrat, sollte nun zum Organ der N.S.D.A.P. umgestellt werden. Er erschien erst w”chentlich zweimal, wurde anfangs 1923 Tageszeitung und erhielt Ende August 1923 sein sp„ter bekanntes groáes Format. Ich habe damals als vollst„ndige Neuling auf dem Gebiete des Zeitungswesens auch manches schlimme Lehrgeld bezahlen mssen. An sich muáte einem die Tatsache, daá gegenber der ungeheuren jdischen Presse kaum eine einzige wirklich bedeutende v”lkische Zeitung bestand, zu denken geben. Es lag dies, wie ich dann in der Praxis unz„hlige Male selber feststellen konnte, zu seinem sehr groáen Teil an der wenig gesch„ftstchtigen Aufmachung der sogenannten v”lkischen Unternehmungen berhaupt. Sie wurden viel zu sehr nach dem Gesichtspunkt gefhrt, daá Gesinnung vor die Leistung zu treten h„tte. Ein ganz falscher Standpunkt, insofern die Gesinnung ja nichts Žuáerliches sein darf, sondern geradezu ihren sch”nsten Ausdruck in der Leistung findet. Wer fr sein Volk wirklich Wertvolles schafft, bekundet damit eine ebenso wertvolle Gesinnung, w„hrend ein anderer, der bloá Gesinnung heuchelt, ohne in Wirklichkeit seinem Volke ntzliche Dienste zu verrichten, ein Sch„dling jeder wirklichen Gesinnung ist. Er belastet auch die Gemeinschaft seiner Gesinnung. Auch der "V”lkische Beobachter" war, wie schon 665 Aufbau der Bewegung der Name sagt, ein sogenanntes "v”lkisches" Organ mit all den Vorzgen und noch mehr Fehlern und Schw„chen, die den v”lkischen Einrichtungen anhafteten. So ehrenhaft sein Inhalt war, so kaufm„nnisch unm”glich war die Verwaltung des Unternehmens. Auch bei ihm lag die Meinung zugrunde, daá v”lkische Zeitungen durch v”lkische Spenden erhalten werden máten, anstatt der, daá sie sich im Konkurrenzkampf mit den anderen eben durchzusetzen haben, und daá es eine Unanst„ndigkeit ist, die Nachl„ssigkeiten oder Fehler der gesch„ftlichen Fhrung des Unternehmens durch Spenden gutgesinnter Patrioten decken zu wollen. Ich habe mich jedenfalls bemht, diesen Zustand, den ich in seiner Bedenklichkeit bald erkannt hatte, zu beseitigen, und das Glck half mir dabei insofern, als es mich den Mann kennenlernen lieá, der seitdem nicht nur als gesch„ftlicher Leiter der Zeitung, sondern auch als Gesch„ftsfhrer der Partei fr die Bewegung unendlich Verdienstvolles geleistet hat. Im Jahre 1914, also im Felde, lernte ich (damals noch als meinen Vorgesetzten) den heutigen Generalgesch„ftsfhrer der Partei, Max Amann, kennen. In den vier Jahren Kriegszeit hatte ich Gelegenheit, fast dauernd die auáerordentliche F„higkeit, den Fleiá und die peinliche Gewissenhaftigkeit meines sp„teren Mitarbeiters zu beobachten. Im Hochsommer 1921, als die Bewegung sich in einer schweren Krise befand und ich mit einer Anzahl von Angestellten nicht mehr zufrieden sein konnte, ja mit einem einzelnen die bitterste Erfahrung gemacht hatte, wandte ich mich an meinen einstigen Regimentskameraden, den mir der Zufall eines Tages zufhrte, mit der Bitte, er m”ge nun der Gesch„ftsfhrer der Bewegung werden. Nach langem Z”gern - Amann befand sich in einer aussichtsreichen Stellung - willigte er endlich ein, allerdings unter der ausdrcklichen Bedingung, daá er niemals einen Bttel fr irgendwelche nichtsk”nnende Ausschsse abzugeben haben wrde, sondern ausschlieálich nur einen einzigen Herrn anerkenne. Es ist das unausl”schliche Verdienst dieses kaufm„nnisch 666 Aufbau der Bewegung wirklich umfassend gebildeten ersten Gesch„ftsfhrers der Bewegung, in die Parteibetriebe Ordnung und Sauberkeit hineingebracht zu haben. Sie sind seitdem vorbildlich geblieben und konnten von keiner der Untergliederungen der Bewegung erreicht, geschweige denn bertroffen werden. Wie immer im Leben ist aber berragende Tchtigkeit nicht selten der Anlaá zu Neid und Miágunst. Das muáte man natrlich auch in diesem Falle erwarten und geduldig in Kauf nehmen. Schon im Jahre 1922 waren im allgemeinen feste Richtlinien sowohl fr den gesch„ftlichen als auch rein organisatorischen Ausbau der Bewegung vorhanden. Es bestand bereits eine vollst„ndige Zentralkartothek, die s„mtliche zur Bewegung geh”renden Mitglieder umfaáte. Ebenso war die Finanzierung der Bewegung in gesunde Bahnen gebracht worden. Laufende Ausgaben muáten durch laufende Einnahmen gedeckt werden, auáerordentliche Einnahmen wurden nur fr auáerordentliche Ausgaben verwendet. Trotz der Schwere der Zeit blieb die Bewegung dadurch, abgesehen von kleineren laufenden Rechnungen, fast schuldenfrei, ja es gelang ihr sogar, eine dauernde Vermehrung ihrer Werte vorzunehmen. Es wurde gearbeitet wie in einem Privatbetrieb: das angestellte Personal hatte sich durch Leistung auszuzeichnen und konnte sich keineswegs nur auf die berhmte "Gesinnung" berufen. Die Gesinnung jedes Nationalsozialisten beweist sich zuerst in seiner Bereitwilligkeit, in seinem Fleiá und K”nnen zur Leistung der ihm von der Volksgemeinschaft bertragenen Arbeit. Wer seine Pflicht hier nicht erfllt, soll sich nicht einer Gesinnung rhmen, gegen die er selbst in Wahrheit sndigt. Von dem neuen Gesch„ftsfhrer der Partei wurde, entgegen allen m”glichen Einflssen, mit „uáerster Energie der Standpunkt vertreten, daá Parteibetriebe keine Sinekure fr wenig arbeitsfreudige Anh„nger oder Mitglieder sein drfen. Eine Bewegung, die in so scharfer Form gegen die parteim„áige Korruption unseres heutigen Verwaltungsapparates k„mpft, muá ihren eigenen Apparat von solchen Lastern rein halten. Es kam der Fall vor, daá in die Verwaltung 667 Aufbau der Bewegung der Zeitung Angestellte aufgenommen wurden, die ihrer frheren Gesinnung nach zur Bayerischen Volkspartei geh”rten, allein an ihren Leistungen gemessen, sich als ausgezeichnet qualifiziert erwiesen. Das Ergebnis dieses Versuches war im allgemeinen hervorragend. Gerade durch diese ehrliche und offene Anerkennung der wirklichen Leistung des einzelnen hat sich die Bewegung die Herzen dieser Angestellten schneller und grndlicher erobert, als dies sonst je der Fall gewesen w„re. Sie wurden sp„ter gute Nationalsozialisten und blieben dies, nicht nur dem Munde nach, sondern bezeugten es durch die gewissenhafte, ordentliche und redliche Arbeit, die sie im Dienste der neuen Bewegung vollbrachten. Es ist selbstverst„ndlich, daá der gutqualifizierte Parteigenosse dem ebensogut angeschriebenen Nichtparteigenossen vorgezogen wurde. Allein niemand erhielt eine Anstellung auf Grund seiner Parteizugeh”rigkeit allein. Die Entschiedenheit, mit welcher der neue Gesch„ftsfhrer diese Grunds„tze vertrat und allm„hlich, allen Widerst„nden zum Trotz, durchsetzte, war sp„ter fr die Bewegung von gr”átem Nutzen. Nur dadurch war es m”glich, daá in der schwierigen Inflationszeit, da Zehntausende von Unternehmen zugrunde gingen und Tausende von Zeitungen schlieáen muáten, die Gesch„ftsleitung der Bewegung nicht nur bestehen blieb und ihren Aufgaben gengen konnte, sondern daá der "V”lkische Beobachter" einen immer gr”áeren Ausbau erfuhr. Er war damals in die Reihe der groáen Zeitungen eingetreten. Das Jahr 1921 hatte weiter die Bedeutung, daá es mir durch meine Stellung als Vorsitzender der Partei langsam gelang, auch die einzelnen Parteibetriebe der Kritik und dem Hineinreden von soundso viel Ausschuámitgliedern zu entziehen. Es war dies wichtig, weil man einen wirklich f„higen Kopf fr eine Aufgabe nicht gewinnen konnte, wenn ihm dauernd Nichtsk”nner dazwischenschw„tzten, alles besser verstanden, um in Wirklichkeit einen heillosen Wirrwarr zurckzulassen. Worauf sich dann allerdings diese Allesk”nner meistens ganz bescheiden zurckzogen, um eine anderes Feld fr ihre kontrollierende und inspirierende 668 Aufbau der Bewegung T„tigkeit auszuspionieren. Es gab Menschen, die von einer f”rmlichen Krankheit besessen waren, hinter allem und jedem etwas zu finden, und die sich in einer Art Dauerschwangerschaft von ausgezeichneten Pl„nen, Gedanken, Projekten, Methoden befanden. Ihr idealstes und h”chstes Ziel war dann meist die Bildung eines Ausschusses, der als Kontrollorgan die ordentliche Arbeit der anderen fachm„nnisch zu beschnffeln hatte. Wie beleidigend und wie unnationalsozialistisch es aber ist, wenn Menschen, die eine Sache nicht verstehen, den wirklichen Fachleuten ununterbrochen dreinreden, kam manchem dieser Ausscháler wohl nicht zum Bewuátsein. Ich habe es jedenfalls als meine Pflicht angesehen, in diesen Jahren alle ordentlich arbeitenden und mit Verantwortung belasteten Kr„fte der Bewegung vor solchen Elementen in Schutz zu nehmen, ihnen die notwendige Rckendeckung und das freie Arbeitsfeld nach vorne zu verschaffen. Das beste Mittel, solche Ausschsse, die nichts taten oder nur praktisch undurchfhrbare Beschlsse zusammenbrauten, unsch„dlich zu machen, war allerdings das, ihnen irgendeine wirkliche Arbeit zuzuweisen. Es war zum Lachen, wie lautlos sich dann solch ein Verein verflchtigte und pl”tzlich ganz unauffindbar wurde. Ich gedachte dabei unserer gr”áten derartigen Institution, des Reichstages. Wie wrden da pl”tzlich alle verduften, wenn man ihnen nur statt des Geredes eine wirkliche Arbeit zuwiese; und zwar eine Arbeit, die jeder einzelne dieser Schwadroneure unter pers”nlichster Verantwortlichkeit zu leisten h„tte. Ich habe schon damals immer die Forderung gestellt, daá wie berall im privaten Leben auch in der Bewegung fr die einzelnen Betriebe so lange gesucht werden máte, bis der ersichtlich f„hige und ehrliche Beamte, Verwalter oder Leiter sich gefunden h„tte. Diesem war dann aber unbedingte Autorit„t und Handlungsfreiheit nach unten zu geben bei Aufbrdung restloser Verantwortlichkeit nach oben, wobei niemand Autorit„t Untergebenen gegenber erh„lt, der nicht selbst Besserk”nner der betreffenden Arbeit ist. Im Verlaufe von zwei Jahren habe ich mich mit meiner 669 Aufbau der Bewegung Ansicht immer mehr durchgesetzt, und heute ist sie in der Bewegung, wenigstens soweit die oberste Leitung in Frage kommt, bereits selbstverst„ndlich. Der sichtbare Erfolg dieser Handlung aber zeigte sich am 9. November 1923: Als ich vier Jahre vorher zur Bewegung kam, war nicht einmal ein Stempel vorhanden. Am 9. November 1923 fand die Aufl”sung der Partei, die Beschlagnahme ihres Verm”gens statt. Dieses bezifferte sich einschlieálich aller Wertobjekte und der Zeitung bereits auf ber hundertsiebzigtausend Goldmark. 12. Kapitel Die Gewerkschaftsfrage Das schnelle Wachstum der Bewegung zwang uns, im Jahre 1922 zu einer Frage Stellung zu nehmen, die auch heute nicht restlos gel”st ist. Bei unseren Versuchen, diejenigen Methoden zu studieren, die am ehesten und leichtesten der Bewegung den Weg zum Herzen der breiten Masse bahnen konnten, stieáen wir immer auf den Einwand, daá der Arbeiter uns nie vollst„ndig geh”ren k”nne, solange seine Interessenvertretung auf rein beruflichem und wirtschaftlichem Gebiete in den H„nden Andersgesinnter und deren politischen Organisationen ruhe. Dieser Einwand hatte natrlich viel fr sich. Der Arbeiter, der in einem Betrieb t„tig war, konnte der allgemeinen šberzeugung nach gar nicht existieren, wenn er nicht Mitglied einer Gewerkschaft wurde. Nicht nur, daá seine beruflichen Belange dadurch allein geschtzt erschienen, war auch seine Stellung im Betriebe auf die Dauer lediglich als Gewerkschaftsangeh”riger denkbar. Die Majorit„t der Arbeiter befand sich in gewerkschaftlichen Verb„nden. Diese hatten im allgemeinen die Lohnk„mpfe durchgefochten und die tariflichen Vertr„ge abgeschlossen, die dem Arbeiter nun ein bestimmtes Einkommen sicherstellten. Ohne Zweifel kamen die Ergebnisse dieser K„mpfe allen Arbeitern des Betriebes zugute, und es muáten sich besonders fr den anst„ndigen Menschen Gewissenskonflikte ergeben, wenn er den von den Gewerkschaften erk„mpften Lohn wohl einsteckte, aber sich selbst vom Kampf ausschloá. Mit dem normalen brgerlichen Unternehmer konnte man ber diese Probleme schwer sprechen. Sie hatten weder 671 Sind Gewerkschaften notwendig? Verst„ndnis (oder wollten keines haben) fr die materielle Seite der Frage, noch fr die moralische. Endlich sprechen ja ihre vermeintlichen eigenen wirtschaftlichen Interessen von vornherein gegen jede organisatorische Zusammenfassung der ihnen unterstellten Arbeitskr„fte, so daá sich schon aus diesem Grunde bei den meisten ein unbefangenes urteil schwer bilden kann. Es ist also hier, wie so oft, notwendig, daá man sich an die Auáenstehenden wendet, die nicht der Versuchung unterliegen, vor lauter B„umen den Wald nicht zu sehen. Diese werden dann bei gutem Willen viel leichter Verst„ndnis fr eine Angelegenheit bekommen, die so oder so zu den wichtigsten unseres heutigen und knftigen Lebens geh”rt. Ich habe mich schon im ersten Band ber Wesen und Zweck und ber die Notwendigkeit von Gewerkschaften ge„uáert. Ich habe dort den Standpunkt eingenommen, daá, solange nicht entweder durch staatliche Maánahmen (die jedoch meistens unfruchtbar sind) oder durch eine allgemeine neue Erziehung eine Žnderung der Stellungnahme des Arbeitgebers zum Arbeitnehmer eintritt, diesem gar nichts anderes brigbleibt, als unter Berufung auf sein Recht als gleichwertiger Kontrahent im Wirtschaftsleben seine Interessen selbst zu wahren. Ich betone weiter, daá eine solche Wahrung durchaus im Sinne einer ganzen Volksgemeinschaft l„ge, wenn durch sie soziale Ungerechtigkeiten, die in der Folge zu schweren Sch„digungen des ganzen Gemeinschaftswesens eines Volkes fhren mssen, verhindert werden k”nnen. Ich erkl„rte weiterhin, daá diese Notwendigkeit so lange als gegeben erachtet werden muá, solange es unter den Unternehmern Menschen gibt, die von sich aus nicht nur kein Gefhl fr soziale Pflichten, sondern nicht einmal fr primitivste menschliche Rechte besitzen; und ich zog daraus den Schluá, daá, wenn eine solche Selbstwehr einmal als notwendig angesehen wird, ihre Form sinngem„á nur in einer Zusammenfassung der Arbeitnehmer auf gewerkschaftlicher Grundlage bestehen kann. An dieser allgemeinen Auffassung hat sich bei mir auch im Jahre 1922 nichts ge„ndert. Wohl aber muáte nun eine 672 Sind Gewerkschaften notwendig? klare und bestimmte Formulierung fr die Einstellung zu diesen Problemen gesucht werden. Es ging nicht an, sich weiterhin einfach mit Erkenntnissen zufrieden zu geben, sondern es war n”tig, aus diesen praktischen Folgerungen zu ziehen. Es handelte sich um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Sind Gewerkschaften notwendig? 2. Soll die N.S.D.A.P. selbst sich gewerkschaftlich bet„tigen oder ihre Mitglieder in irgendeiner Form einer solchen Bet„tigung zufhren? 3. Welcher Art muá eine nationalsozialistische Gewerkschaft sein? Was sind unsere Aufgaben und ihre Ziele? 4. Wie kommen wir zu solchen Gewerkschaften? Ich glaube, die erste Frage eigentlich zur Genge beantwortet zu haben. Wie die Dinge heute liegen, k”nnen meiner šberzeugung nach die Gewerkschaften gar nicht entbehrt werden. Im Gegenteil, sie geh”ren zu den wichtigsten Einrichtungen des wirtschaftlichen Lebens der Nation. Ihre Bedeutung liegt aber nicht nur auf sozialpolitischem Gebiet, sondern noch viel mehr auf einem allgemeinen nationalpolitischen. Denn ein Volk, dessen breite Masse durch eine richtige Gewerkschaftsbewegung die Befriedigung ihrer Lebensbedrfnisse, zugleich aber auch eine Erziehung erhalten, wird dadurch eine auáerordentliche St„rkung seiner gesamten Widerstandskraft im Daseinskampf erlangen. Die Gewerkschaften sind vor allem notwendig als Bausteine des knftigen Wirtschaftsparlaments beziehungsweise der St„ndekammern. Die zweite Frage ist gleichfalls noch leicht zu beantworten. Wenn die Gewerkschaftsbewegung wichtig ist, dann ist es klar, daá der Nationalsozialismus nicht nur rein theoretisch, sondern auch praktisch zu ihr Stellung nehmen muá. Allerdings ist dann das Wie schon schwerer zu kl„ren. Die nationalsozialistische Bewegung, die als Ziel ihres 673 Nationalsozialistische Gewerkschaften? Wirkens den nationalsozialistischen v”lkischen Staat vor Augen hat, darf nicht im